Astrofotografie mit kleinen Teleskopen

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

JuliusSchmidt

Aktives Mitglied
Hallo Forum!

Ich möchte hier ein kleines Video teilen, dass ich auf YouTube gefunden habe. Ich richte mich damit speziell auch an alle anderen Anfänger.

Ich finde es zeigt kurz und prägnant was mit kleinem Equipment alles möglich ist.

Ich als Anfänger habe auch das Problem, das ich am liebsten gleich das größte und beste und tollste möchte. Am besten gleich aufs erste mal Fotos machen die besser sind als die von Hubble etc.

Das Video ist auf Englisch, aber ich denk man versteht auch ohne Ton welche Nachricht der Herr Chemberlain hier vermitteln möchte.

Mich persönlich hat das Video dem Boden der Realität ein gutes Stück näher gebracht im Hinblick auf die Auswahl meines Equipments.

Viel Spass dabei.

https://www.youtube.com/watch?v=9PTOa0d1Rko
 
Hi Julius,

ja, das Video zeigt sehr schön, daß man mit "kleinem" Equippment was machen kann.

Was leider ein bissy zu kurz kommt, ist daß all die gezeigten Bilder "Stackingergebnisse" sind. Also viele kurzbelichtete Bilder (3 Minuten pro Einzelbelichtung) miteinander gemittelt. Und daß das nur funktioniert, wenn man sehr genau einnordet (Polaris also über die ganze Zeit im kleinen Kreis auf dem großen Kreis im Polsucherfernrohr bleibt).

Wobei "klein" natürlich relativ ist. Eine Montierung wie im Video kostet schon rund 600 Euro (Stativ, EQ 3-2, Polsucher, Nachführmotoren, Synscansteuerung, Akku für Stromversorgung), dazu kommt noch der Preis für ein Telesköpchen oder Festbrennweiten-Fotoobjektiv mit 300 mm Brennweite.

Mit Stellarium kann man sich das Gesichtsfeld der Kamera anzeigen lassen in Abhängigkeit zur verwendeten Brennweite der Optik. Man muß dann "nur noch" zum Gesichtsfeld passende Motive wählen und genügend Belichtungen machen. So 2-4 Stunden pro Motiv. Und dann die Bildbearbeitung lernen. :)

Es gibt am Himmel für jede Jahreszeit mehrere Motive, mit denen man sich austoben kann.

Hat man dann nach 2-3 Jahren die mit 2-3 Minuten Belichtungszeit machbaren Motive "abgegrast", kann man mit weiterem Geldeinsatz (Autoguidingkamera, H-Alpha Filter, O-III Filter) die nächst schwierigere Hürde nehmen. Belichtungszeiten von 5-10 Minuten pro Einzelbild und Gesamtbelichtungszeiten von 5-10 Stunden realisieren und dann sind viel mehr Motive prinzipiell machbar. Immernoch mit diesen kurzen Brennweiten um 300 mm. ;)

Hier mal ein paar Beispiele dafür, was mit 300 mm Brennweite mit und ohne Filtereinsatz machbar ist.

 
Hi,

klar kann man mit kleinem Equipment auch gute Bilder machen. Es ist oft nur eine Frage der Gedult. Und genau da mangelt es am häufigsten wenn man mit dem Thema Astrofotografie beginnt. Das war bei mir auch so.
Ich habe inzwischen einen 8" & 10" Newton. Aber mein liebstes Spielzeug ist im Moment mein 4" Babygraph (auch Newton). Das Teil hat gerade mal 89€ gekostet. Mit etwas Eigenleistung ist das ne schöne Fotomaschine die auch von kleinen Montierungen gut getragen wird.

Gruß Markus
 
Hallo conehead und Sternenfee,

Niemand hat behauptet, dass Astrofotografie einfach und günstig wäre xD. Geduld sollte man auf jeden Fall mitbringen.

Ja stimmt, das Video ist sehr knapp gehalten was dann noch wirklich hinter der Bildbearbeitung steckt etc. aber ich wollte jetzt auch keine allumfassende Anleitung präsentieren. Die gibts warscheinlich auch garnicht.

Nein ich verstehe eure Punkte natürlich voll und ganz, aber es sieht trotzdem deutlich bescheidener und übersichtlicher aus, als viele Privatsternwarten mit Equipment das wohl fast schon im 6 stelligen Bereich liegt. Das suggeriert halt immer, dass du "... genau DAS brauchst um überhaupt Bilder machen zu können".

Für mich als Anfänger bringt das einfach nur eine gewisse Erleichterung, dass ich mich jetzt nicht in unkosten stürzen muss.

@Sternenfee

Zu den Bildern der Sternwarte Zollern-Alb: Die finde ich schon extrem reizvoll wie sie sind. Auch ohne die feinsten Farbnuancen die die ganzen Könner da noch rauskitzeln. Wenn ICH solche Fotos machen würde, hätte ich lange meine Freude dran
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi Julius,

diese Bilder sind von mir mit einem aspachuralten Orestegor Teleobjektiv gemacht worden. Das habe ich bei Ebay für 35 Euro abgegriffen, weil der Verkäufer es in eine falsche Rubrik reingestellt hatte. ;)


Als Sammlerstück hätte er ne Null mehr an Preis rausschlagen können. So hab ich es als Schnäppchen bekommen. :) :D

Manche entstanden auf meiner Sphinx, manche auf einer ebenfalls martelalten NP mit Aluschlabberstativ, der ich vor 2 Jahren nen Autoguidinganschluß hinten an der Steckerleiste von ihrer MTS-3 von Boxdörfer spendiert hab. Das waren meine bescheidenen Anfänge bezüglich Deepsky-Fotografie. Und manchen Bildern sieht man auch an, daß ich ebenfalls mit der BB gekämpft hab.

Die bunten Bilder entstanden meist unter dunklem Brittheimer Landhimmel, die s/w Versionen mit dem H-Alpha Filter sind alle mitten aus Ludwigsburger Großstadthimmel heraus aufgenommen...

Also, nur Mut und Geduld, dann wird das schon...
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben