APQ Jena - neuer Edel-Apo Anbieter am Markt!

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Hallo Josef,
woraus entnimmst Du, dass das nichts geworden ist?
Ich habe keinerlei Kenntnis von diesem - sehr interessanten- Projekt, aber aktuell sieht es doch so aus, als wäre da Leben drin. Die Website hat ein Kontaktformular, mit Anfrage- und Bestellmöglichkeit......

Start 2019 und Wartezeiten von 1 Jahr und mehr würde erklären,
warum noch niemand über ein eigenes Gerät berichtet.

Auch wenn mit diesem Konzept wahrscheinlich nur eine äußerst kleine Menge potentieller Käufer angesprochen wird (ich gehöre leider nicht dazu, der Grund passt zwischen Daumen und Zeigefinger) würde es mir sehr gut gefallen, wenn in Jena wieder absolute Topteleskope gebaut werden.....

CS + FW

Dietmar
 
Hallo Dietmar,

Danke für Dein Feedback.
Vielleicht habe ich es auch zu negativ gesehen wie Du es ansprichst.
So ein Ding war halt immer mein Traum, habe heute noch die Prospekte davon so Anfang der 90iger.
Die APQs werden ja sehr gelobt auf Grund ihrer Abbildungsleistung und ihrer Mechanik, vom Preis rede ich jetzt mal nicht.
Verwundert mich halt die geringe Resonanz bei solchen Edelteilen, deshalb die Annahme es ist wieder im Sand verlaufen.
 
Hallo Josef,
große Stückzahlen sind bei einer solchen Edeloptik nicht zu erwarten. Aber es sieht ganz danach aus, als wolle APQ Jena auf den exzellenten Ruf der APQs aus Zeiss Zeiten noch einen draufsetzen.
Der ölgefügte, vierlinsige Polychromat verspricht im Vergleich mit selbst sehr guten APOs sagenhafte Strehlwerte über einen viel breiteren Wellenlängenbereich. Das wird vor Allem (gut betuchte) Astrofotografen erfreuen, die die Empfindlichkeit ihrer Sensoren entsprechend besser ausnutzen können.
Ob sich das visuell signifikant auswirkt, bleibt abzuwarten.
Bin gespannt, wann der erste Bericht über ein APQ des neuen Herstellers zu lesen ist, auch wenn ich höchst wahrscheinlich nie zum Kreis der Käufer gehören werde.
Muss mich eben weiter mit unserem LZOS begnügen....

CS

Dietmar
 
Hallo Sternfreunde,

das wird eine exklusive Teleskopserie für einen exklusiven Kreis von Sternfreunden oder Fotografen. Der angegebene Preis von fast 23500 EUR für den 150mm Öffnung mit F/8 ist schon sportlich, ohne Fotokorrektor/Reducer etc.
Visuell ist der erweitert korrigierte Spektralbereich weniger interessant finde ich, da die Sensitivität der Augennetzhaut <440nm und über 600nm nachts stark abfällt. Astrofotografen nehmen aktuell bereits Spiegelteleskope ala Newton oder RC als Astrografen für die Fotografie im nahen UV und IR Spektrum. Meist benötigen diese noch einen Korrektor welcher in dem erweiterten Spektralbereich das Strahlenbündel ausreichend korrigiert.
Ein wirklich ergeiziges Projekt was zeigen soll was möglich ist. Ohne spikes auf den Fotos!

Vg, Oliver
 
Moin,

erst mal klingt dieses Projekt natürlich sehr gut. Eine Spitzenoptik auf Zeiss-Niveau oder gar besser und das dann auch noch Made in Germany wäre eine tolle Sache und fände auch sicherlich ihre Abnehmer.
Erst mal erinnert mich das ganze aber an die vollmundigen Ankündigungen von Agema Optics, die mit ihren Super-Apos das Feld der Apochromaten aufrollen wollten. Und schaut mal, wie lange die gebraucht haben von den ersten Informationen bis sie tatsächlich in der Lage waren einzelne Teleskope auszuliefern. Und belastbare Berichte von unabhängigen Testern habe ich immer noch nicht gelesen.
Also mal abwarten was aus diese, APQ-Projekt wird. Ich wünsche ihnen auf jeden Fall alles gute und dass sie ihre Teleskope schnell und in der versprochenen Qualität auf den Markt bringen können:

Bis dann:
Marcus
 
Hallo an Alle,
hier gibt es eine nette Diskussion dazu:
Viele Grüße Michael
 
Naja, jene Diskussion beinhaltet neben der üblichen TechnikWunderei auch das ebenso übliche Preisgejammer - ob der AstroGossip dann hier anders läuft? Aber in der Tat, die Namensrechte zum Begriff "APQ" liegen bei Norbert Strömich, wie man leicht nachlesen kann. Der Markenname "Zeiss" ist da für mich wiederum nur eine Fußnote im Lebenslauf.

Stefan Korth
 
Hallo zusammen,

als Freund von hochwertigen Refraktoren freue ich mich natürlich auch über die Neuigkeiten, die auf der Website in Aussicht gestellt werden und wünsche dem Initiator viel Erfolg.

Anderseits frage ich mich, ob es nicht besser wäre, zuerst ein fertiges Exemplar zu präsentieren, anstatt mit Diagrammen und Patentanmeldungen potentielle Interessenten zur Vorbestellung eines (letzlich für diese) ungewissen Produktes zu animieren.

Guten Rutsch.

Peter
 
Hallo Peter,

100% Zustimmung, so ein Teil auf einem Teleskoptreffen, ATT oder AME vorzustellen wäre hier ein Zugang.
Durchschauen und etwas greifbares in der Hand zu haben ist was anderes als Diagramme.
Dennoch freut es mich wenn solche Teile wieder erfolgreich in deutscher Qualität auf dem Markt ihren Platz finden.
Guten Rutsch an Alle und viel Gesundheit im neuen Jahr!
 
Ich finde es ausgezeichnet, dass sich heute noch jemand traut, solch besondere Instrumente in sehr kleinen Serien zu entwickeln, denn das bedeutet doch vor allem enorm viel Arbeit und persönlichen Einsatz bei überschaubaren Gewinnen. Deswegen meinen Glückwunsch an die Ehemaligen von Zeiss Jena und deren Helfer, die hier noch einmal aktiv geworden sind! Uwe Laux beschreibt in seinem Buch 'Astrooptik', 3. Auflage von 2017, auf den Seiten 154 und 155 Aufbau und Leistung der APQ4 Objektive - ölgefügte 4-Linser mit CaF2, von denen die neuen APQs vermutlich abgeleitet worden sind. Interessant auch die besonderen Anforderungen an die Immersionsöle, deren Brechzahlen ja jeweils den benachbarten Glassorten angepasst werden müssen.

In der Praxis wird sich dann zeigen - gerade bei den größeren Kalibern - wie weit sie ihre theoretische Leistung werden umsetzen können, wenn die Temperatur sich ändert, denn ein Quadruplet von 150mm Durchmesser und mehr dürfte nur noch sehr langsam auskühlen. Es dürfte bei Zeiss Jena jedoch hinreichend Erfahrungen mit diesen Anforderungen vorgelegen haben.

Viele Grüße,
Holger
 
Eine Frage an die Experten/Astrofotografen:

Ausgehend von den (theoretischen) Vorhersagen der Leistungsdaten des Objektiv-Designs:

Welcher Nutzen ergibt sich daraus für uns Astronomen (visuell und fotografisch)? Wie groß und in welcher Form wäre der Zugewinn gegenüber einem Apochromat?

Viele Grüße
Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Peter,

ich habe hier schon was zu dem Thema geschrieben.

http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=245857

Ich sehe in einem derart breiten erstklassig korrigierten Spektrum keinen sichtbaren Nutzen in der Praxis.
Weder visuell noch für niedrig aufgelöste DS Fotografie.
Die Begründung siehe Astrotreff.
Der Vorteil ist eher nur theoretischer Natur.
Es gibt da aber unter den Optikdesignern keinen Konsens wie man die Korrektur nun am idealsten gestaltet. Weder beim Spekrum noch bei den Wellenlängen die man in einem Fokus vereinigt noch bei der Gewichtung der der einzelnen Wellenlängen für den Polystrehl.
Man muss letztlich immer einen vernünftigen Kompromiss finden zwischen Aufwand und Nutzen.
Und wie es nun mal ein Kompromiss so an sich sieht das jeder etwas anders.
Man kann sich auch in etwas hineinsteigern und ein extrem hohes Maß an Perfektion anstreben aber ob der Mehraufwand in der Praxis etwas bringt steht auf einem anderen Blatt.

Ich sehe einen 4 Linser eher mit anderen Eckdaten als 150F8 wo es auch 3 Linsen locker getan hätte.
Sinn macht das meiner Ansicht nach erst ab F6 und schneller wo man dann mit 3 Linsen an Grenzen kommt.
Wobei ich das zu korrigierende Spektrum auch nicht unnötig weit wählen würde weil das nämlich auf Kosten der Korrektur bei wichtigeren Wellengängen gehen kann.
Also lieber etwas mehr Aberration im UV und hohen IR Bereich und dafür möglichst perfekt bei Rot bis Violett als auf kosten von Rot bis Violett eine gute Korrektur im UV und hohen IR Bereich zu erreichen.
Bei 150F8 spielt das keine Rolle denn der ist von IR bis UV extrem gut.
Bei 150 F5 sähe das aber schon etwas anders aus so das ich hier lieber eine möglichst hohe Perfektion von Rot bis Violett anstreben würde und dafür im UV und IR Bereich etwas größere Aberrationen akzeptieren würde.

Aber nun noch mal zur neu gegründeten Firma in Jena.
Es freut mich sehr das nun auch wieder was aus Deutschland und noch dazu Jena kommt.
Für mich heißt das APOs aus der Region was noch mal besonders schön ist.
Der erwähnte 150F8 4 Linser mit der extrem guten Farbkorrektur ist ja nur ein Produkt.
Man ist da offensichtlich sehr flexibel und fertigt auf Wunsch vieles was das Herz begehrt.
Na ja vorausgesetzt man verfügt über das nötige Kleingeld aber das ist dann ne andere Geschichte.
Besonders interessant finde ich zb. dieses CaF2 Doublet auf AGEMA Level.

https://www.dreigleichen.com/de/duplet-apo.htm

Dieses Doublet ist mit praxisgerecht exzellenter Farbkorrektur für den visuellen Planetenbeobachter ein Traumteleskop.
Übrigens beweist das Design noch mal das es Prinzipiell möglich ist mit einem CaF2 Doublet ein derart hohes Level an Farbkorrektur zu erreichen.
Nur für die Zweifler die glauben das sowas unmöglich ist, siehe Diskussion zum AGEMA.

Grüße Gerd
 
Hallo Gerd,

Vielen Dank für Deine ausführliche Antwort. Offenbar spielt die (uns Astronomen oft eigene) Suche nach Perfektion auch eine Rolle dabei.

Ohne da Experte zu sein glaube ich auch, dass für schnelle Systeme das Ganze den größten Sinn ergibt. So wie Du es auch geschrieben hast. Was da möglich ist, ist sicher ein interessantes Thema.

Bleibt zu hoffen, dass es genügend Kunden dafür geben wird, damit sich der sicher erhebliche Aufwand, der mit der Planung und Fertigung solcher exklusiven Optiken genügend verbunden ist, auch lohnt.

Viele Grüße
Peter
 
@Gerd_Duering, @gibeon
eine Korrektur bis 1000nm kann sehr interessant in Kombination mit den neuen CMOS-Sensoren sein, die bis in diesen NI-Bereich noch eine QE bis zu 20% haben. D.h., dass – zumindest theoretisch – die A-, Z- und y-Linie (O2) neue Strukturen in der Astrofotografie liefern können. Auch könnten in Nebeln weitere Sterne sichtbar werden. Auf der anderen Seite, im UV gibt es die L- und N-Linie (Fe) unterhalb von 400nm. Der CMOS-Sensor, der u.a. in der FLI Keppler verbaut ist, bietet auch hier noch um die 20% QE Signal. Es wird spannend zu testen, was da sichtbar wird...
Grüße, Kai
 
Hallo Kai,

na ja selbst wenn man auf die von dir genannten Linien Wert legt braucht es da bei üblicher Pixelgröße zumindest im UV Bereich keine Beugungsbegrenzte Abbildung geschweige denn so fantastische Werte deutlich über Strehl 0,95 wie bei dem fraglichen 150F8 4 Linser.
Es ist völlig ausreichend wenn der RMS Spotradius nicht größer als die Pixelgröße des Sensors ist.
In der Regel wird man aber eh Linienfilter verwenden wenn man ein spezielles Interesse an so exotischen FH Linien hat und dann natürlich auch darauf fokussieren.
Genauso wie man zb. die Venus im UV Licht sinnvollerweise mit entsprechendem Filter aufnimmt.
Im Weißlicht also vollem Spektrum würde der Rest des Spektrums bei dem auch noch der Sensor wesentlich empfindlicher ist sonst die UV Strukturen einfach überstrahlen.
Und ein F8 ist ja auch nicht unbedingt die Wunschoptik für DS Foto. Wenn man schon das ultimative Teleskop anstrebt dann sollte man auch bei der Öffnungszahl für den angestrebten Einsatzweck keine halben Sachen machen. Ein F8 ist ja für DS Foto doch ein Kompromiss und eher fürs Visuelle und da sieht man definitiv weder bei 365nm noch bei 1014nm das Geringste.
Also wie ich schon mal sagte für F6 und schneller ist das durchaus sinnvoll diesen Aufwand zu treiben, bei F8 schießt man meiner Meinung nach dann aber doch etwas über das Ziel hinaus.

Grüße Gerd
 
Na denn, immerhin darf der Thread dann jetzt hier also doch fortgeführt werden...
Auch ich sehe bei Gerds Ausführungen alles produkt- und markttechnische gesagt, was mir dann immer wieder in den Sinn kommt - bei aller Strehl-Klauberei wäre es sowieso nur dann möglich, sinnvolle Vergleichsaussagen zu treffen, wenn man dann endlich einmal bei EINEM Teleskoptreffen gleich 5/10/15 Hochkaräter nebeneinander am selben Beobachtungsobjekt vergleichen kann. Weil das aber wohl mangels Verfügbarkeit nie passieren wird, bleibt auch dieser Aspekt der Diskussion ein akademischer.
Dennoch finde ich es auch nett, das man sich hierzulande noch einmal an derlei Optik wagt. Das Potential dafür mag vor allem im Exportgeschäft liegen, vielleicht wuppt man also auch eine oder mehrere Kleinserien. Die Fertigungsqualität dafür gibt es jedenfalls in Deutschland, wenn schon nicht in Jena, dann garantiert woanders.
"Geschichtlich" betrachtet gab es ja nach dem offiziellen APQ-Ende noch verschiedene Testläufe und Diskussionen mit bayerischen und japanischen Partnern, die aber zu nichts Nachhaltigem geführt haben.
Was das Spektrale betrifft, so hat die Nah-Infrarot-Fotografie bei staubreichen Himmelsregionen schon ihren Reiz, habe ich auch schon verschiedentlich ausprobiert - ist aber Geschmackssache.

Harren wir also der Dinge, die da kommen.

CS,
Stefan Korth
 
...Nachschlag noch zu den spektral-breitbandigen Aspekten - es gibt Anforderungen, bei denen eine derart (angestrebt) breitbandige Bildfeld-/Farbkorrektur schon Sinn macht - die liegt aber außerhalb der Hobby-Welt, in der wir uns hier bewegen. Es hat schon Gründe, warum in bestimmten Optronik-Labors u.a. mit apochromatischen Refraktoren gearbeitet wird - und da würden die neuen APQ-Designs schon hinpassen. Aber da haben die ehemaligen Zeissianer hinreichend Erfahrung. Nur Resultate dessen werden wir (hier) nie zu sehen bekommen ;-)

Stefan Korth
 
@StKorth_privat @Gerd_Duering,
ich kann nicht beurteilen, ob ein solcher Polystrehl-Refraktor im visuellen Sinn macht – dazu fehlt mir die Erfahrung. Für die fotografische Amateurastronomie erweiternde Möglichkeiten, z.B. Schmalbandfilter für die Fe- und O2-Linien bzw. Erweiterungen des (L)RGB-Filtersatzes in Richtung NIR und UV würden durchaus lohnenswert sein – sofern das Signal auf diesen Linien Strukturen zeigt. Zumindest an Planeten und mit Spiegelteleskopen zeigen ja UV-, Methan und IR-Pass-Filter neue Strukturen. Was das Gerät zu leisten vermag, werden wir aber erst erfahren, wenn ein solches Gerät für einen Test zur Verfügung steht und es sich mit entsprechendem Flattener, Reducer, Filtern und Kamera beweisen muss.

Da wir uns hier in Regionen jenseits der 20.000€ bewegen, wird ein solcher Refraktor auch nur den wenigen finanzkräftigen Amateurastronomen zugänglich sein, die Freude an hochwertigem und auch extremem Optikdesign haben. Die großen Apos von TEC und Astro-Physics zeigen ja, dass es dafür einen, wenn auch kleinen Markt gibt.

Grüße, Kai
 
Im angloamerikanischen großen Forum wird auch gerade ausgiebig diskutiert:

Grüße!
Carsten
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben