Arp 320, Copelands Septett, mit dem NCT300

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DietSky

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Hallo!

Mit dieser Aufnahme möchte ich Euch die Galaxiengruppe Arp 320 vorstellen. Sie ist auch unter der Bezeichnung HCG 57 (Hickson Compact Group 57) katalogisiert und beinhaltet die Objekte NGC 3745, 3746, 3748, 3750, 3751, 3753 und 3754. Sie befindet sich im Sternbild Löwe, die Entfernung beträgt etwa 400 Millionen Lichtjahre.

Nach meiner Recherche handelt es sich um die engste Galaxiengruppe am nördlichen Sternenhimmel und man erkennt deutlich die gravitative Wechselwirkung zwischen den Gruppenmitgliedern.

Ich weiß nicht, was mich bei der Auswahl dieses Motivs geritten hat, denn als die erste Luminanzaufnahme vom Teleskop hereinkam, sah ich nicht mehr als ein paar winzige Lichtflecken im Bereich der Bildmitte, trotz der Brennweite meines Systems von etwas über 2 Meter.

Von daher ist es auch nicht überraschend, dass es, z.B. auf Astrobin, kaum überzeugende Amateuraufnahmen davon zu sehen gibt.
Ich denke, mein Teleskop müsste hierfür in allen Dimensionen um den Faktor 3 größer sein, bei einem Seeing von 1 Bogensekunden oder besser.

Was mit einem solchen Teleskop geht, das kann man sehr gut am Bildergebnis des Capella-Teams mit einem 1m-ASA-Teleskop, bei 7 Metern Brennweite bewundern.

Link zur Aufnahme mit dem 1m-ASA

Ich werde mir wohl für das nächste Projekt wieder ein etwas größeres Target auswählen.

Ich bedanke mich für euer Interesse,

CS Dietmar


1. Gesamtes Feld in der Übersicht:

Arp320_LRGB_klein.jpg



2. 100%-Crop aus der Bildmitte:

Arp320_LRGB_Crop100.jpg



3. Gesamtes Feld etwas größer

Aufnahmedaten:

Instrument: 12" Newton-Cassegrain NCT300 (Eigenkonstruktion) im Primärfokus mit ASA-Korrektor bei f=2075mm
Aufnahmekamera: QHY268M @-10°C Sensortemperatur
Guiding: Lodestar Pro am OAG
Filter: Antlia Filtersatz L, R, G, B
Belichtungszeiten: L: 36x300s; RGB: je 12x240s
Gesamtbelichtungszeit: 5h24m
14.04./15.04.2026
 
Hallo Dietmar,

das Motiv war vielleicht masochistisch gewählt, aber das Ergebnis gibt dir recht.

Gerade bei solchen kleinen Objekten zeigt sich,
wie anspruchsvoll Astrofotografie wirklich werden kann.
Die gravitativen Wechselwirkungen sind in deiner Aufnahme sehr schön sichtbar,
besonders die verzerrten Strukturen und Haloanteile wirken erstaunlich plastisch.
Dazu kommt eine sehr angenehme Bearbeitung.

Man merkt, wie brutal klein diese Objekte selbst bei über 2 m Brennweite noch sind.
Umso beeindruckender, dass die Gruppe doch recht viele Details zeigt.

Der Vergleich mit dem 1m-ASA-Team ist natürlich etwas gemein,
gegen 7 m Brennweite und Top-Seeing sehen wir glaube ich alle aus
als würden wir durch den Boden einer Cola-Flasche beobachten ;)

Für mich ist das genau die Art von Aufnahme,
die astronomisch spannend ist und nicht nur „hübsch bunt“.
Sehr starke Arbeit!

Grüße und CS
Karsten
 
Hey Dietmar, versuch macht kluch-oder wie sagt man so schön? Ich finde der Versuch hat sich in jedem Fall gelohnt und das Ergebnis in Relation zum Equipment steht der Kapella Aufnahme in rein gar nichts nach! Tolles Ergebnis - danke fürs Zeigen!
Cs Ben
 
Hallo Dietmar
Wenn man mit dem eigenen Teleskop die Grenzen des machbaren herauskitzelt und dann noch ein so vorzeigbares Ergebnis erarbeitet ist das Gefühl doch ein ganz besonderes. Und da es ja offenbar nicht viele gute Aufnahmen davon im Netz gibt , macht es das umso wertvoller. ( meine Meinung )
By the way; Dein Bild zeigt mehr Details als die meisten von uns bei der Markarjanschen Kette hinbekommen!

CS Knut
 
Hallo Dietmar,
Großartig! Gut, dass Du das Bild vom ASA verlinkt hast. Denn diese Gruppe kannte ich noch nicht und so kann ich sehen, wie nah Du an das ASA-Bild herangekommen bist. Alein der Vergleich von Standort und Equipment hätte einen größeren Unterschied erwarten lassen. Aber Du hast ein hervorragendes Ergebnis erzielt.

Respekt,
Manfred
 
Hallo Dietmar,

ich finde nicht, dass du das nächste Mal wieder größere Ziele ins Visier nehmen müsstest.
Es ist spannend auch „neue“, nicht bereits 100 mal abgelichtete Objekte zu sehen. Gerade du mit deinem hoch optimierten System zeigst immer wieder was mit einem 12“ Teleskop und aktueller Kameratechnik machbar ist wie sonst kaum jemand. Ich finde das motivierend auch die Grenzen auszuloten, sei es in der Optimierung der Hardware oder Software. Die modernen CMOS Sensoren mit kleineren Pixeln, höherer QE und niedrigem Rauschen brachten einen enormen Gewinn und Software wie Pixinsight, Siril, … enthalten Bildverarbeitungsalgorithmen die den Profils vorbehalten waren, spektroskopische Farbkalibrierung, Deconvolution, Drizzle Integration, usw. die aus Datensätzen mit großer Blidanzahl wie sie durch CMOS Sensoren ermöglicht werden, alles an Information rekonstruieren. Amateure zeigen damit heute Aufnahmen die noch vor wenigen 10 Jahren zur absoluten Oberklasse der Profiastronomie gehörten.
Mit diesen Werkzeugen - deinen Werkzeugen - kann man so glaube ich, die Menge der erreichbaren Ziele getrost ausweiten.

Vor diesem Hintergrund finde ich, dass dein hier gezeigtes Bild ein tolles Beispiel ist. Ich finde es kann dem Vergleich mit dem 1m unter noch besserem Himmel sehr gut standhalten. Seeing und Auflösungsvermögen kann man nicht vergleichen aber wenn du an Belichtungszeit noch etwas mehr spendiert hättest um zumindest mit der Anzahl der gesammelten Photonen mit dem 1m gleichzuziehen wäre der Unterschied noch geringer.

In der Hoffnung ab und zu auch „kleinere“ Ziele mit deinem NCT300 aufgenommen zu sehen …

CS
Christof
 
Hallo Karsten, Ben, Knut, Manfred und Christof,

es freut mich sehr, das mein "Fliegendreck" auf dem Sensor eure Zustimmung findet. Dank auch an Diejenigen, die mir ein Like gegeben haben!

Man merkt, wie brutal klein diese Objekte selbst bei über 2 m Brennweite noch sind.
Umso beeindruckender, dass die Gruppe doch recht viele Details zeigt.

Der Vergleich mit dem 1m-ASA-Team ist natürlich etwas gemein,
gegen 7 m Brennweite und Top-Seeing sehen wir glaube ich alle aus
als würden wir durch den Boden einer Cola-Flasche beobachten ;)
... in Relation zum Equipment steht der Kapella Aufnahme in rein gar nichts nach! T
... so kann ich sehen, wie nah Du an das ASA-Bild herangekommen bist. Alein der Vergleich von Standort und Equipment hätte einen größeren Unterschied erwarten lassen.
Ich finde es kann dem Vergleich mit dem 1m unter noch besserem Himmel sehr gut standhalten. Seeing und Auflösungsvermögen kann man nicht vergleichen aber wenn du an Belichtungszeit noch etwas mehr spendiert hättest um zumindest mit der Anzahl der gesammelten Photonen mit dem 1m gleichzuziehen wäre der Unterschied noch geringer.
Danke, für euren fachkundigen Vergleich. Die Aufnahme mit dem 1m-ASA ist natürlich der Hammer und lässt mich ehrfürchtig werden. Natürlich kann man als "normaler" Amateur damit nicht mithalten, doch irgendwie hat mich diese interessante Galaxiengruppe fasziniert und ich wollte mal austesten, was mit meinem 12-Zöller machbar ist.

Leider war, wie bisher durchgängig in dieser Galaxiensaison, der Seeinggott nicht auf meiner Seite. In der gezeigten Aufnahme habe ich für den Luminanzstack einen FWHM-Wert von 2,2" gemessen. Ich wirklich guten Nächten hatte ich auch schon 1,5"-1,8", aber selbst da fehlt natürlich noch Einiges zu den 0,98" bei der Aufnahme des Capella-Teams.

Größere Targets machen natürlich etwa mehr Spass bei der Aufnahmeerstellung und der Bearbeitung, wenn man nicht auf jedes Zehntel beim Seeing achten muss und bei der Bildbearbeitung nicht ständig in der 100%- oder gar 200%-Ansicht unterwegs sein muss.

Wenn ich jetzt allerdings eure sehr positiven Bewertungen hier lese, könnte ich mir durchaus vorstellen, noch einmal an die Grenzen meines NCT300 zu gehen.

CS Dietmar
 
Hallo Dietmar,

da es gerade so schön passt lege ich EINEN drauf. ;)
Ich habe gerade einen Beitrag mit Arp 321 eingestellt. Es ist auch ein Winzling sogar für den AZ1000 mit Reducer bei 4,8m Brennweite.
Ich habe die Daten im Februar aufgenommen und konnte mich gut in deine Erzählungen in Sachen Bildbearbeitung an dem Winzling wieder finden.
Nach mehreren Bearbeitungsdurchläufen wollte ich es aber gut sein lassen und zeige nun das Ergebnis.

CS
Christof
 
Ich habe die Daten im Februar aufgenommen und konnte mich gut in deine Erzählungen in Sachen Bildbearbeitung an dem Winzling wieder finden.
Nach mehreren Bearbeitungsdurchläufen wollte ich es aber gut sein lassen und zeige nun das Ergebnis.
Hallo Christof,

ja, das ist schon sehr gewöhnungsbedürftig, solch kleine Fitzelchen zu bearbeiten.

CS Dietmar
 
Absolut irre, Dietmar, sehr beeindruckend, wie viel Detail da doch noch zu sehen ist. Im Übersichtsbild oben sind ja noch unzählige kleine Galaxien wie Flusen im Bild, total wundervoll. :love:

Antje
 
Im Übersichtsbild oben sind ja noch unzählige kleine Galaxien wie Flusen im Bild, total wundervoll. :love:
Hallo Antje,

das stimmt und man muss verdammt aufpassen, das sie bei der Trennung von Objekt- und Sternenlayer nicht abhanden kommen!
Übrigens, in der verlinkten, größeren Ansicht kann man die kleinen Fitzelchen noch etwas besser erkennen.

CS Dietmar
 
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