Astrofotographie als Maturathema

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Vogler

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Hallo alle

Das ist mein erster Forenbeitrag hier :)

Wie der Titel schon sagt, habe ich vor als meine Matura Arbeit Astrofotographie zu wählen.

Mein Ziel ist soweit eigentlich gute Bilder von ein paar Deep-Sky Objekten zu schiessen.
Ein gutes Bild von M31 oder dem Orionnebel würde ich mir als Ziel setzen.
Nun meine frage, was für Equipment brauche ich da?
Ich habe schon seit längerem ein Omegon N 130/920 EQ-3 Reflektor und mit diesem auch schon viele Objekte beobachtet und schon erste Bilder durchs Rohr mit meiner Canon EOS 1000D gemacht, leider ist die Montierung und das Rohr selber meines Wissens nach zu schwach.

Ich erwarte kein hochglanz Hubble-Teleskop Bild aber halt das man erkennt das es sich um eine Galaxie handelt :)

Welche Teleskope würdet ihr mir empfehlen, preislich bin ich mir noch nicht sicher aber ich denke nicht das über 1000 Euro drin liegt.

Danke für die Antworten im voraus :)
 
Hallo Vogler,

das Rohr ist nicht zu klein, siehe hier!
http://home.fotocommunity.de/naturfotografie/index.php?id=32086&d=1116289
Die Montierung schon für die 900mm Brennweite! Ein 114/500 Newton, ein 200-300 mm Spiegelobjektiv oder ein Kurzer farbreiner Refraktor gehen ausreichend stabil montiert für so ein Vorhaben!
Aber eine sichere und eingespielte Handhabung, mit allen Komponenten Teleskop, Montierung, Guiding und Aufnahme Kamera sowie viel Geduld, ist der entschiedene Faktor für solche Fotos.
http://home.fotocommunity.de/naturfotografie/index.php?id=32086&d=1549409
Das geht halt nicht mal eben in 2-3 Wochen von der Idee bis zum brauchbaren Foto!

Gruß Günter
 
Hi Vogler,

ich bin mit der Zeilsetzung einer Matura nicht vertraut. Was ist das? Wie viel Zeit sollst Du in dieses Projekt stellen? Bis wann mußt Du die Arbeit abgeben?

Mein Ziel ist soweit eigentlich gute Bilder von ein paar Deep-Sky Objekten zu schiessen.
Ein gutes Bild von M31 oder dem Orionnebel würde ich mir als Ziel setzen.

Der Orionnebel ist ein Winterobjekt. Der ist jetzt bereits zu tief am Horizont, wenn es dunkel wird. Auch M31 schrammt bereits am Horizont entlang. Du solltest also andere Objekte in Betracht ziehen, wenn es wirklich ein Deepsky-Objekt sein soll.

Du solltest auch beachten, daß man ein Deepskyobjekt mit der EOS nur in mondlosen Nächten fotografieren kann. Die Hälfte der klaren Nächte sind mit Mond behaftet, das schränkt die Tage sehr ein, in denen Du fotografieren kannst. Dann das Wetter - zum Fotografieren brauchst klaren Himmel. In den letzten 6 Monaten gab es für mich genau 6 klare Nächte. 4 davon um Vollmond herum.

Wenn Du nicht mehrere Jahre Zeit hast, die Arbeit abzuliefern, wird das nix mit den ausgesuchten Objekten. ;)

Nun meine frage, was für Equipment brauche ich da?

Das hängt davon ab, welches Objekt Du fotografieren möchtest. Für die Andromedagalaxie wäre ein Teleobjektiv die beste Wahl. Denn M31 ist riesengroß. Um die komplett auf den Chip zu bekommen, sind 200-300 mm Brennweite angesagt. Für den Orionnebel bräuchtest Du eher 1 Meter Brennweite.

Neben der Brennweite (um das Objekt formatfüllend und nicht nur als Fuzzelchen abzubilden) ist auch die Helligkeit der Objekte wichtig. Hast Du Dich schon informiert, wie lange man belichten muß, damit auf dem Chip etwas zu erkennen ist?

Bei den Bildern in der Galerie steht drunter, mit welcher Optik (Fotoobjektiv oder Teleskop), mit welcher Öffnung und Brennweite und wie lange aufgenommen wurde.

Viel wichtiger als das Teleskop ist aber die Montierung, die drunter sitzt. Denn die macht die Nachführung. Das ist da "A & O" der Astrofotografie.

Du wirst das jetzt nicht gerne hören, aber eine fototaugliche Montierung mit Motoren und Steuerung kostet alleine schon mal rund 1000 Euro. Wir reden hier über eine NEQ-5 oder besser. Und da drauf dann ein Teleskop für etwa 500 Euro. Dann eine Guidingcam, die Ausrichtungsfehler beim Einnorden und Nachführfehler (Getriebespiel, Motorenlauf...) ausgleicht. Und ein Laptop, auf dem das Guidingproggy läuft.

Ich erwarte kein hochglanz Hubble-Teleskop Bild aber halt das man erkennt das es sich um eine Galaxie handelt

Ohne Guiding kannst Du je nach Brennweite eines Fotoobjektives/Teleskopes nur 15 Sekunden bis etwa 2 Minuten am Stück belichten. Damit kannst keine Galaxie außer der Andromedagalaxie ablichten. Und die geht erst nächsten Winter wieder...

Astrofotografie ist teuer, zeitintensiv und komplex. Neben dem materiellen Einsatz benötigst Du dunklen Himmel und auch noch gute Kenntnisse in Bildbearbeitung. Darks, Lights, Bias, viele Bilder aufnehmen, Kalibrieren, Stacken und dann stundenlang Details (Hintergrundgradienten beseitigen, Rauschen beseitigen, Details schärfen, Farben, Sternhöfe beseitigen...) bearbeiten. Denn keines der gezeigten Bilder fällt sooooo aus der Digitalkamera.

Ohne einen erfahrenen Astrofotografen an Deiner Seite als Helfer/Lehrer wird das nix. Nicht in der Zeitspanne, die Dir vermutlich zur Verfügung steht.


 
Hallo Vogler,

Du hast schon eine geeignete Kamera und eine geeignete Montierung für ein leichtes Teleskop. Fehlt also noch eine fotogeeignete Optik, die Deine kleine Montierung zuverlässig trägt.

Eine einfache, komplette Lösung könnte ein kleiner Refraktor mit eingebautem Feldkorrektor sein, wie der TS 65mm Quadruplet.
Da sparst Du Dir einen zusätzlichen Flattener und kannst schon schöne Aufnahmen von M31 und M33 machen. Auch Milchstraßenareale und größere Sternhaufen sind ein optimales Einsatzgebiet für diese Optik.
Wenn Du farbenfrohe Gasnebel aufnehmen möchtest, wäre die Astromodifizierung Deiner EOS nötig, bzw. die Anschaffung eines zweiten Bodys und Modifizierung desselben für die Astrofotografie.

Hast Du denn gute Motoren für die EQ3? Das ist absolut unumgänglich. Goto ist nicht unbedingt nötig, vereinfacht aber die Objektsuche. Auch ein Polsucher wäre vorteilhaft. Damit gut eingenordet, sollten auch ohne Guiding Belichtungszeiten von zwei Minuten drin sein.

Viel Erfolg:
Marcus
 
Hallo Vogler?

Du willst 1000 Euro in Deine Matura stecken? Der Matura wegen oder weil Du evtl. weiter bei der Astrofotografie bleiben möchtest?

Welchen Umfang hat denn Deine Arbeit und wieso Deep-Sky und nicht bspw. Planeten? Ich frage das nicht weil ich Dich wo anders hin lenken, sonder Dein Projekt verstehen möchte!

Wie bereits gesagt ist die Montierung extrem wichtig. Bei dem Budget aber sehe ich nicht die Möglichkeit eine gut geguidete Montierung und eine passende Optik zu erwerben. Hast Du evtl. gute Fotoobjektive und wenn ja, welche?

Es gibt bei Deepsky und begrenztem Budget m.M. wenig Möglichkeiten. Aber hier sollten wir den Umfang der Arbeit kennen, was soll alles erörtert und was davon im Bild umgesetzt werden? Ich hätte aus dem Bauch heraus vorgeschlagen ohne Guiding mit 30sec Aufnahmen zu arbeiten, aber was bringt das wenn das Thema "Autoguiding" umgesetzt werden soll?

VG,
Robse
 
So, danke erstmal für die vielen Antworten :)

Also wichtig ist zualler erstmal das ich die Arbeit nächsten April also so ziemlich diese Woche in einem Jahr abgeben muss.
Sie umfasst ungefähr 40Seiten (inkl. Bilder etc.) somit wäre die Zeitspanne genügend um auch Herbstobjekte wie M31 oder Orion-Nebel zu fotografieren.
Das beste ist noch, das wir im Dezember eine Woche vom Unterricht freigestellt werden um an unseren Arbeiten weiter zu machen :D ( Ich rechne mit schlechtem Wetter ;) )

Mein wille Deep-Sky zu fotografieren liegt eigentlich darin das die Arbeit nicht etwas sein muss das 100% perfekt und gelungen sein muss. In meiner "Leitfrage" wird es vermutlich mehr darum gehen, was rauszuhohlen ist aus "Amateurmitteln".

Mit belichtungszeiten länger als 180s hätt ich nie gerechnet^^

Das geht halt nicht mal eben in 2-3 Wochen von der Idee bis zum brauchbaren Foto!
1 Jahr zeit, will früh anfangen zu planen, solange es auch noch möglich ist in der Not thema zu wechseln.

ich bin mit der Zeilsetzung einer Matura nicht vertraut. Was ist das? Wie viel Zeit sollst Du in dieses Projekt stellen? Bis wann mußt Du die Arbeit abgeben?

Die Matura, in deutschland Abitur, ist einfach die "Reifeprüfung", und bei uns in der Schweiz ist damit sehr fest die Maturaarbeit verbunden und somit auch relativ umfangreich.


Wenn Du nicht mehrere Jahre Zeit hast, die Arbeit abzuliefern, wird das nix mit den ausgesuchten Objekten.
So negativ? ;)

Du willst 1000 Euro in Deine Matura stecken? Der Matura wegen oder weil Du evtl. weiter bei der Astrofotografie bleiben möchtest?

Welchen Umfang hat denn Deine Arbeit und wieso Deep-Sky und nicht bspw. Planeten? Ich frage das nicht weil ich Dich wo anders hin lenken, sonder Dein Projekt verstehen möchte!
Nun, 1000EUR wäre die absolute obergrenze, aber das gekaufte EQ wird nach getaner arbeit sicher nicht in der Ecke stehen :)
Ich interessier mich für die Astronomie und habe schon länger ein Teleskop darum will ich auch dieses Thema wählen :)

Eine einfache, komplette Lösung könnte ein kleiner Refraktor mit eingebautem Feldkorrektor sein, wie der TS 65mm Quadruplet.
Zu diesem Ts 65mm Quadruplet ist nochn bisschen erklärung nötig, was genau hat der wassn normaler refraktor nicht hat?
(Und, peinliche Frage, passt das überhaupt auf meine EQ-3 montierung? o.O)

Es ist wichtig das ich weiss worauf ich mich einlasse, darum frag ich euch :)

Danke für die vielen interessanten Antworten und gegen fragen :)

Lg vogler
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Vogler,

da Deine Kamera bereits vorhanden (1000D) und auch recht gut geeignet ist, müsste die Optik zwei Dinge erfüllen:

1. Farbreinheit (Du verwendest eine Farbkamera und kannst nicht jede Farbe einzeln fokussieren)

2. Bildfeldebnung (Je größer der Chip um so mehr muss darauf geachtet werden).

Den Quadruplet würde ich aber nicht empfehlen wollen. Mein Tip ist ein gebrauchter Skywatcher ED80 mit Syntha 0.85x Reducer. Da sind mir keine Ausreisser bekannt und gebraucht günstig zu haben. Ein Wiederverkauf ist unproblematisch und kalkulierbar.

Also entweder Du suchst ein Teleskop im kurzen Brennweitenbereich oder nimmst ein Teleobjektiv. Ich frage einfach nochmal was Du an Fotooptiken bereits hast?

Die EQ3 die Du hast, halte ich für ungeeignet für Fotografie. Wenn ich das richtig sehe ist das eine Astro 3 wie sie beim Lidl Refraktor dabei ist. Im Budget wäre entweder eine gebrauchte HEQ5 oder eine neue EQ5 SynScan. Oder auch eine Vixen GP gebraucht mit Motoren. Ich würde mir aber unbedingt die Option mit einem ST4-Guidingeingang offen halten.

Aber auch ohne Guiding wird was gehen. Es gibt hier einen Sternfreund der mit 30sec Aufnahmen super Fotos abliefert. Da wird halt belichtet bis der Arzt kommt :-) Durch das fehlende Guiding ditherst Du zwangsweise und Darks, Bias und Flats sind sowieso unabhängig von der Nachführung.

VG,
Robse
 
Also entweder Du suchst ein Teleskop im kurzen Brennweitenbereich oder nimmst ein Teleobjektiv. Ich frage einfach nochmal was Du an Fotooptiken bereits hast?

Also Objektive hab ich nur 2 für die Kamera, das ist glaub ich das Standard iwie 20-50mm und ein Teleobjektiv 50-200mm.



Aber auch ohne Guiding wird was gehen. Es gibt hier einen Sternfreund der mit 30sec Aufnahmen super Fotos abliefert. Da wird halt belichtet bis der Arzt kommt :-) Durch das fehlende Guiding ditherst Du zwangsweise und Darks, Bias und Flats sind sowieso unabhängig von der Nachführung.

Das eben genau das schwere. Die einen sind davon überzeugt das ohne teurem EQ und 5min belichtung und flattener nix geht und die anderen machen mit halb so gutem EQ umwerfende bilder ^^

Ich muss mal schauen ob ein Skywatcher ED80 mit Syntha 0.85x Reducer überhaupt so irgendwo grad verkauft wird gebraucht.

Danke für die Antwort :)
 
Hallo nochmal,

ich möchte noch anmerken, dass ich noch keine guten Deepsky-Fotos gesehen habe die auf schlecht laufenden Montierungen entstanden sind!

Ich selbst würde nicht unter einer HEQ5 oder GPDX loslegen wollen und selbst hier wirst Du bei 30sec schon ein paar Bilder aussortieren müssen bevor es dann ans Stacken geht.

Wie ist das nochmal mit dem Umfang der Arbeit? Was willst Du alles thematisch angehen? Nur das was du auch praktisch durchführst oder auch darüber hinaus? Hast Du da schon einen Plan?

VG,
Robse
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Jah das ist es,

An EQ hab ich lediglich noch einen okular koffer und einen 1.25" t-adapter für meine canon.

Umfang 40seiten, ich werde mich hauptsächlich auf technick des fotografierens eingehen, die photos werden 40% der ganzen note ausmachen, und der rest der schrifliche teil.
Das projekt wird um eine leitfrage herum gestaltet die bei mir ungefähr so lauten wird: "wie (gut) kann man mit "amateurmitteln" astrophotografieren?"
Ich werde so ziemlich von mond bis deep-sky versuchen abzulichten und halt so gut wies geht mit dem was ich in dem moment habe ;)

Ich finde es beeindruckend was heute der "einfache" hobby astronom zustande bringt, der mit seinem EQ aufs feld hinausfährt und einfach mit herzblut dabei ist :)
Ich will das selbe machen und sehen was daraus wird.
M31 zb. Wäre eig das "fernziel" weil galaxien oder deep-sky allgemein jah sozusagen die königsdisziplin darstellt (oder?).

Lg vogler
 
Ups,

mit so einer Montierung wirst du wirklich viel verzweifeltes Herzblut brauchen.

Die Bezeichnung EQ 3 wird manchmal irreführend angewendet.

Normalerweise versteht man darunter eine Skywatcher/Synta - Montierung, die mit einem Polsucher auszustatten ist.
Damit läßt sich brauchbar arbeiten.

Deine Montierung hat keinen Polsucher, das macht die Sache nicht gerade einfach. Nach meiner Meinung lohnt sich hiermit der Aufwand nicht.

Auch der "einfache" Hobby-Astronom nimmt eine Menge Geld in die Hand um zu beeindruckenden Bildern zu kommen.

Mit wenig Aufwand ist zwar auch etwas möglich, ich erinnere an die Technik aus hunderten von Belichtungen im Bereich 1-3 Sekunden wirklich tiefgehende Himmelsaufnahmen zu erzeugen.
Auch Zeitraffer-Aufnahmen sind denkbar.

Wenn du wirklich Interesse an der Astrofotografie hast und 1000€ dafür aufwenden willst, mußt du sehr genau überdenken und eingrenzen, was du erwartest zu erreichen.

Eine gut ausgestattete Skywatcher EQ 3 und ein kleiner ED-Refraktor, hier empfehle ich auch das Quadruplet oder den IN-ED - ggf. gebraucht gekauft - ist da schon drin. Und damit geht einiges!

Grüße

*entfernt*

 
Hallo Vogler,

Ich hatte es befürchtet. Was Du da hast ist in der Tat keine EQ-3, wie der Name Deines Teleskops verspricht, sondern eine Astro-3, besser bekannt als LIDL-Scope-Montierung. Vor Jahren wurden Teleskope auf dieser Monti mal bei Lidl verkauft.
Herzlich Willkommen in der Welt von Astroshop.de, den Königen der kreativen Namensfindung...

Das Ding ist zu wackeling für Astrofotografie auf dem Niveau das Dir vorschwebt. Das fängt schon damit an, dass es keinen Polsucher gibt und auch keine vernünftige Motorisierung. Es gibt zwar einen Motor, aber der ist Spielkram und bringt mehr Frust als positive Ergebnisse.

Dietrich hat recht, wenn Du wirklich vorzeigbare Ergebnisse erzielen willst, musst Du bei der Ausrüstung komplett von vorne ansetzen. Eine vernünftige, stabile Montierung und ein fotogeeignetes Teleskop. Wobei die Montierung wichtiger ist.
Eine (echte) gebrauchte NEQ-3 oder EQ-5. Auf die NEQ-3 würde der kleine Quadruplet passen. Für einen 80er Refraktor sollte es schon eine EQ-5 oder NEQ-5 sein. Darauf würde dann auch ein 6"-Newton gehen. Mit etwas Glück bekommst Du das gerade noch mit Deinem Budget hin.

Allgemein solltest Du dieses Wagnis aber nur eingehen, wenn Du Dich auch so als Hobby und vor allem auch langfristig nach der Matura mit der Astrofotografie beschäftigen willst. Wenn Du noch gar keine Ahnung von dem Thema hast, würde ich an Deiner Stelle lieber ein anderes Maturathema wählen und langsam und ohne Druck in die Astrofotografie einsteigen.
Ich möchte Dir an dieser Stelle ein Buch empfehlen:
"Himmelsfotografie mit der digitalen Spiegelreflexkamera" von Stefan Seip
Kosmos Verlag, ca. 15,- €
Das Buch gibt einen guten Einstieg in das Thema, erklärt wichtige Zusammenhänge und zeigt Dir, wie Du schon mit einfachen Mitteln zu guten Ergebnissen kommen kannst, ohne gleich einen Haufen Geld in die Hand zu nehmen.
Alles was Du für den Einstieg brauchst, ist Deine Kamera und ein Stativ. :)

Bis dann:
Marcus
 
Hallo Vogler,

mit dem Ansatz > "wie (gut) kann man mit "amateurmitteln" astrophotografieren?"
solltest Du es genau mit den vorhandenen Mittel machen und nicht entmutigen lassen!
Das mit den genannten besseren Aurüstungen gute Fotos machbar sind wissen wir, darüber braucht Keiner eine erklärende Arbeit zu verfassen!

Auf dem Weg dahin so wenig wie möglich Kompromisse eingehen und auftretende
Unzulänglichkeiten an der Aurüstung wenn machbar minimieren oder beseitigen.

Dazu gibt es genügend Tips in den Foren, dort einfach nachfragen oder PN senden.

Viel Erfolg! Das Erste von Dir gemachte gute Foto zeigt, es geht!


Gruß Günter
 
Hi,

so unterschiedlich können die Ansichten sein ;)

Ich würde dringenst von der Montierung abraten. Wenn beabsichtigt ist bis zu 1000 Euro zu investieren, wieso sollte das nicht ausgeschöpft werden? Es geht darum was mit Amateuerequipment möglich ist. Selbst mit den 1000 Euro Investition kann nur ein Teil dessen was möglich ist auf den Bildern gezeigt werden. Und diese machen immerhin fast die Hälfte der Note aus.

Ich würde in der Praxis v.a. Wert auf folgende drei Dinge legen:

1. Saubere Nachführung (Thema äquatoriale Montierung, Einscheinern einer Montierung, Gleichlauf & periodischer Fehler, Guiding vs 30sec Frames, etc...)
2. Scharfstellen des astronomischen Ojbektes (Hilfsmittel zur Scharfstellung: Bathinovmaske - evtl. selbst basteln)
3. Sorgfältige Kalibrierung der Aufnahmen (Darks - Masterdark, Bias, Flats, Stacking, Farbgebung, Stretching etc...)

Das wären für mich die 3 Punkte, bei denen ich keine Kompromisse eingehen würde!

Wenn nun die Sterne wg. der verwendeten Optik zum Bildrand hin schlechter werden, suchst Du Dir Objekte die max. die Hälfte des Chips ausfüllen. Das ist immer noch jede Menge Auflösung. Wenn die Farbkorrektur nicht optimal ist, hast Du halt viel mehr bei der Bildbearbeitung zu erledigen usw...

Eine saubere Nachführung erreichst Du mit einer besseren Montierung und nicht zu viel Brennweite - mal einfach gesagt :biggrin:

CS,
Robse
 
Hi!

In einem Jahr gute Ergebnisse in der Deep-Sky-Fotografie zu erzielen ist ambitioniert, falls es keine Sternwarte in der Nähe gibt, deren Ausrüstung du nutzen kannst.

Mondfotografie ist kein Problem (Ich verweise mal frech auf meinen Überblick unter http://www.astronomie.de/beobachtungspraxis/der-mond/fotografische-beobachtung/ ), und Strichspuren auch nicht - Startrails oder StarStax sind deine Freunde, ebenso Star Tracer.

Für Sternbilder langt eine einfache Montierung mit Nachführung, eine DSLR mit lichtstarkem Objektiv und ein Cokin P830 (leider auch nicht mehr neu erhältlich) Weichzeichnungsfilter, um die hellen Sterne aufzublähen.

Deep Sky Fotografie ist was für Bekloppte (ich darf das sagen, ich mach's selber gelegentlich). Deep-Sky würde ich mir aber auch nicht unterhalb der Klasse Advanced-GT/Vixen GP u.ä. antun.

Das erwähnte Seip-Buch ist klasse, aber nur noch antiquarisch zu Mondpreisen erhältlich - probier mal die örtliche Bibliothek, ggf. per Fernleihe. Er hat zwei Stück geschrieben, beide sehr gut und nicht mehr erhältlich. Astrofotografie Digital ist das andere.

Mein Tipp: Vergiss Deep-Sky durch's Teleskop, und konzentrier dich auf Astrofotografie mit normalen Objektiven bis maximal ca. 300mm Brennweite und/oder auf Planeten mit der Webcam.

Beste Grüße,
Alex
 
Zitat von Kerste:
Hi!
Das erwähnte Seip-Buch ist klasse, aber nur noch antiquarisch zu Mondpreisen erhältlich - probier mal die örtliche Bibliothek, ggf. per Fernleihe. Er hat zwei Stück geschrieben, beide sehr gut und nicht mehr erhältlich. Astrofotografie Digital ist das andere.

Hoppla, das wusste ich nicht. Sonst hätte ich das Buch nicht empfohlen. Danke für die Info.

Bis dann:
Marcus
 
Hey, ich nochmal
Danke für die bisher einleuchtenden antworten.

Ich habe nochn bisschen im Netzt rumgegurkt und dann bin auf den artikel gestossen mit diesem bild:

Link zur Grafik: http://www.astronomie.info/forum/download/file.php?id=3760&sid=c7d9d893e5a2e1be29dc09e3d835a244&mode=view

Der fotograph ( http://www.astronomie.info/forum/viewtopic.php?f=14&t=6300 ) hat 37 Bilder à 2.5 sekunden belichtungszeit mit seiner Kamera und einem 200mm Tele-Objetives fotografiert und gestackt. Ohne Nachführung!
Wenn ich so ein bild mit meinem eq hinkriege würde es seinen zweck schon erfüllen :)

Istndas möglich?
 
Moin,

Du willst es also auf die harte Tour versuchen, oder? ;)
Na gut...

Wenn Du Deine Kamera mit Tele irgendwie auf Deiner Monti befestigt bekommst, kannst Du es natürlich versuchen. Wenn Du Dir doch zumindest einen Nachführmotor in RA zulegst, kannst Du die Belichtungszeit sicherlich auch noch deutlich steigern. Das ganze ist natürlich auch eine Frage der Ansprüche und des Budgets. Wenn Du bereit bist, 1000,- € in die Hand zu nehmen, wäre sicherlich deutlich mehr möglich. Aber wenn Du den Ehrgeiz hast, das Maximale aus den vorhandenen Equipment heraus zu holen, nur zu.
Der Weg wird steinig werden und die Ergebnisse nicht so gut wie mit besserem Werkzeug. Aber Du wirst mit Sicherheit eine Menge über Astrofotografie lernen.

Ich wünsche Dir viel Erfolg. Der erste Schritt wäre, eine Verbindung zwischen Montierung und Kamera herzustellen. Ohne den Teleskoptubus, versteht sich. Vielleicht kannst Du die Prismenschiene vom Tubus abschrauben. Und dann von unten mit einer Fotostativschraube die Schiene an der Kamera befestigen. Das ganze dann auf die Monti klemmen. Danach so gut wie möglich einnorden und bei laufendem Motor mit verschiedenen Belichtungszeiten herum experimentieren und schauen, wie weit Du gehen kannst.

Bis dann:
Marcus
 
Hallo Leute,

es ist nicht zielführend, wenn ihr ihm alle sagt, das schaffst Du nie. Die Bilder sind ja nur der kleinere Teil der Arbeit. Ich denke, im theoretischen Teil sollte er sich z.B. mit Pixelgröße ( Planeten! ) und Bayermatrix beschäftigen und der Lichtverschmutzung. Also ein Sternbild vor seiner Haustüre fotografieren und das selbe von zwei anderen Standorten aus. Und zu Vergleich ein Sternbild das zur Sommersonnenwende im Zenit steht jetzt, im Juni und im September fotografieren.

Nur mal so als Vorschlag.

Astrofotografie ist mehr als nur DS, das ist nur das Sahnehäubchen oben drauf.

Gruß Uwe
 
Der erste Schritt wäre, eine Verbindung zwischen Montierung und Kamera herzustellen. Ohne den Teleskoptubus, versteht sich. Vielleicht kannst Du die Prismenschiene vom Tubus abschrauben. Und dann von unten mit einer Fotostativschraube die Schiene an der Kamera befestigen. Das ganze dann auf die Monti klemmen. Danach so gut wie möglich einnorden und bei laufendem Motor mit verschiedenen Belichtungszeiten herum experimentieren und schauen, wie weit Du gehen kannst.

Das ist mal ne Idee :)
Ich kann meinen Mechanisch versierten Vater sicherlich um einen guten Rat und unterstützung fragen ;)


Zitat von Radfahrer:
Hallo Leute,

es ist nicht zielführend, wenn ihr ihm alle sagt, das schaffst Du nie. Die Bilder sind ja nur der kleinere Teil der Arbeit. Ich denke, im theoretischen Teil sollte er sich z.B. mit Pixelgröße ( Planeten! ) und Bayermatrix beschäftigen und der Lichtverschmutzung. Also ein Sternbild vor seiner Haustüre fotografieren und das selbe von zwei anderen Standorten aus. Und zu Vergleich ein Sternbild das zur Sommersonnenwende im Zenit steht jetzt, im Juni und im September fotografieren.

Nur mal so als Vorschlag.

Astrofotografie ist mehr als nur DS, das ist nur das Sahnehäubchen oben drauf.

Gruß Uwe

Danke für den Beitrag :)
Das sind sehr gute Ideen, da muss ich mich nur noch schlau machen über die Matrizen und Flatteners etc. aber ich glaube hier im Forum wird sich noch einiges dazu finden ;)

Lg Vogler
 
Hallo Vogler,

Du könntest auch in Deiner Schule nachfragen, über welche Ausrüstung sie verfügt und ob Du Dir mal was ausleihen kannst. Bei uns kommen Teleskop und Montierung im Jahr für den Unterricht vielleicht 3-5 Mal zum Einsatz. Den Rest der Zeit verbringt die HEQ-5 im Keller, von wo ich sie mir hin und wieder ausleihe.

Leider kommt man bei den seltenen guten Gelegenheiten wirklich nur langsam vorwärts. Ich würde mir mal 4 Wochenenden hinter einander klaren Himmel wünschen.

Falls es das Wetter zulässt, kannst Du am Donnerstag schonmal die partielle Mondfinsternis mit 'nem Teleobjektiv an der Kamera auf 'nem Stativ ablichten. Da sind die Belichtungszeiten so kurz, dass es auch ohne Nachführung geht.

GG
 
Hallo Vogler und *.*,

Zitat von Radfahrer:
es ist nicht zielführend, wenn ihr ihm alle sagt, das schaffst Du nie. Die Bilder sind ja nur der kleinere Teil der Arbeit.

Da hänge ich mich mal direkt mit rein, denn ich sehe es grundlegend genauso. Die Matura würde ja zunächst einmal das Thema als ganzes beleuchten und das wird schon auf dem Papier eine Menge Arbeit, die Zusammenhänge so zu beleuchten, dass es am Ende ein Prüfungssausschuss auch versteht.

Beispielhaft fügt man dann eigene Aufnahmen hinzu, wobei das noch nicht mal primär wichtig wäre. Wenn aber eigene Bilder dazu kommen sollen und das Ganze auch finanziell händelbar bleiben soll, würde ich zunächst mit dem Kameraobjektiv anfangen, dazu dann eine kleine Barndoor selbstgebaut. Später eine kleine Montierung á la EQ5 und einen Refraktor 80/500 oder ähnliches drauf. Mit 500mm Brennweite kann man als Einsteiger noch gut umgehen und erzielt recht brauchbare Ergebnisse. Bilder mit anderen Teleskopen und entsprechenden Aufnahmedaten würde ich einfach mal per Aufruf in die Astrogemeinde anfordern um Beispielhaft in der Arbeit zu zeigen, wie andere Parameter auf das gewonnene Bild einwirken.

Das nur mal als kleine Ideenwolke von mir.
 
Hallo,

Zitat von Radfahrer:
Hallo Leute,

es ist nicht zielführend, wenn ihr ihm alle sagt, das schaffst Du nie.

Wer sagt denn das?

Der TE ist zudem so jung auch nicht mehr und sucht Rat bei Amateuren, da ihm genau dieser Aspekt wichtig ist - "Was ist mit Amateurmitteln möglich" heißt es doch und nicht "Was ist mit dem was ich bereits habe möglich". Ich freue mich, dass Vogler hier über ein Budget verfügt, welches er gezielt einsetzen kann (Recherche möglicher Mittel zur anschliessenden praktischen Umsetzung unter Berücksichtigung eines bestimmten Budgets... oder so) ;)

Ich wollte die Möglichkeit das Budget zu integrieren nicht aussen vor lassen. Der TE ist ja nicht gezwungen das Geld einzusetzen und entscheidet letztenendes für sich selbst.


Zitat von Radfahrer:
Hallo Leute,

Die Bilder sind ja nur der kleinere Teil der Arbeit.

40% immerhin. Und die Arbeit ist sicher nicht der ganze Abschluß sondern selbst wieder nur nur ein Teil. Soll heissen:

Jeder hier versucht doch nur dem TE Tips zu geben, mit denen er sich zumindest im Praxisteil unnötigen Zeitverlust und Frust ersparen kann. Um die Theorie dieser Arbeit und den Rest der (gesamten) Matura muss sich Vogler selbst kümmern. Da gibts genug anderes zu tun :schwitz:

Was jetzt - so glaube ich - noch niemand empfohlen hat ist eine (gebrauchte) Astrotrac Montierung. Die läuft nach sorgfältiger Einnordung sehr präzise und trägt die DSLR mit dem vorhandenen Objektiv recht gut. Könnte interessant sein, wenn man sich bei der Wahl der Montierung genau für sowas entscheidet.

Mit einem 300mm Objektiv sogar (kann evtl. in der Bekanntschaft geliehen werden), guter Aufstellung und Schärfe werden gerade von M31, M42 und M45 atemberaubende Bilder entstehen können. Ich halte dran fest, denn ja - es wurde nach Deepsky gefragt :pfeif:


VG,
Robse
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Für mich als Einsteiger und Hobbyfotgrafen mit sehr ähnlichem Equipment ein sehr spannendes Thema. Ich würde mich freuen, wenn du mit deinem bisherigen Zeug mal erste Schritte versuchst und über deine Erfahrungen berichtest.
Was ist eigentlich mit der Vixen Polarie? Wäre die nicht was?
 
Zitat von Castaneda:
Für mich als Einsteiger und Hobbyfotgrafen mit sehr ähnlichem Equipment ein sehr spannendes Thema. Ich würde mich freuen, wenn du mit deinem bisherigen Zeug mal erste Schritte versuchst und über deine Erfahrungen berichtest.
Was ist eigentlich mit der Vixen Polarie? Wäre die nicht was?

Ich war mal auf der vixen seite, wurde aber aus kurzem überfliegen nicht ganz schlau aus der sache, was macht das gerät und was sind vor/nachteile davon? :)

Danke für den beitrag :)
Lg
 
Hi!

Der AstroTrac, die Vixen Polarie und die Nachbauten aus China sind kleine NAchführeinheiten, um eine Kamera mit Weitwinkel- oder moderatem Teleobjektiv nachzuführen. Du brauchst ein Fotostativ und einen Neigekopf, um die Nachführachse auf den Himmelspol auszurichten, und einen weiteren Kugelkopf, um die Kamera auf das Ziel auszurichten.

Der Vorteil gegenüber einer echten Montierung ist, dass das ganze wenig wiegt und mit Brennweiten bis ca. 50 oder 200mm (je nach Modell und Polsucher) ganz gut funktioniert. Die Dinger sind ideal für Aufnahmen von Sternbildern (gerade mit dem erwähnten Weichzeichnerfilter von Cokin; den P820 gibt's wohl noch); mit 200mm Brennweite werden auch schon ausgedehnte Deep-Sky-Objekte wie Nordamerikanebel NGC 7000 oder die Andromedagalaxie M31 interessant. Sehr schön sind auch Timelapse-Aufnahmen, bei denen die Montierung horizontal steht und mit halber Sterngeschwindigkeit läuft, dann kann sowas herauskommen: http://www.youtube.com/watch?v=xr7veF_Ei2M nur mit mehr Dynamik, weil die Kamera schwenkt. Sowas z.B.: http://www.youtube.com/watch?v=wFpeM3fxJoQ Braucht aber dann aber viel Geduld bei der Bildbearbeitung, weil in der Dämmerung jedes Bild anders belichtet wird - das muss dann manuell ausgeglichen werden.

Die maximal nutzbare Brennweite hängt vom Polsucher und der Qualität der Einnordung ab.

Beste Grüße,
Alex
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
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