Astrofotografie: nächster Schritt

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holger_wo

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Hallo zusammen!

Ich beschäftige mich seit einiger Zeit mit der Astrofotografie. Ich habe eine Canon EOS 450D und damit bisher hauptsächlich Sternfeldaufnahmen und Startrails, sowie den Mond, die Milchstraße und durch ein Teleobjektiv Jupiter mit Monden fotografiert. Es ist alles ziemlich spannend und ich merke, wie die Fotos mit der Zeit besser werden und auch die digitale Bearbeitung routinierter wird.
Nun möchte ich jedoch noch einen Schritt weitergehen und habe daher überlegt, vielleicht den Mond detaillierter abzubilden, da ich nur das Canon 55-250 mm Objektiv habe. Die Abbildungsleistung ist OK. Jetzt stellt sich die Frage: soll ich für detailliertere Mondaufnahmen ein größeres Teleobjektiv anschaffen, einen Refraktor, eine Russentonne oder, oder, oder?
Ich habe keine Montierung, sondern verwende ein Berlebach-Report-Stativ, auf dem ich auch ein Großfernglas von TS zum Beobachten nutze. Meine jetzt zu planende Neuanschaffung soll nur fürs Fotografieren gedacht sein und sich auf diesem Stativ vernünftig einsetzen lassen können. Ich wohne im Ruhrgebiet, allerdings am Stadtrand. Die Lichtverschmutzung ist dennoch immens und ich muss mobil sein.

Momentan denke ich daran, dass ich mich weiter am Mond versuchen soll, allerdings mit "größerem Gerät". Was könnte ich sonst noch machen? Ich bin für alle Tipps und Vorschläge dankbar.

Liebe Grüße

Holger
 
Hi Holger

Für den Mond empfielt es sich eher, Videos aufzunehmen - für gute Aufnahmen benötigt man entweder ganz hervorragende Bedingungen wie gute Durchsicht und vor allem Luftruhe. Letzteres kann man eben über Videos noch recht gut kompensieren. Gern werden dafür zum Einstieg Webcams verwendet, nur ohne deren Objektiv. Das machts dann aber weniger mobil, dann man eben noch Netbook/Laptop draußen benötigt.
Die mobilere Variante wäre, eine Videofähige DSLR oder Systemkamera zu nutzen, die pixelgerecht aufnehmen kann (die PENs von Oly können/konnten das, ebenso wie die 3stellige Canons ab der 550d) oder aber man geht über Okularprojektion und nutzt eine Digicam im Videomodus. Was damit möglich ist, zeigen z.B. die beiden Jupiterbilder rechts von dem Beitrag in der Galerie - wobei man sagen muss, dass es der Bildautor schon verdammt gut drauf hat...
Beim Mond bietet sich dann zudem an, nur sehr kleine Ausschnitte Aufzunehmen und dann zu einem Mosaik zusammenzufügen. Auch davon gibts in der Galerie grad aktuell ganz oben ein Beispiel.


Also, in welche Richtung solls gehn?

cs
Jürgen
 
Hallo Holger,

zum Einstieg hatte ich im Internet diverse Artikel recherchiert.

Sehr weitergeholfen hat mir auch das Buch von Stefan Seip "Himmelsfotografie mit der digitalen Spiegelreflexkamera". Die Investition hielt sich mit 14,90 Euro in Grenzen. Das Buch gibt es glaube ich nur noch gebraucht. Bei Interesse könnte ich dir die ISBN hier einstellen und du könntest in einer Buchhandlung nachfragen, ob sie es dir eventuell doch noch bestellen können.

Viele Grüße & CS
Stefan
 
Hallo Holger,

für den Mond sollte eine Russentonne oder ein 90-mm-Mak reichen, wenn er komplett darauf soll.

Bei Brennweitenverlängerung mittels Barlow oder Telekonverter geht das Öffnungsverhältnis allerdings auf sehr mickrige Werte, also wird man für einen Ausschnitt (Detailaufnahme) sinnvollerweise ein Teleskop mit mehr Öffnung nehmen.

Da man bei Mondaufnahmen kein Problem mit Lichtverschmutzung hat, braucht so ein Teleskop nicht mobil zu sein.

Grüße

fquadrat
 
Hallo Holger,

ich persönlich finde eine Webcam ist nicht unbedingt nötig wenn es tatsächlich nur um Mond-Fotos geht. Wie fquadrat denke ich ein kleiner MAK genügt und bringt supertolle Bilder hin.
Um die besten Momente in der wabernden Luft zu erwischen mache ich einfach Serienaufnahmen mit der Kamera am Teleskop. Von den 5 - 10 Aufnahmen sind dann einige bescheiden, aber einzelne auch sehr gut.
Mit dem kleinen Refraktor (in ähnlicher Preisklasse wie der MAK) hast Du schnell den Farbfehler mit abgelichtet, während der kleine MAK eben farbrein ist.

Gruß Steff
 
Hallo Holger,

vielleicht wäre es aus strategischer Sicht besser, nicht über den nächsten Schritt nachzudenken, sondern über Dein langfristiges Ziel.
Vielleicht ist diese Seite für Dich interessant: Astrofotografie

Gruß

Ronald

 
Hallo zusammen,

vielen Dank für Eure Antworten. Vorweg: ich möchte zunächst weiterhin gerne mit meiner EOS fotografieren. Beim Mond ging das bisher sehr gut, ich habe einfach eine ganze Reihe an Aufnahmen gemacht und die besten ausgewählt und ein bisschen digital nachgeschärft. Meine Ambitionen sind vielleicht auch nicht so hoch, wie bei anderen hier.

Der oben erwähnte Mak hört sich schon mal ganz gut an. Ich habe mich auf dem Markt umgesehen und die Auswahl ist ja auch recht groß. Als langfristiges Ziel: nun, das wären wohl Langzeitbelichtungen mithilfe einer automatischen Nachführung. Das hat mich auch folgende Idee gebracht: wie wäre es mit dem Mak für Mondfotos und ein Wenig zum Beobachten neben meinem Fernglas. Im nächsten Schritt könnte ich ihn dann anschließend als Leitrohr verwenden und mit Kamera und einem nicht zu großen Objektiv "piggyback" fotografieren. Dann würde natürlich noch eine Montierung usw. hinzukommen.
 
Hi Holger

Zitat von holger_wo:
wie wäre es mit dem Mak für Mondfotos und ein Wenig zum Beobachten neben meinem Fernglas.
So hab ich das auch - Fernglas für Großflächiges, kleiner Mak für Stellares und Fotos - wobei die kleineren ohne Feldebnung den Sensor der EOS nicht komplett ausleuchten, dafür einfacher zu fokussieren sind - macht aber nix, da die fotografierbaren Objekte eh nur den gut ausgeleuchteten Bereich ausfüllen.

Zitat von holger_wo:
Im nächsten Schritt könnte ich ihn dann anschließend als Leitrohr verwenden und mit Kamera und einem nicht zu großen Objektiv "piggyback" fotografieren.
Ich würde für die Montierung gleich eine einfache Schrittmotorsteuerung anschaffen - kostet rund 100€. Manuelles guiding ohne Motorisierung geht zwar auch irgendwie, ist aber sehr stressig, erst recht bei der Kälte.
Die "Kameratypischen" Brennweite bis ~300mm gehn dann sogar ohne Nachführkontrolle.
Zitat von holger_wo:
Dann würde natürlich noch eine Montierung usw. hinzukommen.
Die Montierung ist sozusagen der Knackpunkt. Theoretisch geht als minimalstlösung eine EQ1 mit Motörchen - das taugt aber nur, um Mond/Planeten bei den Brennweiten im Gesichtsfeld zu halten oder für sehr weitwinklige Aufnahmen. Praktisch verwend ich die Kombi auch so, ist aber nur was für Leidensfähige.
Zum Einstieg würde ich eine EQ-3 mit 2-Achsen Schrittmotorsteuerung empfehlen. Die trägt so kleine Maks mit 90mm oder 102mm Öffnung visuell und für Planeten/Mond solide genug und erlaubt auch nachgeführte Aufnahmen bis ~500mm. Außerdem kann sie ohne Komplikationen mit einem Polsucher ausgerüstet werden und lässt sich mit einem Port fürn Autoguider nachrüsten.
Neu dürfte dein Budget dafür gut hinhaun; gebraucht wäre sogar noch etwas Luft für einige M42-Festbrennweiten für die nachgeführten Aufnahmen.


cs
Jürgen
 
Hallo Jürgen, danke für Deine Antwort!

Ich würde dann auch zu einer EQ3 tendieren. Bei TS gibt es die NEQ3 für 165 EUR, den Zweiachsen-Schrittmotor für 108,00 EUR und den Skywatcher Mak 102/1300mm für 209 EUR. Den Polsucher muss ich auch noch extra kaufen. Was benötige ich noch?

Nur zum Verständnis: Bei Brennweiten bis ca. 300 mm könnte ich auch einfach nur die Kamera auf die (korrekt eingenordete) Montierung packen und ein paar Minuten ohne Nachführkontrolle mitlaufen lassen? Mit diesen Brennweiten lassen sich ja schon so einige Objektive vernünftig fotografieren. Die Montierung könnte ich auch gut im Auto transportieren.

Ich habe auch noch jeweils ein 20 mm und 32 mm Plössl-Okular und ein Vixen LV 7 mm. Keine Ahnung, inwiefern die für den Mak zu gebrauchen sind.

Da ich fotografisch schon länger unterwegs bin, habe ich auch inzwischen einige Objektive. Festbrennweiten von Canon: EF 50 mm 1:1,8, EF 85mm 1:1,8 und Canon EF 200mm 1:2,8 L. Darüber das 100-400 Zoom.


Viele Grüße

Holger
 
Für Mondfotos würde ich dann weiterhin die EOS nehmen. Sollten später auch Planeten dazu kommen, würde ich wohl die Anschaffung einer geeigneten CCD-Kamera in Erwägung ziehen. Sonst kann ich irgendwann den Verschluss wechseln.
 
Aber das 100-400 habe ich nur probeweise von einem Bekannten bekommen und werde es zurückgeben. Ist mir auch gebraucht zu teuer und für die alltägliche Fotografie reicht mir das 200er, welches mir insgesamt deutlich besser gefällt. Am Mond konnte ich das 100-400 auch noch nicht ausprobieren, nur das 55-250. Das habe ich mir gekauft, als es neu rauskam und hätte es eigentlich direkt wieder umtauschen sollen. Für Schnappschüsse reicht es. Ich bin mit der Verarbeitung jedoch nicht zufrieden. Naja, das soll jetzt nicht das Thema sein.
 
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