astronomie 2.0 = wiedereinstieg

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Berni

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hallo & so @ all :huhu:

ich bin zwar nicht ganz neu hier im forum, wie auch die hobby-astronomie kein totales neuland für mich ist, doch da ich in den letzten jahren leider in beiderlei hinsicht offline war ... naja, der terminator hätte wohl gesagt "ich komme wieder" :biggrin:

aus diesem grund und weil meine nun anstehenden fragen eine gewisse streuung haben (motorsteuerung, leitfernrohr, digitalkamera ... für beabsichtigten und langsamen einstieg in die astrophotographie), habe ich diesen comeback-beitrag (ich hoffe und denke passend) mal bei den neueinsteigern verfasst.

ausschlaggebend sind mehr (frei-)zeit-reserven als in den letzten jahren, mein nie wirklich erlöschenes interesse an dem faszinierenden und schönen hobby der amateur-astronomie, sowie, JA, weil es wird jetzt echt im kommenden jahr in meiner unmittelbaren gegend eine (neue) sternwarte für die öffentlichkeit gebaut :super:

mein nach wie vor erstes und einziges teleskop(aus damaliger zeit) ist der vixen gp e r-135s newton reflektor, auch wenn ich ihn einst mittels polsuchfernrohr-nachrüstset noch zur "normalen" gp-montierung erweitert habe. hierzu verfüge ich über eine kleine okular-auswahl (8 stück) und eine kleine filter-auswahl (sonne & mond, uhc-nebelfilter, sowie vier farbfilter). abschließend noch ein fernglas mit stativ, einen sky-surfer-"lasersucher", eine kamera-montierung für die gegengewichtsstange, einen koffer für die sichere und ordentliche aufbewahrung der zubehör-teile sowie eine analoge spiegelreflexkamera, auf die ich mich aber nun bei meinem ersteinstieg in die astro-photographie und im digital-zeitalter eigentlich nicht mehr einlassen will. zu letzt noch etwas astronomische (anfänger-)literatur, was astronomie generell, teleskop und technik sowie beobachtungsobjekte betrifft. ich verspreche euch auch, dass ich mich da in den nächsten monaten (zur wieder-auffrischung) erneut brav einlesen werde :blush:

zwar ist meine finanzielle situation mittlerweile eine bessere als damals und ich habe im internet auch schon etwas zu den ganzen neu-entwicklungen gesuft, aber mein plan (wunsch) ist jetzt eigentlich trotzdem meinem bisherigen teleskop-system treu zu bleiben, dieses nun weiter aufzuwerten, neu kennenzulernen und auch später als ersatz-system und mögliches einstiegs-system für neulinge (wie auch ältere kinder) zu behalten, bevor ich mir dann in den nächsten jahren eventuell ein neues, zweites und größeres system kaufe. immerhin weiss ich ja, dass mit z.b. einem 200mm newton mit entsprechendem equipment in sachen astro-photographie viel mehr möglich ist. aber um es nun kurz zu fassen, ich will diesen bereich der amateur-astronomie eben erst mal "von der picke auf" erlernen und dabei meinem bisherigen teleskop treu bleiben :)

ich weiss auch, dass so wie nicht jedes teleskop für jeden bereich ideal ist, es ebenso auch mit der photographie und dem photo-system ist ... mein "bescheidener" (?) wunsch wäre derzeit einfach, neben dem langsamen neu- und wiedererlenen der materie, "nette photos" von sonne, mond oder planeten zu machen, sowie von "leichten" deep-sky-objekten, auf die dann auch mein späterer fokus mehr abziehlen wird. dabei ist es mir schon klar und ich habe momentan auch gar nicht die absicht dazu, ein high-quality-photo mit dem nächsten zu topen, sondern eher mal so etwas wie einen photo-dokumentations-nachweis zu erhalten (früher habe ich stattdessen kleine bleistift-skizzen erstellt) :cool:

und nun mal endlich zu meinen fragen ...

- was geht eurer meinung nach da mit meinem derzeitigen system, wenn ich dann noch motor und steuerung nachgerüstet und eine passende kamera erworben habe?

- ist die alte bzw. eine kompatible motor-steuerung für vixen gp-montierungen noch erhältlich (motor mt-1, entkopplung, steuereinheit dd-2/3)?

- wenn ich mir als mein "wunsch-system" nunmal ein leitfernrohr einbilde (ich kann stur sein ;)), was wäre dabei ein kleiner, qualitativer und zu meinem teleskop passender refraktor? nicht all zu teuer, nicht all zu schwer (meine gp-montierung trägt bis max. 8 kg und neben meinem newton-haupt-telekop wiegt natürlich auch die kamera und das zubehör noch etwas) und passend vom öffnungs-verhältniss und der brennweite? denn hier blicke ich bisher noch nicht durch, weil ich jetzt mal flüchtig wo gelesen habe, dass die öffnung (und auch brennweite?) des haupt-teleskops in einem gewissen verhältnis zum leit-fernrohr stehen soll?! also ich habe eben einen newton mit 135mm öffnung, 720mm brennweite, f/5.3 öffnungsverhältnis sowie einer maximal sinnvollen vergrößerung von 270-fach (realistisch mit seeing und dergleichen wohl eher 180-200-fach) ...

- ist ein coma-corrector für photos durch mein teleskop notwendig bzw. sinnvoll? denn natürlich sind (am rand) schärfere photos immer besser als verzerrte ...

- ist mein 1 1/4" okular-system okay oder (generell bzw. für später eventuell einmal gesteigerte photo-ambitionen) ist astro-photographie "irgendwie" eher auf 2" beschränkt?

- und nun, zu guter letzt, die mega-frage (nach meinem empfinden), welche kamera? hierzu weiss ich leider nicht viel mehr, als dass mittlerweile natürlich digital-kameras der stand der zeit sind ... aber welche wesentlichen unterschiede gibt es dabei? gesehen habe ich bisher jene, die wohl mehr oder weniger gleich einer digitalen-spiegelreflex-kamera sind, und jene, die aussehen wie eine kleine "schnapp-schuss-kamera" oder "web-cam". sorry, aber da habe ich bisher jetzt echt null erfahrung und durchblick ... was wäre da für mich am geeignetsten, um einerseits "nette" und bei ausreichender nachführgenauigkeit auch gut aufgelöste photos durch mein teleskop zu machen, sowie um auch von meiner kamera-halterung auf der gegengewichtsstange aus auch schöne übersichtsphotos des sternenhimmels und oder der milchstrasse zu machen? und wieviel belichtungszeit kann man da so einstellen bzw. ist für mich, meine vorstellungen und mein teleskop sinnvoll? (bei meiner analogen spiegel-refelx-kamera hätte ich ja quasi unbegrenzt belichten können) ... meine vorstellung nochmals: nette und auch schöne photos von den "standard-objekten" (mond, planeten, sternhaufen, deep-sky-objekte, ...), die aufgrund meines teleskops und weil ich auch weiss, dass man entweder eher "voll" auf planeten und co oder eben deep-sky geht, natürlich auch mehr dokumentations-charakter haben dürfen als wie die "super-scharf-auflösung", am computer "in-das-bild-zoom-möglichkeit" und whatever ... :o

ich komme wieder / ich kam wieder :biggrin:

THX 2 all, die etwas zeit haben und mir mit ihrem know-how etwas weiterhelfen können ... :help: :super: :respekt2:

GN8 + NICE SKY 2 all !!!



 
Hi Berni,

Vorweg: das Kleingedruckte ist für mich sehr anstrengend zu lesen.
Zitat von Berni:
- was geht eurer meinung nach da mit meinem derzeitigen system, wenn ich dann noch motor und steuerung nachgerüstet und eine passende kamera erworben habe?
Fast Alles. Je nach Anspruch würde ich mittelfristig aber die Optik ersetzen.


Zitat von Berni:
- ist die alte bzw. eine kompatible motor-steuerung für vixen gp-montierungen noch erhältlich (motor mt-1, entkopplung, steuereinheit dd-2/3)?
Die GP wurde und wird immernoch gern geclont, z.B. als EQ-5. Für die gibt es für rund 150€ eine 2-Achssteuerung mit Autoguidereingang.

Zitat von Berni:
- wenn ich mir als mein "wunsch-system" nunmal ein leitfernrohr einbilde (ich kann stur sein ;)), was wäre dabei ein kleiner, qualitativer und zu meinem teleskop passender refraktor?
Ein 8x50 Sucher. Im Ernst - kaum einer verbringt die Nächte an einem Fadenkreuzokular. Die Nachführkontrolle lässt man von einem Autoguider übernehmen und kann dadurch sowohl fotografieren als auch (mit Zweitgerät) beobachten.

Zitat von Berni:
- ist ein coma-corrector für photos durch mein teleskop notwendig bzw. sinnvoll? denn natürlich sind (am rand) schärfere photos immer besser als verzerrte ...
Mittelfristig wäre ein Komakorrektor sicher sinnvoll - aber die gibt es nur in 2"

Zitat von Berni:
- ist mein 1 1/4" okular-system okay oder (generell bzw. für später eventuell einmal gesteigerte photo-ambitionen) ist astro-photographie "irgendwie" eher auf 2" beschränkt?
Das ist einer der Knackpunkte deiner Optik, die sie für Langzeitbelichtungen eher unattraktiv macht.

Zitat von Berni:
- und nun, zu guter letzt, die mega-frage (nach meinem empfinden), welche kamera?
Eine sogenannte "Planetenkamera", die es schon für unter 200€ gibt.

"Mein" Setup mit deiner Ausrüstung sähe folgendermaßen aus:
1. Schrittmotorsteuerung nachrüsten, Planetenkamera, gute Barlow und ggf. Laptop kaufen.
Damit sind schon sehr bequeme Planetenaufnahmen und Monddetails machbar, helle kleine Objekte wie z.B. Kugelsternhaufen gehen ansatzweise ebenfalls.

2. DSLR anschaffen, ggfs. gleich eine Astromodifizierte, falls "Normalfotografie" nicht mehr interessant ist. Welches System bzw. Objektive hattest Du? Manchmal lohnt es sich, die weiterzuverwenden, und sei es auch nur zu Übungszwecken.
Für die "Planetenkamera" dann noch einen 8x50 Sucher - damit wird die zum Autoguider. Statt dem Newton dann eine Doppelbefestigung für Autoguider und Kamera mit gewöhnlichen Objektiven von (sagen wir) 50mm bis 300mm. Der Newton muss dabei nicht entsorgt werden - für Planetenaufnahmen kann er ja wieder auf die GP, ansonsten lohnt es sich, schonmal nach Bauanleitungen für eine "Rockerbox" zu schauen.
Mit dem Setup gelingen schon erste Langzeitbelichtungen, man gewöhnt sich an den Umgang mit Autoguidern und vor allem bekommt man eigene Rohdaten, mit denen man das Erarbeiten eines Bildes erlernen kann.

3.Wenn das zuverlässig klappt, über eine neue Hauptoptik nachdenken.
Gerade noch machbar wäre das moderne Pendant zu deinerm Vixen, der Skywatcher 130PDS. Ein kleiner APO wäre aber mindestens ebenso attraktiv - und je kleiner, desto stabiler die Lernkurve. Das Setup ist einfach steifer, weniger anfällig was Wind und Schwingungen angeht, erfordert bei kürzeren Brennweiten weniger Nachführgenauigkeit und erhöht damit die Chance auf verwendbare Bilder. Aber 3. hat wirklich noch viel Zeit. Mit 1+2 kann man mehrere Jahre verbringen, bis es langweillig wird oder man zu der Auffassung kommt, dass man das wirklich beherrscht.

cs
Jürgen





 
Hallo Jürgen!

Vorweg: Kleingedrucktes = fehlende Groß-/Kleinschreibung? sorry ;)

Okay, d.h. du rätst mir von "manueller" Nachführkorrektur (mittels Leitfernrohr oder Off-Axis-Guider) ab und rätst mir gleich zu einem Auto-Guider-System? Sehe ich das richtig, dass das gegenwärtig der effektivste Stand der Technik in der Astrophotographie ist (und neben weiteren Verbesserungen wohl auch bleiben wird), weil die Nachführkorrektur automatisch und anhand von Stern- bzw. Pixelposition erfolgt? Dafür braucht man dann aber ein Nachführsystem mit Auto-Guider-Eingang sowie einen Laptop mit der entsprechenden Software? D.h. für mein Verständnis, die Guiding-Kamera (Planetenkamera) übermittelt dann fortlaufend das Bild an den Laptop und die Software reagiert dann auf Positions-Abweichungen des oder der Sterne bzw. des oder der Pixel, um dann einen entsprechenden Korrektur-Impuls an die Motornachführung zu senden? Ist vielleicht nicht ganz so schwierig, wie es klingt, aber programmieren möchte und könnte ich so eine Software nicht ?). Während dessen kann ich mich dann anderweitig beschäftigen und z.B. mit einem Zweitsystem visuell beobachten, wobei ich mit einer "Rocker-Box" meinen Newton quasi zu einer Art kleiner "Dobson" machen könnte?

So weit so gut, bitte korrigiere mich, wenn ich da etwas falsch verstanden habe bzw. falsch formuliert habe.

Ist mein 1 1/4" System mit Newton-Teleskop für Langzeit-Astrophotographie nun deshalb uninteressant, weil ich nur für 2" einen Koma-Korrektor bekomme, oder hat ein 1 1/4" System noch andere maßgebliche Nachteile für Langzeit-Astrophotographie (und einmal davon abgesehen, dass mehr Öffnung natürlich "fast" immer besser ist)?

Dann sollte ich ja, was ich derzeit eh nicht vorgehabt habe, meinen Bestand an 1 1/4" Okularen, Filtern, usw. eher nicht mehr erweitern, wenn es dann wohl irgendwann ein 2" System werden sollte bzw. könnte? Hättest du mir unter [3] deshalb den Skywatcher 130PDS empfohlen, weil der zwar die gleiche Öffnung wie mein jetztiger Newton aber eben 2" hat?

Für was brauche ich bei [1] die "gute Barlow"? Um für Planeten und Mond mehr Vergrößerung zu haben? Aber vergrößert eine Barlow nicht die Brennweite des Hauptteleskops, wo ich doch auch mal gelesen habe, dass eine kurze Brennweite für Astrophotographie besser ist? Wegen mehr Bildhelligkeit bzw. kürzerer Belichtungszeit und demnach weniger Notwendigkeit für eine äußerst präzise Nachführung? Oder gilt das dann wieder mehr für DS-Objekte bei langer Belichtung und eben nicht für helle und nahe Objekte unseres Sonnensystems?

Zu deiner Frage, meine bisherigen Okulare (eben alle 1 1/4"):

Vixen Ortho: 18mm / 12,5mm / 9mm / 6mm
Vixen LV: 15mm / 4mm
Vixen LVW: 22mm
Antares Super Plössl: 10mm Fadenkreuzokular

sowie ein Mond-, UHC-Nebel-, Gelb-, Rot-, Grün- und Blau-Filter dazu (1 1/4")

Was genau meinst du mit ... Für die "Planetenkamera" dann noch einen 8x50 Sucher - damit wird die zum Autoguider. Statt dem Newton dann eine Doppelbefestigung für Autoguider und Kamera mit gewöhnlichen Objektiven von (sagen wir) 50mm bis 300mm. Der Newton muss dabei nicht entsorgt werden ...

Also die "Planetenkamera" wird mit dem 8x50 Sucher zum Autoguider, aber was ersetzt dann meinen Newton? Doppelbefestigung? Du meinst "freie Übersichts-Photos" mit der DSLR (gewöhnliche Objektive von 50 bis 300 mm) anstatt durch die Optik? Möchte das eh auf jeden Fall machen! Und so "schwere" Kamera mit meinem Newton geht nicht ... und oder wegen fehlendem 2"-Okularauszug ... und oder weil diese astrophotographischen Anforderungen und Skills für mich ohnehin noch zu weit weg sind? Meine Kamera-Montierung für die Gegengewichtsstange ist / wird dann aber überflüssig oder?

Also "Übersichtsphotos" mit DSLR und geeigneten Objektiven (braucht Nachführung und Autoguiding für längere Belichtungszeiten) ... plus ... Planeten- und Mond-Photos DURCH meinen Newton (braucht dann aber dafür eigentlich noch keine Nachführung und Autoguiding wegen kurzer Belichtungszeiten oder?)

Bis wie lange kann so eine DSLR belichten bzw. was für Belichtungszeiten sind da (bei z.B. Milchstrasse, Plejaden, M42) so üblich (je nach Objektiv natürlich)? Im Bereich von mehreren Sekunden oder auch von mehreren Minuten?

Und wie lange oder kurz belichtet man so bei Planeten- und Mond-Photos bzw. kann man das bei "Planetenkameras" überhaupt einstellen?

Und zuletzt, eine Frage für eine mögliche Zukunft meiner Ambitionen (dass mit dem kleineren System zwecks stabiler, weniger Vibrationen, weniger Windanfälligkeit und leichteren "Herantasten" an die Astrophotographie glaube ich ja verstanden zu haben) ... aber wenn dann vielleicht einmal in ein paar Jahren ein Zweitgerät (vorrangig für DS-Objekte) ... würdest du (in meiner Lage) da z.B. einen größeren Newton (150-200mm mit 2") oder einen kleinen feinen APO (2" bei etwa 100mm?) bevorzugen? Wieviel kann so ein APO bei DS-Objekten leisten? Weniger Objekte wegen weniger Lichtsammelvermögen aber die, die gehen dafür in schöner Qualität (wenn natürlich alle anderen Rahmenbedingungen außer der Optik auch ausreichend sind)? Schöne Photos von den bekannteren planetarischen und Emissions-Nebeln (z.B. M42)?

Würde hald gerne wissen, wohin die Reise vielleicht sinnvoll gehen könnte (ein kleines Ziel vor Augen) ... :biggrin:

DANKE dir jedenfalls + NICE SKY :super:




 
Und weil ich deine Frage wohl jetzt erst richtig verstanden habe (Photo-System meiner analogen Spiegelreflexkamera und nicht meine Teleskop-Okulare):

Minolta SRT 101
Minolta 35mm Weitwinkelobjektiv
Minolta 55mm Standardobjektiv
Minolta 135mm Teleobjektiv

 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi Berni
Zitat von Berni:
Okay, d.h. du rätst mir von "manueller" Nachführkorrektur (mittels Leitfernrohr oder Off-Axis-Guider) ab und rätst mir gleich zu einem Auto-Guider-System? Sehe ich das richtig, dass das gegenwärtig der effektivste Stand der Technik in der Astrophotographie ist (und neben weiteren Verbesserungen wohl auch bleiben wird), weil die Nachführkorrektur automatisch und anhand von Stern- bzw. Pixelposition erfolgt? Dafür braucht man dann aber ein Nachführsystem mit Auto-Guider-Eingang sowie einen Laptop mit der entsprechenden Software? D.h. für mein Verständnis, die Guiding-Kamera (Planetenkamera) übermittelt dann fortlaufend das Bild an den Laptop und die Software reagiert dann auf Positions-Abweichungen des oder der Sterne bzw. des oder der Pixel, um dann einen entsprechenden Korrektur-Impuls an die Motornachführung zu senden? Ist vielleicht nicht ganz so schwierig, wie es klingt, aber programmieren möchte und könnte ich so eine Software nicht ?). Während dessen kann ich mich dann anderweitig beschäftigen und z.B. mit einem Zweitsystem visuell beobachten, wobei ich mit einer "Rocker-Box" meinen Newton quasi zu einer Art kleiner "Dobson" machen könnte?
Genau. Wobei ich nicht von Anfang an Autoguiding betreiben würde - das sollte man sich nur als Option offenhalten, wenn Brennweiten über 2-300mm genutzt werden sollten oder nicht nur sehr kurz belichtete Aufnahmen von Mond/Planeten gefragt sind - bei kurzen Brennweiten oder aber sehr kurzen Belichtungszeiten braucht es kein Autoguiding, da reicht die normale Schrittmotorsteuerung ohne Korrekturen aus. Beim Autoguiding gibt es im Übrigen 2 Varianten: Mit Planetenkamera + Laptop oder aber mit einem "Stand-Alone" Autoguider. Letzterer kann halt ausschließlich Autoguiden, aber eben keine Aufnahmen von Planeten.

Zitat von Berni:
Ist mein 1 1/4" System mit Newton-Teleskop für Langzeit-Astrophotographie nun deshalb uninteressant, weil ich nur für 2" einen Koma-Korrektor bekomme, oder hat ein 1 1/4" System noch andere maßgebliche Nachteile für Langzeit-Astrophotographie (und einmal davon abgesehen, dass mehr Öffnung natürlich "fast" immer besser ist)?
Wenn es nicht bis in die Ecken 'scharf', d.h. Komafrei und möglichst unvignettiert sein soll, geht es natürlich auch mit 1,25". Kritisch wird halt, ob sich dein Schlitten genau genug fokussieren lässt (da kann man nachhelfen), ob Du damit in den Fokus kommst (falls es mit deiner Minolta mal geklappt hat geht das definitiv), ob er nicht verkippt und wie gut der Fangspiegel den Sensor ausleuchtet. Wobei man all das ausprobieren könnte - und gemessen an den eigenen Ansprüchen - erst dann entscheidet, ob wirklich eine bessere Optik her muss. Manche sind begeistert vom Hanyschnappschuss durchs Okular, manche legen bei einem fast schon perfekten Bild nochmals 14h Belichtungszeit drauf, bis es denen gut genug ist.


Zitat von Berni:
Dann sollte ich ja, was ich derzeit eh nicht vorgehabt habe, meinen Bestand an 1 1/4" Okularen, Filtern, usw. eher nicht mehr erweitern, wenn es dann wohl irgendwann ein 2" System werden sollte bzw. könnte? Hättest du mir unter [3] deshalb den Skywatcher 130PDS empfohlen, weil der zwar die gleiche Öffnung wie mein jetztiger Newton aber eben 2" hat?
Ja - wenn es ein Newton sein soll, ist das die größte möglichst stressfreie Lösung. Visuell gehn 6" zwar noch sehr gut, fotografisch wird es schon schwieriger. Ich verfolge halt lieber den Ansatz, dass man die Montierung nicht aufs äußerste ausreizt und dann mit einem gewissen (oder fast ausschließlich) Ausschuss leben muss, sondern dass man möglichst gute Chancen hat, gerade am Anfang.

Zitat von Berni:
Für was brauche ich bei [1] die "gute Barlow"? Um für Planeten und Mond mehr Vergrößerung zu haben? Aber vergrößert eine Barlow nicht die Brennweite des Hauptteleskops, wo ich doch auch mal gelesen habe, dass eine kurze Brennweite für Astrophotographie besser ist? Wegen mehr Bildhelligkeit bzw. kürzerer Belichtungszeit und demnach weniger Notwendigkeit für eine äußerst präzise Nachführung? Oder gilt das dann wieder mehr für DS-Objekte bei langer Belichtung und eben nicht für helle und nahe Objekte unseres Sonnensystems?
Stark vereinfacht gesagt, versucht man bei der Planetenfotogrsfie (eigentlich Planetenfilmerei) auf ein Öffnungsverhältnis von 1/20 zu kommen, oder auch noch langsamer, je nach Planet und Kamera. Öffnung will man keinesfalls verschenken, also erhöht man die Brennweite. Mit einer Barlow.
Bei DS sind kurze Brennweiten dagegen 'beliebter': Viele Objekte sind großflächig, man möchte also größere Bildwinkel durch kurze Brennweiten oder größere Sensoren. Und das ebenfalls mit möglichst viel Öffnung. Die kurze Brennweite bekommt dann nicht nur das komplette Objekt ab, sondern macht auch noch die Nachführung einfacher. Die große Öffnung verkürzt dagegen die notwendige Belichtungszeit.


Zitat von Berni:
Zu deiner Frage, meine bisherigen Okulare (eben alle 1 1/4"):

Vixen Ortho: 18mm / 12,5mm / 9mm / 6mm
Vixen LV: 15mm / 4mm
Vixen LVW: 22mm
Antares Super Plössl: 10mm Fadenkreuzokular

sowie ein Mond-, UHC-Nebel-, Gelb-, Rot-, Grün- und Blau-Filter dazu (1 1/4")
Sehr schicke Palette. Selbst wenn bei dir 2" kommen sollten, würde ich die bestenfalls ergänzen; je nach Himmel wäre z.B. eine größere AP jenseits der 4,3mm vom LVW wünschenswert. Aber Okularergänzungen lassen sich zu gegebener Zeit auch noch diskutieren.

Zitat von Berni:
Was genau meinst du mit ... Für die "Planetenkamera" dann noch einen 8x50 Sucher - damit wird die zum Autoguider. Statt dem Newton dann eine Doppelbefestigung für Autoguider und Kamera mit gewöhnlichen Objektiven von (sagen wir) 50mm bis 300mm. Der Newton muss dabei nicht entsorgt werden ...
Also die "Planetenkamera" wird mit dem 8x50 Sucher zum Autoguider, aber was ersetzt dann meinen Newton? Doppelbefestigung? Du meinst "freie Übersichts-Photos" mit der DSLR (gewöhnliche Objektive von 50 bis 300 mm) anstatt durch die Optik? Möchte das eh auf jeden Fall machen! Und so "schwere" Kamera mit meinem Newton geht nicht ... und oder wegen fehlendem 2"-Okularauszug ... und oder weil diese astrophotographischen Anforderungen und Skills für mich ohnehin noch zu weit weg sind? Meine Kamera-Montierung für die Gegengewichtsstange ist / wird dann aber überflüssig oder?
Dein Newton wird bei der Fotografie einfach durch die Kamera + Objektiv ersetzt. Sollten mal erste Übungen mit Autoguider anstehen, eben eine Doppelbefestigung für Kamera+Teleobjektiv und Autoguider+Sucher. Wobei - wenn ich mir das recht überlege, sind solche Übungen eher nutzlos. So eine Art "Trockenschwimmen". Ein paar Grundlagen bekommt man so zwar mit, aber keine wirklichen Erfahrungswerte. Dazu braucht man halt "sein" Setup mit 500mm+ oder aber gleich mehrere Setups. Die Prinzipien begreift man damit ja sehr schnell, eine Checkliste hat man auch gleich zusammen. Und ja - an der GG-Stange sitzt keine Kamera. Wobei man da auch eine zweite, sehr weitwinklige Kamera 'mitnehmen' könnte. So weit von der Achse ist das halt recht schwingungsanfällig.

Zitat von Berni:
Also "Übersichtsphotos" mit DSLR und geeigneten Objektiven (braucht Nachführung und Autoguiding für längere Belichtungszeiten) ... plus ... Planeten- und Mond-Photos DURCH meinen Newton (braucht dann aber dafür eigentlich noch keine Nachführung und Autoguiding wegen kurzer Belichtungszeiten oder?)
"Übersichtsfotos" - also Sternbilder - brauchen kein Guiding, nur eine Nachführung in einer Achse; einige Prominete passen gerade mal mit 50mm auf einen typischen APS-C Sensor, viele bräuchten deutlich weniger Brennweite, nur sehr wenige hätten gern so zwischen 100 und 150mm.
Ob Mond/Planetenaufnahmen UND Autoguiding überhaupt funktionieren, kann ich nicht sagen. Sicher ist nur, dass Autoguiding da definitiv nicht nötig ist.

Zitat von Berni:
Bis wie lange kann so eine DSLR belichten bzw. was für Belichtungszeiten sind da (bei z.B. Milchstrasse, Plejaden, M42) so üblich (je nach Objektiv natürlich)? Im Bereich von mehreren Sekunden oder auch von mehreren Minuten?
Das 'können' ist mittlerweile ein unnötiger Knackpunkt: Manche Modelle, insbes. bei den (eigentlich besser geeigneten) spiegellosen Systemkameras, haben kein 'Bulb' mehr, d.h. man kann höchstens 30 oder immerhin 60 Sekunden lang belichten. Auch damit kann was was machen, sofern die Fernsteuerbar oder programmierbar sind (also einfach gesagt da eine Klinkenbuchse dran ist, wo man einen 30€ Fernauslöser dranhängen kann).
Grundsätzlich gilt da: So lange belichten, wie man es sich erlauben kann. Bei bekannten Extremen wie M31 und M42 noch eine weitere Serie für den völlig ausgebrannten Kern schießen.

"Übliche" Belichtungzeiten sind kaum anzugeben; es existiert nichteinmal ein Berechnungsmodell.
Irgendwie ist fast alles möglich, selbst mit wenigen Sekunden (und tausenden von Aufnahmen). Als grobe Hausnummer wird es so ab 90-120 Sekunden und 50 Aufnahmen halbwegs interessant. Je länger man belichten kann, desto besser.

Zitat von Berni:
Und wie lange oder kurz belichtet man so bei Planeten- und Mond-Photos bzw. kann man das bei "Planetenkameras" überhaupt einstellen?
Da geht es im Milisekundenbereich weiter bzw. zwischen ein paar Dutzend und Hunderten von Einzelbildern pro Sekunde. Als Video. Je schneller man aufnehmen kann, desto besser.

Zitat von Berni:
Und zuletzt, eine Frage für eine mögliche Zukunft meiner Ambitionen (dass mit dem kleineren System zwecks stabiler, weniger Vibrationen, weniger Windanfälligkeit und leichteren "Herantasten" an die Astrophotographie glaube ich ja verstanden zu haben) ... aber wenn dann vielleicht einmal in ein paar Jahren ein Zweitgerät (vorrangig für DS-Objekte) ... würdest du (in meiner Lage) da z.B. einen größeren Newton (150-200mm mit 2") oder einen kleinen feinen APO (2" bei etwa 100mm?) bevorzugen? Wieviel kann so ein APO bei DS-Objekten leisten? Weniger Objekte wegen weniger Lichtsammelvermögen aber die, die gehen dafür in schöner Qualität (wenn natürlich alle anderen Rahmenbedingungen außer der Optik auch ausreichend sind)? Schöne Photos von den bekannteren planetarischen und Emissions-Nebeln (z.B. M42)?
Mehr als 135mm Öffnung als Newton oder schätzen wir mal 80 oder allerhöchstens knapp unter 90mm als APO halte ich zwar für möglich, aber auf einer GP als eher Spassfrei. ICH wohlgemerkt. Ob da jetzt Linse oder Spiegel 'besser' sein mag, hängt von zu vielen Faktoren ab, um das selbst für mich zu entscheiden... Bei unbegrenzten Mitteln würde ich wohl einen APO vorziehen. Dann aber nicht so einen visuellen Volks-ED mit irgendeinem auch zufällig passenden Flattener, sondern ein Werkzeueg mit APQ oder FSQ in der Bezeichnung hinten dran.
Das Spiel kann man in der anderen Richtung weitertreiben und nach den Herren Boren und Simon fragen, und wie man das für die einstige Amateurkönigsklasse 'GP' in akzeptabler Qualität/Größe hinbekommt.

Naja - wäre ich einigermaßen rational, würde ich versuchen, nicht in irgendeinen Kaufrausch oder Hype zu verfallen. Passiert leider recht oft, wenn einem gesagt wird, was (unter anderen Bedingungen) noch besser wäre.
Grob gesagt wäre für die beschriebenen Zwecke vollkommen ausreichend:

a) Planetenaufnahmen
notfalls per Handy am Okular mitfilmen. In verdammt gut: 'Planetenkamera' wie bereits erwähnt. Falls Luxus erwünscht: zusätzlich noch Schrittmotorsteuerung

b) Deep Sky
Schrittmotorsteuerung für wie gesagt etwa 150€. Systemkamera; welche, müsste man noch erörtern - wichtig wäre mittelfristig, dass sie Astromodifiziert werden kann und eben grundsätzlich, dass sie sich fernsteuern lässt und beliebig lange belichten kann. Zum Üben reichen deine "alten" Festbrennweiten aus und können idr. adaptiert werden. Manche haben noch Extrafeatures, wie z.B. Pixelgerechtes Video. Das kommt nicht an eine richtige Planetenkamera ran, reicht aber für ansehnliche Aufnahmen aus. Wenn das mal ausgereizt ist, mit Aufnahmen durch das Teleskop anfangen. Zum Ausprobieren reicht deines ja vielleicht sogar aus, ansonsten eben kleiner Newton oder kleiner APO (das zu entscheiden ist nicht gerade leicht, beide haben ihre Vorteile)

Insofern würd ich an deiner Stelle entscheiden, ob zuerst in Richtung a) oder in Richtung b) gegangen wird.

cs
Jürgen
 
Hi Berni,

mit der Montierung und den Okularen/Filtern bist für visuell mit Deinem vorhandenen Teleskop jetzt gut ausgestattet.

Der erste Schritt wäre die Motorisierung der Monti. Bitte gleich eine Motorsteuerung mit Autoguidingeingang. Ist ne Investition in die Zukunft. Für langzeitbelichtete Deepsky-Fotos. :)

Für Fotografie mußt zweigeteilt denken:

Für Sonnenflecken-, Mondkrater- und Planetenfilmerei brauchst außer der (bunten) Planetenkamera, Barlow-Linse, Sonnenfilter aus Baaderfolie und Laptop nix weiter. :)

Mit ner Planetenkamera kannst dann solche Planetenbilder erzeugen:

Link zur Grafik: http://www.bilder-upload.eu/upload/4193b5-1483129322.png

dieser Jupiter ist von heute Morgen, aufgenommen mit einer ALCCD5L-IIc, Barlow-Linse und einem 6" MAK. Mit den 5" Deines Newtons wird das Bild halt kleiner und nicht ganz so sehr aufgelöst. Aber es ist prinzipiell möglich, dessen Brennweite per Barlow-Linse oder Okularprojektion auch auf ca. 2 Meter Brennweite aufzublasen...


"Deepsky-Fotografie" dröselt sich prinzipiell so auf:

Fotostativ, Weitwinkel oder Normalobjektiv + Drahtauslöser:

- Sternstrichspuren mit Vordergrundmotiv (5-15 Minuten Belichtungszeit am Stück)
- Sternbilder mit Vordergrundmotiv (15-30 Sekunden Belichtungszeit)
- Milchstraße mit Vordergrundmotiv (15-30 Sekunden Belichtungszeit)


Kamera + Fotoobjektiv statt Teleskop auf der Montierung mit el. Nachführung, aber ohne Autoguiding:

- Sternbilder oder Milchstraße mit Weitwinkel- oder 50 mm Fotoobjektiv, 1-2 Minuten Belichtungszeit am Stück
- großflächige Nebel wie Cirrusnebel, Nordamerikanebel, Californianebel, Rosettennebel, Andromedagalaxie, Barnards Loop, Heart- & Soulnebel, ... mit 135 mm Teleobjektiv, 1-2 Minuten Belichtungszeit

Von jedem Motiv mindestens 50, besser 200 Bilder machen, Darks, Flats und Bias nicht vergessen für Bildbearbeitung...


Kamera + Fotoobjektiv statt Teleskop auf der Montierung mit Autoguiding:

- großflächige Nebel wie Cirrusnebel, Nordamerikanebel, Californianebel, Rosettennebel, Andromedagalaxie, Barnards Loop, Heart- & Soulnebel, ... mit 135 mm Teleobjektiv, 3-12 Minuten Belichtungszeit

Von jedem Motiv 20 - 50 Bilder machen, Darks, Flats und Bias nicht vergessen für Bildbearbeitung


Newton, Komakorrektor, Kamera mit Autoguiding:

- Sternhaufen, Große Planetarische Nebel, Galaxien, 30 Sekunden - 5 Minuten Belichtungszeit pro Einzelbild, je nach Motivhelligkeit

Von jedem Motiv 20 - 200 Bilder machen, Darks, Flats und Bias nicht vergessen für Bildbearbeitung

Diese Art der Deepskyfotografie ist die Königsklasse. Bis man so weit ist, vergehen Jahre!


Weil die meisten Kameras "Blind" für H-Alpha Licht sind, dieses rote Leuchten aber erst die Nebels so richtig "schön" macht, ist für Nebelfotografie ein Umbau notwendig. Dabei wird der IR-Sperrfilter aus der Kamera ausgebaut. Hab ich machen lassen und kann damit prima von der Stadt aus

Hier mal ein paar Links zu Aufnahmen mit 135 mm Brennweite und Belichtungszeiten zwischen 30 Sekunden und 3 Minuten ungeguidet:

http://www.sternwarte-zollern-alb.de/mitarbeiterseiten/kowollik/nebulae/primotar/M16-M17.jpg
http://www.sternwarte-zollern-alb.de/mitarbeiterseiten/kowollik/nebulae/primotar/M8-M20-30x60-sek.jpg
http://www.sternwarte-zollern-alb.de/mitarbeiterseiten/kowollik/nebulae/primotar/Helixnebel-3h-1zu1-crop.jpg
http://www.sternwarte-zollern-alb.de/mitarbeiterseiten/kowollik/nebulae/primotar/Nordamerikanebel-87min.jpg

Und hier Aufnahmen mit 300 mm Brennweite, die wurden alle geguidet:

http://www.sternwarte-zollern-alb.de/mitarbeiterseiten/kowollik/nebulae/orestegor/index.htm

Wie Du sehen kannst, sind da jede Menge Motive, die mit moderaten Brennweiten bis 300 mm auf Deiner GP gehen... Wenn Du eine Canon Camera kaufst, später in Astronomik Clipfilter investierst, sind auch Schmalbandaufnahmen (H-Alpha, O-III und sogar S-II) möglich. Aus diesen s/w Bildern (weil nur jeweils das entsprechende Farbpixel aus dem Bayernpattern auf dem Chip der Kamera Signal kriegt), kann man "Bicolor" oder auch Hubblepalette-Falschfarbenbilder oder "Farbbilder" machen...

Nur Mut, die heutigen erfolgreichen Fotografen haben auch klein angefangen...
 
Hallo Jürgen + Sternenfee!

DANKE zunächst für eure umfangreichen Antworten ... :super:

Habe mir diese Woche ein Einstiegs- und Grundlagenbuch zu Digitalphotographie allgemein und zu digitaler Astrophotographie und Bildbearbeitung gekauft. Es wird Zeit zum Lesen! Habe einfach noch zu wenig Basis-Know-How und verstehe die Zusammenhänge noch viel zu wenig.

Dann werde ich neben dem visuellen Beobachten mit meinem Teslekop und Fernglas auch Schritt für Schritt anfangen mit einer "Planetenkamera" kleine Schnappschüsse von Mond oder Planeten durch mein Teleskop zu machen sowie mit einer neu gekauften DSLR (vielleicht CANON EOS 1200Da) inklusive einem guten Weitwinkelobjektiv (28mm) und einem guten Normalobjektiv (50mm) erste Übersichtsaufnahmen des Sternenhimmels (ohne und später mit Nachführung) ... für Autoguiding möchte ich dann auf jeden Fall gewappnet sein, aber ich merke schon, davor muss ich mich noch viel besser in die Materie einlesen und auch ein paar "erste kleine Photo-Übungen" machen.

Einen Fragen-Komplex hätte ich aber jetzt doch noch, bevor ich meine Bücher bekomme, mich einlese und danach schrittweise meine Ausrüstung erweitere ...

Und zwar:

Gibt es dann jetzt im "normalen Amateur-Astro-Photographie-Bereich" überhaupt Digitalkameras mit mehr als 30 bis 60 Sekunden Belichtungszeit? Also auch außerhalb der Profi- (und Semi-Profi-) Liga? Bei den kleinen Planetenkameras ist das ja wohl nicht notwendig, aber bei diesen CCD-Kameras (= Systemkameras?) und bei den DSLR? Kann man da dann kein einzelnes Photo mit mehr als 30 oder 60 Sekunden belichten, so wie ich bei meiner alten analogen Spiegelreflex mittels Drahtauslöser und Fixierung ja quasi unbegrenzt belichten konnte? Ja, Nein, bei beiden? Oder wird die "Belichtungszeit" dann (nur mehr) dadurch erhöht, dass man am PC mittels Software sehr viele der "kurzen" Einzelaufnahmen (30-60 Sekunden) überlagert (stackt)? Was ist jetzt genau damit gemeint bzw. wie ergibt sich dann ein Astrophoto mit z.B. 30 Minuten Belichtungszeit wirklich? Weil das ganz spezielle und die sehr teuren Digitalkameras dann doch können oder weil hunderte Photos mit "kurzer" Belichtungszeit miteinander addiert werden?

z.B. Canon EOS 1200D (A)

Minimale Verschlusszeit 1/4.000 s
Maximale Verschlusszeit 30 s

Was wäre z.B. mit dieser Kamera eine "Langzeitbelichtung" und wie?

Und weil mir jetzt schon keine Frage mehr blöd genug ist: :biggrin:

Wie ist das eigentlich mit der Farbe bei den Astro-Photos?
Immer und je nach Objekt? Oder erst ab einer gewissen Belichtungszeit bzw. mit speziellen Filtern?

Zuletzt noch, ich glaube es handelt sich dabei um eine Art von "Justier- / Kalibrier- / Ausgleichs- Photos" ... was ganz einfach formuliert sind Darks, Flats und Bias?

DANKE - GUTEN RUTSCH - NICE SKY :)


 
Zitat von Berni:
Gibt es dann jetzt im "normalen Amateur-Astro-Photographie-Bereich" überhaupt Digitalkameras mit mehr als 30 bis 60 Sekunden Belichtungszeit?
Klar. Eigentlich ist das immernoch selbstverständlich. Außer eben bei Sony. Einfach im DatenBlatt nach 'Bulb' oder Langzeitbelichtung schauen.


Zitat von Berni:
Oder wird die "Belichtungszeit" dann (nur mehr) dadurch erhöht, dass man am PC mittels Software sehr viele der "kurzen" Einzelaufnahmen (30-60 Sekunden) überlagert (stackt)?
Man belichtet immer so lange, wie es der Himmel oder die Nachführung zulässt - und addiert dieseAufnahmen da zusammen. Im Gegensatz zum Film gibtes keinen Schwazschildeffekt und sehr sehr komfortable Dunkelkammern.


Zitat von Berni:
Was ist jetzt genau damit gemeint bzw. wie ergibt sich dann ein Astrophoto mit z.B. 30 Minuten Belichtungszeit wirklich? Weil das ganz spezielle und die sehr teuren Digitalkameras dann doch können oder weil hunderte Photos mit "kurzer" Belichtungszeit miteinander addiert werden?

z.B. Canon EOS 1200D (A)

Minimale Verschlusszeit 1/4.000 s
Maximale Verschlusszeit 30 s

Was wäre z.B. mit dieser Kamera eine "Langzeitbelichtung" und wie?

Auch die kann bis der Akku leer ist am Stück belichten. '30 Minuten Belichtungszeit' ist die Summe der Einzelbelichtungen, also z.B. 10x 3 Minuten lang belichtet. Als grobes Ziel ists eben, möglichst lange Einzelbelichtungen hinzubekommen, und davon möglichst viele. Allerdings begrenzen der unnatürlich aufgehellte Himmel und die Präzision die Länge der Einzelbelichtungen, in dem Fall´die 3 Minuten.


Zitat von Berni:
Wie ist das eigentlich mit der Farbe bei den Astro-Photos?
Immer und je nach Objekt? Oder erst ab einer gewissen Belichtungszeit bzw. mit speziellen Filtern?

Für uns Ottonormalos sind die immer bunt. Sogar 'korrekt' bunt, wenn man den weissabgleich über die Farbtemperatur bekannter Sterne macht.
Nur wenn Du mal einen Schwarzweisssensor mit 4 Schmalbandfiltern für Luminanz und "Rot, Grün, Blau" verwenden möchtest, wird es knifflig. Deratige Falschfarbenaufnahmen kann man aber z.B. gemäß der Hubble-Palette augenfreundlich verabeiten. Aber lass dich dadurch nicht verwirren - erstmal Joggen lernen, die Kletterei kommt dann gegebenenfalls später.

Zitat von Berni:
Zuletzt noch, ich glaube es handelt sich dabei um eine Art von "Justier- / Kalibrier- / Ausgleichs- Photos" ... was ganz einfach formuliert sind Darks, Flats und Bias?

Dark: Dunkelbild. Also was dein Sensor so generell an (thermischem) Rauschen Produziert. Sowas will man nicht haben - aber wenn man es kennt, kann die Software das weitestgehend wegrechnen.

Bias: Das Ausleserauschen. Will man auch nicht, aber wenn die Software das kennt...

Flat:
Sensoren sind verdreckt und schlecht ausgeleuchtet. Wenn man der Software das erklärt...

cs
Jürgen
 
Hi Berni,

ich hab leider erst jetzt gesehen, daß meine Beispielbilder mit 135 mm Brennweite alle beim Hochladen beschädigt wurden. :(

Hab sie nochmal hochgeladen, jetzt kann man sie problemlos öffnen. :)

Und nun zu Deinen Fragen:

"Langzeitbelichtung" bei DSLR´s geht mit dem Programm "Bulb" bzw. "M" wie manuell. Dazu den Programmwahlschalter auf "B" bzw. "M" drehen, Klinkenkabel vom "Drahtauslöser" in die Kamera stecken und dann auslösen. Solange der Auslöseknopf an dem Drahtauslöser gedrückt gehalten oder verriegelt ist, wird belichtet. Nimmst den Finger vom Knopf oder schiebst den Verriegelungsknopf zurück, hörst den Spiegelschlag und die Belichtung ist gestoppt.

Für die Canonmodelle gibt es das "EOS-Utility". Ist auf der CD drauf, die den Kameras beiliegt. Dieses Programm installierst auf den Laptop und verbindest den Laptop mit der Kamera per USB-Kabel (ist auch im Lieferumfang dabei).

Schaltest jetzt die Kamera ein, poppt das Programm auf und Du kannst die Kamera berührungslos über dieses Programm steuern.

- Auswahl der Belichtungszeit zwischen 1/4000 und 30 Sekunden oder "B"
- Liveview auf dem Laptopbildschirm ansehen
- die Schärfe von Fotoobjektiven mit Motoren ansteuern
- ISO-Zahl und JPG oder RAW einstellen
...

Wenn Du länger belichten möchtest, kannst den Timer nutzen, der im Programm enthalten ist. Mit diesem Timer kannst die Verzögerungszeit zwischen Programmstart und erster Belichtung einstellen, wie lange Belichtet werden soll, wie viele Belichtungen insgesamt gemacht werden sollen, wie viel Zeit zwischen den Belichtungen gewartet werden soll.

Ist supereasy und sehr praktisch.

Du kannst auch die aufgenommenen Bilder über das USB-Kabel in einen Ordner auf dem Laptop laden lassen, während das Timerproggy brav auslöst.

Ebenfalls auf der CD ist auch das Proggy "Digital Photo Professional". Wenn Du das auch installierst, poppt es auf, sobald Bilder auf den Rechner geschoben werden. Damit kannst aufgenommene Bilder direkt ansehen. So kannst berührungslos gleich die Bilder in hoher Auflösung am Laptop kontrollieren und Schrottbilder (verwackelte oder verzogene Sterne) sofort löschen... Das spart später bei der Bildbearbeitung ne Menge Zeit. :)





 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hello again in *** 2017 *** ... :)

Habe jetzt noch diese Woche zwei neue Bücher bekommen und nächste Woche kommt dann auch noch eines ... werde mich also nun mal in den nächsten Wochen zwecks Digitalphotographie und Astrophotographie einlesen, um dann auch eine "Planetenkamera" sowie eine DSLR mit zunächst mal 1-2 guten Objektiven zu kaufen ... muss aber zuvor noch die Finanzen checken ;)

Jedenfalls VIELEN DANK euch nochmal (@ Nasus @ Sternenfee)!!!

PS: Tolle Aufnahmen (das, wo ich in ein paar Jahren auch "in etwa" gerne sein würde)!

... nice new year @ all ...

 
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