Argumente pro/contra 32er bzw. 42er Glas

  • Ersteller des Themas Ersteller des Themas PeterD
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PeterD

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Liebe Foren-Mitglieder,

ich habe viel gesucht und kaum ein derart geballtes Wissen bzgl. Ferngläsern gefunden wie hier, und aus diesem Grund habe ich mich angemeldet und wage nunmehr meine erste Frage, die sich allerdings (noch) nicht explizit auf die Thematik Astronomie bezieht - man möge mir das verzeihen. Ich kann mir demnächst meinen langgehegten Wunsch nach einem guten Glas erfüllen, und es wird defintiv eines der folgenden vier werden: Zeiss Victory FL 8x32 bzw. 8x42 oder Leica Ultravid 8x32 bzw. 8x42. Wie man sieht, geht es eigentlich nur noch um die Größe der Eintrittspupille. Haupteinsatzgebiet wird wohl die Tagbeobachtung auf Wanderungen/Reisen/Radtouren sein. Himmelsbeobachtung soll aber nicht ausgeschlossen sein, finde ich Gefallen daran (Interesse ist da), würde ich mir da später eher ein 50er Glas (dann aber vermutlich nicht mehr von Zeiss oder Leica <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> ) besorgen. Frage also: mit welchen Einschränkungen, Vor- oder Nachteilen hätte ich bei einem 32er gegenüber einem 42er zu rechnen ? Habe ich irgendwas nicht bedacht ? Bieten die 32er Gläser die gleichen optischen Qualitäten ? Ich würde mich über ein paar Einschätzungen sehr freuen.

Gruß aus Ostwestfalen,

Peter Dörscheln
 
Tagsüber fällt der Unterschied zwischen 32mm- und 42mm-Gläsern nur dann deutlich auf, wenn man Beobachungsobjekte unter schlechten Beleuchtungsverhältnissen betrachtet. Meistens ist man da bei der Fernglaswal eher bedacht, aus Transportabilitätsgründen so kompakt und leicht zu bleiben. Ich persönlich nehme beim Wandern normalerweise nichts über 8x32 bzw. ca. 700g mit auf Tour. ABER: Geht´s um Dämmerungssehen oder gar Himmelsbeobachtung, dann ist Öffnung eben durch nichts zu ersetzen. Vielseitiger ist man demzufolge dann schon mit einem 8x42 - daher würde ich diesem Gerätetyp dann auch immer den Vorzug geben.

Zweiäugige Grüße,

Stefan Korth
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Hallo Peter,

die Sache ist an sich ganz einfach. Steht die Nutzung am Tag im Vordergrund und will man die kompakteren Maße auf Wanderungen/Reisen für sich in Anspruch nehmen, dann ist ein 32-er die richtige Wahl. Hält das Interesse an der Naturbeobachtung auch in der Dämmerung an, dann sollte man sich ein 42-er Glas näher anschauen. Wo genau die Grenze liegt, an der man von der größeren Öffnung deutlich profitiert, ist schwer zu sagen. Bei Dämmerlicht im dichten Wald ist es dunkler als auf einer freien Wiese <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />. Hier hilft nur ausprobieren und im Zweifelsfall lieber ein paar Reserven einzukaufen. Bist Du kein "Schönwetterfernglasbeobachter", der nur bei ausreichend Sonnenschein in die Landschaft guckt, dann hast Du mit einem 42-er Glas evtl. die nötige Reserve, wenn's zunehmend duster wird.

> mit welchen Einschränkungen, Vor- oder Nachteilen hätte ich bei einem 32er gegenüber einem 42er zu rechnen ?

am hellerlichten Tag:

Ist das 42-er nicht notwendig, man schleppt nur unnötig Gewicht.

Ist das 32-er ein sehr guter Kompromiss, man kann Platz und Gewicht einsparen und sieht praktisch genausoviel wie mit einem 42-er (ein 8x20/10x25 gänge zur Not auch, hat aber deutlich weniger Sehfeld).

in der Dämmerung:

Kann dem 32-er Glas schneller das Licht ausgehen als einem lieb ist und das gesparte Gewicht hilft in dem Moment herzlich wenig, wo's zum Beobachten zu dunkel ist.

Hat das 42-er u.U. die benötigten Reserven, dafür trägt man halt bei vielen anderen Gelegenheiten mehr als nötig um den Hals.

Wie immer gibt es keine ultimative Lösung. Durchgucken und danach entscheiden ist die beste Idee. Zur Entscheidung Leica vs. Zeiss einfach mal auf "Suche" klicken und "Ultravid" oder "Victory FL" eingeben, da finden sich bestimmt noch mehr Infos.

Und nochwas spricht für ein 8x42 oder 10x42 aus sehr gutem Haus. Wenn das Interesse an der Himmelsbeobachtung erwacht, kann man mit einem Ultravid oder Victory FL in dieser Größe mehr anfangen, als mancher vermutet. Öffnung allein ist kein Wundermittel, Transmission und Kontrast sind die Zauberworte <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />. Es kommt immer wieder vor, daß manches besonders hochwertige 10x50 einem wirklich guten 10x42 hinterherhinkt ...

Frank.
 
Hallo Peter,

vor einigen Jahren stand ich vor einer ähnlichen Entscheidung. Habe mich letztlich für 8x42 (Leica Trinovid; Zeiss hatte zu dem Zeitpunkt nichts Vergleichbares) entschieden. Ausschlag gab die Überlegung: Wenn ich mir einmal ein top-Glas kaufe, dann ein wirklich universelles und robustes, was immer dabei ist. Ich habe bei normalen Tageslichtbedingungen keinen Unterschied zu 8x32/30 festgestellt. Hier vergleichend meine Meinung:

-Sehfeld: leichter Vorteil für 32er
-Gewicht/Kompaktheit: für "immer dabei" deutlicher Vorteil für 32er
-Austrittspupille: durch die größere bei 42 besseres Einblickverhalten auch bei normalem Licht
-universelle Nutzung (auch Dämmerung, Sternbeobachtung) deutlicher Vorteile für das 42er

Für "immer dabei" ist 8x42 hart an der Grenze. Das wird aber jeder anders beurteilen. Aber bei mehrtägigen Touren hast Du es eben auch dabei, wenn der Himmel klar ist.

Noch zwei Gedanken:
Wenn Du allerdings noch an ein zweites 50er Glas denkst, wäre das 32er dazu die bessere Kombination (für die Einsparung könntest Du Dir schon fast ein gut erhaltenes Zeiss-Jena 10x50 kaufen).
Wenn Du viel Naturbeobachtung machen möchtest, wäre auch ein 10x42 zu überlegen (abhängig von Deiner Hand(un)ruhe).

Gruß aus Berlin
Lars




 
Hallo Peter,

den bisherigen Beitraegen kann ich nur zustimmen. Persoenlich meine ich, dass das beste 42er nichts nuetzt, wenn es im Schrank stehen bleibt, weil es zu unhandlich / schwer ist. Wenn Du vorrangig Naturbeobachtung betreiben willst, wuerde ich persoenlich zum 32er greifen.
Die neuen Zeiss gibt es hier (noch?) nicht, zur Wahl der Marke kann ich also nichts beitragen. Ich denke aber, bei den beiden genannten Marken kannst Du nichts falsch machen (zumindest nicht bei den angesprochenen Modellen).

Noch ein Argument fuer das 32er: Du sprichst ja selbst schon an, dass Du ggf. dann ein 50er ergaenzen moechtest, falls Du an der Astronomie gefallen findest. Und dann waere das 50er doch sehr nahe am 42er.

Ich denke, am besten faehrst Du, wenn Du von Anfang an versuchst, Deine Ausruestung vorauszuplanen, dann ueberschneiden sich die Einsatzgebiete spaeter nicht unnoetig.
Ich selbst habe mir bei der Planung nicht genug Muehe gegeben - oder vielmehr, ich habe unterschaetzt, wie attraktiv die Fernglasbeobachtung eigentlich ist (Voegel/Natur und Astronomie). In der Folge habe ich in den letzten 9 Monaten 4 Fernglaser erworben. Ein Fehlkauf war zwar nicht dabei, aber bei vorausschauender Planung waere ich sicher mit 3 Glaesern ausgekommen.

Ein Argument gegen das 32er faellt mir auch noch ein: Sie sind im Schnitt etwas unkomfortabler bezueglich des Einblicks als die 42er, bzw. muss man den Augenabstand genauer einstellen und das Glas praeziser an die Augen fuehren. Bei den Topmarken faellt das weniger ins Gewicht als bei der Mittelklasse, zumindest ist das meine Ansicht, auch wenn ich mir das nicht erklaeren kann.

Ich wuerde anregen, ueber die Vergroesserung noch einmal nachzudenken. Die meisten Hobby-Ornithologen (hier gefaellt mir das englische "Birder" viel besser, ehrlich gesagt) ziehen 10x vor, nicht ohne Grund.

Gratulation zum Entschluss, gleich mit einem hochwertigen Glas anzufangen. Das ist (meiner persoenlichen Meinung nach) auf Dauer die billigste Loesung, zumindest wenn man es sich leisten kann.

Gruss
Carsten
 
Hallo Peter,

bis vor vor knapp zwei Jahren hatte ich ein Leica Trinovid 10x32BA. Als dann die neuen Ultravid-Modelle auf den Markt kamen, habe ich mir kurz entschlossen das Ultravid 10x42 gekauft.

Die Unterschiede sind erheblich:

: Trotz größerer Abmessungen liegt das 10x42 Ultravid wesentlich besser in der Hand als das Trinovid 10x32, und durch das höhere Gewicht kann man es ruhiger halten.
: Die 10fache Vergrößerung bringt deutlich mehr Beobachtungsspaß.
: Für erwachsene Männerhände empfand ich das 32er Modell immer etwas zu klein.
: Der Kontrast des Ultravid ist geradezu fantastisch.
: Die Transparenz ist derart hoch, dass man ein 50er Glas kaum vermisst.
: Bei meinen Wanderungen zu Fuß und mit dem Fahrrad habe ich es immer dabei, so dass ich es in Anlehnung an die Teleskopgemeinde als „Grab and go“ bezeichnen möchte.

Fazit: Ich würde eindeutig das 10x42 empfehlen.

Grüße

Andreas

P.S.: Ich vergaß zu erwähnen, dass ich vorher viele Jahre lang ein 8x32 von Leica hatte. Darauf bezieht sich der Vergleich mit der Vergrößerung.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Andreas hat ein wichtiges Argument gebracht, das ich vergessen habe:

Trotz größerer Abmessungen liegt das 10x42 Ultravid wesentlich besser in der Hand als das Trinovid 10x32, und durch das höhere Gewicht kann man es ruhiger halten.

Tatsaechlich geht es mir auch so, dass unterhalb von 600 g ich ein Glas kaum ruhig halten kann. Wird es zu schwer, dann ist das ganze allerdings ermuedend. Die Grenze wird wohl individuell verschieden sein, genau wie die "Passform".

Da hilft nur ausprobieren. In Deutschland soll es ja noch Fachhaendler geben, bei denen das moeglich ist.

Carsten
 
Ergänzung

> Noch ein Argument fuer das 32er: Du sprichst ja selbst schon an, dass Du ggf. dann ein 50er ergaenzen moechtest, falls Du an der Astronomie gefallen findest. Und dann waere das 50er doch sehr nahe am 42er.

Hallo Carsten,

wenn schon für Astro ergänzen, dann richtig <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />. Ich würde mir ein 8x42 oder 10x42 als Allroundglas für Tag, Dämmerung und Astro aus der freien Hand suchen. Bei der Ergänzung nach oben würde ich auf ein 10x50 verzichten und gleich zu einem schönen Doppelguck mit Winkeleinblick greifen. Es geht doch nichts über binokulare Streifzüge durch die Milchstraße mit einer Kombination aus einem guten Freihand-Fernglas und einem nebenan geparkten Miyauchi <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" /> ...

Frank.
 
Re: Ergänzung

Hallo Frank,


mit dem Hinweis auf das grosse Glas mit Winkeleinblick rennst Du offene Tueren ein: bei mir parkt seit einiger Zeit ein Kowa Highlander neben dem Liegestuhl...

Allerdings hat ein mittleres Glas (12x50 in meinem Fall) doch auch seine ganz besonderen Reize... heute morgen im Liegestuhl die gesamte Region zwischen Mu und Zeta Sco in einem Gesichtsfeld, mit NGC 6242, Tr 24, NGC 6231... oder M8, M20, M21 plus weitere Nebelfetzchen (wohl NGC 6559 und d6526) im selben Gesichtsfeld.... Das kann das Kowa nicht (und das Miyauchi 60er auch nicht, oder taeusche ich mich da?), und das 8x42 zeigt zu wenig fuer meinen Geschmack.


Carsten
 
Vielen herzlichen Dank für die zahlreichen Hinweise und Tipps ! Für mich ist nun klar, daß es ein 42er wird, da ich gestern in einem Jagd-Geschäft hier vor Ort mal ein 7 x 42 testen durfte und sagen muß, daß dieses Glas keinesfalls zu groß für meine Hände (eher "Pranken") ist. Jenes besagte 7 x 42 war ein Zeiss Victory FL, und ich bin immer noch hin- und weg, daß "Fern-Sehen" SO aussehen kann...
Ein Blick durch ein Ultravid 8 x 50 war ebenfalls toll, aber ich habe mich bei dem Zeiss sofort "zu Hause" gefühlt, was Einblick und "Feeling" anbelangt. Vielleicht tue ich damit dem Leica unrecht, da ich nicht weiß, inwiefern 8 x 50 und 7 x 42 vergleichbar sind - vermutlich garnicht. Jedenfalls besorgt der freundliche Händler ein Victory 8 x 42 FL, damit ich es mal ausgiebig testen kann ("Sie brauchen es ja dann nicht zu kaufen, wenn Sie nicht wollen..."), und nachdem ich ihn darauf hinwies, daß ich seinen Service nicht in Anspruch nehmen möchte, um dann evtl. online zu kaufen, wurde mir ein für mich akzeptables Angebot gemacht, so daß ich den Mehrpreis für die Beratung und den Ansprechpartner vor Ort gern bezahlen will. Soll ich oder soll ich nicht die 70 km nach Münster fahren, um mal ein Ultravid 8 x 42 an die Augen zu setzen ? Mal sehen...
Zu guter Letzt: ein 10-fach Glas traue ich mir bzw. meiner Motorik trotz abstinenter Lebensweise nicht zu. Das Glas soll auch nach ausgiebigen Radtouren und Wanderungen ein ruhiges Bild zeigen, für meine Zwecke scheint mir 8-fach am geeignetsten.

MfG Peter Dörscheln
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Peter,

selbst ausprobieren ist natuerlich das Beste. Gratulation dazu, dass die Wahl jetzt eingeengt ist. Ob man 10x noch sauber halten kann, besonders nach koerperlicher Anstrengung, ist natuerlich individuell verschieden und sollte auch getestet werde. Ich selbst habe aber den Eindruck, dass man das in Grenzen trainieren kann. 12x ist jetzt fuer mich machbar, allerdings habe ich es nach der Radtour noch nie ausprobiert...

Zur Frage Zeiss oder Leica: Nach den Forumsbeitraegen hier und bei www.juelich-bonn.de hat wohl Zeiss mit den FL die Nase vorn im Moment. Ich denke aber, dass die Unterschiede gering ausfallen und nur im direkten Vergleich zu sehen sind. Ich jedenfalls bin mit meinem Leica hochzufrieden - Zeiss FL gibt es hier (noch?) nicht, und 50er FL bietet Zeiss ja auch nicht an, da hat sich die Frage nicht gestellt.

Carsten
 
Re: Ergänzung

Hallo Carsten,

> bei mir parkt seit einiger Zeit ein Kowa Highlander neben dem Liegestuhl

schöööööööön. Sowas feines hätte ich auch gern, da spielt aber der Kontostand nicht mit <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/crazy.gif" alt="" />.

> Allerdings hat ein mittleres Glas (12x50 in meinem Fall) doch auch seine ganz besonderen Reize

Hast ja recht, als Ergänzung zu einem 8x40 und dem 20x60 Miyauchi sind ein 7x50, 8x50, 10x50 und 12x50 nicht übel <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />. Mit ein paar Taschen links und rechts am Liegestuhl kann man die Gläser griffgünstig positionieren und je nach abzuschiessendem Objekt zieht man das passende Fernglas <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ...

> oder M8, M20, M21 plus weitere Nebelfetzchen (wohl NGC 6559 und d6526) im selben Gesichtsfeld

Das kleine Miyauchi hat 3,2 Grad Sehfeld, da passen M8, M20 und M21 locker rein. Wegen der weiteren "Nebelfetzchen" muß ich im Sommer nochmal genauer nachschauen. Wenn Du die Sachen im 12x50 siehst, sollte das Miyauchi auch keine Probleme haben. Dagegen könnte nur noch die oft bescheidene Durchsicht in Horizontnähe hierzulande sprechen.

Frank.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Re: Ergänzung

Frank,

Ganz so wild treibe ich es nicht. 7x50 und 12x50 muessen reichen (neben dem 8x24 natuerlich und einem Taschenglas). Damit fuehle ich mich "binokular" gut versorgt, ich bin fest entschlossen, jetzt keine weiteren Fernglaeser zu erstehen.

Das kleine Miyauchi hat 3,2 Grad Sehfeld, da passen M8, M20 und M21 locker rein.
Na klar passsen die rein, wie auch ins Kowa bei 21x - aber der Anblick im 12x50, mit Abstand zum Bildrand, gefaellt mir persoenlich noch wesentlich besser, rein aus aesthetischen Gruenden. Das ist eigentlich untertrieben, ich finde diesen Anblick fantastisch.

Was heisst
...muß ich im Sommer nochmal genauer nachschauen ...
?
Frueher aufstehen, sage ich nur! Mit dem Breiten- oder Laengengrad hat die Kulmination schliesslich nichts zu tun...

Carsten
 
Re: Ergänzung

Hallo Carsten,

das heißt: im letzten Sommer konnte ich noch nicht soooooo genau nachschauen, da ich das Miyauchi erst im Spätsommer gekauft habe. Und als ich den Kleinen endlich im Haus hatte, war ich in den paar klaren Spätsommernächten am liebsten im Schwan unterwegs. Vor meiner "Miyauchi-Zeit" habe ich entweder freihand mit 7x42 und 10x50 nach oben geguckt oder ich habe mir mit einem 15x50 und 15x63 den Hals verrenkt. Das sollte für immer der Vergangenheit angehören und so habe ich erstmal die letzten 20 Jahre unbequemen Beobachtens in und um Cyg mit dem Miyauchi aufgearbeitet <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />.

Und das Aufarbeiten wird seine Zeit brauchen. Da vermutlich auch dieses Jahr der Sommer kommt und mit ihm M8, M20 und M21 über den Horizont krauchen, werde ich mir die Region sicher intensiv im Miyauchi einverleiben.
Mit dem Breiten- oder Laengengrad hat die Kulmination schliesslich nichts zu tun...
Die Kulmination wohl nicht, kulminieren werden M8, M20 und M21 wohl auch an anderen Orten. Nur schafft es hierzulande der Trifidnebel gerademal 16 Grad über den Horizont und in diesen Höhen ist die Durchsicht selten sooooooo gut. Ist das in Malaysia auch so? Oder hast Du da evtl. leichte Vorteile bezüglich der Kulminationshöhe? Oder liegt Malaysia in Deutschland und ich verwechsle da was? Heute früh hast Du geschrieben:
heute morgen im Liegestuhl die gesamte Region zwischen Mu und Zeta Sco in einem Gesichtsfeld, mit NGC 6242, Tr 24, NGC 6231... oder M8, M20, M21 ...
Wenn ich den Schützen oder den Skorpion beobachte, dann liege ich sehr selten. Im Sitzen geht das besser <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ...

Frank.
 
Re: Ergänzung

Frank,

eigentlich hatte ich nur gemeint, dass Du (anstatt auf den Sommer zu warten) doch einfach um 4 Uhr aufstehen koenntest - dann stehen Sco und Sgr naemlich gerade am hoechsten. Habe mich wohl undeutlich ausgedrueckt...

Geradsichtige Fernglaeser auf dem Stativ, das ist tatsaechlich keine wahre Freude, besonders in Zenitnaehe.

Uebrigens, nur kein Neid - die Transparenz ist wegen der hohen Luftfeuchtigkeit meistens mies, und die Lichtverschmutzung ist enorm. Cygnus bleibt mir daher von hier aus versperrt - aber ich konzentriere mich sowieso auf die suedlichen Objekte, denn schliesslich bleiben wir nicht fuer immer hier, und Cygnus kann ich dann ja von den noerdlichen Breitengraden wieder beobachten.

Mal sehen, ob das Wetter am Wochenende gut genug ist fuer einen Neumond-Trip aufs Land.

Carsten
 
Re: Ergänzung

Hallo Carsten,

da sind wir uns ja fast wieder einig: ich habe in Horizontnähe keine vernünftige Durchsicht und Dir hilft der hoch über dem Horizont stehende Schütze auch nicht immer weiter <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />.

> Geradsichtige Fernglaeser auf dem Stativ, das ist tatsaechlich keine wahre Freude, besonders in Zenitnaehe.

Und an dem Punkt sind wir uns vollkommen einig <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />. Es geht doch nichts über entspanntes Beobachten, wenn man bequem sitzen und die Sommermilchstraße abgrasen kann. Jetzt trennen uns nur noch die Ferngläser, so ein Highlander wäre schon nach meinem Geschmack. Auf der anderen Seite möchte ich das kleine Miyauchi nicht missen. Es sind zwar nur 60mm Öffnung, dafür bin ich schneller und wohl auch öfter mal im Gelände ...

Frank.
 
Re: Ergänzung

Frank,

das Miyauchi ist sicher ein tolles Geraet, und ganz sicher wesentlich mobiler als das Kowa - letzteres wiegt mit entsprechendem Stativ ueber 10 kg.

Ich beobachte allerdings lieber im Stehen - sitze in der Firma zu viel... Das Stativ fuers Kowa ist hoch genug, dass ich selbst bei Zenitbeobachtungen voellig aufrecht stehen kann. Auch sehr komfortabel, zumindest nach meinem Geschmack...

Am Teleskop sitze ich dann allerdings lieber.

Gruss,
Carsten
 
Hallo Carsten,

schön, daß Du mit Deinem Leica so zufrieden bist. Mir gefallen die Leica-Ferngläser insgesamt besser als die von Zeiss und ich wundere mich ein bisschen über die anscheinend höhere Wertschätzung der Zeiss-Gläser in diesem Forum. Ich will damit nicht die Zeiss-Befürworter kritisieren, aber nachdem ich im Laufe der Jahre intensiv mit Zeiss, Leica und Swarovski zu tun hatte, liegen in meiner Wertung die Zeiss-FL-Ferngläser nicht vor den Typen der anderen beiden Hersteller.

Es wird immer wieder die etwas höhere Helligkeit der neuen Zeiss-FL-Gläser herausgehoben (die auch tatsächlich in manchen Lichtsituationen zu sehen ist), aber die mechanischen und haptischen Eigenschaften sprechen in meinem Fazit eher für Leica oder Swarovski.

Mechanisch:
- beim Tubus bevorzuge ich Leichtmetall gegenüber der Spezial-Kunststoff-Variante von Zeiss (bin da vielleicht etwas konservativ)
- die Dioptrien-Verstellung beim Zeiss gefällt mir gar nicht, verstellt sich manchmal versehentlich von selbst, wirkt billig
- die Augenmuscheln beim Zeiss drehen sich bei etwas festerem Abstützen leicht wieder rein

Haptisch:
- das Material der Armierung beim Zeiss finde ich unangenehm
- die Okularabdeckung bei den Leica-Ultravids gefällt mir persönlich besser als die von Zeiss und Swarovski

Optisch möchte ich zum Zeiss FL 7*42 anmerken, daß das grosse Gesichtsfeld aufgrund der geringen Randschärfe etwas "gemogelt" erscheint, jedenfalls sind Sterne erstaunlich weit vom Rand entfernt schon verformt. Das 7*42 Ultravid hat zwar ein etwas kleineres Gesichtsfeld, aber der Bereich, in dem Sterne punktförmig erscheinen, ist etwa gleich gross wie beim Zeiss. Durch die 7*42 von Swarovski habe ich noch nicht durchgeschaut.

Die von manchen Beobachtern angeführten geringeren Farbsäume bei den Zeiss-FL-Gläsern will ich nicht wirklich bezweifeln, aber ich habe diesbezüglich auch bei den Leica- und Swarovski-Gläsern nie etwas auszusetzen gehabt und auch keinen wirklichen Unterschied bemerkt. Bei Gläsern anderer Marken habe ich aber oft Farbsäume gesehen, auch bei den ebenfalls optisch sehr hoch eingewerteten Fujinon-Ferngläsern (was mich aber nicht davon abhält, das Fujinon 16*70 als ein tolles Glas zu bezeichnen).

Um nochmal auf die etwas höhere Helligkeit der FL-Reihe gegenüber den Mitbewerbern zurückzukommen, ein Vergleich:
Bei meinem Auto ist es mir ziemlich egal, ob es 210 oder 220 km/h Höchstgeschwindigkeit hat, aber es soll wenig Pannen-anfällig sein und sich gut fahren.

Insgesamt sind mir persönlich die Leica Trinovid und Ultravid Ferngläser lieber als die derzeitigen Zeiss FL's. Daß sie extrem robust sind, hat sich für mich mehrmals bewiesen, ich habe jedoch zum Vergleich noch kein Zeiss FL runtergeschmissen (bin aber mit einem alten Zeiss Dialyt versehentlich Baden gegangen, was es trotz nicht vorhandener Wasserdichtigkeit dennoch ohne Schaden weggesteckt hat).

Schönen Gruss und weiter viel Freude mit Deinem Fernglas,
Michael
 
Hallo,

eigentlich ein Standard"knackpunkt": die 30er sind zu klein, aber halt schön leicht und bringen von den Spitzen-
produzenten soviel wie ein "normales" 40er, allerdings halt auch wesentlich weniger als ein 40er vom Tophersteller.
Damit bezahlt man das 30er teuer aber sehr zurecht für das geringe Gewicht, große Gesichtsfeld usw. und hat einen
echten Vorteil.
Beim 40er kann man dagegen evtl. ein fast gleich schweres und viel billigeres "Billig" 50er oder 60er genauso mitnehmen
(nach meiner Erfahrung ist alles über 600g sowieso zu schwer für die Rocktasche, da kommt's dann auf 500g
gar nicht mehr so an)

Gruß
 
Michael,

heute ist bei meinem Leica der Riemen an einem Objektivdeckel abgerissen - ohne irgendwelche Gewalteinwirkung. Hatte ich fast schon erwartet - der Anschluss sieht ja praktisch wie eine Sollbruchstelle aus . Dennoch eine herbe Enttaeuschung.
Mal sehen, was mein Haendler morgen dazu zu sagen hat - ich hole den Stativadapter ab.

Carsten
 
> und ich wundere mich ein bisschen über die anscheinend höhere Wertschätzung der Zeiss-Gläser in diesem Forum.

Hallo Michael,

darüber wundere ich mich auch <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />. Was die Leute nur daran finden? Ich habe mich übrigens von Zeiss zum Kauf eines 10x32 FL verleiten lassen, und das, obwohl ich das Ultravid schon zuhause hatte. Selbst schuld würde ich sagen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />. Es gibt in dem konkreten Fall aber ein paar Gründe abseits vom blauen Logo, die für das Zeiss sprechen:

+ großer Überhub (-7dpt), das Leica konnte ich ohne Brille nicht mehr auf unendlich fokussieren
+ präzise, sanft und ruckfrei laufender Mitteltrieb
+ für mich ist das FL griffiger und ich kann es erstaunlich ruhig halten.

Daß sich die Dioptrienkorrektur von allein verstellt, habe ich noch nicht beobachtet (das FL habe ich nicht für die Schrankwand gekauft, genutzt wird es also auch <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />). Was stimmt, das ist der etwas billige Eindruck, den man von der Dioptrienkorrektur bekommt. Beim Ultravid rastet die Mechanik etwas fester ein. Die Gummierung des FL finde ich von der Konsistenz übrigens genauso häßlich wie die vom Ultravid. Beide Gummierungen sammeln mit Vorliebe Staub und der haftet auf der Oberfläche besonders gut. Daß es deutlich besser geht, beweisen Nikon oder Fujinon schon seit langem. Für Leica oder Zeiss kann ich in dem Punkt keinen Vorteil sehen.

Ein Punkt, der aus meiner Sicht wirklich für ein Leica Glas spricht, ist die Verwendung "konservativer" Werkstoffe. Ein Ultravid und hier insbesondere die zwei 42mm BL Ferngläser wirken äußerlich solide und gediegen. Leider relativiert sich der Eindruck durch die etwas holprige Fokussierung. Ich habe bis jetzt noch kein Ultravid erlebt, wo der Mitteltrieb so sanft und ruckfrei läuft wie bei meinem 10x32 FL. In einem anderen Forum habe ich gelesen, daß sich das Problem nach ein paar Monaten gibt. Hätte ich gewußt, daß ich das 10x32 Ultravid erstmal einfahren muß <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />, dann hätte ich mir vielleicht eins mit größerem Überhub bestellt. Aber welcher Kunde weiß das, wenn er im Fotoladen die Qual der Wahl hat? Daß ich mit dem Problem nicht allein auf weiter Flur stand, das weiß ich von Bekannten und aus anderen Foren.

Wie die sprichwörtliche Leica Präzision aussehen kann, das sehe ich an meinem alten 8x40 Trinovid. Im dazu gehörigen Prospekt von Leitz (auch eine Firma mit Tradition in Präzision <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />) kann man übrigens Interessantes lesen. Sinngemäß steht da: "... Drehen Sie an den Einstellknöpfen und geniessen Sie, wie weich und spielfrei sie dem geringsten Fingerdruck folgen ...". Beim Leica Ultravid gelingt mir das nicht so recht, beim alten Trinovid klappt das ...

Frank.
 
Hallo Frank,

bezüglich des Dioptrien-Überhubs muss ich Dir zustimmen, der ist bei den Leica Ultravids nicht sehr gross, was ich in einem früheren Thread für das 8*32 Ultravid schon mal angemerkt habe. Das war für meine Augen aber bisher kein Thema, und deswegen habe ich diesen Punkt wohl auch vergessen.

Was den Unterschied im ruckfreien Bedienen des Mitteltriebs betrifft, kann ich Dir nicht ohne Weiteres zustimmen: ich hatte bisher nur ein Leica Ultravid in der Hand, das sich beim Scharfstellen etwas "unrund" anfühlte (1 von 5 probierten Gläsern). Von vier getesteten Zeiss FL's war bei zweien der Mitteltrieb ok, bei einem war er deutlich zu streng und bei einem vierten war er, ich kann es nicht besser nennen, schwammig (zuviel Fett?). Das heisst, auch bei den Top-Marken kann man kleine Fertigungs-Schwankungen immer wieder mal feststellen. Bei Swarovski-Gläsern (3 SLC und 2 EL) ist mir da noch nie etwas unangenehm aufgefallen. Für eine aussagefähige Statistik reichen diese Zahlen natürlich nicht, und ausserdem waren die Gläser unterschiedlich viel benutzt.

Die Griffigkeit: naja, da ist mir jedes dieser Gläser lieber als die nach meinem Geschmack etwas klobigen Fujinons (ich meine die 50er - die 70er sind natürlich riesengross), was halt ein kleiner Nachteil der Porro-Bauweise ist, aber das ist wohl sehr von den Vorlieben des Benutzers abhängig.

Bei der selbständigen Verstellung des Dioptrien-Ausgleichs muss ich wohl etwas präziser sein: der grosse Mitteltrieb der Zeiss-Gläser wird sehr leicht versehentlich nach oben gezogen, wodurch dann beim darauf folgenden Einstellen statt der Schärfe der Dioptrienausgleich verändert wird. Also dann wieder die etwas schwierig zu erkennende Dioptrien-Marke suchen und den gemerkten Wert einstellen. Dann kann es wieder mit dem Beobachten weiter gehen. Vielleicht stelle ich mich ja nur manchmal etwas ungeschickt an. :-)

Es ist mir klar, daß bei den relativ subtilen Unterschieden zwischen den Topmarken viele Benutzer die Zeiss-Gläser vorziehen, mich verwunderte nur die doch starke Zeiss-Affinität in diesem Forum, weil sie meiner Gesamtbewertung nicht so ganz entspricht. Und eigentlich hätte ich als alter (sehr zufriedener) Zeiss Dialyt-Beobachter doch eher Zeiss-lastig sein müssen, aber irgendwie ist es während der Ära der Victory-Gläser dann doch anders gekommen ;-)

Schönen Gruss,
Michael
 
Fokussiergängigkeit und Überhub

Guten Morgen, Frank,

ohne daß ich Deine Erfahrung bezweifeln möchte, kann ich aus meiner Erfahrung mit Leitz- bzw. Leica-Ferngläsern bezüglich der Fokussierung nur Positives sagen. Ich besaß nacheinander drei Generationen des Trinovids 8x20, ein Trinovid 8x32 B (mit Uppeldahl-Dachkantprismen), ein Trinovid 10x32 BA, ein Ultravid 10x42 BR, ein Ultravid 12x50 BR, und jetzt habe ich ein Duovid 8x42/12x42 (neben einem Trinovid 8x20 BC Titan): Alle ohne Ausnahme hatten eine sanft und präzise laufende Fokussierwalze, nichts klemmt, ruckelte oder war schwammig. Ich kann daher nicht glauben, daß eine unrund oder sonstwie mangelhaft laufende Fkussierwalze typisch für Leica wäre (gleich, ob generell oder nur im Vergleich zu Zeiss).

Und zum Überhub meiner bisherigen Leitz-/Leica-Gläser kann ich insofern ebenfalls nur Positives sagen, als für meine Kurzsichtigkeit von links -5,00 dpt mit -0,50 dpt Zylinder und rechts -5,25 dpt mit -0,75 Zylinder, also summa summarum fast 6 dpt, der Überhub bis auf eine Ausnahme (Ultravid 10x42 BR) immer für ein scharfes Bild auf unendlich gereicht hat. Beim Ultravid 10x42, mit dem ich nicht ganz auf diese Einstellung kam, hat Leica ohne Murren innerhalb kurzer Zeit (ich weiß es nicht mehr genau, aber es war wohl innerhalb zweier Wochen) die Einstellung entsprechend geändert, so daß ich nun mit einer minimalen Einbuße von vielleicht 10 cm im Nahbereich auch hier locker bis auf unendlich ohne Brille einstellen konnte. Man muß halt, wenn der Händler kein Exemplar hat, dessen Überhub für den betreffenden kurzsichtigen Käufer ausreicht, sich die kleine Mühe machen, das Fernglas an Leica zur Nachjustierung einzuschicken (was auch der Händler machen kann).

Das Gegenteil mangelnden Überhubs habe ich bei meinem Canon 12x36 IS II erlebt: Hier nutze ich von dem gebotenen Überhub maximal 1/3 aus, um auf unendlich ein scharfes Bild zu bekommen, so daß ich vermute, daß der Überhub auf mindestens -15 dpt ausgelegt ist. Das ist sicher viel zuviel, denn wer so extrem kurzsichtig ist, wird nie und nimmer ohne Brille ein Fernglas benutzen. Als Folge dieses überdimensionierten Überhubs bot mein Canon 12x36 IS II eine Nahgrenze von 8,10 m (von mir exakt nachgemessen), also noch deutlich über dem von Canon in den Begleitpapieren genannten 6 m oder 7 m* und für viele meiner Anwendungen leider ein KO-Kriterium für dieses Fernglas. Canon Deutschland und Canon Europa haben wohl gute Gründe, auf ihren Internetseiten die Nahgrenze in den technischen Daten schamhaft zu verschweigen. Ich habe darum vor fast zwei Wochen versucht, bei Canon deswegen anzurufen, doch unter der von Canon angegebenen normalen Rufnummer meldete sich bei mehreren Versuchen niemand, als würde diese Firma gar nicht existieren. Wenn man die Canon-Kundendienstnummer anruft, bekommt man zur Antwort, daß man das Fernglas an eine Vertragswerkstatt, in meinem Falle an die Firma GIMA bei München, einschicken soll. Und wenn man dort anruft, erfährt man, daß diese Firma das Fernglas nicht reparieren kann, sondern an Canon weitergibt. Also habe ich es dann doch gleich direkt an Canon eingeschickt, bis heute aber noch nicht einmal eine Eingangsbestätigung erhalten. Ob, wann und auf welche Dioptrienzahl der Überhub korrigiert und welche Nahgrenze dann erreicht wird, weiß ich darum jetzt noch nicht.

Nach diesen Erfahrungen kann ich den Kundendienst von Leica nur loben und allen Interessenten an einem Leica-Fernglas Mut machen, diesen Kundendienst auch in Anspruch zu nehmen, wenn sie sich ein Trinovid, Ultravid oder Duovid kaufen möchten, aber wegen nicht ausreichenden Überhubs bisher zögern oder auf eine andere Marke ausweichen zu müssen glauben.

Walter E. Schön

* Ich habe den in den technischen Daten der Bedienungsanleitung angegebenen Wert nicht im Kopf und kann leider nicht nachschauen, weil ich das Fernglas in der OVP mit allen Unterlagen eingeschickt habe, also auch mit der zugehörigen Bedienungsanleitung.
 
Edelmacken

> Das heisst, auch bei den Top-Marken kann man kleine Fertigungs-Schwankungen immer wieder mal feststellen.

Hallo Michael,

wenn man genau genug hinschaut, dann kann man bei manchem Edelglas ein paar Macken finden. Das klappt bei Zeiss genauso gut wie bei Leica <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />. Dazu braucht man manchmal nur mit einer Taschenlampe in den Tubus zu leuchten. Unterm Strich zählt aber der Blick durchs Fernglas und nicht der Blick ins Fernglas. Daß es bei Zeiss Schwankungen in der Gängigkeit des Mitteltriebs gibt, will ich gar nicht bezweifeln. Allerdings hatte ich bei den Ultravid's schon fast das Gefühl, der etwas "holprige" Mitteltrieb ist keine Seltenheit. Das alte Leitz ist in dem Punkt eine Klasse für sich und es zeigt mir, daß es auch anders geht (ging).

> Für eine aussagefähige Statistik reichen diese Zahlen natürlich nicht, ...

Also für meine persönliche Statistik reichen die probierten Gläser vollkommen. Ich habe ein 10x32 FL ausprobiert und das war so gut, daß ich es mitgenommen habe <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />. Ansonsten hast Du natürlich recht, was wir hier im Forum schreiben, sind persönliche Eindrücke von den probierten Gläsern und nichts weiter.

> der grosse Mitteltrieb der Zeiss-Gläser wird sehr leicht versehentlich nach oben gezogen, wodurch dann beim darauf folgenden Einstellen statt der Schärfe der Dioptrienausgleich verändert wird.

Da muß ich nochmal aus der Praxis widersprechen. Ich kenne mein 10x32 inzwischen ganz gut und um die Dioptrienkorrektur "versehentlich" zu verstellen, muß ich das Fokussierrad schon ziemlich weit nach oben ziehen. Es ist richtig, daß das Fokussierrad inkl. Dioptrienkorrektur einen etwas klapprigen Eindruck macht. Nach dem Einschieben könnte die Mechanik ruhig etwas fester einrasten und bei einem Glas dieser Preisklasse sollte Zeiss an dem Punkt was verbessern. Aber wie bereits geschrieben, zum versehentlichen Verstellen reicht die "Klapprigkeit" nicht (zumindest nicht bei meinem Exemplar). Oder drücken wir es anders aus (ich will ja nicht in den Verdacht kommen, Zeiss-lastig zu sein <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />): die Dioptrienkorrektur beim Zeiss FL ist ein Schwachpunkt. Hat man den Schwachpunkt erkannt und kann damit umgehen, dann ist er kein großes Problem.

> mich verwunderte nur die doch starke Zeiss-Affinität in diesem Forum, ...

Wie kommst Du eigentlich darauf? Das Forum ist doch ziemlich durchwachsen und Du findest hier Anhänger von Zeiss genauso wie Freunde von Leica, Nikon oder Swarovski. Wenn Swarovski nicht so oft vertreten ist, dann könnte das z.T. auch an den Preisen liegen (vermute ich zumindest). Vielleicht kaufen deutsche Fernglasfreaks auch lieber Zeiss oder Leica und deutsche Fotofreaks lieber Nikon und Canon? Etwas seltsam ist es schon, daß Swarovski Gläser nicht so häufig ein Thema sind wie Gläser der anderen drei Edelmarken.

Frank.
 
Re: Fokussiergängigkeit und Überhub

> Ich kann daher nicht glauben, daß eine unrund oder sonstwie mangelhaft laufende Fokussierwalze typisch für Leica wäre

Hallo Walter,

das will ich auch nicht behaupten! Ich habe die unrunde Fokussierung bei insgesamt 5 Gläsern dieser Serie mehr oder weniger stark ausgeprägt beobachtet. Daraus auf die komplette Ultravid Serie zu schliessen, wäre Unsinn. Daß es Probleme mit der Gängigkeit des Mitteltriebs gab, ist nicht aus der Luft gegriffen. Du hast sicher auch den Beitrag dazu in Werner Jülich's Forum gelesen. Wenn es Klagen gibt, habe ich keinen Zweifel, daß die Leute bei Leica sich darum kümmern. Vielleicht stammen meine Erfahrungen von Ferngläsern, die sehr früh produziert wurden und bei aktuellen Modellen ist das möglicherweise kein Thema.

Trotzdem verstehe ich nicht, warum Leica beim Überhub heute so sparsam ist. Die alten Leitz Gläser waren in dem Punkt großzügiger ausgestattet, hatten aber nicht die Naheinstellung der modernen Gläser. Ist das heute ein Zugeständnis an eine möglichst kompakte Bauweise? Zeiss kombiniert ja auch einen recht großen Überhub mit einer sehr guten Naheinstellung und soviel größer erscheint mir das 10x32 FL nicht. Beim 10x32 Ultravid konnte ich gerade so am Sternhimmel auf unendlich fokussieren. Dabei hatte ich allerdings den Eindruck, daß die linke Seite nicht mehr richtig scharf ist während ich rechts mit der Dioptrienkorrektur etwas nachhelfen konnte.

Es ist ja schön, daß man bei Leica den Überhub ändern kann. Nur habe ich meine Zweifel, ob jeder Fotohändler darüber informiert ist. Steht man als normaler Kunde im Fotoladen und kann man ein Leica ohne Brille nicht mehr scharfstellen, dann greift man möglicherweise zur Konkurrenz, falls man auf die Beobachtung mit und ohne Brille wert legt. Leica schickt in so einem Fall potentielle Kundschaft zur Konkurrenz <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ...

Frank.
 
Re: Fokussiergängigkeit und Überhub

Daß es Probleme mit der Gängigkeit des Mitteltriebs gab, ist nicht aus der Luft gegriffen. Du hast sicher auch den Beitrag dazu in Werner Jülich's Forum gelesen.

Und das sind genau die Gedanken, die mir als potentiellem Leica-Neukunden den Weg zum Produkt verleidet haben. Als Normalverdiener und Familienpapa habe ich lange Zeit auf ein vernünftiges Glas gespart, ein Fehlkauf auf Grund des Kaufmannes´Rotstift (waren die mechanischen Komponenten woanders halt ein paar Prozent billiger ?) kann und will ich mir nicht erlauben. Sollte ich nun trotz der mir in mehreren Foren begeneten Aussagen über mechanische Probleme zum Leica greifen ? Es hinterher als Neugerät erstmal mit nachsichtigem Lächeln an den Hersteller schicken mit der Bitte um Nachbesserung (die allerdings bei dem Kollegen aus dem Nachbarforum NICHT erfolgt ist) ? Oder gar - wie in besagtem Posting im Jülich Forum geschehen - mit dem Einsenden erst mal warten, bis bei Leica "wieder Ruhe eingekehrt ist", da die Angestellten um ihre Arbeitsplätze fürchten müssen ? Ich finde es einfach zum Heulen, Leica und mangelhafte Feinmechanik - das paßt eigentlich überhaupt nicht zusammen ! Gerne hätte ich ja zum Ultravid gegriffen, aber unter diesen Umständen - nein danke. So ist es halt das Zeiss Victory FL geworden - an dem mich einzig mein eigenes Bewusstsein stört, daß ich ein Kunststoff-Gehäuse in den Händen halte. Was ich allerdings zugegebenermaßen sofort vergesse, wenn ich durch das Glas schaue... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />

Gruß,
Peter
 
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