Astrofotografie mit Nikon D7000 und Mac 90/1250

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sirsalomon

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Ich habe mal eine Frage, bevor ich großes Geld verbrennen will :)

Folgende Überlegung steht bei mir an:

Mit meiner D7000 und einem 70-200 1:2,8 Objektiv möchte ich gerne Erfahrungen sammeln. Dafür Habich mir auch die Montierung Skywatcher AZ-GTi bestellt.

Nun überlege ich, ob ein Bresser MC 90/1250 eine Alternative ist, oder ob ich damit völlig auf dem Holzweg bin?

Geplant habe ich Planeten und eventuell Galaxien/Nebel zu fotografieren.

Ist der Tubus dafür tauglich oder nicht?
 
Hallo,also die D7000 ist mit dem 70-200 sicherlich für Planetarischenebel,Emissionsnebel,Sternhaufen,Sternfelder.. wie auch für weiträumige Himmelsaufnahmen geeignet !

Für Planeten ist die D7000 nicht geeignet,in der
Planetenfotografie werden Videocams mit kleinen Sensoren und hohen Bildraten verwendet,gleichzeitig Teleskope mit langen Brennweiten und großen Öffnungen eingesetzt.Beim Jupiter zb.3500mm Brennweite oder mehr, je größer die Öffnung desto besser!

Für Galaxien, die ausser wenigen Ausnahmen sehr lichtschwach und weit entfernt sind werden lichtstarke Teleskope mit Brennweiten um 800 mm aufwärts verwendet,
(Ausnahme Andromeda,Magelanwolken....)allen gemein ist die hohe Lichtstärke der Optiken !!!!!!

In wie weit die Montierung den Anforderungen der Nachführgenauigkeit entspricht kann ich nicht sagen, nur so viel sei erwähnt Belichtungszeiten von wenigstens 2-3 Minuten je Einzelbelichtung müßte schon machbar sein um nach 2-3 Std ges.Belichtungzeit brauchbare Ergebnisse zu erzielen !

Es gibt hier im Forum Kollegen die Einzelbelichtungen von 30sec machen dafür mehrere hundert Aufnahmen hintereinander, deren Ergenisse auch ganz schön aussehen !

Ob du mit dem Bresser 90/1250 zufrieden sein kannst ist eine Frage der Ansprüche die jeder unterschiedlich hat.Ich würde das nicht sein, aus verschiedenen Systembedingten Gründen.( kleine Öffnung / Kontrast .... )


Hoffe ich konnte dir ein wenig helfen !

Grüße

Christian
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi Fremder (wir sprechen uns hier gern mit Vornamen an)

'irgendwie' geht alles irgendwie... aber mit der Zusammenstellung bist Du eher auf dem Holzweg.
1. Für Planeten nimmt man eine möglichst schnelle und empfindliche Videokamera und ein Teleskop mit möglicht großer Öffnung, um sich die erforderliche Brennweite von mehreren Metern erlauben zu können. Typischerweise nimmt man dafür einen Dobson (größte Öffnungs fürs Geld) auf einer EQ-Plattform und dazu eine "Planetenkamera"

2. Für Nebel/Galaxien nimmt man üblicherweise eine parallaktische Montierung - man benötigt dafür mehrere Minuten pro Einzelbelichtung. Es gibt mittlerweile zwar auch erstaunliche Aufnahmen mit sehr kurzen Belichtungszeiten, aber einer anderen Aufnahmetechnik als mit einer DSLR.

cs
Jürgen
 
Es gibt mittlerweile zwar auch erstaunliche Aufnahmen mit sehr kurzen Belichtungszeiten, aber einer anderen Aufnahmetechnik als mit einer DSLR.
Hallo Jürgen,
was meinst Du mit dieser Aussage? Kannst Du hier ein paar Link zu der "schnellen" Methode setzen. Diese Methode würde mich (und eventuell auch andere Neulinge) vor dem Hintergrund der Schwierigkeiten mit Nachführung schon gerne interessieren.

Danke und cs
Witold

Mit der Nikon D7000 und dem tollen und superscharfen Objekiv kann man sehr gut die ersten Schritte machen und die Probleme der Langzeitfotografie lernen (habe es selbst und konnte damit einige sehr schöne Ergebnisse auch bereits am Jupiter und seinen Monden - auch wenn sehr micrig aber es ging - u. vor allem an ausgedehnten DSO Objekten wie z.B. M 42 und M 31, M 45 u.v.a. damit verwirklichen).
Wie schon oben bemerkt: Du brauchst in erster Linie eine stabile Montierung mit Nachführung. Damit kannst Du die ersten Schritte bei Langzeitfotografie machen (bei guter Einnordung und kurzen Brennweiten bis 300mm locker 2-3 Minuten mit eventuellen kleinen Korrekturen am geeigneten Leitrohr).
Bevor Du Geld verbrennst, schaue bei einem Astro-Verein vorbei oder bei versierten Astrofreunden, welche in Deiner Nähe unterschiedliche Optiken nutzen. Mein persönlicher Tip: kauf Dir von Anfang an möglichst gute und solide Ausrüstung (Deine Nikon und das Objektiv sind keine Billigware aus dem Kaufhaus!). Qualität hat in unserem (von der Nachhaltigkeit weit weit entfernten) Wirtschaftssystem halt ihren künstlich hochgeschraubten Preis. Du kannst natürlich minderwertige Ausrüstung Dir zulegen und dann basteln und modifizieren (geht alles) aber dann kannst Du direkt Dir alles selbst bauen (manche machen das). Ich bin mit guten gebrauchten Sachen bis jetzt sehr zufrieden: Montierungsmäßig geht sehr gut eine gute NEQ-6 oder Vergleichbares vom Celestron & Co. wäre ein solider Einstig und beste Grundlage für ein vernünftiges optisches System. Für Planeten und DSO gibts nur wenige gute universelle Tuben: mein persönlicher Tip: ein kleiner guter Refraktor (z.B. der Volksapo 80/600 mit gutem OAZ) und für anspruchsvollere Einsetze visueller und fotografischer Art ein Celestron 9,25" (am besten mit einem Hyperstar: damit kannst Du eigentlich alles abdecken: von DSO über Planeten und kleineren und schwächeren DSOs etc.) oder ein guter Newton mit f/5 (oder besser mit f/6 und höher, wenn Du damit schwerpunktmäßig Mond und Planeten fotografieren möchtest). Bei Planeten bedenke, dass bis 2022 keine gute Planetenverhältnisse in unseren Breitengraden herrschen). So viel meiner "Soße"dazu.
Laß Dich am besten bei praktizierenden Astrousern möglichst vor Ort in Aktion beraten und teste möglichst viele verschiedene Röhre, bevor Du Dir selbst ein zulegst. Alles andere heißt, wen man Pech hat: viel ausgegebenes Geld, sinnlos verlorene Zeit und viel Frust, bis Du das richtige alleine herausfindest.
Gute Entscheidung und viel Erfolg.
 
Hi Witold,

wie die Methode offiziell bezeichnet wird, ist mir nicht bekannt. Im Prinzip werden einfach sehr kurz belichtete Aufnahmen won wenigen Sekunden gemacht, aber dafür tausende. Mitunter geht das sogar mit ruhender Kamera. Bei einer DSLR hätte das aber den Nachteil, dass der Verschluss schon nach wenigen Nächten seine typische Lebendsauer hinter sich hätte, daher nimmt man dafür 'Planetenkameras' oder größere, aber eben ohne mechanischen Verschluss.
Mittlerweile geht das sogar mittels Lifestacking, wie in den Threads zum eVscope zu sehen ist.

Was die Montierung angeht - eine EQ6 muss es nicht gleich sein, wenn man eh mit kurzen Brennweiten starten möchte. Aber eben unbedingt eine Parallaktische und keine Alt/Az, wie im Eingangspost angegeben.

cs
Jürgen
 
Hallo sirsalomon,

mit der vorhandenen Kamera und dem Objektiv könntest Du erst einmal mit Nebeln und Glaxien anfangen. Also ohne Teleskop. Da wäre dann auch eine weniger stabile und teure parallaktische Montierung notwendig. Vielleicht geht auch hier mit Selbstbau etwas, Stichwort Barndoor - Montierung.

Für Planeten und Mond verwende ich einen 8" oder 12" Dobson auf einer selbst gebauten manuellen Nachführplattform. Anleitungen dazu gibt es reichlich im Netz. Da es mir unter anderem aber an professionellen Werkzeug fehlt, habe ich auf die Motorisierung verzichtet. Eine Planetenkamera kann über 100 Bilder pro Sekunde aufnehmen, da reichen schon wenige Sekunden Aufnahmen aus um gute Ergebnisse zu erzielen. Daher muss die Plattform gar nicht so exakt gebaut werden.

Gruß,
Holger
 
Das hört sich alles sehr spannend an.

Nachführung ist ja, hoffentlich, keinThem mehr, wobei ich aber dennoch vermute, dass ich um eine Langzeitbelichtung nicht herumkommen werde.

Aber mal sehen, erstmal muss morgen die Nachführung kommen und dann sollte das Wetteraufklaren, sonst wird da eh nix :)

Vielen Dank euch allen, ich werde berichten :D
 
Hi,
Zitat von sirsalomon:
Nachführung ist ja, hoffentlich, keinThem mehr
Wie schon erwähnt - die von dir ausgewählte Nachführung eignet sich nur für sehr kurze Belichtungszeiten, Prinzipbedingt. Das ist eine azimutale Montierung, die verursacht je nach Region mäßige bis starke Bildfelddrehung, d.h. Strichspuren nach einigen Sekunden. Bei Planeten ist das recht egal, wobei die dafür zu wenig Öffnung verträgt und Du eine andere Kamera bräuchtest, bei Deep Sky - also Langzeitbelichtungen für Nebel, Galaxien etc. - aber fatal.
"Nachführen" kann die zwar - aber halt nur visuell. Für Astrofotografie braucht es einen ganz anderen Montierungstyp, egal ob mit GoTo oder ohne. Eben eine parallaktische Montierung.
Ich würd das Teil als Fehlkauf abstempeln, das Paket annehmen, aber nicht öffnen und mich mit dem Händler in Kontakt setzen, um etwas für dein Vorhaben geeignetes anzuschaffen, ohne fast 400€ für etwas vollkommen ungeeignetes rauszuwerfen.

cs
Jürgen
 
… kann mich nur Jürgen anschließen: mit Händler sprechen und diese Monti gegen eine andere (am besten eine prallaktische) tauschen.

Es gibt auch recht gute azimutale Gabel-Montierungen z.B. von Meade (LX200) oder von Celestron (NexStar) aber da bist Du (normalerweise) immer auf die Optik, die hier eingebaut ist angewiesen. Es heißt denn, Du modifizierst das ganze. Es geht alles. Mit einer Polhöhenwiege kannst Du die Montierung dann auch parallaktisch aufstellen. Das hat jedoch nur einen Sinn, wenn man stationär ist in einer Sternwarte / Hüte oder festen Gartensäule arbeitet.
Eine NEQ-5 wäre für den Start bestimmt o.k. und später als eine leichtere Reisemontierung. Alternativ würde auch eine ältere gebrauchte Vixen GP mit 2 Motoren gehen. Tja das alte leidige Thema.
Ich würde ich zuerst an Deiner Stelle mit anderen treffen und schauen mit welchen Montierungen und Teleskopen sie Erfolg haben. Lieber abwarten und sparren und etwas Vernünftiges kaufen. Dann hat man sofort auch beste Potentiale und erzielt auf Anhieb sehr gute Ergebnisse und hat lange Zeit Freude, während andere gefrustet hin und her die mittelmäßigen Sachen nur hun und her schieben..
Bedenke: jede Kette ist so stark, wie das schwächste Glied. Leider.
Gute Entscheidung und viel Erfolg und cs
Witold
 
Also wäre die Montierung "Skywatcher Mini Star Adventure" besser geeignet?

Ich habe gerade das Gefühl, dass ich völlig überfordert bin...
 
Hi,

die 'mini' ist mit deiner Ausrüstung schon an der Grenze - kann man mit etwas Erfahrung zwar sicherlich hinbekommen, aber wenn selbst die Händler sagen, 'bis 100mm Brennweite', würde ich als Einsteiger davon die Finger lassen - auch wenn es einige erfolgreiche Berichte gibt mit 200mm und immerhin 1 Minute Belichtungszeit.
Etwas kleineres als den 'normalen' Star Adventurer würd ich mir an deiner Stelle nicht anschaffen. Den hab ich auch, allerdings für Bergwanderungen.
Falls Du nicht ständig zu Fuß unterwegs bist und da eh ein massives Kamerastativ dabei hast, würde ich eher in Richtung EQ3 schielen. Falls Ineresse aufkommt, wäre damit auch ein wenig Luft nach oben - also was Du eh schon hast, wird solide getragen, aber falls dich die Astrofotografie packt wär damit auch Autoguiding möglich bzw. ein kleines Teleskop, das das auch verlangt.

cs
Jürgen
 
Hallo sirsalomon,

ich sehe das wie Jürgen. Ich selbst hatte von meinem ersten Teleksop noch eine alte Eq2 Montierung auf Alustativ. Daher konnte ich die verwenden und eine eigene Nachführung basteln.

Wenn ich da nichts vorrätig gehabt hätte würde ich mich wahrscheinlich auch für die EQ3 mit Nachführung entscheiden.

Einfach mal nach EQ3-Astrofoto suchen, da gibt es Komplettangebote.

Gruß,
Holger
 
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