Arduino Fokussierer "Astrofocus" für Pentax SDHF75

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Da hier bei uns im Süden Österreichs seit vielen Wochen sehr schlechte Wetterbedingungen herrschen, habe ich mich an ein Projekt gemacht, dass mir schon sehr lange am Herzen liegt.

Ich betreibe neben dem Newton auf einer EQ-8 parallel auch einen kleinen Pentax SDHF75 Refraktor auf einer EQ-3.
Seit ich diesen mit einer CCD Kamera, anstatt der EOS ausgestattet habe, ist das Scharfstellen zu einem echten Abenteuer geworden.
Die Kamera ist sehr schwer und durch das externe Filterrad ist der Zugang zu den Stellschrauben kompliziert und der Okularauszug hat keine Untersetzung.

Für den Pentax gibt es am Markt keine fertige Motorfokus Lösung, so suchte ich nach einer Selbstbau-Lösung.

Gefunden habe ich jene von Ivaldo Cervini, einem italienischen Amateurastronomen, der wie ich finde, eine sehr gute und zugleich einfach nachzubauende Lösung präsentiert.

Ich werde meine Baufortschritte hier Schritt für Schritt vorstellen, im Moment stecke ich noch bei der Mechanik etwas fest.


Wer möchte, kann parallel dazu auch auf meiner alten Homepage (http://www.a2p.at/Astronomie/StepperFoc_Pentax.html) den etwas detaillierteren Bericht mit größeren Bildern lesen…


Auswahl der Software und Hardware-Plattform

Hier entschied ich mich recht schnell für die Arduino Platinen, da diese sehr günstig und auch für Einsteiger einfach zu programmieren sind.

Bei der Software gibt es eine Unzahl an Projekten, die sehr unterschiedlich sind.

In der näheren Auswahl standen unter anderem folgende:

  • AstroFocus
  • ArduinoFocus
  • myFocuser
  • SGL Ascom Motor Focus Control
  • Arduino based motor focus controller

Ich entschied mich für das AstroFocus Projekt von Ivaldo aus mehreren Gründen:

+ optimal zum Einstieg, viele andere Projekte sind zu überladen und zu komplex

+ einfach und mit Standardelementen (Adafruit Motorshield, Adafruit Temperatursensor, …)

+ Temperaturkompensation

+ bietet 2 Ascom Treiber für den dualen Betrieb an (Danke noch einmal Ivaldo)

- Webseite nur in Italienisch verfügbar (ist aber dank google translate kein Problem)

Ivaldo beschreibt auf seiner Webseite sehr genau den Aufbau seines Fokussers, die Bilder das Video und die Tabellen sind dabei sehr hilfreich.
Es existieren auf seiner Webseite 3 Variationen seines AstroFocusers, die unterschiedliche Motorplatinen unterstützen (Arduino Motorshield und Adafruit Motorshield v2).
Eine Variante (AstroFocus3) besitzt statt der Steuertasten einen Endschalter zum Setzten des Nullpunktes, das ist für nichtstationäre Astronomen sehr hilfreich.


Arduino Hardware

Der Zusammenbau der Komponenten gestaltete sich recht einfach.

Folgende Geräte habe ich verwendet:

  • Arduino Uno Clone (mein originaler Arduino war leider defekt) ~ € 13.—
  • Adafruit Motorshield ~ € 30.—
  • Temperatursensor I²C MCP9808 ~ € 8.—
  • Gehäuse für Arduino ~ € 13.—
  • Netzgerät für den Arduino 12VDC/ 1,5A ~ € 15.—
  • Taster & Gehäuse für Handbedienung ~ € 15.—
  • Schrittmotor PSM42BYGHW603 1,8° (12V) ~€ 16.—
Die Links zu den Bezugsquellen befinden sich auf meiner Homepage

Wichtig ist beim Schrittmotor neben dem Drehmoment (0,38 Nm) auch die Spannung, da ich die Spulen immer bestromt lasse.
Damit ist ein Haltemoment gegeben, das verhindert, dass sich der Fokusser während des Fotografierens bewegt.
Versuche mit einem kleineren Motor (6V) führten zu einer starken Überhitzung.

Die Materialkosten betrugen rund € 110 .— zuzüglich der Kosten für die mechanische Ankopplung, dazu aber später mehr.

Link zur Grafik: http://www.a2p.at/Astronomie/pictures/Pentax_Focuser_T-005.jpg
Arduino Uno, Motorshield und Temperatursensor, wobei hier noch ein wenig Lötarbeit zu machen ist.
(Ansonsten werden die Platinen bis auf die Pfostenstecker fertig aufgebaut geliefert.)

Link zur Grafik: http://www.a2p.at/Astronomie/pictures/Pentax_Focuser_T-004.jpg
Temperaturfühler, Schrittmotor, Arduino im Gehäuse und Handsteuerbox fertig aufgebaut.



Fortsetzung (Software und Ascom Treiber) folgt... :huhu:
 
Servus Tobias!

Ich muß gestehen, ich habe mich mit Servos noch nicht sehr beschäftigt.

Das im Projekt verwendete Adafruit Motor-Shield unterstützt die Ansteuerung von 2 (Modellbau-)Servos direkt.
Wenn Du aber einen Okularauszug verstellen willst, sollte dieser meiner Meinung nach mehr als 360° rotieren können, viele Servos können (viel) weniger als 360°.
Nun könnte man den Servo "hacken", damit dieser endlos rotieren kann, leider aber auf Kosten der exakten Positionierfähigkeit.
Dazu müsste wieder ein separater Encoder verwendet werden.

Für mich war die Reproduzierbarkeit des Verstellweges ein (das) wichtigste Kriterium beim Bau.
Nicht so sehr um immer den exakten Fokuspunkt zu erreichen (ich prüfe natürlich jede Nacht den Fokus aufs Neue),
sondern um bei einer Filterverstellung den vorher ausgemessenen Offset automatisch anzufahren.

Meine Filter sind zwar lt. Hersteller homofokal, aber wie es scheint doch nicht ganz...
Ebenso bin ich auf die Temperaturkompensation gespannt, die ja in eine ähnliche Kerbe schlägt.

Zum Thema "exakte Reproduzierbarkeit" kommt auch noch das Getriebespiel dazu, dass möchte ich bei einem meiner nächsten Tests bei Sternensicht :teufelgrr: ausmessen.
Im Moment gibt es bei diesem Projekt noch keine Backlash-Kompensation...


Falls Du mit einem Drehwinkel von ~ 180° - 270° auskommst und die Mechanik ein nicht allzuhohes Drehmoment erfordert, sollte ein Servo durchaus funktionieren.

 
Hallo Armin,

du kannst auch gern meinen Arduino-Fokussierer weiterentwickeln.

Dieser hat eine USB Schnittstelle, ist ASCOM kompatibel und hat einen Sensor für die Temperaturkompensation. Eine Handsteuerung wirst du evtl. sehr leicht nachrüsten können.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Moin Armin,

ich hatte bisher angenommen, dass eim Servo nicht auf 360° beschränkt sein müsse. Kennzeichen dieser ist doch eigentlich nur, dass sie auch die Position zurück geben in welcher sie sich befinden.

Im Moment habe ich einen Getriebemotor (Modell unbekannt) bei mir verbaut der lediglich mit Tastendruck funktioniert.

Durch Zufall kam ich vor ein paar Tagen an einen Faulhaber Servor (deutlich überdimensioniert), dessen Potential als Ersatz ich gerne beleuchten würde.

Beim Focus hatte ich eigentlich daran gedacht, dass das mittlerweile automatisch gehen müsste ( bis auf manuelle Auswertung eines Batinov-Beugungsbildes) . Bei Filterwechsel bin ich noch lange nicht. Reproduzierbarkeit ist nichts desto trotz sehr wünschenswert.

Grüße,
Tobias
 
Servus Edgar!

Vielen Dank für Dein nettes Angebot, bei meiner Websuche ist mir Deine schöne Lösung irgendwie durch die Lappen gegangen :blush:

Ich habe mir Deinen SourceCode mal gesichert und werde ihn im Hinterkopf behalten.
Leider ist Ivaldo im Moment nicht ereichbar, ich habe ihn schon mehrmals kontaktiert und ein paar Verbesserungsvorschläge/Ideen vor allem für den Ascom-Treiber geschickt...
Die fehlende Backlash Kompensation könnte für mich ein Grund sein, doch noch tiefer in die Arduino Materie einzudringen, obwohl ich ja, gerade um dies zu vermeiden, diese Lösung (plug & play) gewählt habe.




Servus Tobias!

Ich musste mich auch erst schlau machen, was die Servos betrifft (ich konnte mich nur dunkel erinnern, da war doch was...)
Modellbauservo Ansteuerung
Servo - nur <= 360° oder meherer Umdrehungen

Im Moment habe ich auf meinem Newton auch nur einen RB35(?) DC-Getriebemotor von Conrad.at montiert.
Link zur Grafik: http://www.a2p.at/Astronomie/pictures/t_oaz12.jpg
Diese Lösung funktioniert auch nicht schlecht zum wackelfreien fokussieren, aber leider gibt es dazu keine Temperatur-Kompensation und auch keinen Offset beim Filterwechsel.

Autofokus ist mit einem Ascom-Stepper Fokkusierer möglich z.B. in Verbindung mit dem großartigen APT-Tool, ich habe damit aber noch keine Erfahrung.
Ich verlasse mich da im Moment auch auf die Bahtinov-Maske.


 
Hallo Armin,

ich will dir ja nicht unbedingt meine Lösung aufdrängen, aber eine Backlash Korrektur ist dort schon drin.

Die Firmware simmuliert eine RoboFokus Steuerung. Zur Steuerung kann man entweder die originale RoboFokus Software verwenden, oder den Ascom-Treiber für RoboFokus (Info's gibt's hier).

Es fehlt halt nur die Handsteuerung.
 
Servus Edgar!

Zitat von Edgar99:
Hallo Armin,

ich will dir ja nicht unbedingt meine Lösung aufdrängen, aber eine Backlash Korrektur ist dort schon drin.

Die Firmware simmuliert eine RoboFokus Steuerung. Zur Steuerung kann man entweder die originale RoboFokus Software verwenden, oder den Ascom-Treiber für RoboFokus (Info's gibt's hier).

Es fehlt halt nur die Handsteuerung.

Ich habe schon bemerkt, dass Du die Backlash Korrektur implementiert hast :biggrin: , ich werde mal mein 1st Light mit dem jetzigen Projektstand abwarten...
Bei Deiner Lösung müsste ich Deinen Code an meine Hardware anpassen, mal sehen...


 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Software und Ascom Treiber

Ivaldo hat ein kleines Tool geschrieben, mit dem man den Fokussierer via USB mit dem PC steuern kann.

Die Bedienungselemente sind zwar in Italienisch beschrieben, allerdings sind die Buttons und Felder (beinahe) selbsterklärend.

Link zur Grafik: http://www.a2p.at/Astronomie/pictures/AstroFocus%20Setup%203.jpg
Mit (1) öffnet man den Ascom-Treiber und wählt den richtigen Fokusser aus.
Hier wurden schon beide unabhängigen Treiber (2+3) installiert.


Link zur Grafik: http://www.a2p.at/Astronomie/pictures/AstroFocus%20Setup%203b.jpg
Nach einem Click auf die „Properties“ muss noch der richtige serielle Port ausgewählt werden


Link zur Grafik: http://www.a2p.at/Astronomie/pictures/AstroFocus%20Setup%204.jpg
Mit „Disconnetti“ (1) kann die Verbindung zum Fokusser wieder getrennt werden.
„TC“ (2) aktiviert die automatische Temperaturkompensation (mehr dazu weiter unten)

Mit den Pfeiltasten und dem vorgewählten Wert (3) kann der Fokusser verstellt werden.
Mit dem Wert oberhalb und der Taste „Vai“ kann der Fokusser auf eine absolute Position gefahren werden.


Link zur Grafik: http://www.a2p.at/Astronomie/pictures/AstroFocus%20Setup%206.jpg
Nach einem Druck auf „Impostazioni“ öffnet sich ein Einstellungs-Fenster.

„Step Size“ (1) ist die Länge eines einzelnen Motor-Schrittes gemessen in Mikrometern.
Einige Programme (wie z.B. FocusMax) benötigen diesen Wert für interne Kalkulationen.

Um diesen zu errechnen, empfiehlt Ivaldo, sich die aktuelle Position des Fokussierers zu notieren (z.B. 13584) und danach möglichst exakt 10mm zu verfahren (Richtung ist egal).
Idealerweise vermisst man den Weg mit einer Messuhr und notiert diesen Wert ebenfalls.
Die Differenz der beiden Werte geteilt durch 1000 ergibt den „Step Size“ Wert.
Nach dem Ascom-Standard sind nur ganzzahlige (=gerundete) Werte gültig!
Link zur Grafik: http://www.a2p.at/Astronomie/pictures/image007.png

Der „T Coefficient“ (2) entspricht der Länge des zu verfahrenden Weges in Schritten bei einer Temperaturänderung um 1°C.
Dieser Wert muss ebenfalls gerundet sein.
Ivaldo beschreibt dies in einem kleinen Beispiel: Bei 17 °C sei die aktuelle Position 12478 Schritte und bei 13 °C 11529 Schritte.
Der daraus resultierende „T Coefficient“ ist gerundet 237 Schritte. Gerechnet wird nach folgender Formel:
Link zur Grafik: http://www.a2p.at/Astronomie/pictures/image008.png
Diese Messung kann einmalig zum Beispiel bei einer Vollmondnacht durchgeführt werden.
Ähnlich arbeitet Bernhard Hubl der diesen Koeffizienten über die Kühlleistung seiner CCD-Kamera interpoliert, vgl. Interstellarum 92, Seite 48ff im Artikel „Jede Belichtungsminute nutzen“.

Mit „Set Min“ und „Set Max“ werden die Grenzen des Verfahrweges des Fokussers eingestellt.
Achtung! Der Nullpunkt bezieht sich immer auf das eingefahrene Auszugsrohr. (Ggf. die Motor-Drehrichtung ändern)

Mit (5) werden die Grenzen angefahren mit (3+4) gespeichert.


Eigenheiten des Schrittmotors
Ich machte einige Tests mit Ivaldos Programm und angeschlossenem Motor.
Dabei fiel mir auf, dass der Motor bei schnellen Bewegungen sehr stark zu vibrieren begann.

Als ich alle Ansteuerungsvarianten im Programm von „Single“ und „Interleave“ auf „Microstep“ änderte, verschwanden die Vibrationen komplett. Allerdings reduzierte sich dabei natürlich auch die Drehgeschwindigkeit und ebenso das Drehmoment des Motors.

Mit einer angepassten Variante des Steppermotor Demoprojektes der Arduino IDE vermaß ich die mit meinen Schrittmotor maximale erreichbare Geschwindigkeit.
Die Vibrationen waren auch im Demoprojekt vorhanden, wenn nicht im Microstep-Betrieb gearbeitet wurde.
Heraus kam dabei eine recht interessante Kurve.
Link zur Grafik: http://www.a2p.at/Astronomie/pictures/Pentax_Focuser_T-009.jpg
Da im Mikroschritt-Betrieb eine Geschwindigkeitsänderung mit freiem Auge sehr schwer erkennbar ist, stoppte ich die Zeit einer 360° Umdrehung des Wellenstummels.
Bemerkenswert ist auch, dass ein setSpeed () Wert von „1“ einer Zeit entspricht, die eigentlich mit einem setSpeed() von „8“ erreicht wird!
Somit ist die langsamste zu erreichende Geschwindigkeit mit setSpeed(2) zu realisieren.

Der maximale setSpeed() Wert für meinen Schrittmotor ist „64“.


Nach dem der Trockentest erfolgreich war, kommt nun die Hochzeit zwischen Fokussierer und Getriebe :biggrin:





Fortsetzung (Die mechanische Kopplung - Versuch 1) folgt...





 
Servus Tobias!

Ja Du hast wohl Recht, ich kenne die "richtigen" Servo-Motoren auch aus meiner Firma, wo sie in Automaten eingesetzt werden.

Das Adafruit Motorshield unterstützt leider nur Modellbauservos mit den bekannten Einschränkungen.
 
So es geht weiter mit ein paar neuen Zeilen :biggrin:

Die mechanische Kopplung (Versuch 1)
Nun da die Elektronik und die Software fertig und getestet sind, wagte ich mich an die Montage und Verbindung des Schrittmotors an die Welle des Fokussierers meines kleinen Pentax.

Nach einiger Recherche im Web stieß ich in einem Beitrag von „Adrian“ im stargazerslounge Forum auf eine Lösung mittels Riemenantrieb (Bild).

Ich besorgte mir bei Conrad-Elektronik 2 Zahnriemenscheiben und einen dazu passenden Zahnriemen um rund € 25 .—
Link zur Grafik: http://www.a2p.at/Astronomie/pictures/Pentax_Focuser_T-011.jpg
Danke an dieser Stelle an Rudolf Reiser, der erklärt wie man den Drehknopf von der Welle montieren kann.

Da die Welle vom Pentax einen (exotischen) Durchmesser von 7 mm hat, musste ich die Zahnriemenscheibe auf 10 mm aufbohren und eine Messinghülse mit einem Innendurchmesser von 7 mm fertigen.
Link zur Grafik: http://www.a2p.at/Astronomie/pictures/Pentax_Focuser_T-006.jpg

Danach baute ich aus 5mm starkem Aluminium-Blech den Haltebügel mit einem Winkel von 45°.
Link zur Grafik: http://www.a2p.at/Astronomie/pictures/Pentax_Focuser_T-007.jpg

Da mir die Montage des Winkels in der Lösung von Adrian mit nur einer 6 mm Schraube zu filigran erschien, montierte ich eine zusätzliche Schraube (4 mm Senkkopf) mit einem Schlauchbinder, der zwischen einer Lage Hartgummi am Tubus fixiert wird.
Link zur Grafik: http://www.a2p.at/Astronomie/pictures/Pentax_Focuser_T-008.jpg


Leider musste ich feststellen, dass mein gewählter Motor größer als jener in Adrians Lösung war und der Riemen leider zu kurz ist. :smiley60:


Daher disponierte ich kurzfristig um und machte im wahrsten Sinne des Wortes ein „Workaround“ :Trost:
Link zur Grafik: http://www.a2p.at/Astronomie/pictures/Pentax_Focuser-010a.jpg


Diese Lösung hat leider einige gravierende Nachteile, zum einen neigt diese Konstruktion zu Biegungen und Schwingungen und andererseits ist der zarte Zahnriemen wohl überfordert mit der Last der CCD mit Filterrad.
Und das Untersetzungsverhältnis dürfte auch zu gering ausfallen, trotz Mikroschritt-Ansteuerung...

Fortsetzung folgt (2 Versuch einer mechanischen Kopplung...) :smiley61:

 
Hallo liebe Leute!

Ich habe leider erst jetzt Zeit, wieder etwas zu diesem Thema zu schreiben :o


Die mechanische Kopplung (Versuch 2 - FINALE) :cool:

Nach dieser Ernüchterung ging ich erst mal in mich und ließ den Tag ausklingen.
Meine Sternwarte ist 80 Km von meiner Wohnung entfernt, so dass ich nur an den Wochenenden an meinem Equipment arbeiten kann.
Das ist zwar ärgerlich, aber dadurch bekomme ich zwangsweise auch etwas Abstand von der Misere :).

Nach einigen Tagen und vielen verschiedenen Lösungsansätzen kam ich zum Schluss,
dass der Riemenantrieb für den kleinen Pentax nicht geeignet ist.
Link zur Grafik: http://www.a2p.at/Astronomie/pictures/PentaxFoc_T-002.jpg

Der Fokusser-Antrieb des SDHF hat keine eigene Untersetzung und die Reduktion durch die Zahnriemenscheiben um einem Faktor 1:3,3 schien mir zu wenig.
Außerdem ist die Lösung nicht selbsthemmend und mechanisch instabil.

Ich entsann mich, dass ich in meiner Wühlkiste (leider 80 Km entfernt) noch ein Schneckenrad meiner Astro3 vom legendären Lidl-Scope haben müsste.

Link zur Grafik: http://www.a2p.at/Astronomie/pictures/PentaxFoc_T-001.jpg

Ich kürzte die Schnecke und machte eine 5 mm Bohrung mit einer Reibahle passend für die Motorwelle.
Beim Schneckenrad entfernte ich die innere Presspassung und schnitt die Welle ab.
Danach fertigte ich aus Messing eine neue Hülse mit einer 7 mm Bohrung, mangels passender Ahle leider nur mit einem Eisenbohrer.
Durch den starken Kühlmitteleinsatz und der stufenweisen Bohrung ist die Passung wider Erwarten recht exakt geworden.

Link zur Grafik: http://www.a2p.at/Astronomie/pictures/Pentax_Focuser-012.jpg

Diese Lösung ist nun mechanisch stabil und durch den kleinen Modul und den Winkel der Welle des Schneckenradgetriebes auch selbsthemmend.
Ich werde versuchsweise den Schrittmotor nach dem Fokussieren spannungslos machen und prüfen ob sich der Fokus verschiebt oder nicht.

Als Alternative zum Schneckengetriebe der alten Astro3 Montierung könnten auch Getriebe von z.B. RS-Components oder anderen Anbietern verwendet werden.
Allerdings sollte man bei diesen Komponenten darauf achten, ob die Selbsthemmung (u.a. Abhängig vom Steigungswinkel) vollständig gewährleistet ist.
Ansonsten müsste sie mit dem Haltemoment des dauermagnetisierten Schritt-Motors realisiert werden.

Spannend wird noch die Justage des Ascom-Treibers (min/max) werden, da durch das Übersetzungsverhältnis von 1:88 die Wege sehr lang sind :).


 
Gestern hatte ich etwas Zeit ein paar Messungen vorzunehmen:

Backlash/Getriebespiel ist stark Lastabhängig!

Ich habe vom Messaufbau leider vergessen Fotos zu machen,
aber im Grunde ist das ganze recht einfach zu beschreiben.

Ich baute das Teleskop mit Montierung auf und fixierte eine Messuhr mit einer Genauigkeit von 0,01mm an der CCD-Kamera.

Danach verfuhr ich mehrmals mit dem Fokussierer nach innen und außen und notierte die Anzahl der Schritte,
die ich verfahren musste, damit die Zahnflanken bei Richtungsumkehr wieder ineinander griffen.

Link zur Grafik: http://www.a2p.at/Astronomie/pictures/Backlash.jpg

Ich stellte 3 verschiedene Belastungssituationen für den Okularauszug her, wo die 2 Kg schwere CCD-Kamera wirken konnte.
Einmal zeigte das Teleskop 90° in Richtung Zenit (max. Belastung)
Die zweite Variante war rund 45° Teleskopneigung (mittlere Belastung)
Zum Schluß nivellierte ich das Teleskop auf 0° (min. Belastung)


Nun, das Ergebnis war für mich recht ernüchternd :Trost:
  • Bei 90° ist der Backlash 30 Schritte
  • Bei 45° ist der Backlash 50 Schritte
  • Bei 0° ist der Backlash 180 (!) Schritte, wobei der Okularauszug zuerst in die "falsche" Richtung bewegt wird und danach wieder "zurück kommt" und erst dann die Gegenflanken der Zähne greifen :gutefrage:

Für mich bedeutet dies nun, dass mit diesem Getriebe der Backlash nicht mit einem simplen Eingabefeld im Treiber zu beheben ist.

Ich bin gespannt wie andere (kommerzielle) Lösungen aussehen ?


Hat schon jemand die Backlash-Korrektur in Abhängigkeit der OAZ-Belastung mit einer Meßuhr vermessen?


 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Armin,

der Fehler erinnert mich ein wenig an mein Problem mit der OTE im Antrieb.

Was ich noch versuchen würde, wäre die Messuhr an die Unterseite des Winkels zu montieren und die Messung dort zu wiederholen. Auch wenn der Winkel ordentlich dimensioniert erscheint, würde ich nicht ausschließen wollen, dass auch dieser sich bewegt und damit als scheinbarer Backslash erscheint.

Wenn das der Fall ist, hättest du 2 Fehlerursachen und könntest eine eventuell durch eine beidseitige Schneckenlagerung ein Stück weit ausgleichen. Dabei könnte die Schnecke in einem U-Profil mit Fest-loslagerung sitzen und vom Motor lediglich das Drehmoment übertragen werden.

Ein simples Eingabefeld im Treiber dürfte im jetzigen Zustand nicht funktionieren, ja. Aber jetzt mal etwas weiter gesponnen: Was wäre mit einer Variablen (abhängig von der Ausrichtung des Teleskops gegenüber Horizont/Zenit), die von der Steuerung übertragen wird?
(Ich halte diese Verkomplizierung im übrigen für wenig sinnvoll.)

Grüße,
Tobias
 
Servus Tobias!

Danke für den Tipp mit der Vermessung der Motorhalterung.
Ich denke, hier besteht tatsächlich noch ein Optimierungsspielraum, da die Bügel aus weichem Aluminium bestehen. :Trost:

Dass die Last eine Auswirkung auf den Backlash hat, war mir klar, aber mit so unterschiedlichen Werten habe ich nicht gerechnet.
Vor allem nicht im Leerlauf, wo die Bewegung irrational ist. Ich werde mal mit den Mechanikern in meiner Firma sprechen.

Schön wäre es, wenn sich die Messwerte (stark) annähern, mit einem Mittelwert könnte ich leben :cool:

Die Variante mit dem winkelabhängigen Backlash hatte ich auch kurz angedacht, allerdings habe ich die Sourcen vom Ascom Treiber nicht.
Ich denke, wenn ich die Temperaturkompensation verwenden möchte, muss der Backlash eliminiert sein.
Vor allem dann, wenn die Temperatur kurzfristig steigt und es zu einem Flankenwechsel kommt.

 
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