Asteroid 2018 RC -Ein Versuch

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Henning81

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Nachdem im täglichen Astronomie-Newsletter überraschend von einem Asteroiden berichtet wurde, der in der gestrigen Nacht vom 08. auf den 09. September 2018 sichtbar sein und am 09. nachmittags seinen erdnächsten Punkt durchkreuzen und damit in weniger als 2/3 der Erde-Mond-Distanz gelangen sollte, viel der Entschluss, mich näher mit der Möglichkeit der Beobachtung auseinanderzusetzen.

Folgende gleichwertige Knackpunkte gab es zu eroieren:

Wetter
Helligkeit des Asteroiden
Höhe über Horizont

Der Himmel sollte bedeckt sein, war aber tags immer wieder durch offene Himmelsausschnitte mit Hoffnung beschenkt.

So nah um Neumond herum hatte ich Hoffnung, das der Asteroid mit einer vorhergesagten Helligkeit von ca. 12mag als kleines Sternchen in meinem 8" Dobson sichtbar würde.

Gegen Mitternacht würde die Himmelsregion um den Wassermann grob im Süden stehen und somit am höchsten.
Ich müsste dennoch meinen Beobachtungsplatz etwas verschieben, weil dort Bäume den Blick auf diese niedrigen Regionen verdecken, normalerweise egal, weil so tief in der Horizontsuppe wenig zu holen ist.

Mittels der NASA-Website und Calsky, aber auch zur groben Orientierung Stellarium und ferner Meteoblue inkl. deren Astronomical Seeing Vorhersage, holte ich mir die nötigen Infos.
Aus einem invertierten, von mir für die entsprechende Zeit optimierten Kartenausschnitt aus Calsky und dem tollen Baader Microguide Okular in Stellarium in Verbindung mit meinen Teleskopdaten entstand mein Nachtprogramm.
Die Karte zeigte den Bahnverlauf von 21:30 Uhr bis 05:01 Uhr,
also war mehr als die mögliche Sichtungszeit abgedeckt.

In der Microguide-Ansicht suchte ich mir einen Asterismus, den ich am Himmel wiedererkennen würde und hatte nun bei Verwedung des Microguide am wirklichen Teleskop ein realistisch einschätzbares Bild, durch das in etwa 5-15min Dauer der Asteroid ziehen müsste.

Bei einem vormals beobachteten Asteroiden hatte ich all diese Hilfsmittel nicht bzw. nur sehr lückenhaft und furchte lange im entsprechenden Himmelsausschnitt herum, bis ich ihn tatsächlich anhand seiner Eigenbewegung gegen die Hintergrundsterne finden konnte. Hauptproblem hier war die schlechte Einschätzbarkeit des Gesichtsfeldes bei verschiedenen Vergrößerungen.

Die Microguide-Okularansicht (mit 96x) des Asterismus skizzierte ich mir als Hilfe neben die Karte, richtig gedreht, wie sie im Teleskop erscheinen würde.
Weiters zeichnete ich eine Skala parallel zum Bahnverlauf ein, so dass ich einschätzen konnte, wann der Asteroid wo zu erwarten sein dürfte.

Letztlich scheiterte die wirkliche Beobachtung am diesigen Himmel, der sich zunehmend zuzog.
Mars, auf ähnlicher Höhe über Horizont stehend, hatte einen diffusen Hof in einer ansonsten sternfreien Region.

Dennoch begleitete mich der 50m große Erdbesucher den Abend hindurch in Gedanken und es machte Spass, mir all die nötigen Daten zusammenzusuchen und eine Sichtung in greifbare Nähe zu bringen.

Für Tips und Anregungen bin ich als Anfänger wie immer dankbar.

CS,

Henning
 
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