Hallo Gerd,
ich muss gestehen, dass ich mich mit Deiner "Planetensuche" nur sehr oberflächlich befasst habe. Deine Absichten mit der Software sind andere als die, die wir mit unserem XML-Standard verfolgen. Planetensuche strukturiert die Objektdaten anders, was völlig legitim ist, weil Du ja was Anderes damit machen möchtest.
Derzeit richten wir in unserer XML Arbeitsgruppe eine ganze Menge neu aus. Zunächst einmal sind wir dabei, in die Google Gruppe "openastronomylog" umzuziehen. Dies wurde beschlossen, weil die Google Gruppen erlauben, dass man unkompliziert Dateien öffentlich zur Verfügung stellt, ohne dass die Interessenten dazu wie bei Yahoo der Gruppe beitreten müssten. Wir wollten damit offener werden. Beitritt ist also nur sinnvoll bzw. notwendig, wenn man mitarbeiten oder als Entwickler seine Fragen an die Community richten möchte. Wenn Du möchtest, dann tritt einfach unserer Google Gruppe bei. Jaja, die Kröte "Google" habe ich nur wiederwillig geschluckt...
Als zweites haben wir ein unserem Standard einen neuen Namen verpasst. Statt dem historisch gewachsenen und intuitiv völlig aussagelosen Kürzel "COMAST" heisst es nun "OpenAstronomyLog". Es wird dafür ähnlich wie bei ASCOM ein Logo geben, dass Anwendungen tragen dürfen, die Export oder Import von Kern und/oder Erweiterungen (dazu gleich) implementieren. Wenn wir einen Kurznamen brauchen, so lautet er <OAL> - die spitzigen Klammern sollen auf die Verwendung von XML hinweisen.
Nun zum Wichtigsten, dem Inhalt: bisher gab es nur zwei verfügbare Anwendungen, die das Format benutzten: Dirk Lehmanns "ObservationManager" und Eye&Telescope. Vor ein paar Monaten ist Phyllis Lang bei uns eingestiegen. Sie entwickelt ihren "Deep Sky Planner" und will <OAL> für Logging ebenfalls einsetzen. Auch das von belgischen Profis entwickelte www.deepskylog.org bereitet die Nutzung vor. Export funktioniert im Testbetrieb schon, Import kommt sicherlich auch irgendwann. Und es gibt noch zwei Entwickler kommerzieller und gut bekannter Anwendungen, die einer Nutzung von COMAST aufgeschlossen sind.
Mit zunehmender Anzahl von Clients ist es aber unzumutbar, dass Erweiterungen des Formats zwangsweise die Anpassung aller Clients erfordern. Konkreter Anlaß war, dass Dirk seinen OM um Veränderliche Sterne erweitert hat. Damit hat aber weder das deepskylog.org noch E&T etwas am Hut. Oder denke an ein spezialisiertes Log für Astrofotografie, das meinetwegen noch Angaben zur Bildbearbeitung führt.
Als Lösung haben wir nun mit Version 2.0 des Schemas einen Meilenstein definiert, der einen gemeinsamen Nenner definiert. Gleichzeitig haben wir das Schema in einen Kern und "Erweiterungen" (z.B. und für mich am wichtigsten für eep Sky) aufgeteilt. Die neue Erweiterung für Veränderliche benutzt dann die Typdefinitionen aus dem Kern und fügt die spezifischen Angaben hinzu. Eine Anwendung die nichts mit Veränderlichen zu tun hat, kann dann auf Wunsch sogar das entsprechende include im Master-XSD rausnehmen und "sieht" die für sie irrelevante Erweiterung nicht. Anwendungen können dann explizit damit werben (oder darüber informieren) welche Erweiterungen von <OAL> sie benutzen.
Es soll ein SDK und "Extension Guidelines" geben, damit Entwickler wissen, wie sie kompatible Anwendungen bauen und auch bei Bedarf Erweiterungen im Sinne des Standards formulieren können.
Du siehst, wir machen jetzt Ernst. Bald wird es möglich sein, die in der deutschen Deep Sky Liste gesammelten Beobachtungen in deepskylog.org zu importieren. Damit stünde dann ein Bestand von ca. 45000 (!) Beobachtungen online zur Verfügung. Ich denke kaum, dass andere Datensammlungen im Web einen derartigen Umfang aufweisen. deepskylog.org ist eine ganz starke Ansage und unterstreicht eindrucksvoll, warum <OAL> gewinnen wird. Ich habe da nicht die leiseste Spur eines Zweifels, auch wenn das Leute wie der engstirnige Greg Crinklaw nicht glauben.
Viele Grüße,
Tom