Astronomie Einsteiger :)

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Freaky87

Neues Mitglied
Hallo liebe Gemeinde :)

Ich bin Kerstin (24) und mich hat jetzt erst recht das Astrofieber gepackt.

Ich habe mich hier angemeldet um euren Rat aufzusuchen.
Sie letzten Monate habe ich mich überwiegend übers Internet mit Astronomie etc beschäftigt.
Nun haben mir meine Eltern ein Teleskop geschenkt womit ich ganz und gar nicht zufrieden bin. Es wäre das Omegon AC 70/700 AZ-2.

Durch meine nachforschungen habe ich herausgefunden, dass es ganz und gar nicht für Erwachsene Leute geeignet ist.

Nun meine Frage an Euch. Mein Budget ist nicht gerade sehr hoch und habe die Möglichkeit dieses Teleskop umzutauschen. Herausgesucht habe ich mir diese 2.

http://www.astroshop.de/teleskop-se...50-1400-megastar-eq-3/p,4260#tab_bar_2_select

und

http://www.astroshop.de/skywatcher-teleskop-n-130-900-explorer-eq-2/p,5013#tab_bar_0_select

Da ich mir ja noch nicht 100%ig sicher bin, ob ich bei diesem Hobby bleibe, wollte ich nicht sofort 400€ ausgeben. Nun meine Frage an euch, welches Teleskop würdet Ihr mir Empfehlen? Meine Interessen liegen hauptsächlich an Planeten, da ich mit meinem "kleinen" Teleskop nicht einmal Jupiter richtig erkennen kann, sondern nur als helle Scheibe. Ich hoffe Ihr könnt mir behilflich sein :)
 
Hallo Kerstin,

willkommen im Forum und in der Astronomie. Von den beiden Teleskopen würde ich dringendst abraten.

Zum Megastar:

Er ist ein sog. Cat-Newtom mit einer Korrekturlinse im Okularauszug. Diese Geräte liefern keine gute Abbildung, da diese Linse einerseits oft von nicht ausreichender Qualität ist, und sie, falls sie gut sein sollte, sehr penibel justiert werden muss. Unabhängig davon sieht mir die Montierung zu schwach aus.

Zum Skywatcher Explorer:

Hier liegt die typische Kombination einer Optik mit einer viel zu schwachen Montierung vor. Die EQ-2 bringt bei DEM Teleskop nur Frust, eine exakte Fokussierung wird zum Glücksspiel, da das Gerät damit zu sehr schwingt: Die Schwingungen, die beim berühren des Geräts zwangsläufig entstehen, werden um den Betrag der eingestellten Vergrößerung mitvergrößert. Eine Schwingung, die man mit bloßem Auge nicht wahrnimmt, kann bei 100-facher Vergrößerung also jede sinnvolle Beobachtung unmöglich machen.

Unabhängig davon ist der Teleskopspiegel nicht parabolisiert, siehe hier:

http://zudensternen.de/Teleskop Skywatcher 130-900 auf EQ-2.html
(Zweiter fettgedruckter Absatz unter dem Bild).

Die Folge ist, dass das reflektierte Licht nicht in einem Brennpunkt gesammelt wird, sondern in Form einer Brennlinie entlang der optischen Achse. Die Folge ist, dass Sterne be starken Vergrößerungen leicht unscharf erscheinen. Dies wirkt sich auch auf alle beobachteten Objekte aus.

Wenn du sicher bis, dass du schwerpunktmäßig Mond und Planeten beobachten möchtest, wäre ein kleiner Maksutov mit 90 bis 125 Millimeter Öffnung eine Überlegung wert. Ein 90er Mak leistet an Mond und Planeten bereits sehr viel und liegt nebst Zubehör innerhalb deines Budgets (unter 400 Euro):

http://www.astroshop.de/skywatcher-maksutov-teleskop-mc-90-1250-skymax-eq-1/p,5031

Ansonsten wäre das schon fast obligatorische Einstiegsgerät, der 8'' f/6 Dobson eine gute Wahl. Er bietet gute Orientierungsmöglichkeiten, da alle Klassen von Himmelskörpern gut beobachtet werden können. Zudem ist er einfach zu bedienen und gut transportabel. Allerdings würde er als Neugerät dein Budget sprengen, wenn gute Okulare hinzukommen sollen.

CS und VG Christian
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,

ich danke dir für deinen Rat. Mein errechnetes Budget wird sich wohl auf maximal 230€ erlaufen. Ich persönlich möchte wie gesagt nicht noch mehr ausgeben, da ich erst einmal sehen möchte, wie lange ich bei diesem Hobby bleibe. Gleich ein 400€ Teleskop kaufen würde sich in diesem Sinne erst einmal nicht Lohnen.
Falls ich dabei bleiben sollte, gibt es noch immer die Möglichkeit zu einem Verkauf bzw zum Kauf eines etwas passenderes Teleskop
 
Hallo Kerstin,

hast du ein gutes Fernglas? Das eignet sich hervorragend zur Himmelsbeobachtung und um auszutesten, ob einem das Hobby prinzipiell Spaß macht (kalte Nächte im Freien, Gerätebedienung mit kalten Fingern, Aufsuchen von Objekten etc.).So ein Fernglas ist aufgrund seines großen Gesichtsfeldes auch später eine ideale Ergänzung zum Teleskop und kann auch für Erdbeobachtungen eingesetzt werden.

Ansonsten ist es bei deinem Budget nicht leicht, etwas wirklich gutes zu empfehlen.

CS und VG Christian
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,

mit einem Fernglas habe ich das schon einmal versucht und ich sehe mir wirklich sehr gerne die Sterne an. Auf dauer hatte mich das nur etwas genervt, dass ich nie richtig darauf gucken kann. Also die wirklich höchste Grenze die ich ausgeben kann, wären 250€ für den Anfang.
 
Hi,

was meinst du mit "nie richtig drauf gucken"? Die geringe Vergrößerung? Ich kann das leider nicht richtig deuten.

CS und VG Christian
 
Huhu,

also mit einem Fernglas ist das immer so eine Sache gewesen. Leider ist das immer etwas zu wackelig und bietet mir nicht unbedingt das, was ich gerne sehen möchte. Ich würde mich für den Anfang sogar schon zufrieden geben, einmal Jupiter etwas besser betrachten zu können, anstatt nur eine helle Scheibe zu sehen.
 
Hi,

dann brauchst du ein stabiles Stativ, aber bei einem wirklich guten Fotoatativ mit Feinbewegungen, das auch einen kleinen Mak stabil trägt, ist auch schnell ein Hunni weg. Konntest du schonmal bei jemand anders mitbeobachten, um realistisch einschätzen zu können, dass Mond und Planeten deine Lieblingsobjekte (wie übriges auch meine) sind?
 
Hallo,

ja klar, ich stand bisher sicherlich schon Stundenlang bei einem Freund vor dem Teleskop. Auch mit meinem kleinen ist es mir Möglich sehr schön auf den Mond zu sehen. Das Teleskop eines Freundes ist doch um einiges Besser als ein 300 Teleskop und konnte mich auch somit am Jupiter und Saturn erfreuen. Es hat mich so sehr begeistert, dass ich darauf meinen Standpunkt lege.
 
Hi Kerstin,

das ist doch schonmal etwas, worauf man aufbauen kann. Was hat dein Freund für ein Teleskop? Es klingt nach einem sehr hochwertigen Modell, wenns wesentlich mehr als 300 Euro kostete. Abgesehen davon kann diese Preisklasse schon eine Menge bieten.

Ich würde mich, wie gesagt, in deinem Fall mit den kleinen Maks etwas eingehender beschäftigen. Ich selbst nutze einen 90er Maksutov und bin damit mehr als zufrieden.

CS und VG Christian
 
Hallo,

nochmal danke für die Empfehlung. Meine Frage wäre dazu noch, was kann ich denn mit diesem Teleskop sehen bzw betrachten?
 
Hallo,

also, auf meinem Balkon gibt das Gerät oft schon alles her, was seeingbedingt möglich ist. In Berlin ist das aufgrund aufsteigender Warmluftmassen ja immer ein Problem.

Auf dem Mond kann man damit beispielsweise unter guten Bedingungen Details auflösen, die ca. 2,25 Kilometer auseinander liegen. Das habe ich aus dem Auflösungsvermögen umgerechnet.

Saturn zeigt das Hauptwolkenband, die dunkle Polkappe, die cassini-Teilung der Ringe sowie Helligkeitsunterschiede innerhalb der Ringe.

Jupiter offenbart je nach Seeing drei bis vier Wolkenbänder, Details innerhalb der beiden Hauptwolkenbänder und die dunkleren Polkappen. Wenn du magst, kann ich dir eine Jupiterzeichnung mailen, die vorgestern mit meinem 90er Mak unter wirklich gutem Seeing entstand. Bei Interesse kannst du mir ja deine Mail-Adresse per PM schicken.

CS und VG Christian
 
Hi Kerstin,

angesichts der Qualitätsanforderungen, die von den anderen Sternfreunden schon genannt wurden und deinem Budget, würde ich mal in der Gebrauchtfraktion forschen. Wenn du keinen Dobson willst (mach dich noch mal schlau), dann wäre für mich zuerst eine gute Montierung wichtig. Ein kleiner Newton, z.B. ein 130/650er oder 130/900er, aber mit Parabolspiegel (!), kann auf eine EQ3/NEQ3. Ein größerer Newton (150/900) braucht eine EQ5, dann hast du aber schon einen Riesenapparat mit zig Kilo dabei... Dein 70/700er, der übrigens nicht schlecht sein muss, steht natürlich auf beiden Montierungen superfest.

Oder EQ3 mit Maksutov. Klein und handlich, großer Durchmesser möglich... Ist etwas für Planetenfreunde, weil diese Maksutovs keine großen Sichtfelder ermöglichen, die man aber für große DeepSky-Objekte (Galaxien, Sternhaufen, Nebel...) braucht.

EQ3 mit kleinem Refraktor 80/600er ... Das sind die normalen Linsenteleskope wie dein jetziges. Schaffen etwas größere Sichtfelder, aber haben weniger Licht/Öffnung wie die Newtons oder Maksutovs... weniger schwache Objekte sichtbar. Und mit einem kleinen Farbfehler - physikalisch bedingt - an hellen Objekten bemerkbar bei hoher Vergrößerung... Das können dann die ED`s oder Apochromaten/Apos besser; sind aber teurer...

Vielleicht solltest du hier im Biete-Forum täglich mal reingucken, ob hier irgendwas mit einer EQ3 anbietet. Oder halt Dobson... ;)

Viel Spaß hier noch...

CS Logi



 
Hallo Kerstin,

im Budgetrahmen die größte Öffnung und damit die größtmögliche Auflösung, bietet ein Dobsonteleskop mit 150 mm Öffnung und 1200 mm Brennweite.
So etwas kostet neu 200 € bei diversen Anbietern.
Ein Anbieter hat auch einen 160/1300er Dobson im Programm.
Solche einfachen Newtonteleskope auf einer Rockerbox bieten das größte Seherlebnis fürs Geld.
Wenn Du dich für ein anders montiertes Teleskop entscheidest, muss man zu Lasten der Öffnung etwa 50% des Kaufpreises für die Montierung rechnen, gerne mehr, ungern weniger, das Wackelmontierungen mit Zitterbild keinen Spass machen.

Gruß
*entfernt*
 
Hallo Günther,

gibt es die Möglichkeit, mir ein paar Kauflinks zukommen zu lassen? Gerne auch per Nachricht. Muss dann wohl abwägen ob ein Dobson oder das Maksutov für mich geeignet ist.
Ich danke euch aufjeden Fall für die tollen Tips, aber nun habe ich wohl etwas entscheidungsschwierigkeiten :)

liebe Grüße

 
Hallo Kerstin,

diese Entscheidungsschwierigkeiten haben wir alle durch und wichtig ist es uns in der Beratung, dass Du verschiedenste Möglichkeiten vorgestellt bekommst.
Abwägen musst Du natürlich selbst, aber ich bin jemand, der im Budgetrahmen gerne zu der größtmöglichen Öffnug fürs Geld rät, die von der gebotenen mechanischen und optischen Qualität her zumindest nicht gleich in den Ausstieg führt (Stichwort Megastar :neinnein:).
Kauflinks kann man hier durchaus setzen, aber andere Väter haben auch nette Jungs. ;)
http://www.teleskop-express.de/shop...kyliner-150P---Parabol-Dobson-150-1200mm.html
http://www.teleskop-spezialisten.de/shop/product_info.php?products_id=109

Gruß
*entfernt*
 
Hallo Kerstin,

willkommen im Forum.

Ich bin mir da gar nicht so sicher, ob du ein neues Teleskop benötigst, da du dich doch auf Mond und Planeten spezialisieren möchtest. Dafür ist der 70/700 Refraktor eigentlich gar nicht mal so schlecht. Problematisch sind eher die dürftige AZ-2-Montierung sowie die vermutlich dürftige Qualität des Zubehörs.

Mit welcher Vergrößerung hast du denn Jupiter beobachtet?

Jupiter ist eigentlich hell genug, damit du an die Leistungsgrenze deines 70/700 Refraktor gehen kannst (Faustregel: 2 x Öffnung = 140-fache Vergrößerung).
Normalerweise solltest du selbst mit dem kleinen Refraktor mindestens zwei Wolkenbänder auf Jupiter erkennen können. Selbst Jupitermondschatten könnten erkennbar sein, wenn gerade ein Galileimond vorbeizieht.

Bei der Saturnbeobachtung sollte auf jeden Fall "der" Saturnring mit Schatten beobachtet werden können. Die Cassiniteilung dürfte nicht erkennbar sein.

Auf dem Mond kannst du schon viele Details erkennen.

Selbst erste Deep Sky Ausflüge sind möglich (z.B. Orionnebel, Andromedagalaxie, Herkuleshaufen, Plejaden, Doppelsterne). Dafür wäre aber noch ein Übsichtsokular anzuraten.

Der 160/1300 KSON Dobson, den Günther verlinkt hat, scheint ein gutes Einsteigergerät zu sein. Such einfach mal hier im Forum bzw. auf Google nach Erfahrungsberichten.

Viele Grüße & CS
Stefan

 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Kerstin,

bevor ich es vergesse:

Triff dich mit Sternfreunden aus deiner Gegend
und schau bei deren Teleskopen mit durch.
Nichts wäre in deiner Situation ergiebiger als das.
Dukönntest dir am Objekt einen Eindruck von der Leistungsfähigkeit
von den verschiedensten Teleskopen verschaffen.

Wie auch immer. Zu deinen Teleskopfragen:
Wenn du den 70/700mm Achromaten umtauschen kannst: Tu es.
Der Farbfehler kostet merklich Kontrast am Planeten.
Die geringe Öffnung limitiert das Kontrastübertragungsvermögen
und natürlich das Auslösungsvermögen des Teleskopes.

150/1400mm Katadiopter: Laß es lieber bleiben.
Das ist ein Teleskop mit einem sphärischen Spiegel (Kugelspiegel)
und einer Korrekturlinse im Auszugsrohr. In der Theorie
kann das sogar gut funktionieren, in der Praxis tut es
das
aber nur selten. In allen Foren findest du viele Berichte
von enttäuschten Sternfreunden, meistens über den kleineren Bruder,
den 114/1000mm.

130/900mm Newton:
Ein normaler Newton ohne Zusatzlinsen. Aber:
Der hat einen Kugelspiegel und bei 130mm Öffnung ist die Brennweite
von 900mm zu gering, das Teleskop ist leider nicht so gut
wie beugungsbegrenzt. Dazu kommen fette Fangspiegelstreben.

Besser wäre entweder ein 114/900mm Newton (auch mit Kugelspiegel,
aber mit Abschattung durch den Fangspiegel gerade eben beugungsbegrenzt.

Aus optischer Sicht sehr zu empfehlen ist ein Newtonn mit
einem ausreichend guten Parabolspiegel.
So etwas gibt es beispielsweise als 150/1200mm.
Als Dobson gab es den vor einiger Zeit um 200 Euro.
Dazu noch ein weiteres Okular, oder eine brauchbare Barlowlinse.


Die Farge ist allerdings ob du das TEleskop transportieren must
oder ob du es zu Hause einsetzen kannst. Ich lese da Berlin...

MfG,Karsten
 
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