Astigmatismus RC

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Hallo Stathis,
danke für dein Feedback!
Zunächst einmal: Die Neigung des Teleskops war in etwa 50° überm Horizont. Damit verbiegt sich der Spiegel ungleichmäßig. Das mit den Ovalen ist eine sehr wertvolle Information. Bist du dir da ganz sicher? Kann das jemand bestätigen? Hat jemand eine Quelle dafür?
Ich werde als nächstes einen Stern im Zenit anpeilen. Bin sehr gespannt!
Zum nominalen Backfokus: Den kenne ich nicht. Ich habe nur die nominale Brennweite, die offenbar nicht die richtige ist.
Ich könnte die Fangspiegelfokussierung nutzen, um die SA rauszubekommen. Gibt's da eine systematische Herangehensweise? Zur Zeit weiß ich nicht mal in welche Richtung ich gehen müsste. Ronchi habe ich leider keines.
Danke nochmal!!
Christof

PS: Wenn jemand mal im Pustertal in Südtirol ist, wäre ein Lokalaugenschein Gold wert. Würde mich natürlich erkenntlich zeigen!
 
ganz ehrlich, ich hätte das Teil schon längst eingeschickt, so eine bastelei, an einem Neugerät, nur um eine ordentliche Sternabbildung (nicht) zu bekommen.
 
Ich habe in Beitrag #24 geschrieben, wie die SA zunimmt, sprich in welche Richtung du den Abstand verstellen muss, damit sie abnimmt.
Dazu musst du verifizieren, ob es wirklich Überkorrektur ist, also was intra- und was extrafokal ist.

Was ist das für ein Teleskop, bei dem der nominale Backfokus nicht angegeben ist?
 
Eine Maßanfertigung eben ...
Ich schau mir #24 nochmal an und verstell den Fangspiegel dann entsprechend. Dan sehen wir, ob ich sie rauskriege. Danke.

Ich klink mich mal mit meiner Erfahrung mit nicht- und teilmaßgefertigten RCs ein. Wenn der Backfocus nicht angegeben ist, ist das seltsam, weil man ja darauf hin die Spiegel schleift. Das solltest Du also in Erfahrung bringen können. Das ist auch die beste Möglichkeit, den Spiegelabstand gut hinzubekommen: Kamera in den richtigen Backfocus, dann mit dem Sekundärspiegel scharfstellen. Wie oben schon beschrieben, ist das ganze durch den Faktor 8 zwischen Backfocusveränderung und Sekundärspiegelfokus gar nicht mal so empfindlich gegen kleine Abweichungen der Kameraposition. Wenn dann die sphärische Aberration geringer ist, wird's auch leichter, die anderen Aberrationen zu sehen. Evtl. löst sich dann auch schon eine Verspannung am Sekundäspiegel und es wird "alles besser".

Zum Video kann ich nur sagen, dass diese Art der Aberration in jedem Fall nicht nur durch Abweichung der Kollimation kommt - da ist ein Problem mit dem oder den Spiegeln - wahrscheinlich am Hautspiegel. Entweder Verspannung oder der Schliff stimmt nicht. Kannst Du den HS leicht drehen? Mach vorher eine Markierung - evtl. ist er so rotiert, dass er optimal zum Sekundärspiegel passt. Zusätzlich sitzt der Poisson-Punkt nahe am Fokus m. M. n. nicht in der Mitte des defokussierten Sterns - das deutet auf einen Fehler in der Kollimation hin.

Nach meiner Erfahrung mit der Kollimation von RC-Teleskopen (vor Allem, wenn man das noch nie gemacht hat): Fahr die 3h zum Hersteller. Du kannst da dutzende Stunden mit verbraten, und wenn wirklich was am Spiegel ist, brauchst Du ewig, bis Du Dir da ganz sicher bist.

Wenn Du auf eigene Faust rausfinden möchtest, was nicht stimmt (zumindest optisch): Es gibt von Skywave eine Software, die aus einem Foto eines defokussierten Sterns mittels KI eine Interferometrie ableitet. Die "light"-Version davon kann bei der Kollimation helfen (angegeben werden Koma, Astigmatismus und sphärische Aberration), das funktioniert ganz exzellent. Die Pro-Version (derzeit nur beta) kann eine komplette Interferometrie ersetzen, auch im gesamten Feld. Der Hersteller sitzt in Frankreich und ist gut per E-Mail ansprechbar.
 
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