Astro-Austattung für Schul-AG, 700€, brauche Hilfe

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WIlhelm_II

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Hallo Astronomen,

ich habe 700€ zur Verfügung, die ich meiner (ehemaligen) Schule (Gymnasium) irgendwie zukommen lassen darf. Da ich selbst so etwas gern gehabt hätte, hab ich an eine Einsteigerausrüstung für eine Art Astronomie-AG gedacht. Soll heißen, alles, was man als Astronomie-Einsteiger so braucht als kostenlose Leihgabe. Natürlich muss dann irgendeine volljährige Person für den Zustand der Materialien verantwortlich gemacht werden, das muss ich dann gucken...aber zur Ausrüstung:

was ich so angedacht hatte:

2 Sätze mit jeweils einem Teleskop mit Zubehör (Sonnenfilter oder so, hab da keine Ahnung), zwei guten(!) Büchern jeweils für Benutzung des Teleskops und Astronomie allgemein, und Sternenkarte, evtl noch mehr...

Da ich selbst leider keinerlei Erfahrung mit Teleskopen und Büchern zu Astronomie habe, hoffe ich auf zahlreiche Anregungen von eurer Seite. Falls ihr meint, dass man für 350€ nicht hochwertiges (300€ fürs Teleskop, 50 für die Bücher oder so) bekommt, kann man natürlich auch 600€ für das Teleskop und 100 für die Bücher ausgeben, allerdings wäre es schon schön, wenn zwei Leute gleichzeitig etwas davon haben könnten (ohne sich zu treffen, wobei ich das natürlicha auch anregen werde).

Nochmal im Überblick:

Komplettset für Astronomie-Einstieg
Budget: 2x350 / 1x700 €
Zielgruppe: Astronomie-Anfänger (16 Jahre könnte man als untere Altersgrenze festlegen...)
Ort: am Rande einer Großstadt wahrscheinlich, kann aber auch etwas auf dem Land sein oder in der Stadt (so ist zumindest das Einzugsgebiet der Schule)

Anforderungen ans Teleskop:
solide, robust, langlebig
einfach zu bedienen,am besten mit Lerneffekt oder so ;-)
trotzdem gut, und motivierend auf mehr...

Was meint ihr soll evtl noch (neben meinen Vorschlägen) in so ein Set rein? Und welche Produkte soll ich da kaufen...am liebsten wäre mir eine komplette Einkaufsliste ;-), wenn ihr noch fragen habt, werde ich sie so gut es geht beantworten..
 
Hallo,
soviel ich weiss, war in der DDR Astronomie Unterrichtsfach.
Jede Schule hatte ein Zeiss Schulteleskop, das war ein C63/840 Refraktor, ein sehr gutes Instrument.
Die gibt es aber nur noch auf dem Gebrauchtmarkt.
Ich würde Dir im Vorfeld erst mal zu einem Gespräch mit der Schulleitung und Lehrern raten. Was nützt denn eine Astroausrüstung wenn sie im Lehrmittelraum verstaubt oder ohne Sachverstand benützt wird.
Ich habe schon in manchem Lehrmittelraum kaputte Teile gesehen die nur noch auf den Hausmeister warten.

Das beste Teleskop ist eines das auch benützt wird. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

Gruß, Edi
 
Hallo,
Ich würde Dir im Vorfeld erst mal zu einem Gespräch mit der Schulleitung und Lehrern raten. Was nützt denn eine Astroausrüstung wenn sie im Lehrmittelraum verstaubt oder ohne Sachverstand benützt wird.
Ich habe schon in manchem Lehrmittelraum kaputte Teile gesehen die nur noch auf den Hausmeister warten.

Das beste Teleskop ist eines das auch benützt wird. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />
*zustimm*

Auf jeden Fall vorher schauen, ob ein Lehrer auch Interesse hat, sich für so etwas zu engagieren! Außerdem muss die Schulleitung dafür Stunden bereitstellen können - jede Schule bekommt ja nur eine bestimmte (inzwischen fast immer zu kleine) Menge Lehrerstunden zugewiesen.

Ich bin selber Lehrer, bei uns stehen eine Menge vermutlich nicht ganz billige Materialien ungenutzt rum, weil irgendjemand mal meinte, diese beschaffen zu müssen - und keiner will/kann sie verwenden. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/mad.gif" alt="" />

Grüße,

Paolo
 
Re: Astro-Austattung für Schul-AG, 700€, brauche H

naja, es ist so, dass wir diese 700€ irgendwie investieren müssen, ob sie nun einstauben oder nicht, ist eigentlich egal ;-). Ich hoffe, dass ich dann einen Physiklehrer/lehrerin finde, der dann die Schüler dazu anregt und das mit dem verleihen regelt...Musikinstrumente werden ja auch an der Schule verliehen, so ähnlich wollte ich das machen...ich denke da wird sich schon ein Interessent finden, und wenn es erst in zwei Jahren oder so sein sollte, ich fände es auch jeden Fall gut, wenn es so ein Angebot gibt. Ein Teleskop kauft man sich ja auch nicht mal eben so, wenn man nicht wirklich weiß, wie lange man dabei bleibt...da ist das Leihen doch eine gute Möglichkeit...

Gebrauchtmarkt wäre glaube ich zuviel Aufwand für micht, müsste ich mich in meiner Unkenntnis dann irgendwie von der Qualität des Teleskops überzeugen können...also neu wär schon besser...
 
Re: Astro-Austattung für Schul-AG, 700€, brauche H

@ Paolo ja in unserer Chemiesammlung gibts auch einige hochwertige Geräte, die kaum verwendet werden...aber ein Teleskop könnte man ja auch gut zu Hause verwenden und sich die Verwendung aus den beigelegten Büchern aneignen...die Lehrkraft müsste nur dafür sorgen, dass die Materialien in einem guten Zustand zurückgegeben werden und den Überblick behalten, wer was geliehen hat...so eine Art Leihvertrag wäre da wohl sinnvoll...
 
Re: Astro-Austattung für Schul-AG, 700€, brauche H

Hallo Wilhelm,

das ist eine sehr schöne Idee. Hätte ich mir als Schüler auch gewünscht. Also, es gibt bestimt mehrere Möglichkeiten. Ein Dobson (ein azimutal auf einer Holzbox montierter Newton-Spiegel) wäre mit sicherheit für das Geld machbar, auch zwei von der Sorte. Er wäre leicht zu transportieren, relativ robust und schnell einsatzbereit. Der Vorteil bei einem Dobson ist, dass das meiste Geld in die Teleskopoptik fließen kann, da die Holzmontierung sehr einfach gebaut und kostengünstig ist. Trotzdem sind die Rohre dabei stabil montiert. Soetwas gibt es im Angebot mit 200mm Öffnung schon für 250 EUR, schau mal hier:

http://www.astroshop.de/teleskope/skywatcher/dobson

Andere Händler machen Dir bestimmt auch tolle Angebote.

Die azimutale Montierung erlaubt ein Nachschubsen der Optik von Hand, wobei in beiden Achsen nachgeschubst werden muß, da die Optik eben azimutal und nicht äquatorial montiert ist.

Bezüglich des Lerneffektes fände ich ein Teleskop auf parallaktischer (äquatorialer) Montierung (parallaktisch deshalb, weil die Polachse des Fernrohres parallel zur Erdachse ausgerichtet wird)wesentlich sinnvoller, da die Fernrohre eingenordet werden müssen, man etwas zur Himmelsmechanik erklären kann usw.

Der Vorteil einer solchen Montierung ist, dass das Fernrohr nur über eine Achse nachgeführt werden kann. Dabei können Nachführmotoren installiert werden, welche eine automatische Nachführung der Erddrehung vornehmen und den Himmel scheinbar beim Blick durch das Okular anhalten. Der Vorteil ist somit, dass dann ein Objekt, wenn es erst einmal eingestellt ist, von mehreren Teilnehmern in Ruhe betrachtet werden kann. Auch wird dadurch der fotografische Einsatz eines Telekops mit Langzeitbelichtung erst ermöglicht.

Allerdings ist sowas etwas teurer, es sei denn, man geht mit der Teleskopöffnung eine Nummer zurück.

Dann gibt es noch Unterschiede bezüglich des optischen Systems. Es gibt Spiegelteleskope (klassischer Newton-Spiegel), Refraktoren (Linsenfernrohre) und kurzgebaute Systeme, welche überwiegend aus einer Kombination aus Linsen und Spiegeln bestehen. Die ersten beiden Systeme sind die klassischen Systeme und die sollten es für das Geld auch sein.

Toll wäre meiner Meinung nach ein Newton-Spiegel und ein FH-Refraktor (FH = Fraunhofer).

Mal schauen, was es da gibt:

Ein 150/750mm Newton auf äquatorialer Skyview-Montierung oder EQ3-Montierung ist im Bereich von ca. 350 EUR zu haben.
In der Regel gibt es auch zwei Okulare dazu.

Beim Refraktor wäre zum Beispiel ein TS 90/1000mm oder ein 102/1000mm von Celestron oder Skywatcher im Bereich von 350 EUR auf äquatorialer Skyview Montierung oder EQ3-Montierung machbar.

Motoren mit Steuerung wären dann allerdings bei beiden Geräten nicht dabei. Man kann aber auch zunächst von Hand kurbeln.

Oder man nimmt nur ein Fernrohr, z.B. einen 200/1000mm Newton-Spiegel z.B. von Skywatcher oder Celestron mit äqatorialer Montierung und Steuerung und ist dann bei ca. 700 EUR.

Möglichkeiten gibt es sicher viele und da ich kein Händler bin, solltes Du Dich als nächstes mal mit denen auseniandersetzen. Ich will hier keine Schleichwerbung machen. Aber schau z.B. auch mal hier nach Informationen zum Equipment und deren Preisen:

http://www.teleskop-service.de/

Da kann man auch mal gut anrufen.

Gruß,

Thomas
 
Re: Astro-Austattung für Schul-AG, 700€, brauche H

Ich habe mal eine Schul-AG geleitet. Zunächst hatten wir einen alten Quelle-Newton. Dann habe ich später meinem Astroverein einen 10" f/6 Gitterrohrnewton abgekauft, der dort in Ungnade gefallen war. Einer der Schüler hatte ein Berufspraktikum in einer Tischlerei gemacht, und unser Hausmeister war supernett und hat uns aus Schultischen (bestes Holz!) nach unseren Maßen ein paar passende Bretter zurechtgesaegt, aus denen wir dann eine Dobson-Montierung gebastelt haben.
Beobachtet haben wir dann auf einem Schulhof. Hierzu bastelten die Schüler die Stangenkonstruktion schnell zusammenm und trugen das Ding mit 2 Leuten raus. Damals war gerade Hale-Bopp, und wir haben auch viele handnachgefuehrte Hale-Bopp-Bilder gemacht und sogar selbst entwickelt. Zeit fuer Theorie blieb auch genug.

Ich denke, Astro ist eine sehr gute Möglichkeit, etwas naturwissenschaftliche und technische Grundbildung zu verbreiten. Es ist dabei gar nicht so entscheidend, WAS man als Instrument hat.


Hartwig
 
Re: Astro-Austattung für Schul-AG, 700€, brauche H

Hallo!

Was Bücher angeht, würde ich auf jeden Fall einen Satz drehbare Sternkarten empfehlen, damit kann man schon mal unheimlich viel machen. Außerdem eine starke Taschenlampe, um die Sternbilder zu zeigen.

Da eine Schul-AG/Grundkurs Astro sich wohl am ehesten Nachmittags tifft (so war's zu meiner Zeit jedenfalls - im Sommer wird's spät dunkel), würde ich einen Refraktor mit etwas längerer Brennweite auf parallaktischer Montierung (wo ist die Erdachse?) empfehlen - die keine Elektronik haben soll, sondern irgendeinen Handtrieb. Das wäre dann ein gutes Gerät für Sonne, Mond, Planeten und Doppelsterne, in Maßen auch für hellere Deep-Sky-Objekte. Ein Sonnenfilter aus Baader-Folie ist auch schnell und billig gebastelt.

Ob sich ein Deep-Sky-taugliches Gerät überhaupt lohnt, weiß ich nicht - die Lehrer müssen die Objekte ja auch selbst finden, bei Planeten ist das noch leicht. Für Deep-Sky dann lieber nach Möglichkeit auf einer Volkssternwarte vorbeischauen, falls es eine in der nähe gibt.

Beste Grüße,
Alex
 
Re: Astro-Austattung für Schul-AG, 700€, brauche H

Hallo Wilhelm,

ich würde das folgendermaßen machen:

1. 8"-f/6-Dobson (Preisleistung, Öffnung, Auflösung, riesiger Arbeitsbereich in Vergrößerung und Feld, mit f/6 eher schon okularunkritisch) mit Leuchtpunktpeiler

2. 114/900 oder 130/900-parabol auf geeigneter parallaktischer Montierung, einfacher Nachführmotor (Stromversorgung: Anfrage und Einbindung der Physik-Abteilung) mit Leuchtpunktpeiler

3. Okulare (etwa): 2"-30er BW (Übersicht), 32 Taiwan-Super-Pl (Übersicht für den kleineren parallaktischen mit nur 1,25"-OAZ), 20er Super, 15er SWM oder ähnlich, SWZoom, 2x-Barlow...

4. sonstiges Zubehör: 2 Blatt Sonnenfilterfolie

5. Informationsmaterial: unglaublich viel ist im Netz frei zu haben: Drehbare Sternkarte für Ausdruck, Sternatlanten (Mag7 oder 8,5 zum Ausdrucken von Toshimi Taki), Einführungstexte, Schemata, Anleitungen (Justage, Scheinern). Bei schlechtem Wetter kann die Recherche-Gruppe da mit einigen Hinweisen heute richtig loslegen!

6. Nach Sachspenden fragen, sowohl bei den Teilnehmern als auch bei örtlichen Händlern. Für letztere wäre das auch Product-Placement in Schülerzeitung, Schuljournal, Schulwebsite. Z. B. Rotes LED-Rücklicht, Klemmbrett, Alukoffer, Schwarzvelours, Kamerabody, Webcam usw. Die Physikabteilung unbedingt einbinden. Verschiedentlich können auch Dinge geliehen werden, meist z. B. ein ordentliches Stativ für Feldstecher und ähnliches.

7. Sponsoren anfragen (örtliche Sparkasse, Fördervereine, große Arbeitgeber...)

8. Bei Preisverhandlungen ebenfalls nach deutlichem Rabatt fragen wegen a) Paket mehrerer Artikel, b) öffentlichem Einsatz (eventuell ließe sich irgendwie die Mehrwertsteuer da sparen - mit der Schulverwaltung reden), c) Product-Placement in Schülerzeitung, Schuljournal, Schulwebsite. ("Seht her: dieses Equipment ist von X, das da von Y und wir haben alle damit so gute Beobachtungen und Freude..."). Schließlich noch vielleicht Berichtung über die ganze Entwicklung in VdS-Journal, Astronomie-Foren andenken.

Kurzum:

a) was kann "kostenlos" aus den eigenen Reihen als Sachspende beschafft werden. Vielleicht gibt es ja auch ungenutzte Okulare oder auch andere Dinge hier bei Forenmitgliedern, die zur Verfügung gestellt werden könnten. (Ich schaue selbst mal nach, einen 6x30 Sucher hätte ich auf jeden Fall über, vielleicht auch ein Kellner, mal sehen...)

b) was kann frei heruntergeladen und als Ausdruck verwendet werden. (Schult außerdem Recherche, eigenes Erarbeiten, Sichten, Zusammenstellen)

c) wo kann wie zusätzliches Finanzvolumen gewonnen werden
und
d) wie kann minimaler Preis erzielt werden.

Ich halte ein praxisnahe universelle Ausrüstung für visuelle Beobachtung für sinnvoll. Mit 2 Geräten sind Wartezeiten für die anderen geringer. Am Dobson wird die Alz/Az-Montierungsweise veranschaulicht, am parallaktischen Gerät kann schön die Himmelsmechanik klar gemacht werden. Ein oder zwei Feldstecher wären noch eine schöne Ergänzung, möglichst auf Stativ. Manches kann auch noch im Selbstbau gewerkelt werden, gerade in den häufig schlechten Wetterbedingungen hier in Mitteleuropa. Vom Sonnenfilterselbstbau ("sicher haltende Fassung") über Justierlaser-Selbstbau bis zum klassischen Dobson-Tuning. Eine Transportmöglichkeit unter dunkleren Himmel wäre eine schöne Sache, vielleicht gelingt hier die Zusammenarbeit mit lokalen Jugendarbeitsorganisationen, die haben häufig Kleinbusse für solche Zwecke. Bei dem heutigen Informationsangebot (WWW) und den heutigen niederpreisigen und doch leistungsfähigen Geräten (großer Markt, riesiges Sortiment) würde ich selbst auch noch gern mal ein paar Tage im Jugendalter sein und eine solche Astro-AG genießen können. Leider ist die Lichtverschmutzung heute ein schlimmes Problem.

Ich wünsche Dir alles Beste für Eure Astro-Abteilung,

und natürlich klare Himmel mit Top-Bedingungen,

Matthias.

PS: Wie kann ich Euch den Sucher zukommen lassen, falls Bedarf besteht? (PM bitte)

2. PS: Ergänzung: Örtliche Spechtler/Spechtelgruppe/Astronomievereinigung ansprechen und Kontakt vermitteln, eventuell haben die engagierte Kollegen, altes Material (z. B. Zeitschriften), Bibliothek etc.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Re: Astro-Austattung für Schul-AG, 700€, brauche H

Hallo Leute,

Matthias hat das schon sehr schön einen guten Weg aufgezeigt.
Ich meine, dass man den angedachten kleinen Newton auch durch ein Freihandfernglas
(z.B 8x40) und ein stativgestütztes 15x70 oder 20x80 ersetzen kann. Diese Teile sind zum
kennenlernen des Himmels und für Ereignisse wie MoFi, SoFi, Planetendruchgänge, überhaupt für Alles,
was leicht zu Finden und hell genug ist (offene Sternhaufen, Milchstraßenspaziergänge)
sehr gut geeignet und stellen die Sache auf eine breitere, mobilere Basis.

CS
*entfernt*
 
Re: Astro-Austattung für Schul-AG, 700€, brauche H

Hallo !

Ich würde einen parallaktisch montierten 150/750 Newton auf einer Astro 5 oder ADM empfehlen.

Begründung:
- Dobson finde ich für eine Schülergruppe nicht so gut. Eine parallaktische Montierung ist lehrreicher und das Objekt verschwindet nicht so schnell bei einem Beobachterwechsel
- Die gewählte Montierung ist ausreichen stabil, da braucht man keine Bedenken habe

- Das Gerät ist relativ universal einsatzbar.

- Das Budget reicht sicher auch noch für Zubehör wie sinnvolle Okularausstattung, einfache Steuerung, Bücher (Himmelsjahr, Karkoschka und drehbare Sternkarte reichen fürs erste, zur drehbaren gibt es übrigens virtuelle Alternativen, z.B. www.astoviewer.de)

Ein kritischer Punkt sind vielleicht die Okulare, weil bei einem Öffnungsverhältnis von f/5 (d.h.: Objektivdurchmesser/Brennweite=1/5) haben billige Okulare Probleme mit dem nicht mehr ganz so spitzen Strahlenkegel.
Aber zwei einigermaßenbrauchbare Okulare sind auf jeden Fall drinnen und wenn einmal Fakten geschaffen sind, das Fernrohr also gekauft ist und auch benutzt wird, kann man später ja durchaus aus dem Budget für die Physiksammlung die Okularausstattung verbessern und erweitern.


Einen Tipp habe ich noch. Marschiere einfach mal in die nächste Elternbeiratssitzung und/oder Förderverein, wenn es so etwas gibt, und stelle dort deine Idee vor. Ich wette, die werden vor lauter Begeisterung das Budget noch einmal kräftig aufstocken. (Ich spreche da aus eigener Erfahrung <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" /> )
 
Re: Astro-Austattung für Schul-AG, 700€, brauche H

Hallo Martin,

an Deinen Überlegungen ist auch was dran, nur eben die Okulare, die kritische Justierung und
auch so eine Monti ist nicht eben robust.
So ein 8" F/6 Dobson zeigt außerdem schon eine Menge mehr und der vorhandene Optimierungsbedarf
bietet sehr viele Möglichkeiten, sich lernend mit Optik und Mechanik auseinander zu setzen.
Das geht bis zum Selbstbau einer EQ-Plattform aus preiswerten Komponenten zur Behebung
des Nachführproblems.
Mechanik und Holzbearbeitung stehen doch sicher auch noch irgendwo im Lehrplan.

Alles steht und fällt eigentlich mit einer fachkundigen Person, die hinter der Sache steht.

CS
*entfernt*
 
Re: Astro-Austattung für Schul-AG, 700€, brauche H

Hallo Leute,
Erst einmal ein Dankeschön für eure zahlreichen Anregungen. Ich werde mich auf jeden Fall nochmal mit dem örtlichen Astronomieverein in Verbindung setzen, da ich leider keine fachkundige Person bin ;-). Eure Vorschläge muss ich jetzt erstmal durchlesen und verstehen ;-), über den weiteren Verlauf des Projekts werde ich euch hier informieren...
 
Re: Astro-Austattung für Schul-AG, 700€, brauche H

Hallo Martin,

rein didaktisch scheint es mir interessant, durch den Dobson überhaupt die Erfahrung vermitteln zu können, wie schnell sich doch der Himmel dreht. Es ist eben nicht immer richtig, alles problemlos vorgesetzt zu bekommen, meist bleibt sowas besser hängen, wenn man es sich selbst erarbeiten muß.

Clear Skies
Sven
 
Re: Astro-Austattung für Schul-AG, 700€, brauche H

Hallo Sven,

nun, dass mit der Erddrehgeschwindigkeit ließe sich auch mit einer nachgeführten parallaktischen Montierung demonstrieren. Ist nur eine Schalterstellung weit entfernt. Insgesamt ist ein parallaktisch montiertes Gerät mit Nachführung in größeren Gruppen generell besser zu nutzen, da das Objekt im Okular bleibt. Außerdem entspricht eine äquatoriale Montierung eher der Himmelsmechanik. Didaktisch falsch hingegen fände ich allerdings eine GoTo-Lösung. Das macht es nur dem Lehrer leicht (vorausgesetzt, er versteht die Kalibrierungsprozedur), bringt vom Lerneffekt allerdings gar nix. Aber soetwas läge eh außerhalb des vorhandenen Budgets.

gruß,

Thomas
 
Re: Astro-Austattung für Schul-AG, 700€, brauche H

Hallo Thomas,

naja, ich hatte anders gedacht. Ich meinte, wenn man mit Fingerspitzengefühl den Dobson einem Planeten nachwackeln muß, dann hat man einen direkten, ja körperlichen Bezug zur Erdrotation. Das Gefühl hat man bei einer parallaktischen ohne Antrieb nicht, auch wenn man die Erfahrung damit machen kann. So war das zu verstehen.

Clear Skies
Sven
 
Re: Astro-Austattung für Schul-AG, 700€, brauche H

Hallo Sven,

ach so. Ja, da geb ich Dir natürlich Recht. Erfolgreich herumdobsen bei Höchstvergrößerung und kleinen Gesichtsfeldern will wohl gelernt sein.

Ebenfalls Clear Skies,

Thomas
 
Re: Astro-Austattung für Schul-AG, 700€, brauche H

also ich würde vorschlagen einen satz 70/700 skylux
anzuschaffen am besten gleich 5 stück. vorteil je nach
schüleranzahl kann jeder mal selbst hand anlegen und nicht
nurmal kurz durchschauen.
das kleine skylux ist bekanntlich nicht schlecht und auch nicht so teuer ausserdem gibt es schon einen satz funktionsfähiges zubehör dabei. ja klar die okus sind nicht die wucht aber für das gerät und den zweck sicher erstmal
auseichend.
deepsky denke ich wird fürs erste eh nicht auf der tagesordnung stehen, wer kennt das nicht wenn er mal bekannte zu besuch hat die mal durch teleskop schauen möchte. wenn man jemand eine galaxie zeigt kommt sowas wie "hmm.....ich seh nur sowas verschwommenes". zeigt man aber mond oder planenten kommt ein "boah sieht ja [zensiert] stark aus".
ein lidl kostet mit allem 125 euro man kann es aber gelegentlich auch für die hälfte bekommen, würde mal direkt bei meade oder einem händler anfragen wies mit mengenrabatt aussieht *fg*
dann kämen zu den telekopen jeweils das buch "fernrohrführerschein in 4 schritten" für 14,90 euro. da ist der umgang mit einem teleskop sowie ein par grundfragen gut und anschaulich erklärt.

gruss jochen
 
Re: Astro-Austattung für Schul-AG, 700€, brauche H

Hallo Sven,

nun, dass mit der Erddrehgeschwindigkeit ließe sich auch mit einer nachgeführten parallaktischen Montierung demonstrieren. Ist nur eine Schalterstellung weit entfernt. Insgesamt ist ein parallaktisch montiertes Gerät mit Nachführung in größeren Gruppen generell besser zu nutzen, da das Objekt im Okular bleibt. Außerdem entspricht eine äquatoriale Montierung eher der Himmelsmechanik. Didaktisch falsch hingegen fände ich allerdings eine GoTo-Lösung. Das macht es nur dem Lehrer leicht (vorausgesetzt, er versteht die Kalibrierungsprozedur), bringt vom Lerneffekt allerdings gar nix. Aber soetwas läge eh außerhalb des vorhandenen Budgets.

gruß,

Thomas

Hallo !

Ich habe letztes Jahr, als ich eine Schulfernrohrausrüstung für meine Schule gekauft habe und das Budget unerwartet immer größer wurde, eine Goto-Montierung gekauft (Celestron CAM) und habe das nicht bereut. Die Bedeutung deines Arguments "das macht es nur dem Lehrer leichter" weiß man wohl erst dann richtig zu schätzen, wenn man mal einen Beobachtungsabend mit zwanzig Pubertierenden selbst durchführen musste.

Allerdings ist dein Argument gegen eine Goto-Montierung zweifelsohne richtig. Deshalb ist es sinnvoll, zusätzlich ein Lidl-Fernrohr oder ähnliches als billiges Zweitgerät dabei zu haben. Dann können die Schüler mehr schauen und man hat beides. Den Komfort für den Lehrer und das bessere Kennenlernen der Himmelsbewegung. Außerdem ist das Allignment-Verfahren ja auch nicht völlig trivial und deshalb durchaus auch ein sinnvoller Lerngegenstand.

Gruß
Martin
 
Re: Astro-Austattung für Schul-AG, 700€, brauche H

Hey Martin,

hihi, Angst vor der Blamage, ohne GoTo vor den Gören die Objekte nicht auf Anhieb zu finden? ;o) Kann ich mir gut vorstellen, dass man da ganz schön unter Druck gerät, wenn einem 20 Jugendliche über die Schulter schauen, während man schon über 5 min. schwitzend am Sucher klebt. ;o) (Nicht bös gemeint!)

So ein Lidl wäre als Zweitrohr auch nicht schlecht. Hab ich selbst als Leit- und Sonnenfernrohr. Allerdings ist die Qualitätsstreuung wirklich extrem, von völlig unbrauchbar bis ganz ordentlich. Mein erster Lidl ging auch gleich zurück. Der konnte dank Bilderbuch-Astigmatismus nicht einmal die Trapezsterne im Orionnebel auflösen. Meade ist da aber sehr kulant und hat mir das Ding sofort getauscht. Jetzt heißt der kleine eben nicht mehr "Skylux" sondern "Bresser Mars Explorer" und ist um längen B(r)esser als das Original vom Lidl-Ladentisch.

Viele Grüße,

Thomas
 
Re: Astro-Austattung für Schul-AG, 700€, brauche H

Hi Zusammen,

also natürlich hat Goto seine Vorteile für den Lehrer, aber wie in jedem Unterricht dürfte eine gute Vorbereitung viel wichtiger als ein funktionierendes Goto sein. Daß heißt das man sich die geplanten Objekte schon vorher mal vorgenommen hat, daß man sie also selbst aufsuchen kann und auch die optimale Kombination aus Okular und Filter am Teleskop kennt.

Hat eigentlich hier schonmal jemand angesprochen, daß ein kleines parallaktisches Teleskop besonders aus der Stadt heraus seine Probleme mit Deepsky-Objekten hat, während ein kostengünstiger Dobs mit größer Öffnung hier Lichtreserven für den Einsatz von Nebelfiltern bietet? Nur damit wäre ja beim sicherlich vorkommenden Standort Winterabend auf dem "Schulhof" überhaupt auch Deepsky zu reißen. Ohne Deepsky hingegen kommt man kaum aus, weil sich in den nächsten Jahren die interessanten Planeten in ungünstigen Himmelsgegenden aufhalten, tief stehen, gut möglich hinter Häusern, und wenig Spektukulär sind. Der Mond als einziges Objekt wäre wohl reichlich dünn (so spektakulär der wiederum ist).
Das parallaktisch montierte Gerät erscheint mir noch aus einem anderen Grund problematisch. An meiner Schule gab es in der Physiksammlung damals einen 114/900, der numal in den Achtzigern angeschafft ein durchaus normales Gerät war. (Natürlich hatte der einen Oku-Sonnenfilter, der auch schon geplatzt war...)
Als ich aber kurz vor der Oberstufe bei einer Astronomie-Prowo dieses Gerät mal kennenlernte, fand ich es schon arm, daß meine Schule nur ein Teleskop aufbringen konnte, was man so im Katalog von Neckermann oder Quelle fand, und mit dem man eigentlich so wenig anfangen konnte, daß es zur Prowo nichtmal genutzt wurde und wir stattdessen an die nahe Volkssternwarte fuhren.
Im Prinzip hat man natürlich vom Budget her keinen großen Spielraum, daher sollte man unbedingt schauen, wie man das Geld am besten umsetzt. Wenn das am meisten für Einsteiger "zugeratene" Teleskop der 8" f/6 Dobson ist, dann kann das für die Schule mal nicht schlecht sein, zumal es mit den richtigen Okularen (Weitwinkel) wirklich beherrschbar ist, denn natürlich werden Vergrößerungen von 200x selten und in den nächsten Jahren eher als Ausnahme bleiben (Jupiter, Saturn weg, Mars braucht noch bis zur Opposition). Beim Mond hingegen ist auch bei 200x ein danebenzielen schwierig. Dann aber hat das Gerät, um bei 70x hervorragende Deepsky-Leistung auch unter Stadthimmel abzuliefern. Ganz besonders wenn ein OIII-Filter dies stützt.
Der Gedanke an viele "billige" Kleinteleskope konnte mich nur im ersten Moment locken. Es ist zu erwarten, daß mancher bereits interessierte Schüler besseres oder baugleiches daheim hat. Wie sollen die Schüler mit solchem Equipment in eine AG gelockt werden?

Es kristallisiert sich heraus, daß man mit der Kohle sorgfältig umgehen muß. Da sei nochmal auf Matthias' Konzept hingewiesen, möglichst viel mit kostenlos verfügbarem Material abzudecken.
Die von mir beschriebene Vorbereitung sollte sicher auch mit den Schülern durchgeführt werden. Hier kann ein kostenloses Programm wie Stellarium durch seine sehr schön szenische Darstellung eine tolle Unterrichtssütze sein, vor allem mit einem Beamer, weil der Sternhimmel nicht als Strichgrafik, sondern als reale Landschaft mit Himmel darüber und fast allen Horizonteffekten (auch Streulicht) dargestellt wird. Durch die fließende Darstellung mit Kameraschwenks und Zoom kann der Schüler auch beim Aufsuchen von Objekten mit Stellarium die Orientierung am Himmel und ein Gefühl für die Vergrößerung entwickeln. Ein sehr gutes Tool.
Ein interessierter Schüler (von dem gehe ich in einer AG aus) wird vielleicht auch einen Reiz darin sehen, in Stellarium sich die Position eines Objektes zu merken, und dieses Objekt mit dem Leuchtpunktsucher am Dobs selbst aufzusuchen. Ein solcher Dobs hat ja den Vorteil gegenüber den kleinen parallaktischen Teleskopen mit nur 1,25" Anschluß, daß man mit einem 2" Okular mehr als 4 Vollmonde nebeneinander ins Bild bekommt. Das macht das Bildfeld so groß, daß auch ein Schüler zum Erfolg kommen kann, ein Objekt zu finden. Diese Erfahrung ist ihm vielleicht mit dem kleinen Gesichtsfeld und den nicht weitwinkligen Okularen eines massenhaft verkauften 150/1400 oder ähnlichem parallaktischen Kleingerät versagt geblieben.

Es spricht also vieles dafür, ein Teleskop zu wählen, daß sich von normalen Schülerteleskopen abhebt und die benötigten Leistungsreserven zum Wecken von Schülerinteresse weckt. Durch Kostenminimierung an anderer Stelle kann man dahin kommen, daß ein solches Gerät mitsamt Okularen und dem von mir gewünschten OIII-Filter sehr gut in das vorhandene Budget passt.

Clear Skies
Sven
 
Re: Astro-Austattung für Schul-AG, 700€, brauche H

Hallo!
>Hat eigentlich hier schonmal jemand angesprochen, daß ein >kleines parallaktisches Teleskop besonders aus der Stadt >heraus seine Probleme mit Deepsky-Objekten hat, während ein >kostengünstiger Dobs mit größer Öffnung hier Lichtreserven >für den Einsatz von Nebelfiltern bietet?
Nein, das sehe ich anders. Auch ein kleines Teleskop kann aus der Stadt heraus schon ordentlich Deep-Sky Objekte zeigen. Ich beobachte z.B. öfters Kugelsternhaufen, Doppelsterne oder auch mal den Ringnebel mitten aus der Mainzer Innenstadt heraus (mit 6" f/20 und 3,5" f/11). Natürlich zeigt ein größeres Teleskop mehr Details aber das ist meiner Ansicht nach für eine Schülergruppe zweitrangig.
Im Vordergrund stehen dort zunächst die hellen Paradeobjekte und die zeigen bei halbwegs brauchbaren Bedingungen auch kleinere Rohre.
In einer größeren Beobachtergruppe ist die Ausdauer beim Gucken nicht immer gleichermaßen hoch. Auch werden sich immer Personen finden, die im Umgang mit dem Fernrohr etwas ungeschickt sind und mit einer Dobsonmontierung erstmal überfordert sind. Mancher stößt schonmal ans Fernrohr. Wenn der Lehrer nach jedem Schüler wieder neu nachstellen muss, so kostet das viel Zeit und viele werden rasch die Lust verlieren. Deshalb finde ich, dass in einer größeren Gruppe eine möglichst robuste parallaktische Montierung ganz erhebliche Vorteile bietet. Außerdem kann sie für wissenschaftliche Anwendungen (Facharbeiten) sogar zwingend erforderlich sein.
Schüler die nach dem kleinsten Nebelfetzchen stundenlang den Himmel abgrasen dürften erstmal in der Minderheit sein. Meine Schule hatte damals einen parallaktisch montierten 6" f/8 Newton auf schwerer Selbstbaumontierung. Das war in meinen Augen keine schlechte Wahl. Etwas ähnliches sollte mit dem Budget eigentlich machbar sein. Dazu zwei, drei ordentliche Okulare. Bei Literatur Sonnenfiltern etc. würde ich mich lieber etwas zugunsten des Hauptgerätes beschränken. Diese können aus Elternspenden eventuell leichter mal nachfinanziert werden, wenn die AG richtig in Schwung kommt. Bücher sind oft teilweise auch schon vorhanden. So gab es bei uns für die 13. Klasse sogar ein offizielles Astronomielehrbuch für alle Schüler in der Lehrbuchsammlung. Die Idee mit den vielen kleinen Lidlrohren finde ich auch nicht so schlecht, wobei sie eine konzeptionell ganz andere Unterrichtsplanung bedingen würde.
Man könnte etwa Kleingruppen bilden, die jeweils ein Rohr zur Verfügung haben. Dann haben die Schüler mehr zum selber rödeln und frieren nicht so schnell ein:).
Der vorherige Kontakt mit der Schule ist in meinen Augen umbedingt anzuraten. Was nützt eine tolle Ausrüstung, wenn sie nachher nicht benutzt wird? Dann könnte man das Geld eventuell auch anders sinnvoll einsetzen.
 
Re: Astro-Austattung für Schul-AG, 700€, brauche H

Hallo Leute,

ich kann mir wirklich nicht vorstellen, dass eine Anzahl kleiner Linsenteleskope zielführend wird
und auch in eine Monti mit GoTo würde ich nicht den Großteil der 700 € versenken.

Fragen wir uns Mal, wer angesprochen werden soll. Nur Schüler mit astronomischer Vorbildung
durch Hobby oder einfach jeder Schüler, auch wenn er sich zunächst noch vorstellt, mit dem Teleskop
AstroLOGIE zu betreiben.
Schüler muss man begeistern. Dies ist in Zeiten der Reizüberflutung in unserer Medien- und
Konsumgesellschaft gar nicht so einfach.

Sicher könnte eine auf Knopfdruck "sebsttäig" werdende GOTo-Montierung einen tecknikbegeisterten
Schüler schon Mal zu einem zweiten Blick verleiten, aber das ist eigentlich nicht, was vermittelt werden soll.

Also....man will/soll was sehen und hatte auch schon Mal Hubble-Bilder auf der Mattscheibe.

Mit 8" Öffnung kann man, die richtige Objektwahl und Vorstellung vorausgesetzt (Mond, M 13,
M42 pp) schon noch was reißen und ein erstes AHA-Erlebnis auslösen. Ist das Interesse geweckt, kann man
im zweiten Schritt Verständnis für Zusammenhänge erreichen. Damit ist man schon fast am Ziel, welches ich
zunächst im langfristigen Erhalt des geweckten Interesses sehe, woraus sich erst die Möglichkeit
der Wissensvermittlung und der Schaffung einer "AG" ergibt, was wiederum Grundvoraussetzung dafür ist,
dass die 700 € und die erhofften Sach- und Geldspenden nicht zum Fenster hinaus geworfen sind.

CS
*entfernt*
 
Re: Astro-Austattung für Schul-AG, 700€, brauche H

Hallo,
von GOTO schrieb ich doch gar nichts. Das ist mit dem vorgegebenen Budget sicher ohnehin nur unbefriedigend realisierbar. Ich dachte eher an einen parallaktisch montierten Newton von der Robustheit der TAL-Newtons, wobei die Montierung der TALs in Sachen Vielseitigkeit sicher nicht das non plus ultra ist. Die 8" finde ich kein "Muss". Natürlich zeigt ein großes Gerät immer mehr. Mit dieser Argumentation könnte man auch den 1m-Spiegel fordern. Der Unterschied zwischen 8" und 6" ist meiner Meinung nach auch gar nicht so gewaltig. Mit Hubbel kann die visuelle Beobachtung ohnehin nur bedingt konkurrieren. Den Saturnring, Albireo, den Ringnebel etc. sieht man auch schon in kleinen Geräten. In der Schule soll es ja nicht nur um bunte Bildchen gehen. Aus meiner Sicht ist deshalb ein parallaktisch montiertes Gerät vielseitiger verwendbar und beobachterfreundlicher. Die Lidl-Idee geht nochmal in eine andere Richtung. Hier werden die Schüler noch direkter mit einbezogen. Dafür herrscht optischer Minimalismus. Statt einer stellt ein (womöglich der Lehrer) und die Anderen gucken anschließend dann mal oder warten, dass sie gucken können, sind hier viele Beobachter gleichzeitig beschäftigt und gefordert. Wenn man Kleingruppen bildet, kann selbst in einer größeren Beobachtergruppe jeder mal Hand anlegen. Der Lidl ist außerdem in der Handhabung einfach und gewichtsmäßig so leicht, dass auch jüngere Schüler damit gut zurecht kommen können. Für ein Aha-Erlebnis sorgt oft schon der Mond oder der Saturnring. Meine Erfahrung in der Sternwarte ist, dass die Begeisterung der Erstbeobachter weniger von der Fernrohrgröße als vom Hintergrundwissen, den angepeilten Objekten und von der Bereitschaft genau hinzusehen abhängt. Außerdem ist es gerade am Anfang wichtig, dass man selbst viel ausprobieren kann. Ein empfindliches Edelteleskop ist da eher hinderlich.
In jedem Fall wäre eine vorherige Rücksprache mit den Lehrkräften gut, da diese am besten Wissen, wie sie den Astro-Unterricht aufziehen möchten, und welche Lösung dann die bessere ist. Wenn von Seiten der Lehrer keinerlei Interesse besteht, dann kann man sich die Investition wahrscheinlich ohnehin sparen, weil das/die Geräte recht schnell in der Ecke landen werden.
 
Re: Astro-Austattung für Schul-AG, 700€, brauche H

Ich würde darüber nachdenken ein PST anzuschaffen, das ist auf einem Fotostativ unkompliziert zu bedienen. Es bieten sich über die AG hinaus auch viele Verbindungen zum Unterricht an, z.B. zur Physik. Die AG erhält damit einen spannenden Einstieg und kann logistisch unkompliziert am Tage beobachten und dokumentieren. Der Kern dieser Astro-AG wird wachsen und neue Pläne schmieden und nach und nach weitere (teurere) Teleskope anschaffen, sei es über den Schulträger oder über Sponsoren. Das PST aber wird bleiben!

himayeti
 
Re: Astro-Austattung für Schul-AG, 700€, brauche H

Hallo fmeier,

mein vorheriger Beitrag war nich direkt als Antwort auf Dich gemünzt. Das ist so eine Nachlässigkeit
von mir, immer unten anzuhängen.
Nun, man kann das alles immer von mehreren Seiten sehen, aber ich denke schon, dass ein
Unterschied zwischen jungen Leuten die eine Sternwarte besuchen und Solchen die in die
Schule müssen, besteht. Da habe ich halt so die Vorstellung, dass es eigentlich nicht
spektakulär genung sein kann, um sie von den Sitzen zu reißen, aber das Budget und auch die
Vernunft muss man ja auch im Auge haben.

Ich erinnere mich auch immer wieder an einen jungen Mann, Besitzer eines kleinen, sehr feinen
und teuren Fernrohrs, der immer wieder mit seinem 31er Nagler zu mir kam und an der 8" Chinabüchse
Öffnung pur genießen wollte. Ich durfte dafür Nager gucken, aber ich hab ihm Zeit gelassen, so lange er wollte.
Muss schon was haben, so ein 8" Dobson. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />

CS
*entfernt*
 
Re: Astro-Austattung für Schul-AG, 700€, brauche H

Hallo,

damit keine Missverständnisse auftreten. Bei 700 Euro kommt Goto überhaupt nicht in Frage, da werden wir uns alle einig sein. Erst ab etwa 1500 Euro aufwärts könnte man eine Gotomontierung in Betracht ziehen.
Eine parallaktische Montierung (ausreichend stabil natürlich) sollte es aber schon sein, das sehe ich genauso wie fmeier.
 
Re: Astro-Austattung für Schul-AG, 700€, brauche H

Hi,

also das scheint mir eine viel zu große Einschränkung. Sofi-Folie für 10 Euro, ein gut daraus gefertigter Filterhalter, bringen eine interessante Beobachtung der Sonnenflecken. Ich mache beim TdoT der Sternwarte RE immer wieder die Erfahrung, daß man die Besucher da schon mit ein paar Worten fesseln kann - auch ohne Protuberanzen. Einfach mal die Erklärung, daß die kleineren Sonnenflecken immer noch mehr als Erdkugelgröße haben, ist für viele schon ein Hammer. So kann man also mit einem "normalen" Teleskop eben alles machen, Nachts wie tagsüber. Sicher ist der logistische Aufwand für eine Beobachtung bei Dunkelheit (im Winterhalbjahr mit 18 Uhr bis 19 Uhr sehr Schülerverträglich) größer, aber demgegenüber steht der Begeisterungsfaktor, zu ungewohnter Zeit etwas zu unternehmen.

Clear Skies
Sven
 
Re: Astro-Austattung für Schul-AG, 700€, brauche H

Hallo Sven,

ich habe ebenfalls aus meinem Erfahrungsschatz als Lehrer für Physik, Astronomie und Leiter einer Astro-AG geschöpft. Das PST ist unkompliziert in seiner Handhabung und bringt eine gute Leistung und in fleckenarmen Zeiten gibt es auch etwas zu sehen. Die Größenverhältnisse kann ich auch an den Protuberanzen verdeutlichen. Bei einem Allround-Teleskop sind 700,- aus meiner Sicht meist ein Kompromiss. Für ein Schulteleskop sollte Robustheit ganz oben stehen. Interessant wäre z.B. ein Vixen GP 80 L, kostet aber eben 1000,- ohne Okulare. Gerade wenn man mit einer AG arbeitet, wachsen die Ansprüche, man will irgendwann auch Fotos machen ... . Das PST hat den Vorteil, dass es immer in die Sammlung passt. Ich setze es auch im Physikunterricht der Sek II ein, wenn es um Strahlungsgesetze geht, um Interferenzerscheinungen und optische Spektren. Das PST kann nebenbei auch von fast jedem Lehrer bedient werden. Denn wieviele ausgebildete Astro-Lehrer gibt es denn noch? Noch schlimmer, wie viele Lehrer haben überhaupt Astronomie als Unterrichtsfach genossen? Wir haben 4 Teleskope in der Sammlung, das PST wird am meisten genutzt.

himayeti
 
Re: Astro-Austattung für Schul-AG, 700€, brauche H

Hallo Sven,

ich würde bei einem Einsatz mit Schülern nie eine selbsgebastelte Filterhalterung einsetzen, sondern sie immer professionell anfertigen lassen. Den im Falle eines Falles könnten die Juristen bei einer selbsgebastelter Filterhalterung dem Lehrer eher eine Pflichverletzung unterstellen als bei einem komplett professionell hergestellten Filter samt Halterung.

Gruß
Martin
 
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