Astrofotografie mit dem Celestron NextStar 8 EdgeHD und der Canon EOS R5 Mark 2

DietmarK

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Hallo Zusammen

meine Frau hat ein Celestron NextStart C8 EdgeHD bekommen und ich will mal versuchen damit ?kostengünstig? in die Astrofotografie einzusteigen.

Ich habe mir mal folgende Teile von Baader rausgesucht:
  • Baader 2" ClickLock® SC-Klemme auf 2"/SCTi – für Celestron 5" - 9¼" SC/HD Teleskope) (OL - optische Länge 47mm) ClickLock Klemme - weil wir auch den ClickLock Spiegel von Baader haben.
  • Baader M48 Verlängerung mit Safety Kerfs - 30 mm (OL 30mm )
  • Baader Hyperion Finetuning Ring M48, 28 mm lang, für Baader Hyperion Okulare (OL 28mm)
  • Baader Wide-T-Ring T2 Adapter für Canon EOS R und RP System Kameras (OL 8,3mm)
Zusammen mit der Canon EOS R5M2 mit einer OL von 20mm komme ich dann genau auf den Backfocus von 133,3mm des C8.

Passt diese Kombination für die Astrofotografie im Primärfokus oder hat jemand einen einfacheren / kostengünstigeren Vorschlag?

Danke Euch im Voraus

//DietmarK
 
Danke Ralf für die Rückmeldung

15mm verstehe ich nicht ganz?

"Der Adapter ist für Kameras vorgesehen die inklusive eines T-Rings ein Auflagemaß von 55mm haben."

Auflagemaß 55mm - 8,3mm T-Ring - 20mm Kamera = 26,7mm Zwischenring

Oder verstehe ich da was falsch?!

//Dietmar
 
Mein Fehler, ich hab mich von

Mit diesem T-Adapter können Sie Ihre 35-mm-DSLR im Primärfokus Ihres Edge-HD-Teleskops befestigen

fehlleiten lassen. Bei 55mm Backfocus passt Deine Rechnung natürlich. Gibt es nicht einen alternativen T-Ring mit passenderer Auflage?
 
Hallo Dietmar,

könnte vielleicht eine "T-2 VariLock Verlängerungshülse – 20-29 mm" hier Abhilfe schaffen? -> T-2 VariLock Verlängerungshülse – 20-29 mm

Mal rein theoretisch zusammengewürfelt: EdgeHD 8 → Celestron #93644 → Baader VariLock 29 auf 26,7 mm → Baader Wide T Ring Canon R → EOS R5 Mark II
  • Celestron EdgeHD 8 T Adapter #93644: 78,35 mm
  • Baader VariLock 29: 26,70 mm
  • Baader Wide T Ring Canon RF: 8,30 mm
  • Canon RF Auflagemaß bis Sensor: 20,00 mm
Gesamtabstand: 78,35 + 26,70 + 8,30 + 20,00 = 133,35 mm - Sollte so genau passen - theoretisch!

Ob das alles kostengünstig ist, kann ich nicht beurteilen. Was mir hier aber nicht so ganz gefällt:
  • Bei einer Vollformat gefällt mir T2 mit M42 nicht besonders gut, weil der freie Durchlass relativ klein ist. Ich könnte mir vorstellen, dass die Vignettierung hier schon deutlich wird.
  • Für klassische Deep Sky Astrofotografie sehe ich die azimutale NexStar Montierung ebenfalls ein deutlicher Schwachpunkt. Sie kann das Objekt zwar nachführen, aber weil sie gleichzeitig in Azimut und Höhe korrigiert, entsteht eine Feldrotation. Beim EdgeHD 8 mit seinen rund 2032 mm Brennweite stelle ich mir das besonders ungünstig vor. Die lange Brennweite stellt ohnehin hohe Anforderungen an Nachführung und Stabilität. Mit einer R5 Mark II und ihren kleinen Pixeln wird das "vermutlich" zusätzlich sichtbar.
Wenn das benötige Zubehör schon vorhanden wäre, könnte man das ja mal einfach mal austesten. Aber je nach Investition hätte ich meine Zweifel, ob das für den ersten Schritt so sinnvoll ist. Wenn das Thema für dich mehr Tiefe bekommt, ist das wohl nicht die richtige Lösung, und wird vemrutlich eine Änderung mit sich bringen. Aber das ist nur meine persönliche Meinung.
 
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meine Frau hat ein Celestron NextStart C8 EdgeHD bekommen und ich will mal versuchen damit ?kostengünstig? in die Astrofotografie einzusteigen.
Da stellt sich zunächst mal die Frage, was du dir unter "Astrofotografie" vorstellst:

(1) Mond und Planeten?

(2) "Deep Sky" Objekte, also Sterne, Nebel und Galaxien?

Das sind von der Technik her völlig verschiedene Kategorien!

Für den Mond und die Planeten reichen sehr kurze Belichtungszeiten bei großer Brenweite, idealerweise sogar im Videomodus, wobei die Qualität der Nachführung weniger wichtig ist, auch eine azimutale Montierung geht damit gut. Ein C8 mit gut 2 m Brennweite mit einer zusätzlichen Barlow wäre dafür gut geeignet. Fehlt dann halt noch eine geeignete Kamera.

Für "Deep Sky" gilt typischerweise so ziemlich genau das Gegenteil. Das ist dann gewissermaßen die Königsdisziplin, welche ein erhebliches Knowhow und eine entsprechende technische Ausstattung erfordert. Typischerweise sind lange Belichtungszeiten gefragt und das erfordert idealerweise eine qualitativ hochwertige Nachführung auf einer parallaktischen Montierung, gewöhnlich mit einem automatischen Startracker. Die native Brennweite vom C8 wäre vielleicht am Ende einer langen Lernkurve das Ende der Fahnenstange, aber sicher nichts für einen Anfänger. Der sollte für Deep Sky erst mal mit kürzeren Brennweiten loslegen.

Die eingangs gestellten Fragen zum korrekten Arbeitsabstand und Anschluss für die Kamera sind vergleichsweise trivial und sicher nicht mehr als 1% vom Ganzen.

Erst mal sollte sich Dietmar darüber klar werden, was er unter "Astrofotografie" versteht ...
 
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Guten Morgen Dane und Peter

zunächst einmal vielen Dank für eure ausführlichen Rückmeldungen!

Es war auch mein erster Ansatz - mit wenig Geld erst mal einsteigen. Die Kombi von Dane wäre für €150,- zu bekommen. Das klingt erst mal überschaubar um ein erstes Gefühl für die Fotografie von Mond und Planeten (die Frage, die Peter als erstes gestellt hat) zu bekommen. Durch die ca. 38mm lichte Weite sieht man die Vignetierung bei der Vollformat sicher - für die ersten Versuche wäre vmtl. ein Croppen akzeptabel.

Für Deep-Sky ist mir das Problem mit der azimutalen Montierung bewusst. Was ich allerdings nicht ganz verstehe, ist, dass diese kleinen Smart-Teleskope von ZWO & Co. ja auch nur eine azimutale Montierung haben und damit meiner Meinung nach „schöne” Bilder hinbekommen.

Mit der gleichen Verarbeitungslogik sollte doch auch das Bild eines „normalen” Teleskops mit azimutaler Montierung „hingerechnet” werden können.

Übersehe ich etwas?
 
Hallo Dietmar,

ja, genau das kann man machen. Die Stackingsoftware kann die Bildfelddrehung zwischen vielen kurzen Einzelaufnahmen herausrechnen. Das ist im Prinzip genau das Verfahren der erwähnten Smart-Teleskope. Der Unterschied ist, dass die Rotation innerhalb einer einzelnen Aufnahme nicht mehr durch Registrierung beseitigt werden kann. Also wenn die Sterne auf einer Aufnahme zu eiern werden. Deshalb arbeiten solche Geräte mit relativ kurzen Belichtungszeiten und zudem mit sehr viel kürzeren Brennweiten beziehungsweise wesentlich gröberen Abbildungsmaßstäben wie deine Kombi. Deswegen ist ein Vergleich nicht ganz ideal.

Beim EdgeHD 8 mit R5 II ist man bei rund 0,45″/Pixel statt etwa 2,4″/Pixel beim Seestar. Dadurch werden sowohl Bildfelddrehung als auch normale Nachführfehler wesentlich schneller sichtbar. Und dann kommen noch die f/10 dazu...

Was ich nicht beurteilen kann, aber auch bedenken würde: Die Nachführgenauigkeit der NexStar-Montierung in Kombination mit der hohen Auflösung deiner Kombi. Kann sie das leisten? Wieder als Beispiel: Ein Seestar mit rund 2,4″/Pixel verzeiht einen Nachführfehler von beispielsweise einer Bogensekunde vermutlich recht gut. Aber bei der Kombi wäre man bei 0,45″/Pixel.

Für spätere weitere Schritte gäbe es noch die Wedge: Polhöhenwiege NexStar Evo/SE und Celestron Origin
Ob das allerdings die ultimative Lösung ist, wage ich zu bezweifeln. Vielleicht als eine Art Übergangslösung... aber vielleicht kann dann hier auch jemand was aus realer Erfahrung berichten.

Wenn die Ausgabe nicht weh tut, würde ich es mit den Adaptern auf jeden Fall mal ausprobieren und die ersten Versuche wagen. An Mond oder Planeten kann man das sicher gut. Und bezüglich Deep Sky ruhig mal an M42, M13 oder M57 mit sehr kurzen Subs testen. Ich würde nur nicht dieselbe Arbeitsweise wie bei einer parallaktischen Montierung erwarten, wo man über mehrere Minuten problemlos belichten kann.
 
Ein kleiner Nachtrag: Da ich gerade selbst einige Themen mithilfe von KI visualisiere, habe ich das Thema Bildfeldrotation ebenfalls mal aufgenommen.

Bildfeldrotation_Paralaktische_Azimutale_Montierung.png
 
Hallo Dane

vielen Dank für die tolle Erklärung und die Zusatzinformationen sowie die berechtigten Fragen zu meiner Kombi aus C8 und Montierung!

Ich lass das jetzt alles mal sacken und hoffe jetzt erst mal wieder auf halbwegs wolkenfreie Nächte hier im Süden ...
 
Hallo Dietmar,

ich erstelle meine Grafiken immer mit ChatGPT, und lasse diese dann mit Claude und Gemini gegenprüfen. Die gefundenen Fehler der beiden KIs gebe ich dann wieder als Input in ChatGPT zur Korrektur. Das muss man teilweise mehrfach wiederholen, bis keine KI mehr meckert. Das Problem ist, dass nach einer Korrektur sich gerne neue Fehler an anderer Stelle einschleichen. Das erfordert immer wieder eine erneute Überprüfung. Selbst dann ist natürlich wie immer nie eine 100%ige Garantie gegeben. Für meine Zwecke ist das normalerweise akzeptabel.
 
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