ASI2400MC-PRO mit Radian Triad Tri-Band Filter - SPCC

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Alter Grazer

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Hallo,

Ich bräuchte etwas Hilfe von den Experten. Welche sind die Einstellungen in PixInsight für die ASI2400MC-Pro und den Radian Triad Tri-Band Filter. Leider konnte ich bis auf die eher schwache und u.a. Grafik nichts Brauchbares zu dem Filter finden. Vielen Dank!

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Hallo Dieter,

ich nutze zwar kein PI und auch keine 2400MC, aber ein Hinweis aus eigener Erfahrung mit Tribandfiltern an einer 294MC:
Tri (und Quad)-Bandfilter halte ich bei Bayerkameras für sinnfrei - warum:
Du hast Ha, welches durch die roten Pixel erfasst wird.
Dann hast du OIII UND Hb, welche durch die blauen und (je nach Bayer-Farbstoff) die grünen Pixel erfasst werden - d.h. diese beiden Wellenlängen sind nicht differenzierbar.
Nun kommt hinzu, dass Ha und Hb identische Strukturen abbilden -> im Ergebnis wird das wichtige (und oft deutlich schwächere) OIII-Signal (je nach Objekt) vom Hb überlagert, welches wiederum mit Ha identisch ist.
Deutlich(st) sinnvoller ist ein Duoband-Filter, welcher von 495nm...502nm die beiden OIII-Banden und bei 656nm Ha passieren lässt!


viel Erfolg - Ronald
 
Moin,

Und - da setze ich Ronalds Argumentation einfach mal fort - man muss sich den Bilderstellungsprozess vor Augen halten:

Wie Ronald richtig anmerkt, würde eine weitere Ausdifferenzierung nur Sinn machen, wenn ich diese aus dem Farbbild extrahieren kann - also ist ein möglichst trennscharfer Hy//OIII-Filter am ehesten von Nutzen.

Und da kommt aus meiner Sicht der zweite Aspekt - auch bei mono ziehe ich den Nutzen dieser Filter in starke Zweifel - denn auch wenn ich es schaffe, mit dem üblichen LRGBHaOIII(SII)-Set die Grundfarben und die wichtigsten Emissionslinien darzustellen, Hb geht dabei wieder unter. Das Problem wiederholt sich.

Allenfalls kostet es, wenn der OIII nicht eng genug ist, Detailschärfe. Und selbst wenn ich Hb ordentlich abtrennen könnte, außer für Falschfarbendarstellung, wo packe ich es hin? Auch in der Bildkomposition habe ich ja wieder das Problem, dass es farblich zu nahe bei OIII liegt. Zudem liegt die Hb-Emission notwendigerweise in den Bereichen, die auch Ha strahlen - das ist für die bildmäßige Darstellung m.E. sehr schwierig.

Man könnte (!) jetzt sagen, man nutzt den Tri- oder Quadbandfilter als "L" - um den Preis einer extremst verlängerten Belichtungszeit wegen des schmalen Durchlasses, der das Kontinuum frißt - um auch unter stark verseuchtem Himmel arbeiten zu können. In wie fern das einen echten Nutzen bringt, zumindestens unter halbwegs fotogeeignetem Himmel, erschließt sich mir nicht, dazu kommt der Preis dieser Teile. Und die nächste Frage, die sich dann anschließt, macht unter einem Himmel, der so verseucht ist, RGB noch Sinn und wie kriege ich dann, wenn ich nicht gleich auf Falschfarben gehe, die Balance hin.

LG
Jörg
 
Hallo Jög und Roland,
erstmal vielen Dank für Eure Beiträge. Ich lebe und fotografiere in Graz (Bortle 6). Der Hauptgrund mir diesen Filter zuzulegen war der Lichtverschmutzung entgegenzuhalten. Filter, Kamera und der Esprit 100 ED zusammen gelingt das meiner Meinung nach gut. Das Wetter lies bis jetzt nur einen einzigen Test zu.
Ich hatte 1 x 300 sec, Gain 0 und 1 x 300 sec, Gain 158. für den Stack-Prozess in PI brauchte ich aber 3 aufnahmen. Also habe ich die beiden einfach mal kopiert um zu weitermachen zu können.
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Nach dem WBPP habe ich das Bild mit meinem üblichen Workflow bearbeitet. Und heraus kam das hier u.a. Bild.

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Welche sind die Einstellungen in PixInsight für die ASI2400MC-Pro und den Radian Triad Tri-Band Filter.

Hallo,

hm, also eigentlich ist SPCC nicht sehr gut geeignet um Schmalbanddaten zu kalibrieren. Die Methode basiert eher auf RGB gefilterten Aufnahmen. Nichts desto trotz bietet SPCC ja diese Funktion an (auch wenn in der Anleitung eine andere Vorgehensweise empfohlen wird). Aber um deine Frage zu beantworten. Du setzt das Häkchen in SPCC für Narrowband und dem dan sich öffnenden Dialog gibst du die Bandbreite für Ha und OII ein. Laut dieser Seite sind es 3 nm. Allerdings bezweifle ich das, denn in deiner Grafik kann man ja in etwa den Durchlass ablesen und das schaut zumindest in OIII deutlich größer aus als 3nm. Vielleicht weiß jemand anderes noch was schlaues dazu zu sagen.

CS Frank
 
Hallo Frank,

In FIRST LIGHT OPTICS habe ich hier eine Tabelle gefunden die meines Erachtens Sinn macht. Ha wird hier mit 3 nm angegeben und OIII, Hb mit 18. Ich habe das mal eingegeben und finde es nicht so schlecht.

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Danke und CS
 
Das Diagramm zeigt aber schon deutlich, dass SPCC auch nichts „solides“ findet.
Ich habe übrigens den PI Hype um SPCC gegenüber PCC nicht verstanden.
Das PI Team ist streng wissenschaftlich und versucht jeden Fehler weiter zu vermindern.
Leider ist hier die Ausgangslage wissenschaftl. Daten zu erhalten viel schlechter als bei einer Monokamera mit 3nm NB Filtern.

Die überlappenden RGB Kanäle der MC machen es schwer jeden RGB Kanal nur mit einem Multiplikator zu versehen um die Sterne zu kalibrieren. (Beachte mal G und B im Bereich von 490nm)
Deshalb auch immer im PI-Terminal auf diese Faktoren achten.
Diese Kalibrierung mittels eines Faktors kann schnell offensichtlich aus dem Ruder laufen und die ggf gleich aktivierte Hintergrund–Neutralisierung mit der Addition vertuscht das Dilemma wieder.

Soll heißen: ich würde es bei den Ausgangs- Daten entspannt angehen und darauf achten, dass die Sterne etwas farbenfroh bleiben…
Probieren geht hier über studieren
Auch von „PCC ohne NB rumrechnen“ würde ich mal als Probelauf das Ergebnis ansehen.

Ein Kontroll-Blick auf die farbigen Sterne in Stellarium hilft zu prüfen, ob man richtig liegt oder wenn man sich nach SPCC über einen einzelnen fetten rosen Riesen im Bild wundert.

Zusammengefasst: Bei NB Bildern wird man tendenziell eher auf kräftige Farben zusteuern, als auf farbneutrale realistische Abbildungen

@Ronald
Ich sehe das auch so. Ggf macht es hier Sinn G und B auf Blau zu setzen (dh mehr Signal, weniger Rauschen) und mit den üblichen Bi-Color Tricks ein synthetisches Grün zu erzeugen
 
Zuletzt bearbeitet:
PCC kommt etwa auf die gleichen white balance factors von 1.0 / 0.8 / 0.8
;)
Wie ich schon sagte, es wird viel Wind um SPCC mit NB Filtern gemacht.
zu deinem Problem:
Es wird keine saubere wissenschaftl. Lösung geben, um mit nur zwei Faktoren deinen Triband Filter sauber auf RGB zu kalibrieren.

weitere Hinweise zu den Farben: siehe meinen letzten Post
 
Vielen Dank für die Analyse. Ich denke ich werde mit PCC weitermachen. Mit den "üblichen Bi-Color Tricks" ist wahrscheinlich diese oder ähnliche Vorgehensweisen gemeint.
Gruß aus Graz
 
Moin,

so in etwas...

Ich denke Du bist da mit Deinen Ansätzen ja durchaus auf einem guten Weg, was die Resultate angeht. Das Problem einer photometrisch "richtigen" Lösung, wie man die auch immer definieren will, wird immer schwierig bleiben, wenn man bedenkt, dass die "Lichtstimmung" in jedem Bild anders ist. Wir haben es ja nicht nur mit Sternen bekannter Spektraltypen zu tun sondern auch mit den ganzen Molekülwolken da draußen die die Sterne überlagern. Einen Weg zu einer mathematisch geschlossenen Lösung sehe ich da nicht. Der Weg über die "RGB"-Sterne ist ja ein oft verfolgter Ansatz um zumindestens den Sternen zu einem realistischen Bild zu verhelfen, aber man wird immer die Probleme haben, die Schmalbandanteile dazu passend einzurichten, es sei denn wir haben irgendwann eine "Nebeldatenbank" mit den Spektraldaten der Gasnebel, dann könnte man auch die photometrisch kalibrieren.

CS
Jörg
 
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