Astronomik Clip-Filter

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Tibor_Berlin

Aktives Mitglied
Hallo alle,

ich wohne in einem Randbezirk von Berlin(Reinickendorf) und habe sehr mit Lichtverschmutzung zu kämpfen.Ich fotografiere mit einer Canon EOS 100d auf einer EQ3 sysncan pro GOTO Montierung.

Wenn ich an die 120 sec rankomme ist das Bild eigentlich nur noch eine rote Suppe.

Meine Frage lautet also; bringt so ein Astronomik Clip-Filter etwas oder wird da nur das blaue vom Himmel versprochen?

Anbei ein einzelnes foto direct aus der Kamera mit 120sec Belichtung ;

Link zur Grafik: http://i67.tinypic.com/sx1xfa.jpg
 
Hi Tibor,

wenn Du ne astromodifizierte Kamera hast, bringt ein H-Alpha Clipfilter enorm viel. Ein O-III Filter auch. Und aus beiden zusammen kann man prima Bicolor-Bilder am Rechner machen.

Der CLS Clipfilter kann naturgemäß nicht so viel bringen, etwas besser (mehr Kontrast) wird das Bild aber schon.

Allerdings komme ich persönlich mit dem doofen Farbstich dann bei den Sternen oder Galaxien nicht klar. Da wird mir die Bildbearbeitung zu kompliziert...

Da lohnt sich aus meiner Sicht die Fahrt ins Dunkel eher als die Investition in so nen Filter...
 
Zitat von Sternenfee123:
Hi Tibor,

wenn Du ne astromodifizierte Kamera hast, bringt ein H-Alpha Clipfilter enorm viel. Ein O-III Filter auch. Und aus beiden zusammen kann man prima Bicolor-Bilder am Rechner machen.

Der CLS Clipfilter kann naturgemäß nicht so viel bringen, etwas besser (mehr Kontrast) wird das Bild aber schon.

Allerdings komme ich persönlich mit dem doofen Farbstich dann bei den Sternen oder Galaxien nicht klar. Da wird mir die Bildbearbeitung zu kompliziert...

Da lohnt sich aus meiner Sicht die Fahrt ins Dunkel eher als die Investition in so nen Filter...

Hi,

danke erstmal für deine Info.

Wenn man sich Tests wie diese anschaut "CLS clip test" sehen die doch recht vielversprechend aus.

hat sont noch jemand erfahrung mit dem CLS Filter gemacht ?


MFG

Tibor

 
Hi,

Erfahrung gibt es hier sicherlich mehr als genug. Hier meine Persönliche. Ich habe auch einen CLS-Clip Filter. Der funktioniert bei Nebel (also vorwiegend im Sommer) sehr gut da diese Nebel fast nur aus halpha bestehen. Bei Galaxien kann und wird der Filter nicht gut funktionieren. Da hilft nur ein guter Standort.
Wenn Du so ein Filter einsetzen willst sollte Deine Kamera auch entsprechend umgebaut sein (Sperrfilter raus) damit die Kamera die volle rot Empfindlichkeit hat.

Gruß Markus
 
Hallo Tibor,

Ich habe ebenfalls unter extrem lichtverschmutzen Himmel zu leiden.

Aus diesem Grund hatte ich den IDAS LPS2 2" und auch den CLS Clipfilter gekauft.

Der CLS Filter erzeugt einen gewaltigen Farbstich ins Grün. Besonders gerne, wenn der Fokus nicht ganz exakt sitzt gibt es grüne Sterne.
Er filtert das Stadtlicht recht gut weg, aber auch gleich das Orange der Galaxiekerne mit.

Da der Filter die Bildbearbeitung durch seinen Farbstich erschwert habe ich den Filter nicht mehr verwendet.

Denn, das, was Dir die Kamera auf dem Display anzeigt ist ein extrem intern gestrecktes Rohbild der Kamera.
Das Rohbild selbst, mit denen wir ja in der Astrofotografie arbeiten, ist hingegen noch immer fast schwarz.

Ohne Filter belichte ich hier bei f6,6 und ISO400 10min.

Der IDAS-Filter erzeugt im Zusammenhang mit dem BCF Filter der Astromodifikation sehr starke Reflektionshalos um helle Sterne. Also stärler als ohne Filter. Der BCF macht einfach Halos.
Deswegen hatte ich ihn auch lange nicht mehr benutzt.
Da ich inzwischen die Halos während der EBV entfernen kann, habe ich ihn die Tage mal wieder benutzt und 20min bei ISO400 belichtet.
Ich meine, daß dadurch auch etwas von den dunklen Staubnebeln sichtbar wurde, die mir ohne Filter durch die Lichtverschmutzung verschlossen blieben.
Das muß ich aber erst mit weiteren Belichtungen genauer ergründen.

Mein Fazit:

Den CLS Filter kann ich wegen der zu engen Bandbreite und Farbstich nicht für Beginner anraten.

Der IDAS ist da schon interessanter. Gibt es auch als "Clipfilter".

Ha Filter brauchen eine wesentlich längere Belichtungszeit.
Bei ISO800 belichte ich 25 Minuten pro Aufnahme bei f5.

OIII braucht noch mehr an Belichtungszeit. Kann ich eher nicht zu raten.
Das ist echte Quälerei.

Allerdings würde ich erstmal dazu raten, das Geld zu sparen, die Kamera astromodifizieren zu lassen und ohne Filter langer belichten, um den Umgang mit der Aufnahmetechnik und der EBV zu trainieren.

Wenn das Histogram der Kamera, daß Du auf dem Display anzeigen lassen kannst kurz vor der Mitte steht, ist das Bild lange genug belichtet.
Lass Dich nicht von den angezeigten JPG der Kamera irreführen.

Liebe Grüße
Heiko
 
Hallo Tibor,

ich habe mit einem CLS-Filter herumexperimentiert, benutze ihn aber nicht mehr. Wieviel der Filter von der Lichtverschmutzung blockiert, hängt stark davon ab, in welchen Spektralbereichen die Kunstlichter an deinem Standort leuchten bzw. welcher Art die sind (Natriumdampf? LSR? Metall-Halogen? LED?). Was er aber auf jeden Fall blockiert ist ein Teil des Lichtes von Sternen (= Galaxien = Sternhaufen etc), da die übers gesamte Spektrum strahlen. Deshalb die notwendige Verlängerung der Belichtungszeit (um den Faktor 2,3 wenn ich mich erinnere). Die längere Belichtung hat bei meiner DSLR dann widerum für mehr Rauschen gesorgt und den Anspruch an die Nachführgenauigkeit bzw. den Ausschuss an Einzelbildern (Windstöße etc) erhöht. Und ja, da kann ich Fee nur zustimmen, der Grünstich hat mich bei der Bildbearbeitung regelmäßig in die Tastatur beißen lassen :smiley64: . Wobei ich fairerweise sagen muss dass ich auch schon Bilder von Leuten gesehen habe, die den weitgehend zu bändigen wussten. Wenn ich es allerdings nochmal versuchen MÜSSTE (Wohnortwechsel und Auto kaputt oder was das Schicksal sonst so an Stolpersteinen in petto hält) mit einem Lightpollution Filter, würde ich den IDAS bevorzugen.

CS

Basti
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben