Astro-Ferngläser, "standards"

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hanz

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Hallo Fernglasfreunde

ich habe mir schon lange überlegt, ob wir nicht eine Art "Bestenliste" hier führen könnten, so wie das viele
Fachzeitschriften ja schon lange tun. Kriterien müßten natürlich dafür dienen, daß die Auswahl ein wenig gegliedert
wird - z.B. Einstiegsklasse - Mittelklasse - Spitze und Universalgläser - Astro, Nutzung auch universell möglich -
reine Astrogläser.

Dann ergäbe sich aus meiner Sicht ein Schema wie folgt;

Einstiegsklasse:

universell: mein Lieblingsglas Olympus 7x35 DPSR (BK7, naheinstellbar bis 3m, 9° real = 65° Gesichtsfeld, ca. 70€)
Astro mit universeller Nutzung: Minolta 10x50 Sport (BaK4, wasserdicht, naheinstellbar 6m, 6,5° real = 65°, ca 120€)
reines Astroglas: Tento 20x60 (keine Naheinstellung, 3,5°real = 70°, ca. 70€, nicht für Brille, Stativ empfohlen)

Mittelklasse:
universell: Canon 10x30 IS (naheinstellbar 4,2m, 6° real= 60°, ca. 370€, nicht wasserdicht)
Astro mit universeller Nutzung: könnte Nikon 10x50 EX sein (keine eigene Erfahrung)
reines Astroglas: mit Stativ TS Triplett 20x80? (nicht selbst ausprobiert), auch ohne Stativ: 11x80 Danubia

Oberklasse:
universell: habe bisher immer gedacht, daß hier Leica und Zeiss und Swarowski 8-10x40er stehen,
bin nach dem Vergleich Minox 10x42 gegen Canon 10x30IS nicht mehr so sicher (Nachteil Canon: nicht wasserdicht)
Astro mit universeller Nutzung: Zeiss und Leica 10x50 bzw x56 (selbst aber noch kaum Erfahrung),
vielleicht auch noch Canon 15x50 IS (ist halt für universell schon etwas viel Vergrößerung)
reines Astroglas: Fujinon SX 15x70 oder (ohne Stativ) 10x70? (kenne ich noch nicht)
vielleicht auch Canon 15 oder 18x50 IS? (kenne ich auch noch nicht)

Wer kann das aus seiner Erfahrung so ergänzen, daß Vor-/Nachteile für die Leser hier nachvollziehbar werden?

Mein Vorschlag: aus jeder Kategorie einen thread machen! Aber das mache ich nicht selbst, sondern fordere euch
nur auf, für eure Erfahrungen in den jeweiligen Kategorien einen thread aufzumachen - wenn ihr wollt!

gespannt, was Ihr beitragen werdet!!!
 
Hallo Hanz bzw. Sternfreunde !

Ich besitze folgende Ferngläser:

7x42 Optolyth GF 110m auf 1000m = 44°
10 x 50 DOCTER (ehem. Zeiss) Dekarem Classic GF 130m = 74°
13x60 Hertel&Reuss GF 70m = 52°

Durchwegs Porroprismengläser mit BAK4 Prismen

Kurz zusammengefasst - alle eher zur Riege der Alten gehörend, ich habe aber vergleichsweise auch durch modernere (z.B. Swarovski 10x42) sowie einmal einem Leica Trinovid 10x50 geblickt (beides Dachkant) bzw. mein Schwager hat ein Pentax 10x50 PCV III (Porro).

M.E. waren die Dachkanter absolute Spitze, keine Frage, liegen gut in der Hand und sind wasserdicht etc.
Allerdings - meine grosse Liebe gehört dem 10x50 Docter aus folgenden Gründen:

1.) liegt ebenso "satt" in der Hand (1360g)
2.) das schöne Gesichtsfeld 74° zeigen einfach viel Himmel (auch wenn der Rand etwas unscharf ist)
3.) die Austrittspupille 5mm liefert bei mässig dunklem Himmel ausreichend Kontrast

Sowohl der Optolyth 7x42, als auch der Hertel&Reuss haben m.E. ein zu kleines Gesichtsfeld, ebenso wie z.B. das Pentax PCF 10x50 (ca. 54°).

Zusammenfassend sollten m.E. daher Ferngläser dieser Klasse (alt aber gut) ebenso aufgenommen werden, wie die Modernen.
Wie sieht wohl ein Fujinon 10x50 in dieser causa aus ?

Daher: alle 10x50 Zeiss & Derivate mit grossem Gesichtfeld bitte mit in die Liste.
Wer immer einen solchen noch bekommt (oder einen Russen) - kaufen, meine Empfehlung. Aber Achtung bei eBay !


Grüsse & clear skies
Hans
 
Hallo, hanz,

meine Erfahrungen mit dem Fujinon FMT-SX 10 x 70:
ein ganz exzellentes Astronomieglas, das in der Oberklasse keinen Vergleich zu scheuen hat. Aber ohne Stativ ist es nicht sinnvoll nutzbar. Das Glas wiegt annähernd 2 Kilo, von denen der größte Teil auf die beiden großen Linsen entfällt. Ein Stativ ist angesagt, wenn die Leistungsfähigkeit dieses Glases ausgenutzt werden soll. Stativ und Stativkopf sollten der Last auch gewachsen und deshalb ausreichend dimensioniert sein.

Die 7 mm Austrittspupille ist leicht zu handhaben, in Gegenden mit Streulicht, das den Pupillendurchmesser beeinträchtigt, allerdings nicht mehr ganz auszunutzen. Für meine nähere Umgebung würde ich heute eher zum 16 x 70 greifen und die kleinere Austrittspupille dafür voll ausnutzen.

Grüße,

astroklaus
 
Hallo Hanz,

Das Aufstellen solch einer Bestenliste ist mit Schwierigkeiten verbunden, wegen der enormen Vielfalt der Ferngläser, die zur Astronomie taugen: Ein 8x40 kann ein gutes Astroglas sein wie auch ein 20x100, eines mit 3mm Austrittspupille ebenso wie eines mit 7mm, wenn auch nicht für jeden Beobachtungsort. Es wird daher Jeder hier im Forum mit einer anderen Bestenliste auftreten, und die Gemeinsamkeiten werden nahe bei Null liegen. Die Situation ist einfacher bei den Birdern, die ja i.a. entweder ein 8x40 oder 10x40 benutzen, so dass man leicht vergleichbare Standards finden kann. Ich sehe die einzige Chance in einer extremen Spezialisierung: Was ist das beste 10x50 - um ein bereits gründlich diskutiertes Beispiel zu nennen.

Gruss,
Holger
 
Zustimmung

Hallo Holger,

sehe ich genauso, das dürfte ein hoffnungsloses Unterfangen werden. Wonach sollte man das sortieren? Es gibt Ferngläser mit niedriger Vergrößerung und großem Sehfeld für Übersichtsbeobachtungen. Wir haben mittlere Vergrößerungen, die man gerade noch sinnvoll freihändig nutzen kann. Dann kommen die "richtigen" Astrogläser mit hohen Vergrößerungen und großer Öffnung. In jeder Klasse muß man schauen, welche Austrittspupille ist für welche Beobachtungsobjekte unter welchem Himmel die beste Idee? Und bei dem ganzen Quatsch gibt es Ferngläser für kleines Geld, für den mittleren Geldbeutel und für Astrohändler + Vorstandsvorsitzende (also Schwerverdiener <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />). Dann hätten wir Ferngläser, die heute gefertigt werden, welche die vor kurzem ausgelaufen sind (nicht der Stickstoff sondern die Produktion) und dann gibt es die ganz alten Schmuckstücke, wo man auf ebay shoppen muß.

Also aus der Hitliste halte ich mich raus <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> ...

Frank.
 
Re: Topliste Ferngläser

Hallo Frank,

OK, ich verstehe Dein Argument ,bin aber irgendwo doch der Meinung, daß man da Aussagen machen kann
(wenn man genug Erfahrung hat, so wie z.B. Du bei Deinem Lieblingsthema 8x40, wo Du Dich ja auch nicht
scheust, Deine Erfahrungen und Tests in die Empfehlung für das Nikon umzusetzen). Das entscheidende
Argument ist also wohl "was unterscheidet eine Empfehlung für ein 8x40 Porro von einer Empfehlung für
ein "Fernglas allgemein nutzbar mit guten Eigenschaften für Astro" - oder mal auf ein Modell bezogen:
was bringt ein 8x40 Nikon EX gegen ein 10x30 Canon IS ? Diese Frage ist wohl nur durch Probieren bei
verschiedenen Anwendungen und Wetterlagen zu beantworten und die Beiträge hierzu wären für die meisten
Leser hier sicher interessant. Leider sind auf der anderen Seite Mängel wie die diffuse Lichteinstreuung beim
Minox 10x42 so schlimm (und R.Andreas hat das ja auch schon gefunden und es gibt so viele Möglichkeiten -
müssen wir also trotzdem immer von 0 anfangen?) , daß auch deswegen eine Diskussion "gegen Standard"
aus meiner Sicht interessant wäre - oder vielleicht auch nur die Angabe, was für die erfahrenen Nutzer hier
eigentlich der Standard ist und warum!!
Schon die einfache Frage: meine Astro-Standards sind Danubia 11x80 und Tento 20x60 - was bringen
andere Gläser mehr? ist doch eigentlich eine sehr berechtigte Grundfrage wenn man die Preise und die
Leistung von Zeiss (8x56, 10x56 und 12x56 Victory) Leica (50er) Swarowski usw. bedenkt!
Auch die Frage "kommt dann nur noch das Canon 15x50 oder 18x50 überhaupt in Frage" ist doch aktuell!
Einfaches Beispiel: das Canon 10x30IS bringt nach meiner Meinung mehr als die ganze "40er Gemeinde"
(kenne aber speziell Nikon 8x40 EX nicht) und ist deshalb als Standard etwas, was man mal im direkten
Vergleich anschauen und diskutieren sollte!

Gruß
 
Re: Topliste Ferngläser

Zitat:

Schon die einfache Frage: meine Astro-Standards sind Danubia 11x80 und Tento 20x60 - was bringen
andere Gläser mehr? ist doch eigentlich eine sehr berechtigte Grundfrage ...

Zitat Ende



Hallo Hanz,

Da stimme ich Dir absolut zu, solange man stets darauf achtet, Äpfel mit Äpfeln zu vergleichen. So kann man das Danubia 11x80 ja ruhig mit einem entsprechenden TS 11x80 (gibt es das?) oder auch mit einem 12x60 vergleichen. Ein Tento 20x60 ist dann schon wieder ein komplett anderes Instrument und könnte mit dem Canon 18x50 verglichen werden. Das meinte ich mit 'Spezialisierung'. Nach einem 'guten Astroglas' im allgemeinen zu fragen halte ich nach wie vor für sinnlos - nach einem guten 8x40 zu suchen ist selbstverständlich genauso angebracht wie nach einem guten 11x80 zu fahnden.

Dass das Canon 10x30 IS 'mehr bringt' als die ganze 40er Gemeinde glaube ich noch nicht. Das sollte man mal am Orion- oder Andromedanebel ausprobieren. Ein 8x40 sammelt da doch deutlich mehr Licht, und diese Nebel sind dann auch wieder nicht so filigran, dass man durch die Wackelei im 8x40 an Auflösung verliert, oder durch die 10x Vergrösserung des Canon wirklich neue Strukturen auftauchen, die bei 8x noch nicht sichtbar waren. Das Erstere kann man ja auch leicht überprüfen, indem man das 8x40 mal auf ein Stativ schraubt - der Unterschied zur freihändigen Beobachtung ist hier nicht dramatisch.

Gruss,
Holger
 
Re: Topliste Ferngläser

Hallo hanz,

in Deinem Ursprungspostig wolltest Du eine "Bestenliste" aufstellen. Klar kann man das machen, nur ist das Angebot an Ferngläsern derart umfangreich, daß ich meine Zweifel am Sinn habe. Nicht daß das ganze so ausgeht, wie vor Jahren die Umfrage auf ade: "Wer baut die besten Amateurteleskope?". Das Ergebnis war seinerzeit Vixen. Intes, Intes-Micro, Takahashi oder Astrophysics lagen weit abgeschlagen auf den hinteren Rängen. Irgendwann gab es nochmal so eine Umfrage (allerdings nicht auf ade), da waren Bresser und Meade die Spitzenreiter <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> ...

Nun hast Du natürlich nicht allein nach einem konkreten Hersteller gefragt. Ich will damit nur sagen, daß so eine Bestenliste mit Vorsicht zu geniessen ist. Die Leute nutzen ihre Ferngläser unter unterschiedlichen Randbedingungen für verschiedene Ziele. Es gibt recht unterschiedliche Vorstellungen, welche Austrittspupillen sinnvoll sind und mit welchen Vergrößerungen man freihändig beobachten kann. Dazu kommt, daß jeder seine ganz privaten Vorstellungen hat, was ein hochwertiges Fernglas ist und was man in die Mittelklasse oder gar darunter einordnen sollte. So eine Hitliste wird nicht einfach aufzustellen sein. Noch vorsichtiger wäre ich, aus dieser Liste Kaufempfehlungen abzuleiten.

Erinnerst Du Dich noch an diese Diskussion? So einen Ansatz halte ich für sinnvoller. Wenn man schaut, welcher Typ von Fernglas für bestimmte Beobachtungsbedingungen und Beobachtungsziele sinnvoll ist, dann kann man fürs erste eine eingermaßen sinnvolle Einteilung vornehmen. Man könnte beispielsweise Übersichtsgläser mit kleiner Vergrößerung und großem Sehfeld, Ferngläser mit mittleren Vergrößerungen und reine Astrogläser mit hohen Vergrößerungen und/oder Öffnungen jeweils für sehr gute und eher mittelprächtige Beobachtungsbedingungen unterscheiden. Dann könnte man anhand von konkreten Beispielen und Erfahrungen für jede Rubrik ein paar Vertreter mit ihren Stärken und Schwächen gegenüberstellen. Das ist aber eine Aufgabe, die Du hier im Forum nicht ohne weiteres auf die Reihe bekommen wirst. Selbst wenn Du für jede Rubrik eine neue Runde aufmachst, was passiert? Nach ein paar Tagen oder Wochen verschwinden sie aus dem Gesichtskreis und das Thema wird leicht verändert erneut aufgegriffen. Wenn Du jetzt fragst:

> müssen wir also trotzdem immer von 0 anfangen?

dann drängt sich mir der Verdacht auf, auch wenn wir das Thema jetzt schlüssig und vollständig ausdiskutieren, in einigen Wochen stehen wir wieder nahe bei 0 <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />.

Es sei denn, Du hast eine Idee, wie man das ganze übersichtlich und auf lange Zeit nachvollziehbar gestalten kann ...

Frank.
 
Re: Topliste Ferngläser

Hallo Frank,

wir haben zwar noch nicht den 1. April, aber dieses ebay-Angebot konnte ich mir nicht verkneifen:

Zitat:

Leider hat es einen kleinen Sprung in einer Plastikscheibe, also NICHT in der Linse, die Scheibe ist dafür damit nichts hinein in das Fernglas fällt. Ich denke aber das man es wieder reparieren kann.

Zitatende

Ich denke, wir sollten die "Topliste der Ferngläser" um solche erweitern, die man als Trinkgefäß für den Tee beim spechteln benutzen kann! Und wenn der Tee schön bernsteinfarben ist, hat man noch einen prima Mondfilter!

<img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> Und jetzt aber schnell! Das Angebot endet in 2 Stunden und hat schon 3 Gebote!!! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

Mit nicht ganz so ernstem Gruß
Matthias
 
Re: Canon 10x30IS gegen 40er Gläser

Hallo Holger,

ich hätte das ja auch nicht geglaubt, bevor ich es gesehen habe - am Orion-Nebel!
Aber bevor ich mir jetzt den Ruf des Canon-Fans zuziehe, muß ich sagen, daß ich eigentlich gespannt wäre,
ob ein Zeiss oder Leica 10x50-56 das Danubia 11x80 toppen kann - was nach dem Verhalten des Canon
10x30 IS gegen die 40er absolut nicht auszuschließen wäre. Oder ob das Canon 15x50 da nicht noch deutlich
mehr bringt (freihändig)? Eigentlich bin ich nämlich enttäuscht über das Minox 10x42 - auch in der Mitte, wo es
bei Tag sehr schön scharf ist, ist astronomisch nicht mehr zu erkennen gewesen als mit dem Canon ohne Stabi!

Das ist ja gerade das, was mich am Canon 10x30 fasziniert: die extreme Qualität der Optik, auch ohne daß man
den Stabi einschaltet. Gerade dieses Wochenende beim "birding" (deutsche Übersetzung so unmöglich wie für
"[zensiert]", bloß umgekehrt) wieder sehr genossen! Und meine "Reserviertheit" gegenüber Dachkantgläsern hat
sich deutlich erhöht - muß jetzt wohl wirklich mal in der Praxis bei Tag durch ein Zeiss oder Leica gucken.

Und ich muß Frank Schäfer recht geben: billige (und 750€ sind hier wohl billig) Dachkanten sind unbrauchbar?
Mit Randunschärfen läßt es sich leben, aber mit Streulicht und Reflexen definitiv nicht!

Gruß
 
Hallo HansR,

ich sehe das wie Du, bei Astro braucht man mindestens 60° scheinbares Gesichtsfeld. Leider sind Gläser, die
deutlich mehr halbwegs randscharf bringen, nicht sehr häufig - das Tento 20x60 ist da eine schöne Ausnahme
(allerdings nicht für Brillenträger geeignet). Und wenn die Sterne am Rand zu Kugelsternhaufen werden, habe ich
doch inzwischen keine große Freude mehr am großen Gesichtsfeld - auch wenn es nur durch Bildfeldwölbung
bedingt ist und dadurch der Rand mit dem Fokus wieder scharfstellbar ist (dann ist die Mitte unscharf). So wie ich
das inzwischen sehe, ist das aber mit billigen "asphären-Kellner-Okularen" wohl doch kaum zu leisten, sondern
man braucht halt (wie auch für die Teleskope mit f5) bessere 5 Linser Okulare! Und die haben eben nur die teuren
Gläser in brauchbarer Qualität!?

Gruß
 
Re: Canon 10x30IS gegen 40er Gläser

Hallo Hanz,

Hast Du Dir eigentlich mal die Dachkanten von Docter angesehen? Die 8x42 und 10x42 haben ja beide mehr als 60 Grad Sehfeld, sind etwas unscharf am Rand, aber recht resistent gegen Streulicht und Reflexe; sie liegen auch im 700 Euro Bereich.

Ich bin davon überzeugt, dass das Canon 15x50 deutlich mehr bringt als das 10x30. Dass Letzteres scheinbar dem Minox 10x42 deutlich überlegen war, spricht dann eher gegen das Minox. Aber auch Canon kann keine Wunder vollbringen - ein gutes 40mm Fernglas wird die vergrösserte Öffnung auch umsetzen können.

Mit Kellner Okularen (3 Linsenelemente) erreicht man in der Tat keine weiten Sehfelder, sie werden daher in billigeren Ferngläsern verwendet. Für Sehfelder von 60-70 Grad sind die 5-Linsigen Erfle ideal. Verbesserte Randschärfe erreicht man durch eine zusätzliche, negative Feldlinse, die nebenbei auch die Austrittspupillen-Schnittweite verlängert (Nobilem II Projekt!). Das Fujinon FMTR hat dann auch, wenn ich mich nicht irre, 6 Linsenelemente, das russische BPO 7x30 hat sogar 7 und zeigt ebenfalls fast randscharfe Bilder. Sogar die alten Zeiss (Oberkochen) Porros hatten bereits 6-Linser verwendet und kamen mit einer ordentlichen Randschärfe. Noch weitere Sehfelder (bis 90 Grad) erreicht man mit exotischen Konstruktionen wie dem Nagler, aber diese sind meist so voluminös, dass man sie nicht in einem Binocular verwenden kann (Nase passt nicht mehr dazwischen!).


Gruss,
Holger
 
Re: Canon 10x30IS gegen 40er Gläser

Aber bevor ich mir jetzt den Ruf des Canon-Fans zuziehe, muß ich sagen, daß ich eigentlich gespannt wäre,
ob ein Zeiss oder Leica 10x50-56 das Danubia 11x80 toppen kann - was nach dem Verhalten des Canon
10x30 IS gegen die 40er absolut nicht auszuschließen wäre.
Hallo hanz,

da ich ganz sicher nicht Gefahr laufe, mir den Ruf eines Zeiss-Fans einzufangen, kann ich Dir mit an Wahrscheinlichkeit grenzender Sicherheit sagen, daß das Zeiss das Danubia toppen wird <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> ...

Die Frage ist nur wobei? Beim Gewicht? In der Lackierung? Oder am Sternhimmel? Am Sternhimmel sollte man schon genauer sagen, worauf ein Vergleich Danubia 11x80 vs. Zeiss 10x56 abzielt. Auf die Sichtbarkeit schwacher Gasnebel unter einem Alpenhimmel? Auf den Kontrast bei Sternhaufen unter einem 4 oder 5mag Himmel? Auf die stellare Grenzgröße? Das sind verschiedene Dinge und jedes der beiden Ferngläser hat seine Stärken und Schwächen. Wenn Du solche Vergleiche anstrebst, dann mußt Du auch die Randbedingungen nennen. Ich könnte mir vorstellen, daß das Danubia unter einem 6,5mag Himmel fern von störenden Lichtquellen seine größere Öffnung auch ausspielen kann. Dagegen stehen beim Zeiss möglicherweise eine deutlich bessere Vergütung und eine wirksamere Unterdrückung von Streulicht. Das wird die größere Öffnung des Danubia nicht wett machen, es könnte aber sein, daß das Zeiss einfach das ästhetisch schönere Bild mit satt schwarzem Himmelshintergrund abliefert. Unter einem 5mag Himmel sieht das wieder anders aus. Hier würde ich beim Zeiss das mit Abstand bessere Bild erwarten. Beide Ferngläser zeigen sicher eine deutliche Himmelsaufhellung, beim Zeiss würde ich aber den besseren Kontrast vermuten.

Ähnlich verhält es sich mit Deinem Canon 10x30. Ich stimme dem Holger da voll zu. Wenn das Minox deutlich schlechter abschneidet, dann muß man die Ursachen wohl zuerst beim Minox suchen. Ein Top 10x42 sollte dem Canon in dem Moment davonlaufen, wo es der Himmel hergibt. Ich glaube, das habe ich Dir schon mal geschrieben. Bei solchen Vergleichen muß man wirklich schauen, wie die Beobachtungsbedingungen ausschauen. Das Canon hat bei 10-facher Vergrößerung nur 30mm Öffnung. Ein sehr gutes 10x42 hat nunmal die größere Öffnung und kann bei vergleichbarer optischer Qualität (Vergütung, Streulicht) auch mehr leisten. Nur muß der Himmel das auch hergeben.

Vergleiche wie Danubia mit großer Öffnung vs. Zeiss mit kleinerer Öffnung sind wirklich interessant. Was bringt ein 1200 Euro Fernglas wie das Zeiss im Vergleich zu einem China Glas mit großer Öffnung für schlappe 200 oder 300 Euro? Ich glaube, solche Fragen stellst Du Dir nicht allein. Sie machen aber nur dann Sinn, wenn ich dazu schreibe, unter welchen Bedingungen ich was beobachten will. Die Gasnebel bei Gamma Cygni unter besten Beobachtungsbedingungen abzugrasen ist eine andere Geschichte als den Orionnebel, h und chi oder M13 in Stadtnähe zu beobachten. Daher kamen auch meine Anmerkungen zu Deiner Hitliste. Neben optischen Daten und optischer Qualität gehören auch der Himmel und die Art der Beobachtungsobjekte zu einer schlüssigen Bewertung.

Frank.
 
Re: Canon 10x30IS gegen 40er Gläser

Hallo Hanz,

billige (und 750€ sind hier wohl billig) Dachkanten sind unbrauchbar?

Noch ein paar Überlegungen. Wir sollten hier nicht das Kinde mit dem Bade ausschütten. Man tut den anderen Gläsern der Dachkantenmittelklasse (z.B. Pentax, Docter, Minolta, Vixen, Kowa, Eschenbach farlux) unrecht, wenn man deine Erfahrungen mit dem 10x42 Minox generalisiert, bevor diese ebenfalls begutachtet wurden. Einen Blick durch die Topgläser sollte man allerdings wirklich einmal riskieren. Das Zeiss Victory 10x56 ist z.B. in Sachen Kontrast, Transmission und Bildqualität bei gleichzeitig verhälnismäßiger Kompaktheit und Robustheit des Fernglases kaum zu toppen. Die Pendants von Leica und Swarovski sind ebenfalls etwa auf diesem Level. Ich drücke mich vielleicht nicht ganz präzise aus, aber mal so gesagt, damit man eine Vorstellung bekommt: Der Messierkatalog ist damit z.B. komplett bei Vorstadtbedingungen in Reichweite, sofern in unseren Breitengraden sichtbar. Bei noch besseren Beobachtungsbedingungen können sie ihre Stärken bei der Abbildung von schwachen flächigen Objekten ausspielen (z.B. Weitwinkeleigenschaften in Verbindung mit starkem Kontrast). Ich habe jedenfalls schon Beobachtungsabende erlebt, wo man z.B. den Nordamerikanebel nur mit dem Leica 10x50 sehen konnte. Du nutzten auch die größten Lichteimer nichts. Ich habe aber keinen Zweifel, dass dies Fujinon ebenso kann. Es ist nur die Frage, ob man all die o.g. Eigenschaften in einem Glas vereinigt für Astrobeobachtung braucht. Da würde ich klar sagen: nein. Wenn man aber ein robustes, wasserdichtes, dämmerungsstarkes, freihändig noch gut benutzbares Allroundglas auch noch für andere Zwecke wie etwa Jagd oder Ornithologie benötigt und dabei Wert auf höchste optische Qualität legen muss, dann rücken solche Gläser in den Bereich des Sinnvollen.

Ich lehne mich jetzt mal aus dem Fenster <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> und behaupte einfach einmal: das 10x50(56) Glas kommt der hier schon öfter zitierten eierlegenden Wollmilchsau vielleicht am nächsten, wenn der Verwendungszweck leicht Richtung Astro tendiert. Tendiert er hingegen eher in Richtung Naturbeobachtung, dann würde ich das 10x42er vorschlagen.

Steve
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Re: Canon 10x30IS gegen 40er Gläser

Hallo Holger, Frank und Steve:

also das ist doch schon ein schöner Ansatz für eine "Bestenliste" - ich habe eigentlich auch immer den Eindruck gehabt, daß 10x50 Gläser am meisten bringen - großes Gesichtsfeld, viel Licht, noch allgemein nutzbar - und da ist das Zeiss wohl ganz vorn? (hat ja auch 56mm). Für die Wanderfreunde ist dagegen sowas einfach zu unhandlich und schwer - und gerade da ist das Canon 10x30 IS für mich die "Erleuchtung" - natürlich bei Tag sowieso, aber erstaunlicherweise durch optimale Optik auch bei Nacht - z.B. am Mond und Planeten wegen Stabi jedem anderen 10er überlegen und selbst an den Nebeln wirklich nicht schlecht!
 
Re: Canon 10x30IS gegen 40er Gläser

Hallo Holger,

also aus der Astropraxis ist das alles ja klar und kalter Kaffee - aber bei Ferngläsern werden immer noch massenhaft Kellner-Okus auch in teuren Gläsern meist unter der Bezeichnung "aspherical" eingesetzt und geben dann halt auch die zu erwartenden optischen Eigenschaften - aber selbst Leica hat ja bei den Trinovids "nur" Königs drin - die mancher für sein Teleskop nicht mehr als gut genug einstufen würde.
Die Okus bei den "großen" Canons sind dagegen (wenn die Zeichnung stimmt) immerhin "eudiaskopisch" mit Barlow - also das, was Pentax XL als Standard für Astro etabliert hat!
Gruß
 
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