Astrofotografie mit Dobson Volltubus

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cybersonic

Mitglied
Hallo

Ist es möglich bzw. hat jemand Erfahrungen mit einem 8" f/6 Dobson Volltubus und einer Passenden Montierung (EQ5, HEQ5) bezüglich Astrofotografie? Ist ja schon ziemlich groß so ein Tubus
 
Hallo,
was möchtest Du denn fotografieren und mit welcher Kamera?

Bedenke, daß auch das Equipment für die Nachführung noch Gewicht bringt und der Newton selber auch nicht grad leicht ist.
Bei dem langen Hebel des f/6 würde ich eher mind. eine EQ6 ansetzen. Das ganze auf einer Säule bringt nochmals Stabilität - und die ist das A und O der Fotografie.
 
Hallo..

Danke für die Antwort. Ich möchte gerne Deepsky Objekte fotografieren. Ich habe eine Canon EOS 450D
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo,
hmmm - hast Du Dich denn zu dem Thema schon mal intensiver belesen? Das Forum hier ist voll mit Ratschlägen für Fotografie-Einsteiger.

1,20m Brennweite sauber nachzuführen für Langzeit-Fotografie ist schon eine Herausforderung, bei der selbst manch erfahrener Kollege gelegentlich flucht.
Stimmt der Fokus, dann sind plötzlich Eiersterne auf dem Bild - ich will Dir nicht den Mut nehmen, aber es gilt einige Hürden zu überwinden. Und die sind mit einem 8" f/6 nicht grad niedrig!

Die Empfehlung für den Einstieg sieht meist anders aus: DSLR mit kurzen Brennweiten (M42-Festbrennweiten-Objektive) so zwischen 50-200mm piggyback auf den Newton schnallen und durch den Newton die Nachführung kontrollieren (Fadenkreuzokular oder gleich per WebCam/Notebook/Autoguiding).

Wenn Du damit erfolgreich bist und Gefallen dran findest, daß gesamte Gerödel zu transportieren und auf-/abzubauen, dann kannst Du Dich in der Brennweite steigern - aber zu dem Zeitpunkt weißt Du dann auch schon selber, wo die Reise hingehen soll (stabilere Montierung, kleiner APO, Foto-Newton ...).
 
Hallo Cyber,

es ist immer wieder irritierend, wenn jemand nicht einen Namen angibt, unter dem er angeredet werden will.

Ansonsten: Ich bin selbst davon überzeugt, dass man auch mit bscheidenen Mitteln Astrofotos machen kann. Aber ein Newton von 8" ist nicht bescheiden, er ist eine Lichtkanone.

Deine Fragestellung wurde hier in den Foren schon tonnenweise diskutiert und ist immer wieder schwer zu beantworten. Hier ein paar Links:

Allgemein:
http://www.svenwienstein.de/HTML/einsteiger-astrofotografie.html
Ein Workshop:
http://hatschie.de/EBV/Astro_gross/start.html

Eine alternative Meinung:
http://www.astroplatz.de/einsteigerteleskop.htm#foto

Du bekommst auch mit kleineren Brennweiten echte DeepSky Fotos. Bedenke, dass du auf einer HQ5 auf jeden Fall noch Motoren, eine Steuerung und eine Nachführkontrolle brauchst, möglicherweise noch eine Parallelbefestigung, ein Leitrohr. Und dann die Fokussierung ...

Wenn du dir Appetit holst bei den Spitzenaufnahmen, dann wird es teuer. Du kannst dir aber auch hier Appetit holen:
http://www.christoph-kreher.de/Astrobilder/DeepSky/index.html

Du musst nur wissen, in welcher Gewichtsklasse du boxen willst.

Mit Gruss, Joachim
 
Hallo Cyber,

ein 8" f6 Dobson hat eine Brennweite von 1200mm. Daran kommt die APS-große Kamera mit einem Verlängerungsfaktor von 1,5. Das macht ca. 1800mm effektive Brennweite bezogen auf den Chip.

Dazu brauchst Du minimal eine EQ-6 Foto, ansonsten wackelt alles nur. Und Du brauchst stabile Rohrschellen, da nützen diejenigen von GSO oder Skywatcher wenig.

Hinzu, wie bereits geschrieben, ein Leitrohr und ggf. zusätzliche Gegengewichte.

So könnte es klappen, aber die Investitionen samt Leutrohr dürften sich um die 2000 Euronen bewegen.

CS
Winfried
 
Hallo Winfried,

das APS-Format ist ein Relikt auf der fotochemischen Zeit und hat nichts mit digitalen Spiegelreflexkameras zu tun. Auch wenn die Größe der verbauten Bildsensoren vieler DSLR's von Canon oder Nikon dem APS-Format ähnlich sind, gibt es doch wohl einen gewaltigen Unterschied zwischen den veralteten fotochemischen Kram und moderner Digitaltechnik. Der "Verlängerungsfaktor", auch genannt "Cropfaktor" oder "Vergrößerungsfaktor", ist eine Erfindung irgendwelcher Marketingheinies, mit einen ziemlich dummen Vergleich die unterschiedlich dimensionierten Bildfelder zwischen den Kleinbild(36x24mm) und den gängigen Chipgrößen(z.B. 22,2x14,8mm der 350D) zu erklären. Es gibt keine "effektive Brennweite bezogen auf den Chip", da wird die Brennweite nicht "verlängert", das ist physikalisch betrachtet völliger Blödsinn. Gerade du als Profifotograf, der damit seine Brötchen verdient, solltest das wohl am besten wissen.

In der Astrofotografie spricht man von Bildfeldern. Schon allein deswegen, weil die Objekte Größenangaben besitzen. Wäre ja dumm, etwas zu fotografieren was nicht nicht ins Bild passt.

Um nicht ganz so OT zu werden:
Das Bildfeld einer 450D bei 1200mm Brennweite beträgt 42,3 x 63,4 Bogenminuten. Berechnet mit CCDCalc.

-> Cyber
1200mm Brennweite zu guiden ist schon eine Herausforderung. Ich weiss welche Probleme ich anfänglich hatte, "nur" 750mm(6"f/5) in den Griff zu kriegen. Ich fotografiere auch gern mit einem 300er Tele oder mit 135mm. Solche weiten Felder haben ihren Reiz.

Grüsse,
Matthias
 
Zitat von Refek:
Der "Verlängerungsfaktor", auch genannt "Cropfaktor" oder "Vergrößerungsfaktor", ist eine Erfindung irgendwelcher Marketingheinies, mit einen ziemlich dummen Vergleich die unterschiedlich dimensionierten Bildfelder zwischen den Kleinbild(36x24mm) und den gängigen Chipgrößen(z.B. 22,2x14,8mm der 350D) zu erklären. Es gibt keine "effektive Brennweite bezogen auf den Chip", da wird die Brennweite nicht "verlängert", das ist physikalisch betrachtet völliger Blödsinn. Gerade du als Profifotograf, der damit seine Brötchen verdient, solltest das wohl am besten wissen.
"Matthias

Ich bin zwar kein Berufsfotograf, aber bin in Fotoforen unterwegs und aktiv. Die Bezeichnung "APS-C" ist mittlerweile Umgangssprache. Ob richtig oder nicht, jeder weiß dort, was gemeint ist. Dass Berufsfotografen solche Bezeichnungen für die Größe von Bildsensoren benutzen, ist dieser Tatsache geschuldet und dient nur einer relativ effektiven Kommunikation unter Fotoapparatbenutzern. Kein Grund, einen Berufsfotografen zu tadeln. ;-)
Ebenso "falsch" wäre es, bei 24 x 36 mm -Format von Vollformat oder Kleinbildformat zu sprechen. Allerdings ist dieses Format gegenüber dem Mittel- oder Großformat eine gängige Bezeichnung. Kleinbild für Film und Vollformat für Sensorgröße.

Was den Cropfaktor angeht, ist es üblich, von "scheinbarer Brennweitenverlängerung" zu sprechen. Gemeint und oft auch so genannt, ist der Bildwinkel im Vergleich mit der entsprechenden Brennweite bei Kleinbildformat, kurz "KB-Äquivalent". Die "effektive Brennweite bezogen auf den Chip" bzw. das Aufnahmeformat meint genau das, ist nur umständlicher formuliert.

Gruß hamma
 
Hallo hamma,

in der Astronomie macht der Crop-Faktor keinen Sinn. Da habe ich einen Chip und eine klar definierte Brennweite. Punkt. Wenn ich mit der Webcam am Teleskop einen Planeten fotografiere, habe ich den Cropfaktor 10. Findest Du das angebracht? Was kann eine solche Aussage bewirken, außer Verwirrung? Die für die Aufnahme wichtigen Daten sind und bleiben Brennweite und Chipgröße. Was nützt mir die Aussage, daß ich in Breite und Höhe zehnmal mehr hauptsächlich an Umgebung draufbringen würde, wenn mein Chip Kleinbildformat hätte, welches ich nun eben nicht habe?

Gruß

Kurt
 
Hallo,

wenn ihr es rein mathematisch betrachtet, mögt ihr ja recht haben.
Von seitens der Fotografie sehe ich das aber aus einem anderen Blickwinkel: ich muß als "Objektiv" entweder 1200mm oder 1800 mm "verwacklungsfrei halten". - Das ist schon bei 1200mm schwer, bei 1800mm fast unmöglich.
Das bezieht sich (oder beziehe ich) auch auf die Astrofotografie. Mit 1200mm wird es schwierig, mit einer mittelmäßigen Monti saubere Aufnahmen zu erreichen, bei 1800 mm bezogen auf das Aufnahmeformat brauche ich eine massive Montierung.

Genau das wollte ich damit zum Ausdruck bringen.
Ich weiß sehr wohl, von was ich spreche und weiß auch, daß mein Superweitwinkel von 121 mm (Schneider Super-Angulon) an der 18/24cm Fachkamera zwar ein WW, an der KB jedoch eine "längere Brennweite" ist. Längere Brennweite deshalb, weil ein "Tele-Objektiv", wie es oft genannt wird, auch etwas völlig anderes ist als eine "Fernbildlinse", wie man richtigerweise sagen müsste.
Gleiche Brennweite bedeutet gleiche Schärfentiefe bei gleicher Blende, gleich welche Kamera und welcher Bildausschnitt dahinter steht. Trotzdem vergleiche ich einfachheitshalber die Brennweite einer Optik mit dem Ergebnis, das eine x oder y Kamera damit erzielt. Crob-Factor oder ähnliches interessiert mich in der Fotografie dabei wenig. Das Ergebnis, das ich mit dieser oder jener Optik erziele, zählt.

Dabei gebe ich gerne zu, daß ich abbildender Fotograf und kein Astrofotograf bin.
Zu Matthias explizit, Zitat: "...Unterschied zwischen den veralteten fotochemischen Kram..."
- Dazu würde ich normalerweise garnichts sagen. Trotzdem: ich fotografiere analog UND digital. Und meine 13/18 und meine 18/24 cm Fachkameras sind jedem, auch wirklich JEDEM Digitalsystem, das auf dem Markt ist, noch haushoch überlegen. Ich setze an der Mittelformat auch Digitalrückteile ein. Bis 64 Megapixel Auflösung. Zuigegeben, die hat hervorragende Ergebnisse, kommt aber an die 13/18 Kamera bei weitem nicht ran. Weder in der Automobilfotografie im Atelier noch in der Möbel- oder schon garnicht in der Architekturfotografie!

CS und absolut nicht böse gemeint,
Winfried
 
Hallo Kurt,

darauf wollte ich ja hinaus. Brennweite bleibt Brenweite. Wenn alle das gleiche Aufnahmeformat nutzen, kann auch jeder was mit dieser Angabe anfangen und das Ergebnis ist reproduzierbar. Kommen aber unterschiedliche Aufnahmeformate zur Anwendung, braucht es ein vergleichendes Kriterium. Ich finde es gut, dass es üblich ist, die Aufnahmedaten unter die Bilder zu schreiben. Wenn da z. Bsp. eine 350D drunter steht mit 200mm Brennweite, kann ich daraus folgern, welche Brennweite ich mit meiner Kamera verwenden müsste, um diesem Bildwinkel nahe zu kommen. Sei es eine Kleinbild- oder eine Mittelformatkamera. Würde da jetzt anstatt der 350D die Angabe 320mm KB-Äquiv. stehen, könnte ich das ebenfalls.

Bei der Bezeichnung: "...bezogen auf den Chip" müsste ich jetzt erstmal rausfinden, welche Kamera benutzt wurde. Ist zwar etwas umständlicher, aber am Ende hätte ich auch die relevanten Daten.

Solche Angaben sind also dann angebracht, wenn verschiedene Astrofotografen verschiedene Aufnahmemedien benutzen.

Gruß hamma
 
Hallo Winfried,

wenn ich abschätzen will, wieviel Schlamperei ich mir beim Nachführen erlauben darf, dann überlege ich mir, unter welchem Winkel ein Pixel erscheint, wenn ich es aus Brennweitenentfernung anschaue. Das hat aber mit der realen Brennweite zu tun und nichts mit einer nirgends vorhandenen. Das hat auch überhaupt nichts damit zu tun, wie groß der Chip insgesamt ist.

Gruß

Kurt
 
Für deine Rechnung brauchst du den konkreten Pixelabstand auf dem Chip, da steckt die Chipgröße doch schon drin, weil auf einen Vollformatsensor im allgemeinen größere Pixel drauf sind. Man kann aber auch sagen, ich brauche keine wirklich Pixelgenaue Nachführung, sondern der Fehler soll im späteren Bild (als Beispiel 13x18 Ausbelichtung) eine gewisse Größe (z.B. 0,1mm) nicht überschreiten. Da kommt der sog. "Crop-Faktor" dann ins Spiel: um ein Foto vom APS-C Sensor auf ein bestimmtes Format zu bringen muss ich gegenüber Vollformat ca 50% stärker nachvergrößern; ergo muss der Absolute Fehler (in mm auf dem Chip) für das gleich Ergebnis kleiner sein. Da ist es dann aber einfacher einfach mit der Äquivalent-Brennweite zu rechnen, was Winfried oben vorgeschlagen hat.
 
Hallo Kurt,

natürlich gebe ich Dir in der Sache recht.
Für mich ergibt sich aber aus der Summe aller Dinge die Abbildung. Und dabei verhält es sich folgendermaßen: ein Bild, aufgenommen mit der Webcam, zeigt mir den Jupiter formatfüllend in einer Vergrößerung von sagen wir mal 18/24 cm. Bei der KB-Aufnahme ist Jupiter natürlich erheblich kleiner, da ich mehr "unnützes" Umfeld habe. - Dafür sehe ich die ggf. vorhandene Unschärfe des Bildes weniger, was bei der Nachführung eine gewisse Ungenauigkeit zuläßt.
Größere Objekte wie Galaxien sehen auf dem Abzug auch dann noch gut aus, wenn sie nicht 100%-ig scharf sind. Die Galaxie einzeln würde ein Bild ergeben, das ich mir nicht mehr anschauen möchte. - Wie gesagt, rein visuell und auf den Betrachtungsabstand bezogen.

Was ich damit eben sagen wollte ist, - was ansich jeder weiß, daß ich mir mit kürzeren Brennweiten leichter tue als mit langen. Daher denke ich, - auch wenn mathematisch falsch, daß man schon den Vergleich Brennweite zu Chip/Filmgröße anbringen kann. Zumal es beim Frager ja darum geht, was ist mit "normalen" Mitteln möglich. Es geht hier ja nicht um High-Tech-pretty-picture-Aufnahmen. Will ich solche machen, dann muß ich, das stimmt, schon Deinen Weg der Berechnung voll mit einbeziehen.

Aber ich bin nun mal mehr der "Genußspechtler" ohne Ambitionen auf Super-Aufnahmen...

Nix für Ungut,
Winfried
 
Hallo zusammen

Für die Cropper und nicht-Cropper hab ich hier mal nen Thread gestartet: Der Cropperei ein Ende bereiten

Für den TO dürfte es praktischer sein, sich dort weitere Infos zu holen bzw. wenn dort weitere Meinungen zusammen getragen werden.

Wegen Dobson und Fotografie würd ich mir mal den Link ansehen: http://www.iceinspace.com.au/index.php?id=63,201,0,0,1,0

Allgemein halte ich es aber für sinnvoller, mit einer separaten fotografischen Ausrüstung loszulegen.
Da eine DSLR bereits vorhanden ist würd ich zum Ausprobieren erstmal mit Strichspuraufnahmen anfangen.
Für "richtige" Astrofotografie dann entweder eine Barndoor basteln, oder eine separate motorisierte Montierung kaufen.
Entweder die EQ1 mit Motor als Barndoorersatz, oder bei dickerem Budget und größeren Ambitionen eine GP mit Leitrohr.
Irgendwann dann mal eine Aufnahmeoptik wie ein kleiner ED oder ein 6" Newton...
Aber bis dahin weiss der TO selbst schon etwas genauer, was er möchte und was er benötigt.

CS
Jürgen
 
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