mr_moon
Aktives Mitglied
Hallo Sternenfreunde,
bevor ihr nun anfangt diesen Bericht zu lesen, solltet ihr es euch gemütlich machen und etwas zu trinken bereitstellen, denn der Text wird etwas länger sein. Meinetwegen könnt ihr euch auch entspannt zurücklegen und dabei die Füße hochlegen. Laßt es einfach auf euch wirken und entspannt euch. Sicherlich ist es immer schwierig für jemanden, der nicht dabei gewesen ist, das Ganze nachzuvollziehen. Die erlebten Eindrücke kann man leider nicht so einfach beschreiben, aber ich versuche es mal.
Also, seit langem träumte ich davon, einen Astrourlaub zu machen und nun ist es dieses Jahr endlich soweit gewesen. Viele werden nun wohl glauben, das ich in Namibia gewesen bin, aber da liegt ihr falsch. Es war nicht ganz so weit weg, aber die Bedingungen waren zum Teil so, wie in Namibia. Es handelt sich um die kanarische Insel Teneriffa!!! Die Reisedauer ist vom 21.09. – 12.10.03 gewesen und die ersten beiden Wochen handelte es sich um die Astroreise (die 3. Woche war eine persönliche Verlängerungswoche), die auch schon in der Sterne und Weltraum, sowie hier im Forum erwähnt wurde. Es ging also zusammen mit meiner Freundin zur Mars Opposition nach Teneriffa und als erfahrender Astronom stand uns Joachim Biefang mit seiner mobilen Sternwarte zur Seite.
Es war eine Reise der besonderen Art. Wer einmal in den Genuß gekommen ist, mit Joachim eine Astroreise zu erleben, wird dieses nicht mehr vergessen. Joachim ist nicht nur beim Thema Astronomie ein Profi, sondern ist auch als Mensch jemand, den man sehr schnell in sein Herz schließt. Rund um die Astronomie und Astrophysik ist Joachim für mich ein Profi.
Es ist ganz egal, ob man als Anfänger oder als aktiver Hobby Astronom so eine Reise macht, denn Joachim erklärt jedem die Dinge, die er wissen will.
So, nun aber zum Thema nächtliche Beobachtungen: Ich hatte das Glück an 3 nächtlichen Beobachtungen auf 2200 m Höhe in den Canadas dabei zu sein. Die Bedingungen waren so gut, das wir sogar das Zodiakallicht, sowie den Halo um die Milchstraße herum mit bloßem Augen erkennen konnten. Nach meiner Beurteilung waren 6,5 mag locker mit bloßen Auge zu erkennen. Es war wirklich atemberaubend, welche Dinge man dort oben mit bloßen Auge erkennen konnte. Auch Uranus war überhaupt kein Problem.
Und wer einmal den ganzen Skorpion in voller Pracht sehen will, kommt eh nicht drum herum in den Süden zu fliegen. Ich hatte in anfänglich gar nicht erkannt, da wir hier im Norden nie alles von ihm sehen können.
Mit Joachims 12“ Newton wurde es dann natürlich richtig spannend. Also fingen wir mal ganz einfach am Mars damit an, denn das Motto der Reise lautete ja: Mars Opposition!!
Es ist ziemlich ungewohnt, wenn man den Mars von normalerweise 53 Grad nördlicher Breite auf einmal aus 28 Grad nördlicher Breite am Himmel beobachtet. Nachdem also Joachim mit 180fach am Mars anfing und ich aus dem Staunen nicht mehr raus kam. Wäre nicht noch die anderen Teilnehmer der Reisegruppe dabei gewesen, hätte mich Joachim vom Rohr wegreissen müssen. So viele Details habe ich zu Hause auf dem Mars noch nicht gesehen und dabei war dieses nur der Anfang, denn die Bedingungen waren so gut, das Joachim kurz danach auf 300fach ging und ich hatte dabei das Gefühl, ich schaue mir den Mond an. Dieses wurde dadurch unterstützt, das Joachim natürlich ein Binokular an seinem Teleskop hat und man bekanntlich mit 2 Augen mehr sieht, als mit einem. Die große Syrte war für mich Genuß pur und ich Detailschärfe war so gut, das ich glaubte, ich müssen nur ein paar Schritte gehen und schon bin ich selbst auf dem Mars.
Nachdem wir also den Mars einige Zeit genossen haben und die Joachim uns mit seinem grünen Laser am Himmel alles genauestens erklärt hat, sind wir weiter auf Nebel- und Galaxienjagd gegangen. Mit dabei waren unter anderem M57 (Ringnebel in der Leier), der Hantelnebel, der Adlernebel, die Kugelsternhaufen M22 und M13, der Lagunennebel, der Schwannebel, die Andromedagalaxie mit ihrem Nachbarn, die Sculptura, der Trifidnebel und vieles mehr. Wenn ich hier alles aufzähle, sprengt das den Rahmen.
Bei allen Nebeln war eine Detailschärfe vorhanden, die ich zuvor noch nie erlebt hatte. Da sieht man mal wieder, das Öffnung durch nix zu ersetzen ist, außer durch noch mehr Öffnung!!!!
Bei den ganzen ausführlichen Erklärungen, die uns Joachim zu den Objekten gegeben hat, habe ich mich manchmal gefragt, wie ein Mensch das alles behalten kann. Bei wird das nie alles im Schädel vorhanden sein. Auch Joachims unterhaltsame Zwischenbemerkungen und lustigen Geschichten und Witzen rund um das Thema Astronomie, ließen die Beobachtungsnächte zu besonderen Erlebnissen werden.
Neben den weit entfernten galaktischen Objekten, waren natürlich auch irdische zu sehen. Unter anderem flog die ISS über uns hinweg und sogar Iridum Flares und das Hubble Teleskop haben wir sehen können. Das alles natürlich nur, weil Joachim wußte, wann was davon zu sehen ist. Joachim hatte sich perfekt auf die Reise vorbereitet.
Wir haben natürlich nicht nur nachts den Himmel beobachtet, sondern auf den Tag genutzt und die Sonne etwas genauer angesehen. Dabei stand uns nicht nur Joachim mit seinem Equipment zur Vefügung, sondern wir hatten auch das große Glück, das Wolfgang Lille mit seinen H-alpha Filtern mit vor Ort gewesen ist. Wolfgang Lille wurde von vielen Teilnehmern mit vielen Fragen rund um die Sonne gelöchert und hatte auf alles eine Antwort. Wer sich seit so vielen Jahren intensiv mit der Sonne beschäftigt und so beeindruckende Fotos von der Sonne gemacht hat, ist natürlich auf dieser Reise ein besonderer Gast gewesen. Das erste Mal konnte ich die Sonne im H-Alpha Licht beobachten und ein paar Protuberanzen live sehen. Meine Frage an Wolfgang Lille, was denn so ein kleines rotes Glasteil kostet, brachte mich jedoch ziemlich schnell wieder auf den Boden der Realität zurück. Für mich heißt es also weiterhin, Sonne im Weißlicht mit der Baaderfolie. Vielleicht werden diese Filter aber ja irgendwann doch auch für die Allgemeinheit erschwinglich.
Als weiterer besonderer Punkt der Reise, ist der Besuch des deutschen Sonnenobservatoriums auf Teneriffa zu erwähnen. Damit meine ich das 70cm Vakuum Teleskop auf Teneriffa. Wir waren sogar ganz oben auf dem Turm und auch dort erklärte uns Joachim alles zu dieser Anlage.
Als die 2 Wochen mit der Astroguppe vorbei gewesen sind, hieß es dann Abschied nehmen.
Da hatte man Sternenfreunde aus ganz Deutschland und sogar aus der Schweiz kennengelernt und nun war der Urlaub schon wieder für die meisten vorüber. Wie sagte doch jemand aus der am letzten Abend: „Es war so richtig schön familiär“.
Dem kann ich voll zustimmen. Wir haben uns alles richtig toll verstanden und auch außerhalb des Thematik Astronomie eine Menge Spaß gehabt, viel gelacht und vieles gemeinsam erlebt. Sei es nun bei der Teide-Besteigung, die wirklich einige von uns gemacht haben (meinen Respekt an die Teilnehmer), oder bei den vielen anderen Ausflügen. Mit Joachim als Reiseleiter, war es richtig klasse.
Noch eine Ergänzung zu Joachim: Das schnellste GoTo-System, welches es auf dieser Erde gibt, heißt: Joachim Biefang!!!! Beim Ausrichten des Teleskopes auf ein Objekt am Himmel, hat Joachim nie mehr als 5 Sekunden gebraucht. Noch Fragen????
Für mich und meine Freundin steht es bereits heute fest: Wir sind nächstes Jahr wieder auf Teneriffa und wir freuen uns schon heute darauf, wieder mit Joachim eine Reise zu erleben.
Jeder, der mal eine organisierte Astroreise machen will, dem kann ich eine Reise mit Joachim Biefang uneingeschränkt empfehlen.
Wenn ich es dann endlich auch geschafft habe, meine ca. 1000 Urlaubsbilder zu sortieren, werde ich weiteres zur Reise auf meiner Homepage veröffentlichen.
CS
Thorsten
bevor ihr nun anfangt diesen Bericht zu lesen, solltet ihr es euch gemütlich machen und etwas zu trinken bereitstellen, denn der Text wird etwas länger sein. Meinetwegen könnt ihr euch auch entspannt zurücklegen und dabei die Füße hochlegen. Laßt es einfach auf euch wirken und entspannt euch. Sicherlich ist es immer schwierig für jemanden, der nicht dabei gewesen ist, das Ganze nachzuvollziehen. Die erlebten Eindrücke kann man leider nicht so einfach beschreiben, aber ich versuche es mal.
Also, seit langem träumte ich davon, einen Astrourlaub zu machen und nun ist es dieses Jahr endlich soweit gewesen. Viele werden nun wohl glauben, das ich in Namibia gewesen bin, aber da liegt ihr falsch. Es war nicht ganz so weit weg, aber die Bedingungen waren zum Teil so, wie in Namibia. Es handelt sich um die kanarische Insel Teneriffa!!! Die Reisedauer ist vom 21.09. – 12.10.03 gewesen und die ersten beiden Wochen handelte es sich um die Astroreise (die 3. Woche war eine persönliche Verlängerungswoche), die auch schon in der Sterne und Weltraum, sowie hier im Forum erwähnt wurde. Es ging also zusammen mit meiner Freundin zur Mars Opposition nach Teneriffa und als erfahrender Astronom stand uns Joachim Biefang mit seiner mobilen Sternwarte zur Seite.
Es war eine Reise der besonderen Art. Wer einmal in den Genuß gekommen ist, mit Joachim eine Astroreise zu erleben, wird dieses nicht mehr vergessen. Joachim ist nicht nur beim Thema Astronomie ein Profi, sondern ist auch als Mensch jemand, den man sehr schnell in sein Herz schließt. Rund um die Astronomie und Astrophysik ist Joachim für mich ein Profi.
Es ist ganz egal, ob man als Anfänger oder als aktiver Hobby Astronom so eine Reise macht, denn Joachim erklärt jedem die Dinge, die er wissen will.
So, nun aber zum Thema nächtliche Beobachtungen: Ich hatte das Glück an 3 nächtlichen Beobachtungen auf 2200 m Höhe in den Canadas dabei zu sein. Die Bedingungen waren so gut, das wir sogar das Zodiakallicht, sowie den Halo um die Milchstraße herum mit bloßem Augen erkennen konnten. Nach meiner Beurteilung waren 6,5 mag locker mit bloßen Auge zu erkennen. Es war wirklich atemberaubend, welche Dinge man dort oben mit bloßen Auge erkennen konnte. Auch Uranus war überhaupt kein Problem.
Und wer einmal den ganzen Skorpion in voller Pracht sehen will, kommt eh nicht drum herum in den Süden zu fliegen. Ich hatte in anfänglich gar nicht erkannt, da wir hier im Norden nie alles von ihm sehen können.
Mit Joachims 12“ Newton wurde es dann natürlich richtig spannend. Also fingen wir mal ganz einfach am Mars damit an, denn das Motto der Reise lautete ja: Mars Opposition!!
Es ist ziemlich ungewohnt, wenn man den Mars von normalerweise 53 Grad nördlicher Breite auf einmal aus 28 Grad nördlicher Breite am Himmel beobachtet. Nachdem also Joachim mit 180fach am Mars anfing und ich aus dem Staunen nicht mehr raus kam. Wäre nicht noch die anderen Teilnehmer der Reisegruppe dabei gewesen, hätte mich Joachim vom Rohr wegreissen müssen. So viele Details habe ich zu Hause auf dem Mars noch nicht gesehen und dabei war dieses nur der Anfang, denn die Bedingungen waren so gut, das Joachim kurz danach auf 300fach ging und ich hatte dabei das Gefühl, ich schaue mir den Mond an. Dieses wurde dadurch unterstützt, das Joachim natürlich ein Binokular an seinem Teleskop hat und man bekanntlich mit 2 Augen mehr sieht, als mit einem. Die große Syrte war für mich Genuß pur und ich Detailschärfe war so gut, das ich glaubte, ich müssen nur ein paar Schritte gehen und schon bin ich selbst auf dem Mars.
Nachdem wir also den Mars einige Zeit genossen haben und die Joachim uns mit seinem grünen Laser am Himmel alles genauestens erklärt hat, sind wir weiter auf Nebel- und Galaxienjagd gegangen. Mit dabei waren unter anderem M57 (Ringnebel in der Leier), der Hantelnebel, der Adlernebel, die Kugelsternhaufen M22 und M13, der Lagunennebel, der Schwannebel, die Andromedagalaxie mit ihrem Nachbarn, die Sculptura, der Trifidnebel und vieles mehr. Wenn ich hier alles aufzähle, sprengt das den Rahmen.
Bei allen Nebeln war eine Detailschärfe vorhanden, die ich zuvor noch nie erlebt hatte. Da sieht man mal wieder, das Öffnung durch nix zu ersetzen ist, außer durch noch mehr Öffnung!!!!
Bei den ganzen ausführlichen Erklärungen, die uns Joachim zu den Objekten gegeben hat, habe ich mich manchmal gefragt, wie ein Mensch das alles behalten kann. Bei wird das nie alles im Schädel vorhanden sein. Auch Joachims unterhaltsame Zwischenbemerkungen und lustigen Geschichten und Witzen rund um das Thema Astronomie, ließen die Beobachtungsnächte zu besonderen Erlebnissen werden.
Neben den weit entfernten galaktischen Objekten, waren natürlich auch irdische zu sehen. Unter anderem flog die ISS über uns hinweg und sogar Iridum Flares und das Hubble Teleskop haben wir sehen können. Das alles natürlich nur, weil Joachim wußte, wann was davon zu sehen ist. Joachim hatte sich perfekt auf die Reise vorbereitet.
Wir haben natürlich nicht nur nachts den Himmel beobachtet, sondern auf den Tag genutzt und die Sonne etwas genauer angesehen. Dabei stand uns nicht nur Joachim mit seinem Equipment zur Vefügung, sondern wir hatten auch das große Glück, das Wolfgang Lille mit seinen H-alpha Filtern mit vor Ort gewesen ist. Wolfgang Lille wurde von vielen Teilnehmern mit vielen Fragen rund um die Sonne gelöchert und hatte auf alles eine Antwort. Wer sich seit so vielen Jahren intensiv mit der Sonne beschäftigt und so beeindruckende Fotos von der Sonne gemacht hat, ist natürlich auf dieser Reise ein besonderer Gast gewesen. Das erste Mal konnte ich die Sonne im H-Alpha Licht beobachten und ein paar Protuberanzen live sehen. Meine Frage an Wolfgang Lille, was denn so ein kleines rotes Glasteil kostet, brachte mich jedoch ziemlich schnell wieder auf den Boden der Realität zurück. Für mich heißt es also weiterhin, Sonne im Weißlicht mit der Baaderfolie. Vielleicht werden diese Filter aber ja irgendwann doch auch für die Allgemeinheit erschwinglich.
Als weiterer besonderer Punkt der Reise, ist der Besuch des deutschen Sonnenobservatoriums auf Teneriffa zu erwähnen. Damit meine ich das 70cm Vakuum Teleskop auf Teneriffa. Wir waren sogar ganz oben auf dem Turm und auch dort erklärte uns Joachim alles zu dieser Anlage.
Als die 2 Wochen mit der Astroguppe vorbei gewesen sind, hieß es dann Abschied nehmen.
Da hatte man Sternenfreunde aus ganz Deutschland und sogar aus der Schweiz kennengelernt und nun war der Urlaub schon wieder für die meisten vorüber. Wie sagte doch jemand aus der am letzten Abend: „Es war so richtig schön familiär“.
Dem kann ich voll zustimmen. Wir haben uns alles richtig toll verstanden und auch außerhalb des Thematik Astronomie eine Menge Spaß gehabt, viel gelacht und vieles gemeinsam erlebt. Sei es nun bei der Teide-Besteigung, die wirklich einige von uns gemacht haben (meinen Respekt an die Teilnehmer), oder bei den vielen anderen Ausflügen. Mit Joachim als Reiseleiter, war es richtig klasse.
Noch eine Ergänzung zu Joachim: Das schnellste GoTo-System, welches es auf dieser Erde gibt, heißt: Joachim Biefang!!!! Beim Ausrichten des Teleskopes auf ein Objekt am Himmel, hat Joachim nie mehr als 5 Sekunden gebraucht. Noch Fragen????
Für mich und meine Freundin steht es bereits heute fest: Wir sind nächstes Jahr wieder auf Teneriffa und wir freuen uns schon heute darauf, wieder mit Joachim eine Reise zu erleben.
Jeder, der mal eine organisierte Astroreise machen will, dem kann ich eine Reise mit Joachim Biefang uneingeschränkt empfehlen.
Wenn ich es dann endlich auch geschafft habe, meine ca. 1000 Urlaubsbilder zu sortieren, werde ich weiteres zur Reise auf meiner Homepage veröffentlichen.
CS
Thorsten