Hallo Heinz,
mein Beileid zum Tod Deines Freundes.
Er hat Dir eine komplette Ausrüßtung für "weitwinklige" Deepsky-Fotografie vererbt. Die ist nur wenige Jahre alt und sehr, sehr hochwertig. Bei einer Neuanschaffung könnte das locker so um die 6-8.000 Euro sein.
Mit dieser Ausrüßtung kann man Jahrzehnte fotografieren, ohne daß einem die Motive ausgehen. Sofern Du in das Hobby einsteigen möchtest.
Frag doch mal bei seiner Familie an, ob Du eventuell auch den Rechner dazu bekommen kannst, den er sicherlich extra für die Fotografie hatte. Da müßten dann bereits die notwendigen Programme drauf installiert sein. Bei der Gelegenheit solltest Du auch fragen, ob Handbücher zu den einzelnen Teilen vorhanden sind.
Alternativ kannst Du auch bei den Astrohändlern Deine Situation schildern und fragen, ob sie Dir einen Link zu den verschiedenen Handbüchern als PDF schicken. Ich habe bei allen Händlern gute Erfahrungen mit solchen Anfragen gemacht.
Baader Planetarium, Astroshop, Teleskopservice Ransburg, um nur ein paar der größeren Shops zu nennen...
Wäre ich in Deiner Lage, würde ich als erstes bei Google und Youtube nach Filmen zur Montierung und dem prinzipiellen Aufbau suchen.
Hier eine kleine Auswahl auf die Schnelle zum reinschauen:
prinzipieller Aufbau einer parallaktischen Montierung:
https://www.youtube.com/watch?v=6gjJbbMT680
(welches Teleskop dann auf die Montierung kommt, ist erstmal wurscht)
Hast Du einen eigenen Garten oder einen stabilen Balkon? Dann kannst Du dort die ersten Schritte üben.
"einnorden" einer parallaktischen Montierung:
https://www.youtube.com/watch?v=coXGvcgHOMA
Starsensemodul Autoalignment:
https://www.youtube.com/watch?v=ANfJTxL9sV0
Sobald Du mit dem Aufbau und dem Autoalignment klarkommst, kann das Teleskop mit auf die Montierung. Statt der Kamera würde ich aber erstmal ein Okular (2 Zoll Übersichtsokular, so um die 30-35 mm Brennweite) verwenden. Falls garkeine Okulare dabei waren, die kannst gebraucht oder auch neu kaufen. Für den Anfang tuen es locker Okulare der "50-Euro-Klasse".
Und für den Mond im Detail eine höhere Vergrößerung im 1 1/4 Zoll Steckmaß. 8 oder 10 mm Brennweite. Dafür benötigst Du die Reduzierhülse, die auf dem Bild
Link zur Grafik:
http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/ubbthreads.php/ubb/download/Number/52383/filename/IMG_3010.JPG
zu sehen ist
Dann kannst anfangen, am Himmel spazieren zu gucken. Halbmond, Orionnebel (M43), Plejaden (M45) wären meine ersten Ziele. Nicht zu viel an einem Abend.
Die geerbte Kamera ist für lichtschwache Motive wie Galaxien und Nebel (Andromedagalaxie, Dreiecksgalaxie, ..., Plejaden, Orionnebel, Nordamerikanebel, Kalifornianebel, aber auch Sternhaufen) mit Belichtungszeiten von mehreren Minuten pro Einzelbild. Und dann viele Einzelbilder von dem Motiv. So 2-3 Stunden sollten schon an Gesamtbelichtungszeit zusammenkommen pro Motiv.
Ich gestehe, ein gaaanz klein wenig bin ich neidisch. Du hast da eine fantastische Ausrüßtung und weißt nicht, was Du damit machen könntest. Ich weiß es, kann mir die Ausrüßtung aber finanziell nicht leisten und könnte sie aus gesundheitlichen Gründen auch nicht mehr übers Treppenhaus ins Auto schleifen um in dunkle Gefilde zu fahren...