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...weiter geht´s!
M 65 / 66 / NGC 3625 (Galaxien)
…und heute dann endlich einmal bei 68x als echtes Terzett am Himmel zu sehen, ganz ohne Stress! Die schwierigste zuerst: Die zentrale, längliche Dunkelwolke deutet sich an, südlich davon ist die Galaxie etwas schwächer (115x). M 65 und M 66 sind beide im Feld des 13mm-Nagler zu erkennen (40´, 115x)., M 65 etwas „softer“, M 66 etwas fleckiger. Bei 214x dann wird der Struktur-Unterschied noch deutlicher: Neben dem weichen Erscheinungsbild von M 65 wirkt M 66 viel „griffiger“, die in den Himmelshintergrund auslaufenden Spiralarme sind erkennbar, kernnah dann die Andeutung von weiteren fleckigen Stukturen.
M 51 (Galaxie)
Bei 214x … ja, Osterath ist nicht am Vogelsberg, aber endlich kann ich auch zuhause einmal die Spiralarme nachverfolgen, das tut schon gut.
Melotte 111 (Sternhaufen)
Zwischendurch dann einmal ein echtes Fernglas-Objekt – der große Coma-Sternhaufen – herzförmige Kontur, gleichmäßige Sternverteilung, sehr nett.
NGC 4494 (Galaxie)
Jetzt wieder ´ran an den Dob – eine der hellen Galaxien hinter oder neben dem Coma-Sternhaufen. Schon bei 68x flott zu sehen, klein, rund, keine Strukturen. Bei 214x kann man sich an dem sehr gut abgestuften Helligkeitsanstieg zum Zentrum hin erfreuen – heute ist die Durchsicht so gut, dass auch solche Einzelheiten durch den Vorstadtdunst kommen!
NGC 4565 (Galaxie)
Ach, die Spindel, schön… Schon bei 68x ist die Vorzeige-Edge-on-Galaxie fein und scharf als länglicher Streifen zu sehen, bei 214x dann immer noch gut definierter Rand, stellarer Kern und die Dunkelwolke.
NGC 4631 / 27 + NGC 4656 (Galaxien)
NGC 4631, „The Whale“ – wow, bei 68x ein riesiger Wischer quer durch das Sehfeld, einfach zu erkennen, fleckig strukturiert, mit einer nach Osten hin versetzten Ausbeulung. NGC 4627 ist als „abgetrennte“ Ellipse gut zu erkennen, aber deutlich schwächer. Bei 115x ist der Kontrast vom „Whale“ und dem Begleiter noch besser, die „Fleckigkeit“ kommt klarer durch. NGC 4656, der „Hockey Stick“, hat es bei 68x schwer gegen die große Schwestergalaxie, deutlich weniger Flächenhelligkeit und Strukturen, der „Haken“ ist nur zu erahnen. 115x bringt nicht mehr.
NGC 4395 (Galaxie)
Auch bei den heutigen guten Bedingungen schwieriges Objekt (68x), nur indirekt sichtbar. Diffuses Objekt, auch bei 115x keine weiteren Details sichtbar – bis auf den fast stellaren Kern, der fällt schon auf. Von den 10,2 mag Gesamthelligkeit sollte man sich nicht blenden lassen!
NGC 4203 (Galaxie)
10,9 mag Gesamthelligkeit – aber viel einfacher als das vorige Objekt! Auf Anhieb bei 68x sichtbar, verträgt auch 115x und 214x ohne Probleme. Zentrale Scheibe, intensiver Kern, darum eine verschwommene Aufhellung.
Struve 1615
Netter Doppelstern im selben Feld wie NGC 4203 (bei 68x), weiter Abstand, fast 90“, die Komponenten sind 7. Bzw. 9. Größe hell. Die hellere Komponente ist leicht rötlich.
NGC 4214 (Galaxie)
Einfach schon bei 68x zu zentrieren, besser / kontrastreicher dann bei 115x. Längliche Form, mäßig konzentriert zum Zentrum hin. Stern 12. Größe südwestlich der Galaxie.
NGC 4244 (Galaxie)
Eigenartige Edge-On-Galaxie – länglicher Wischer ohne Kern oder zentrale Aufhellung, heute aber einfach bei 68x zu sehen. Bei 115x verbessert sich der Kontrast zum Himmelshintergrund eindeutig, aber weitere Galaxienstrukturen sind nicht wahrzunehmen.
M 81 + M 82 (Galaxien)
Beide Galaxien schon im 8x50-Sucher zu sehen, im 21mm Ethos (68x) stehen beide schön zusammen im Feld. Kurios der Unterschied zu Fotos – während dort M 81 deutlich größer als M 82 ist, sieht das bei der visuellen Beobachtung genau anders herum aus. M 81 hat heute eine gut erkennbare Zentralregion und einen sehr fein abgestuften, ovalen Helligkeitsabfall nach außen, aber von Spiralarmen ist rein gar nichts zu sehen. M 82 jedoch hat sehr klare Konturen und sieht schon eher so aus wie auf kürzer belichteten Fotografien. 115x macht´s bei M 81 nicht besser, aber M 82 profitiert ganz eindeutig von der höheren Vergrößerung, die Dunkelwolken treten jetzt besser hervor. Jetzt werde ich mutig – her mit dem 3,5mm-Nagler! Der Anblick haut mich um, denn jetzt steht M 82 durch und durch strukturiert vor mir: Feine Grauwertabstufungen in den Sternwolken der Galaxie und daneben die ebenfalls abgestuften Dunkelwolken – ach, man müsste zeichnen können… Ein weiteres Highlight in der heutigen Nacht, das ich mir 15 Minuten angeschaut habe.
M 13 (Kugelhaufen)
So langsam wird´s spät und ich werde müde, aber – einer geht noch: M 13! Je nach Jahreszeit fange ich damit meine Nächte an oder nehme den Kugelhaufen als Betthupferl. Bei 68x strahlt mich da eine Sternwolke mit unfassbar feinen Sternen unterschiedlichster Helligkeiten an, zahlreiche „Ketten“ sind zu sehen. Für 214x und erst recht für 429x gilt – diese Ästhetik kann mir kein noch so gutes Astrofoto bieten, denn diese Differenziertheit in den Sternabbildungen fräst jeder Pixinsight-Versuch weg. Das Seeing ist heute nicht perfekt, macht aber nichts, durch das leichte Wabern wirkt der Anblick des Kugelhaufen noch „lebendiger“ – großes Kind und: Feierabend!
Nachwort
Solche Nächte wie die vom 7. auf den 8. April 2026 sind selten bei uns im Rheinland. Und es wird einem deutlich vor Augen geführt – so einen Genuß wird einem nicht oft beschert. Wie gehe ich damit in der Zukunft um? Trotzdem beobachten, auch wenn es diesiger ist? Öfter an einen dunklen Standort fahren.
Für mich steht fest – ich brauche die Himmelsbeobachtung am Okular, um mir einen Ausgleich zum Arbeitstag zu schaffen. So oft wie möglich , so einfach wie möglich. Das spricht für Heimarbeit, vielleicht bald auch einmal aus einer eigenen Sternwarte heraus. Aber ich muss auch einen Weg finden, wirklich einmal mit dem 12-Zöller in der Eifel oder dem Erzgebirge unter dunklem Himmel zu beobachten. Denn während die heutige Astrofotografie dank Schmalbandfilterei ja schon quasi unter der Straßenlaterne stehen noch Ausflüge zu schwachen Galaxien und Nebeln zulässt, ist der visuelle Beobachter in meinen Augen viel mehr auf dunklen Himmel angewiesen…
M 65 / 66 / NGC 3625 (Galaxien)
…und heute dann endlich einmal bei 68x als echtes Terzett am Himmel zu sehen, ganz ohne Stress! Die schwierigste zuerst: Die zentrale, längliche Dunkelwolke deutet sich an, südlich davon ist die Galaxie etwas schwächer (115x). M 65 und M 66 sind beide im Feld des 13mm-Nagler zu erkennen (40´, 115x)., M 65 etwas „softer“, M 66 etwas fleckiger. Bei 214x dann wird der Struktur-Unterschied noch deutlicher: Neben dem weichen Erscheinungsbild von M 65 wirkt M 66 viel „griffiger“, die in den Himmelshintergrund auslaufenden Spiralarme sind erkennbar, kernnah dann die Andeutung von weiteren fleckigen Stukturen.
M 51 (Galaxie)
Bei 214x … ja, Osterath ist nicht am Vogelsberg, aber endlich kann ich auch zuhause einmal die Spiralarme nachverfolgen, das tut schon gut.
Melotte 111 (Sternhaufen)
Zwischendurch dann einmal ein echtes Fernglas-Objekt – der große Coma-Sternhaufen – herzförmige Kontur, gleichmäßige Sternverteilung, sehr nett.
NGC 4494 (Galaxie)
Jetzt wieder ´ran an den Dob – eine der hellen Galaxien hinter oder neben dem Coma-Sternhaufen. Schon bei 68x flott zu sehen, klein, rund, keine Strukturen. Bei 214x kann man sich an dem sehr gut abgestuften Helligkeitsanstieg zum Zentrum hin erfreuen – heute ist die Durchsicht so gut, dass auch solche Einzelheiten durch den Vorstadtdunst kommen!
NGC 4565 (Galaxie)
Ach, die Spindel, schön… Schon bei 68x ist die Vorzeige-Edge-on-Galaxie fein und scharf als länglicher Streifen zu sehen, bei 214x dann immer noch gut definierter Rand, stellarer Kern und die Dunkelwolke.
NGC 4631 / 27 + NGC 4656 (Galaxien)
NGC 4631, „The Whale“ – wow, bei 68x ein riesiger Wischer quer durch das Sehfeld, einfach zu erkennen, fleckig strukturiert, mit einer nach Osten hin versetzten Ausbeulung. NGC 4627 ist als „abgetrennte“ Ellipse gut zu erkennen, aber deutlich schwächer. Bei 115x ist der Kontrast vom „Whale“ und dem Begleiter noch besser, die „Fleckigkeit“ kommt klarer durch. NGC 4656, der „Hockey Stick“, hat es bei 68x schwer gegen die große Schwestergalaxie, deutlich weniger Flächenhelligkeit und Strukturen, der „Haken“ ist nur zu erahnen. 115x bringt nicht mehr.
NGC 4395 (Galaxie)
Auch bei den heutigen guten Bedingungen schwieriges Objekt (68x), nur indirekt sichtbar. Diffuses Objekt, auch bei 115x keine weiteren Details sichtbar – bis auf den fast stellaren Kern, der fällt schon auf. Von den 10,2 mag Gesamthelligkeit sollte man sich nicht blenden lassen!
NGC 4203 (Galaxie)
10,9 mag Gesamthelligkeit – aber viel einfacher als das vorige Objekt! Auf Anhieb bei 68x sichtbar, verträgt auch 115x und 214x ohne Probleme. Zentrale Scheibe, intensiver Kern, darum eine verschwommene Aufhellung.
Struve 1615
Netter Doppelstern im selben Feld wie NGC 4203 (bei 68x), weiter Abstand, fast 90“, die Komponenten sind 7. Bzw. 9. Größe hell. Die hellere Komponente ist leicht rötlich.
NGC 4214 (Galaxie)
Einfach schon bei 68x zu zentrieren, besser / kontrastreicher dann bei 115x. Längliche Form, mäßig konzentriert zum Zentrum hin. Stern 12. Größe südwestlich der Galaxie.
NGC 4244 (Galaxie)
Eigenartige Edge-On-Galaxie – länglicher Wischer ohne Kern oder zentrale Aufhellung, heute aber einfach bei 68x zu sehen. Bei 115x verbessert sich der Kontrast zum Himmelshintergrund eindeutig, aber weitere Galaxienstrukturen sind nicht wahrzunehmen.
M 81 + M 82 (Galaxien)
Beide Galaxien schon im 8x50-Sucher zu sehen, im 21mm Ethos (68x) stehen beide schön zusammen im Feld. Kurios der Unterschied zu Fotos – während dort M 81 deutlich größer als M 82 ist, sieht das bei der visuellen Beobachtung genau anders herum aus. M 81 hat heute eine gut erkennbare Zentralregion und einen sehr fein abgestuften, ovalen Helligkeitsabfall nach außen, aber von Spiralarmen ist rein gar nichts zu sehen. M 82 jedoch hat sehr klare Konturen und sieht schon eher so aus wie auf kürzer belichteten Fotografien. 115x macht´s bei M 81 nicht besser, aber M 82 profitiert ganz eindeutig von der höheren Vergrößerung, die Dunkelwolken treten jetzt besser hervor. Jetzt werde ich mutig – her mit dem 3,5mm-Nagler! Der Anblick haut mich um, denn jetzt steht M 82 durch und durch strukturiert vor mir: Feine Grauwertabstufungen in den Sternwolken der Galaxie und daneben die ebenfalls abgestuften Dunkelwolken – ach, man müsste zeichnen können… Ein weiteres Highlight in der heutigen Nacht, das ich mir 15 Minuten angeschaut habe.
M 13 (Kugelhaufen)
So langsam wird´s spät und ich werde müde, aber – einer geht noch: M 13! Je nach Jahreszeit fange ich damit meine Nächte an oder nehme den Kugelhaufen als Betthupferl. Bei 68x strahlt mich da eine Sternwolke mit unfassbar feinen Sternen unterschiedlichster Helligkeiten an, zahlreiche „Ketten“ sind zu sehen. Für 214x und erst recht für 429x gilt – diese Ästhetik kann mir kein noch so gutes Astrofoto bieten, denn diese Differenziertheit in den Sternabbildungen fräst jeder Pixinsight-Versuch weg. Das Seeing ist heute nicht perfekt, macht aber nichts, durch das leichte Wabern wirkt der Anblick des Kugelhaufen noch „lebendiger“ – großes Kind und: Feierabend!
Nachwort
Solche Nächte wie die vom 7. auf den 8. April 2026 sind selten bei uns im Rheinland. Und es wird einem deutlich vor Augen geführt – so einen Genuß wird einem nicht oft beschert. Wie gehe ich damit in der Zukunft um? Trotzdem beobachten, auch wenn es diesiger ist? Öfter an einen dunklen Standort fahren.
Für mich steht fest – ich brauche die Himmelsbeobachtung am Okular, um mir einen Ausgleich zum Arbeitstag zu schaffen. So oft wie möglich , so einfach wie möglich. Das spricht für Heimarbeit, vielleicht bald auch einmal aus einer eigenen Sternwarte heraus. Aber ich muss auch einen Weg finden, wirklich einmal mit dem 12-Zöller in der Eifel oder dem Erzgebirge unter dunklem Himmel zu beobachten. Denn während die heutige Astrofotografie dank Schmalbandfilterei ja schon quasi unter der Straßenlaterne stehen noch Ausflüge zu schwachen Galaxien und Nebeln zulässt, ist der visuelle Beobachter in meinen Augen viel mehr auf dunklen Himmel angewiesen…