elythomaslumber
Aktives Mitglied
Hatte mich schon länger mit dem Gedanken getragen, den Astroberry auf eine SSD zu bringen. Hier ein paar Erfahrungen dazu.
Seit einiger Zeit können die RPi4 sehr einfach auf den Betrieb mit einer externen SSD umgestellt werden. Eigentlich reicht schon das kopieren auf die SSD und das wars. Bei früheren Versionen mußte noch der Pi ein bisschen vorbereitet werden.
Als SSD und passendes Gehäuse habe ich folgende verwendet:
Die folgende Anleitung bringt die größtmögliche Sicherheit, denn wer ein lauffähiges Astroberry Release hat mit individuellen Einstellungen, die man sich ggf. in vielen Nächten und Versuchen optimiert hat, möchte diese ungern verlieren. Ansonsten kann man aber sicherlich den einein oder anderen Sicherungsschritt überspringen.
Zunächst von der aktuellen SD Karte ein BackUp erstellen. Das geschieht entweder z.B. über einen PC mithilfe von Win32DiskImager oder besser über das betriebssysteminterne „SD-Copier-Programm“ über die GUI, die man über einen Browser erreicht. Letzteres ist vorzuziehen, da es eine Kopie erzeugt, die auch auf SD Karten funktionieren wird, die zwar die gleiche Nenngröße hat, aber der ggf. ein paar Byte Speicherplatz fehlen.
Jetzt empfiehlt sich ein Update und Upgrade, insbesondere um das EEPROM auf den neuesten Stand zu bringen: sudo apt-update
Dann eventuell mal anschauen, was so alles geändert wird: apt list --upgradable
bevor man mit: sudo apt upgrade
denselbigen ausführt.
Jetzt empfiehlt sich ein Reboot und mal schauen, ob das ganze SetUp noch läuft. Dabei am besten alle Kameras, Montierung, Fokusser usw. anschliessen, verbinden und starten, soweit möglich. Wenn alles noch läuft, kann man in den nächsten Schritt gehen.
Jetzt eventuell noch mal ein BackUp auf eine weitere SD Karte durchführen, aber nicht das erste BackUp überschreiben. Von dem wissen wir ja, dass es 100% funktioniert.
Nun die montierte M.2 SDD in einen USB3.0 Port einstecken. Einen Hub kann ich nicht empfehlen! Zwar ist bei mir das Kopieren einwandfrei durchgelaufen, aber der Pi hat sich aus dem Netzwerk abgemeldet und war scheinbar tot.
Nun noch mal den Kopiervorgang starten und alles auf die SSD kopieren.
Dann den Pi runterfahren und ausschalten. Nun die SD Karte ziehen. Jetzt kommt der große Moment. Booten und schauen, ob der Pi über die SSD hochfährt. Auch hie die Info, die SSD nicht in einem Hub booten, es kommt zu Ausfällen! Die SSD muß in einem USB3.0 Slot des Pi stecken.
Jetzt KSTARS starten und prüfen, wie schnell nun sich die Ansicht einstellen läßt. Auch merkt man die neue Speed, wenn man KSTARS und EKOS startet, sich ein Bild in den FITS-Viewer öffnet und dieses Fenster am Monitor zieht. Die Steigerung ist nicht weltbewegend, aber spürbar. Wie sich das ganze im Live Betrieb mit Kameras verhält, steht noch aus. Ich denke, den größten Zugewinn wird es geben bei Videoaufnahmen.
Nun kann man noch die Boot-Reihenfolge ändern, sodass zunächst von SSD und erst dann ggf. von einer SD gebootet wird. Dazu wieder das Terminal öffnen und dann:
Fazit:
Mit der SSD und dem Betrieb meiner veTEC533c muß letztere an eine 12V Spannungsversorgung, auch im ungekühlten Betrieb. Ansonsten kommt es zu schnellen Spannungseinbrüchen, die der Pi mit dem schnellen runterfahren des System-Takts quittiert. Das sieht man nur mit den entsprechenden Systembefehlen im Terminal.
Grüße
Hartmut
Seit einiger Zeit können die RPi4 sehr einfach auf den Betrieb mit einer externen SSD umgestellt werden. Eigentlich reicht schon das kopieren auf die SSD und das wars. Bei früheren Versionen mußte noch der Pi ein bisschen vorbereitet werden.
Als SSD und passendes Gehäuse habe ich folgende verwendet:
Die folgende Anleitung bringt die größtmögliche Sicherheit, denn wer ein lauffähiges Astroberry Release hat mit individuellen Einstellungen, die man sich ggf. in vielen Nächten und Versuchen optimiert hat, möchte diese ungern verlieren. Ansonsten kann man aber sicherlich den einein oder anderen Sicherungsschritt überspringen.
Zunächst von der aktuellen SD Karte ein BackUp erstellen. Das geschieht entweder z.B. über einen PC mithilfe von Win32DiskImager oder besser über das betriebssysteminterne „SD-Copier-Programm“ über die GUI, die man über einen Browser erreicht. Letzteres ist vorzuziehen, da es eine Kopie erzeugt, die auch auf SD Karten funktionieren wird, die zwar die gleiche Nenngröße hat, aber der ggf. ein paar Byte Speicherplatz fehlen.
Jetzt empfiehlt sich ein Update und Upgrade, insbesondere um das EEPROM auf den neuesten Stand zu bringen: sudo apt-update
Dann eventuell mal anschauen, was so alles geändert wird: apt list --upgradable
bevor man mit: sudo apt upgrade
denselbigen ausführt.
Jetzt empfiehlt sich ein Reboot und mal schauen, ob das ganze SetUp noch läuft. Dabei am besten alle Kameras, Montierung, Fokusser usw. anschliessen, verbinden und starten, soweit möglich. Wenn alles noch läuft, kann man in den nächsten Schritt gehen.
Jetzt eventuell noch mal ein BackUp auf eine weitere SD Karte durchführen, aber nicht das erste BackUp überschreiben. Von dem wissen wir ja, dass es 100% funktioniert.
Nun die montierte M.2 SDD in einen USB3.0 Port einstecken. Einen Hub kann ich nicht empfehlen! Zwar ist bei mir das Kopieren einwandfrei durchgelaufen, aber der Pi hat sich aus dem Netzwerk abgemeldet und war scheinbar tot.
Nun noch mal den Kopiervorgang starten und alles auf die SSD kopieren.
Dann den Pi runterfahren und ausschalten. Nun die SD Karte ziehen. Jetzt kommt der große Moment. Booten und schauen, ob der Pi über die SSD hochfährt. Auch hie die Info, die SSD nicht in einem Hub booten, es kommt zu Ausfällen! Die SSD muß in einem USB3.0 Slot des Pi stecken.
Jetzt KSTARS starten und prüfen, wie schnell nun sich die Ansicht einstellen läßt. Auch merkt man die neue Speed, wenn man KSTARS und EKOS startet, sich ein Bild in den FITS-Viewer öffnet und dieses Fenster am Monitor zieht. Die Steigerung ist nicht weltbewegend, aber spürbar. Wie sich das ganze im Live Betrieb mit Kameras verhält, steht noch aus. Ich denke, den größten Zugewinn wird es geben bei Videoaufnahmen.
Nun kann man noch die Boot-Reihenfolge ändern, sodass zunächst von SSD und erst dann ggf. von einer SD gebootet wird. Dazu wieder das Terminal öffnen und dann:
- sudo raspi-config
- Advanced Options / Boot order auswählen.
- B2 USB Boot auswählen. Es kommt der Hinweis „USB is default boot device“. Nun ENTER, Finish und Reboot.
Fazit:
- Pi bootet und lädt Applikationen schneller
- (FITS-Viewer) Fenster und insbesondere der KSTARS-Bildausschnitt lassen sich schneller und ruckelfreier verschieben
- Betrieb nur am USB3.0 Port, nicht über (gepowerten) Hub, sonst Ausfälle!
- relativ hoher Stromverbrauch von mehr 150-250mA (sehr grob gemessen, kann höher sein)
- SSD Gehäuse kann als Taschenwärmer genutzt werden…
Mit der SSD und dem Betrieb meiner veTEC533c muß letztere an eine 12V Spannungsversorgung, auch im ungekühlten Betrieb. Ansonsten kommt es zu schnellen Spannungseinbrüchen, die der Pi mit dem schnellen runterfahren des System-Takts quittiert. Das sieht man nur mit den entsprechenden Systembefehlen im Terminal.
Grüße
Hartmut