Astrozoom

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Stefan1960

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Moin zusammen,

eins der ersten Dinge, die mir hier im Forum aufgefallen sind, ist eine ziemlich verbreitete Händler-Phobie. Das äußert sich manchmal positiv, wenn Händler oder Hersteller eine zielgerichtete Sachdiskussion durch mehr oder weniger versteckte Werbephrasen aufweichen, und dann unmittelbar auf heftigen Widerstand stoßen. Oft ist es aber so, dass Händler auch aktive Hobbyastronomen mit ordentlichem Erfahrungsbackground sind, und dass deren Äußerungen dann pauschal als Händlergewäsch abgebügelt werden. Das führt dann zu so kuriosen Begleiterscheinungen, dass der sonst hier so aktive und geschätzte Günther *entfernt* seit seinem kürzlich eingeführten Händlerstatus ganz kleinlaut geworden ist. Da werden Fragen nach Brennweiten- und Fokus-Anpassung gestellt, und Günther hält sich diskret zurück, damit er nicht Gegenstand der schnell aufkeimenden Händlerschelte wird.

Dies ist im vorliegenden Falle schade, da sein „*entfernt*“-Konzept ein nützliches Hilfsmittel ist, aber zumindest hier im Forum bislang kaum zum Thema geworden ist. Da ich mit Günther weder verwandt noch verschwägert bin, ihn nicht einmal persönlich kenne und ihm auch nichts schulde, traue ich mich jetzt mal, sein „*entfernt*“-Konzept vorzustellen, sozusagen als Versuch einer Referenz für meine Mitsuchenden in gleicher Sache.

Während meiner Okularzusammenstellung tauchten immer wieder folgende Fragestellungen auf:

1. Zoom oder Nichtzoom?
2. Was tun, wenn ich mit meinen Okularen nicht oder nur gerade eben in den Fokus komme (Problem bei meinen beiden Speers Waler Festbrennweiten 13,4mm und 9,4mm)?
3. Gibt’s sowas wie eine Brennweitenanpassung, wenn die verfügbare Brennweitensammlung keine hinreichend gleichmäßige Abstufung aufweist?
4. 1 ¼“ Filter oder 2“ Filter? Oder Verwendung von 2“ Filter an 1 ¼“ Okularen?
5. Was tun gegen den lästigen OAZ-Umbau zwischen 1 ¼“ und 2“?

Auf Empfehlung hier im Forum hatte ich mich vor wenigen Wochen an Günther gewandt, da er dem Vernehmen nach einen Dreher bei der Hand hatte, der irgendwelche Hülsen nach Günthers Maßgabe drehte, um obigen Problemen zu Leibe zu rücken. Ich wurde zunächst in die Warteschleife geschickt, da sich eine Professionalisierung dieser mystischen Hülsen abzeichnete. Und tatsächlich, seit kurzem ist *entfernt*PunktDe online. Die ganze HP finde ich ehrlich gesagt ziemlich wenig informativ. Wenn man weiß, wie’s geht, findet man alles. Aber wenn man noch keine exakte Vorstellung davon hat, wie’s funktioniert und was man braucht, wird man aus der Präsentation nicht so richtig schlau. Zwischenzeitlich ist die HP schon ein wenig besser geworden, aber ich versuche das Konzept hier mal wie folgt zusammenzufassen:

Die Brennweite eines Okulars kann man durch ein Barlowelement verkürzen. Klar soweit, das ist nichts Neues. Der Verkürzungsfaktor lässt sich durch Einstellung unterschiedlicher Abstände zwischen Okular und Barlowelement verändern bzw. einstellen. Das ist schon nicht mehr trivial, geht zumindest über das Basiswissen des ambitionierten Anfängers hinaus. Verbreitete Okularbauformen wie Planetary, Blau- und Goldkanten, Hyperion und Speers Waler haben bereits im Okulardesign neben einer Augenlinsengruppe auch ein feldseitiges Barlowelement integriert, welches in der 1 ¼“ Steckhülse angeordnet ist. Musste ich auch erst lernen. Diese Bauform liefert den Grundstein für eine Brennweitenanpassung durch o.g. Abstandsveränderung. Eigentlich auch nicht wirklich neu, denn zumindest für die Hyperions werden seit einiger Zeit Schraubhülsen angeboten, die zwischen Steckhülse mit Barlowelement und Okularkörper eingesetzt werden können, wodurch dann die gesamte Okularbrennweite verkürzt werden kann.

Das *entfernt*-Konzept baut auf obigen Überlegungen auf, was zunächst nicht weiter aufregend ist. Interessant ist die ganze Sache aber im Wesentlichen deshalb, weil sich mal einer hingesetzt und die Sache zu einem schlüssigen Baukastenkonzept weiterentwickelt hat. Das Konzept trifft meine obigen Problempunkte, und erschien mir von Anfang an passend, weshalb ich gleich drei Stück davon in unterschiedlichen Konfigurationen geordert und kurz darauf auch geliefert bekommen habe. Hier mein Bericht:

Thema No. 1 waren meine drei Planetarys mit 7mm, 5mm und 3,2mm an meinen beiden Newtons (Nexstar SLT130 5“ mit f/5 und Skywatcher Dobson 10“ mit f/4,8) für den Hochvergrößerungsbereich. Mit der Abbildungsleistung der drei Okulare war ich soweit zufrieden. Allerdings hat mich besonders beim Dobson der Okularwechsel genervt. Man tastet sich je nach Seeing an die machbare Vergrößerung heran. Und bei jedem Wechsel muss man bei diesen hohen Vergrößerungen aufpassen, das Objekt der Begierde nicht zu verlieren. Speers Waler Zoom wäre die Lösung, aber soviel Geld wollte ich dann doch vorerst nicht investieren. Da standen andere Dinge weiter oben auf der Prioritätenliste. Außerdem wollte ich am liebsten alles im 2“-Format haben, um mir erstens den lästigen Umbau des OAZ zu ersparen, und um zweitens die Filter der einen Größe bei Bedarf auch an Okularen der anderen Größe einzusetzen. Die OAZs meiner beiden Newtons können zwar 2“ Okulare aufnehmen. Das Reduzierstück auf 1 ¼“ hat in beiden Fällen aber kein 2“ Filtergewinde, was die Sache schwierig macht.

Also wurde mein 7mm Planetary mit dem *entfernt* II Hülsenset aufgerüstet. Die beteiligten Komponenten ergeben sich aus Bild 1:

Link zur Grafik: http://img198.imageshack.us/img198/1079/astrozoom1.jpg

Hinten links sieht man ein Planetary-Klon der üblichen Bauart. Hinten rechts ist ein weiteres Planetary in seine zwei Basis-Komponenten zerlegt: Vom Okulargrundkörper mit der Augenlinsengruppe ist die 1 ¼“ Steckhülse, welche die Barlow-Linsengruppe enthält, abgeschraubt. Das *entfernt* II Set besteht aus einer 2“ Steckhülse und einer passenden Zoomeinsatzhülse. Die 2“ Steckhülse ist mit einer passenden Aufnahme für die 1 ¼“ Steckhülse mit Barlow-Linsengruppe versehen, die dort mit drei Madenschrauben fixiert ist (vorne links in Bild 1). Die Zoomeinsatzhülse nimmt das Okularoberteil mit der Augenlinsengruppe auf. Sie ist an dessen Außendurchmesser angepasst, so dass das Okularoberteil tief genug hinein geschoben und dort mit ebenfalls drei Madenschrauben fixiert wird (vorne rechts in Bild 1).

Vorne links in Bild 1 kann man übrigens erkennen, dass ich probehalber einen 1 ¼“ Filter eingeschraubt habe. Die 2“ Steckhülse enthält aber auch ein 2“ Filtergewinde, welches man benutzen kann, wenn kein 1 ¼“ Filter eingesetzt ist.

Und so sieht das ganze im montierten Zustand aus (Bild 2):

Link zur Grafik: http://img36.imageshack.us/img36/5074/astrozoom2.jpg

Ober- und Unterteil sind axial gegeneinander verschiebbar. Hierdurch wird nach dem oben beschriebenen Prinzip die Brennweite variiert, also gezoomt. Die silbrige Rändelschraube greift in eine Längsnut der Zoomeinsatzhülse. Dadurch kann nichts herausfallen. Durch Festziehen der Rändelschraube wird die gewählte Position und damit Brennweite fixiert.
Mit der gezeigten Zusammenstellung ergibt sich ein Zoombereich von ca. Nennbrennweite (7mm = 100%) bis ca. 3,2mm (ca. 45%). Dieser Zoombereich gilt aber nur für diese spezielle Bauform (Planetary). Bei Verwendung anderer Okulartypen fällt der Zoombereich kleiner (Goldkante etc.) bis deutlich kleiner (Speers Waler) aus.

Das Ganze funktioniert natürlich nicht nur bei Okularen mit in der Steckhülse integriertem Barlowelement. Es geht wohl auch mit Okularen ohne ein solches integriertes Barlowelement (Plössl, Kellner etc.), wobei dann eine externe Barlow zum Einsatz kommt. Hierfür ist das Zoomset I vorgesehen, wozu mir aber Bedarf und Erfahrung fehlen.

Soviel zum Prinzip. Jetzt zur Praxis:

Die Teile sind sauber auf professionellem Niveau gefertigt. Alle Oberflächen sind schwarz eloxiert und glänzen leicht. Man kann darüber nachdenken, ob im Innenbereich eine matte Schwärzung durch Schultafellack oder Velourfolie fehlt. Diesem Aspekt habe ich aber vorerst keine weitere Beachtung geschenkt. Die Gleitpassung zwischen Zoomeinsatzhülse und 2“ Steckhülse ist gut: Das Verschieben geht leichtgängig und macht ein leicht saugendes Geräusch. Da wackelt und hakelt nichts. Nach Festdrehen der Rändelschraube entsteht eine starre, nach Augenmaß verkantungsfreie Anordnung. Das 2“ Filtergewinde lässt nichts zu wünschen übrig. Allerdings habe ich derzeit überhaupt nur einen einzigen 2“-Filter, der sich jedenfalls ohne Mucken ein- und ausdrehen lässt. Die Montage geht völlig problemlos. Man muss nur sicherstellen, dass man einen kleinen Uhrmacherschraubendreher sowie einen 1,5mm-Inbusschlüssel zur Hand hat.

Mit dieser Anordnung war ich jetzt drei Nächte hintereinander auf dem Feld. Das Zoomen hat man schnell heraus und geht sehr bald intuitiv, was auch die Betätigung der Rändelschraube und das Nachfokussieren bei Brennweitenänderung beinhaltet. Bedenken hatte ich etwas wegen der optischen Qualität: Das Okular-eigene Barlowelement ist ja für 7mm Gesamtbrennweite ausgelegt. Wie würde sich das Bild präsentieren, wenn das Okular Richtung 5mm oder gar 3mm gequält wird? Nach jetzigem Kenntnisstand ist diese Sorge unbegründet: Ausgehend von den 7mm Nennbrennweite kommt man im voll ausgezogenen Zustand auf etwa 3,2mm. Ich habe einen Direktvergleich mit meinen regulären 5mm und 3,2mm Planetarys vorgenommen und konnte keinen Qualitätsverlust erkennen. Bei 3,2mm kam mir die gezoomte Version sogar etwas besser vor. Diese Aussagen sind aber mit Vorsicht zu genießen, da in meinen Testnächten das Seeing nicht gut war, und Vergrößerungen jenseits der 200x keine ordentlichen Bilder mehr lieferten. Der vorerst positive Eindruck der optischen Qualität muss noch verifiziert werden.

Die Praxistauglichkeit ist nach vorläufigem Kenntnisstand klasse. Ausgehend von 7mm kann man stufenlos in einen Bereich runterzoomen, der allenfalls unter allerbestem Himmel überhaupt sinnvoll ist. Die kürzerbrennweitigen Planetarys sind damit überflüssig geworden. Der lästige Okularwechsel entfällt. Man zoomt, während man das Objekt im Blick hat, fokussiert kurz nach, und fertig. Das geht so leicht, dass man tatsächlich das Objekt auch nicht versehentlich verliert. Die volle Bandbreite des Filterarsenals steht mit 1 1/4" und 2" zur Verfügung. Mit einer Ausnahme (mein wenig benutztes 17mm TSWA) habe ich jetzt alles im 2" Format und muss den OAZ nicht mehr zwischen beiden Formaten umbauen. Macht einfach Spaß so.

Unterm Strich kann ich das Zoomset II in Verbindung mit dem 7mm Planetary bedenkenlos weiterempfehlen.

Thema No. 2 waren meine beiden Speers Waler 13,4 und 9,4mm Festbrennweiten. In beiden Fällen muss man zum Erreichen des Fokus sehr weit hineinkurbeln. Bei meinem großen Dobson gelingt das so gerade eben. Bei meinem kleinen Newton kriege ich 13,4er nicht in den Fokus. Bei beiden Newtons ist ein einfacher Zahn-und-Trieb-China-OAZ verbaut mit der üblichen 1 ¼“ Reduzierhülse ohne Filtergewinde, die sehr lang baut und gegenüber dem 2“ Anschlag sehr weit nach draußen ragt. Eine kurzbauende 1 ¼“ Reduzierhülse hätte dieses Problem wohl behoben, was sowohl die Fokuslage entschärft hätte, als auch die Verwendung von 2“ Filtern ermöglicht hätte.

Ich wollte aber außerdem mit der Brennweite spielen können, weshalb auch hier *entfernt* zum Einsatz kam, und zwar für meine beiden Speers Waler Exemplare. Hierbei gibt es zunächst eine Überraschung: Um aus Speer Waler Festbrennweiten ein Zoomokular zu machen, braucht man kein komplettes Zoomset. Es wird zwar ein Zoomset III eigens für Speers Waler angeboten. Aber dieses beinhaltet neben der Zoomfunktion zusätzlich auch eine fixe Brennweitenreduzierung. Wenn man die Nennbrennweite beibehalten und nur zoomen will, reicht eine 2“ Steckhülse aus dem *entfernt*-System aus. Die Funktion der oben beim Planetary beschriebenen Zoomeinsatzhülse wird durch den Okularkörper des Speers Waler übernommen. Dieser passt nämlich genau in die *entfernt* 2“ Steckhülse hinein, sofern man die Griffgummierung um das entsprechende Maß kürzt. Die einzelnen Komponenten ergeben sich aus Bild 3:

Link zur Grafik: http://img8.imageshack.us/img8/1829/astrozoom3.jpg

Rechts in Bild 3 erkennt man ein SW-Okular mit abgeschraubter, das Barlowelement enthaltender 1 ¼“ Steckhülse. Letztere wird wie oben beim Planetary in die 2“ Steckhülse eingesetzt und fixiert. Rechts im Bild erkennt man auch, dass ich die Griffgummierung nach unten hin gekürzt habe. Links In Bild 3 ist die ganze Sache montiert und dabei im herausgezogenen Zustand gezeigt. Im voll eingefahrenen Zustand sitzt die Griffgummierung gerade eben auf dem oberen Rand der 2“ Steckhülse auf. Die Rändelschraube dient auch hier der Fixierung und als Rausfallsicherung für das Okularoberteil. Rechts oben im Bild kann man auch sehen, dass das Okularoberteil im Bereich der entfernten Griffgummierung einen verringerten Durchmesser aufweist. Damit hier nichts wackelt, sind in der 2“ Steckhülse gegenüberliegend zur Rändelschraube noch kleine Kunststoffschrauben angeordnet, die als Zentrierung und Gegengleitlager dienen.

In der praktischen Anwendung fällt zunächst auf, dass das oben beschriebene Fokusproblem nicht nur beseitigt ist. Vielmehr muss man aufpassen, das neu entstandene Zoomokular nicht zu weit, jedenfalls nicht bis zum Anschlag in den OAZ zu schieben. Man hat sonst nicht mehr das Problem, nicht weit genug hineinzukommen, sonder vielmehr umgekehrt nicht weit genug herauszukommen.

Die Zoomfunktion selbst ist nicht so kritiklos wie bei der obigen Planetary-Zoomset-II-Kombination: Der Bereich der entfernten Griffgummierung, der als Gleitfläche für die Rändelschraube und die beiden Kunststoffschrauben dient, ist werksseitig nicht glatt sondern leicht gewellt ausgestaltet. Dies führt dazu, dass der Verschiebevorgang nicht so schön butterweich geht, sondern eine etwas hakelige Angelegenheit ist. Das Fehlen einer Längsnut (wie sie bei der Zoomeinsatzhülse des Zoomset II vorhanden ist) führt auch dazu, dass man das Oberteil gegenüber der 2“ Steckhülse verdrehen kann, was man zumindest im kleinen Maßstab beim Zoomen auch immer tut. Es kommt dann schon mal vor, dass das Okularoberteil im eingefahrenen Zustand wieder in das Gewinde des Okularunterteils eingreift. Und dann hakt‘s beim erneuten Versuch des Herausziehens erst recht. Ein leichter Dreh entgegen dem Uhrzeigersinn löst diese Verhakung aber ohne weiteres.

Über noch etwas muss man sich im Klaren werden: Die Zoomwirkung ist nicht nur vom mechanischen Verschiebeweg abhängig, sondern auch von der optischen Auslegung des Barlowelementes. Während beim Planetary mit dem verfügbaren Verschiebeweg die Nennbrennweite auf unter 50% gedrückt werden kann, schafft man beim Speers Waler gerade mal 80%. Ein Zoomfaktor zwischen 100% und 80% ist nicht sehr viel.

Im praktischen Versuch zeigt sich, dass das Zoomen des 13,4ers wegen des geringen Zoombereiches und der hakeligen Bewegung eher unattraktiv ist. Anders beim 9,4er: Hier ist man an f/5 bereits nahe dem Hochvergrößerungsbereich. Und da macht der nahezu lückenlose Anschluss an die darunter liegenden 7mm Brennweite Spaß. Die etwas unbefriedigende Zoommechanik nehme ich hierbei gerne in Kauf. Schön ist in jedem Falle die Option, nach Wahl einen 1 ¼“ oder 2“ Filter einsetzen zu können. Zur optischen Abbildungsqualität gilt das gleiche wie beim Planetary: Nachteilige Einflüsse konnte ich nicht entdecken, was aber der Verifikation am besseren Himmel bedarf.

Zusammengefasst ist für Speers Waler Festbrennweiten die *entfernt* 2“ Steckhülse eine sehr einfache Möglichkeit, mehrere Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: Entschärfung der Fokallage, Umstellung auf 2“ Steckmaß mit der Option, wahlweise beide Filtergrößen einzusetzen, sowie eine einfache Zoomfunktion, die beim 9,4er nützlich und beim 13,4er als nice to have einzustufen ist.

Nachbemerkung:
Für die Speers Waler wird noch das Zoomset III angeboten. Hierbei gleitet der Okularkörper nicht direkt in der 2“ Steckhülse. Vielmehr kommt eine Verlängerungshülse vergleichbar zur Zoomeinsatzhülse beim Zoomset II (Planetary etc.) zum Einsatz. Diese ist als auf Maß gedrehte Gleithülse konzipiert und dürfte das o.g. Hakeln beim Verschieben beseitigen. Darüberhinaus reduziert sie aber auch die Nennbrennweite um ebenfalls ganz grob 80%. Der entstehende Zoombereich ist dann also nicht 100% bis 80%, sondern 80% bis 64% der Nennbrennweite (Maße grob geschätzt). Diese Version ist also nur dann interessant, wenn einem die Nennbrennweite zu groß ist, wie dies gelegentlich beim Speers Waler Zoom 5-8mm diskutiert wird. Hier hat man dann alles Zusammen: Brennweitenverkürzung, zusätzliche (wenn auch geringe) Zoomfunktion, Fokallagenentschärfung, 2“-Filteroption. Wer die Brennweitenverkürzung nicht braucht, kommt mit der 2“ Steckhülse alleine aus!

Kritik:

In den bislang nur drei Beobachtungsnächten habe ich meine *entfernt*-Teile schätzen gelernt. Das heißt aber nicht, dass es nicht auch noch etwas zu verbessern gäbe:

1. Das Zoomset II ist für Planetarys der üblichen Bauart samt seiner vielfältigen Klone ausgelegt. Der für das Okularoberteil genau passende Innendurchmesser der Zoomeinsatzhülse soll die Sache einfach und spielfrei machen. In meinem speziellen Falle habe ich aber ein Planetary Klon mit leicht abgewandelter Gehäuseform. Die Griffgummierung schließt nach unten hin an eine Gehäusekante an, deren Durchmesser geringfügig zu groß ist. Dort musste ich mit der Feile auf einer Breite von einem knappen mm etwa 0,5mm Radius wegnehmen, um das Okulargehäseoberteil in die Zoomeinsatzhülse einfädeln zu können. Ist keine große Sache und hat gerade mal zwei Minuten am Küchentisch mit der einfachen Baumarktfeile ohne weitere Hilfsmittel gebraucht. Ich habe aber dennoch Günther auf diesen Umstand aufmerksam gemacht. Und er sinniert über Abhilfe.

2. Das, was bei den Speers Waler für die Fokallagenentschärfung nützlich ist, wird beim Planetary Zoomset II zum Nachteil: Man darf die neue 2“ Steckhülse nicht mehr voll bis zum Anschlag in den OAZ schieben. In meinem Falle darf man die ganze Sache überhaupt nur sehr wenig hineinschieben, um noch den Fokus erreichen zu können. Okay, es reicht und funktioniert. Aber beim Gefummel im Dunklen ist mir dieses undefinierte Verschieben nicht geheuer. Einen soliden Anschlag ziehe ich vor. Jetzt wird man vom Günther nicht erwarten können, für tausend verschiedene Okulartypen eine ebensolche Anzahl von unterschiedlichen Steckhülsen anzubieten. Aber dennoch könnte man das vorliegende Baukastensystem doch weiterspinnen. Wie wär’s mit einem 2“-Anschlagring, der auf die Steckhülse aufgeschoben und mit drei Madenschrauben vom Benutzer an der gewünschten Position fixiert wird?

3. Anders als 1 ¼“ Reduzierstücke sind die *entfernt* 2“ Hülsen für den festen Verbleib am Okular vorgesehen. Sobald man diese montiert hat, fällt einem beim anschießenden Verstauen des umgerüsteten Okulars als erstes auf, dass man die alte 1 ¼“ Abdeckkappe nicht mehr montieren kann. Was fehlt, ist eine 2“ Okularkappe. Und eigens dafür eine Bestellung beim Versandanbieter der Wahl loszutreten, ist unangenehm. Wäre schön, wenn ein solcher Billigartikel entweder mitgeliefert oder aber zumindest separat aus einer Hand angeboten würde.


Obige Kritikpunkte stellen aber das Gesamtkonzept nicht in Frage. Mir gefällt’s. Und schon nach so kurzer Benutzungszeit möchte ich mein *entfernt* Equipment nicht mehr missen.

Gruß,
Stefan.

 
Wenn Du diesen Artikel säuberlich übersetzt bei cloudynights ins Okularforum reinsetzen würdest, wird Günther Exportweltmeister.

Mit "made in Germany" käme er dort sicher gut an...
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Zitat von dobson85:
Mit "made in Germany" käme er dort sicher gut an...

Hm, hm,... "Designed in Germany, made in Hungary"

...aber ich halte mich mit meiner Äusserungen als Händler auch zurück :)
Das Konzept von Günther ist wirklich phantastisch und wir sind begeistert und dankbar, das wir mitwirken dürfen.

CS: lajos
 
Hallo Stefan,

schöner Bericht. Ich bin noch nicht zu sowas gekommen. Noch ein Positiv-Detail das mir auffällt: Man kann das Okular zusammengesetzt in die Hülse einbauen und dann im geschlossenen System auseinanderschrauben indem man die Rändelschraube für den Anschlag ganz herausdreht und dann eben die Verschiebehülse dreht bis Okular und Barlowteil auseinander sind. So kommt kein unnötiger Staub herein. Außerdem kann man auf diese Weise natürlich auch wieder auf den Zehntelmillimeter exakt die Originalbrennweite erhalten indem man das Okular genauso wieder zusammenschraubt - dauert natürlich eine ganze Weile für eine marginale Brennweitenänderung.

Was die Einstecktiefe im Okularauszug angeht, das dürfte wohl sehr vom jeweiligen Modell und Teleskop abhängen. Leider sind ja derweil einige verbreitete Geräte schon so ausgelegt, dass man eine 2" Verlängerung braucht. Ich glaube mit der Einführung der günstigen Crayfords ist auch OAZ-Verstellbereich verlorengangen. Schleichend. Nun braucht man auf einmal so ein rumgehülse.

Zum Zoom-Set möchte ich noch erwähnen, dass man die Kunststoffmaden zur Einstellung der Hülse auf das Verschiebeteil vorsichtig einstellen muss, sonst kann es beim Verschieben hakeln.
Was den Fall des anderen Planetary-Gehäuses angeht - handelt es sich um ein APM New UWA? Ich finde man sollte das schon nennen, es macht ja das Okular nicht schlecht, nur muss man halt wissen, dass genau das zunächst mal ohne Feile nicht passt. Ich kann mir auch keine echte Lösung vorstellen außer für die Dinger eigens eine neue Hülse zu schaffen - oder man legt eine Feile bei...
Macht man die nächste Charge Hülsen einen halben Millimeter weiter, dann schlabbern die andern Okulare darin und man braucht eventuell noch einen weiteren 3er Kranz Maden und Luft und somit Staub können auch hineinkommen, oder?

Clear Skies
Sven
 
Zitat von lajos:
...und wir sind begeistert und dankbar, das wir mitwirken dürfen.
Ja, Lajos, ich wusste von Günther, dass Du mitgewirkt hast. Hätte ich erwähnen sollen. Sorry für diese Unterlassung...


Zitat von Sven_Wienstein:
Danke. :blush:


Zitat von Sven_Wienstein:
...Was den Fall des anderen Planetary-Gehäuses angeht - handelt es sich um ein APM New UWA? Ich finde man sollte das schon nennen, es macht ja das Okular nicht schlecht, nur muss man halt wissen, dass genau das zunächst mal ohne Feile nicht passt. ...
Die fraglichen Okulare hatte ich im letzten Jahr bei TS bezogen. Telefonisch wurden sie mir als Sonderangebot zu reduziertem Preis vorgestellt, die sich ohne Beeinträchtigung der optischen Qualität lediglich durch ein falsches Label vom Original unterscheiden sollen. Über Gehäuseformen hatte ich mir zu der Zeit noch keine Gedanken gemacht. Heute sehe ich, dass die "regulären" Planetarys einen zylindrischen Gehäusekörper haben. Diese Bauform muss wohl ohne weiteres passen. Die abweichende Bauform, wie ich sie habe, wird bei TS heute als Skywatcher Planetary UWA angeboten. Äußeres Unterscheidungsmerkmal: Der Gehäusekörper ist unterhalb der Griffgummierung nicht zylindrisch, sondern konisch. Wenn man einen solchen Konus hat, muss man zur Feile greifen.


Zitat von Sven_Wienstein:
...Ich kann mir auch keine echte Lösung vorstellen außer für die Dinger eigens eine neue Hülse zu schaffen ... Macht man die nächste Charge Hülsen einen halben Millimeter weiter, dann schlabbern die andern Okulare darin und man braucht eventuell noch einen weiteren 3er Kranz Maden und Luft und somit Staub können auch hineinkommen, oder?
Mir gefällt die Vorstellung eines vergrößerten Innendurchmessers auch nicht. Die Sache mit Schlabbern und Staubeintritt sehe ich genauso wie Du, Sven. Warten wir ab, was Günther daraus macht.

Gruß,
Stefan.
 
Hallo Leute,

zunächst Mal Danke an Stefan für den Bericht und die Vorstellung der Zoomsets aus seiner praktischen Erfahrung heraus. :)
Ich weiß, ich habe noch Einiges zu lernen, Marketing z.B. ist Neuland für mich, das fällt mir schwer. Diese ganzen Entwicklungen haben reinen ATM Hintergrund, das ist halt die Seele von der Sache. Ich wollte für mich bessere, felxiblere, komfortablere, günstigere Beobachtungsmöglichkeiten und das hat sich halt über die Jahre entwickelt.

Aber nun zu einigen aufgezeigten Punkten:
1. Diese Abstandsringe für 2" Steckhülsen, mit denen man die Einstecktiefe der Okulare festlegen kann, gibt es bereits zu kaufen, z.B. von Baader. Da war nix mehr zu erfinden. ;)
Ohnehin ist es so, dass die variable Einstecktiefe ein wichtiges Merkmal der Zoomsets ist. Manche Teleskop haben eben wenig Fokussierspielraum.
Damit geht man im Normalfall so um, dass man den OAZ auf eine mittlere Fokussierstellung bringt, weil da auch weniger gute OAZs ausreichend stabil funktionieren. Oft hat man ja schon ein etwas längerbrennweitiges Okular vorher benutzt und diese mittleren Brennweiten liegen selten weit außen. Außen findet man z.B. langbrennweitige 2“ Erfles. Man verändert an der OAZ Stellung also meistens nichts und holt sich beim Einstecken des Zoomsets mit dem Auge über dem Okular schon den Grobfokus. Nach der Klemmung des Okulars braucht man nur noch geringfügigen Verstellweg des OAZ um den Feinfokus zu finden. Eine ausreichende Einstecktiefe des Sets im Rahmen von „normalen“ Steckhülsenlängen sollte sich in jedem Fall erreichen lassen.
Das ist schon mal nicht schlecht.
Mit solchen Abstandsringen kann man natürlich, ausgehend von einem Okular, alle anderen Okulare (auch im Zoomset) bestücken und mit etwas Tüftelei komplett auf einen Fokuspunkt legen. Dann bräuchte man im Prinzip nur noch eine feinfühlige OAZ-Untersetzung mit ganz geringem Hub für den Feinfokus.
2. Die konischen Planetarys waren mir unbekannt. Okay, da fehlt nur ein Hauch, aber er fehlt. Eine Aufweitung der Zoomeinsatzhülse führt nicht dazu, dass das Zoomset undicht oder staubdurchlässig wird. Auch eine mangelnde Zentrierung des Okulars ist nicht zu befürchten, da der Schaft und nicht der Okularkörper selbst diese Okulare zentriert. Eventuelle künftige Herstellungsserien werden also etwas aufgeweitet, um dem Nutzer dieser speziellen Okularbauform die Feile zu ersparen.
3. Die Wellenform des Okularkörpers der neueren Speers unterhalb der Gummierung ist mir ebenso neu wie das konische Planetary. Liegt hier ein inzwischen gesparter Arbeitsschritt (glätten der Oberfläche) oder ein unerklärliche Designerabsicht vor? Ein Nachteil ist das in jedem Fall.
4. Ich habe mich bei den Zoomsets für Drehpacks entschieden und werde künftig auch die einzelnen 2“ Hülsen darin liefern. Viele Beobachter ziehen Drehpacks vor. Die 1 ¼“ Kappen passen i.d.R. auch noch im Zoomset, weil die 1 ¼“ Steckhülse unten etwas aus ihrer Aufnahme herausschaut. Die Zoomsethülse ist ja etwas länger. Man kann die 1 ¼“ Steckhülse eigentlich bündig mit dem Rand der 2“ Zoomsethülse abschließen lassen (auf eine ebene Unterlage stellen und verschrauben). Die Gehäuse von 2“ Filtern bauen so weit auf, dass dann im Normalfall ein Kontakt zwischen Filterglas und 1 ¼“ Steckhülse unmöglich ist.

Noch ein Wort zur Fertigung in Ungarn:
Ihr werdet es nicht glauben, aber mehrere Versuche das hier machen zu lassen, sind gescheitert.
Mein „Dreher“ ist ein Könner und er macht auch immer noch Entwicklungshülsen für mich. An der Serienproduktion bin ich aber gescheitert. Entweder wurde sofort abgeblockt oder die Qualität stimmte nicht, auch bei Firmen die es wirklich können müssten. Eventuell wäre für den doppelten Preis und bei Abnahme von riesigen Stückzahlen was gegangen aber dann stimmen die Relationen irgendwo nicht mehr.
Lajos hat mir aus der Patsche geholfen und über Ungarn das Projekt überhaupt erst möglich gemacht. Danke dafür. :cool:

Gruß und CS
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Leute,

ich gebe hierzu als Anfänger auch gerne mal meine Meinung ab.
Ich habe mich u.a. von Günther bei meinem Erstequipmentkauf im Mai 2009 (80/500 ED) beraten lassen und auf das allseits empfohlene 4mm Planetary verzichtet und mir ein 7 mm Planetary gekauft. Mit viel gutem Willen und Geduld habe ich dann auf die Serienreife von Günthers Zoomsets gewartet und ... bin nicht enttäuscht worden.
Die Handhabung macht wirklich Spaß und ist verblüffend einfach. Das Zoomset deckt in der Planetenbeobachtung die Höchstvergrößerung in einem sehr großen Brennweitenrahmen ab. Zu technischen Details brauche ich mich nicht auzulassen, das haben meine Vorredner ja zur Genüge getan.
Ein wirklich nettes Detail ist aus meiner Sicht die 2"er Steckhülse. Ich bin ein Faulibär und Angsthase, was den Okularwechsel betrifft. Ich habe für meine übrigen 1,25" Okulare (es sind Dank des Zoomsets nur noch 2) jeweils einen Adapter, so daß ich im Grunde alle Okulare mit gleicher Steckgröße nutzen kann.

Vielen Dank nochmals Günther und ich wünsche Dir viel Erfolg mit der Umsetzung Deiner Idden.

Beste Grüße

Rene
 
Hallo Leute,

@Stefan: Danke für den tollen & ausführlichen Bericht, hab schon auf sowas gewartet!

@Günther und Lajos: ist echt eine gute Innovation weiter so!

Gibts schon irgendwelche Erfahrungen zum Zoomset mit der 6mm Goldkante? Ich besitze so ein Ding und überlege mir gerade ob ich das Zoomset für die vorhandene Goldkante oder gleich das mit dem 7mm Planetary zulegen soll weil es eben auch einen größeren Zoombereich hat. Die 6mm Goldkante zeigt bei mir oft Reflexionen an hellen Objekten (Mond, Jupiter) von denen ich nicht so begeistert bin. Andererseits sind die 67sGf auch nicht zu verachten. Was mein Ihr?
 
Hallo Markus,

na das kommt ja nun hauptsächlich auf die gewünschten Beobachtungsziele an. Wenn die Planetenbeobachtung der Hauptzweck ist, sind 67° unnötig. Bei der Mondbeobachtung und für Deepsky ist es wirklich schön, das Feld zu haben.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven,

Ja da hast du wohl Recht, ich hab mir grad den Planetary Test auf deiner HP durchgelesen klingt eigentlich ganz positiv was du über die Dinger so schreibst.
Momentan tendiere ich wohl eher zum Planetary Zoom auch aufgrund der besseren Transmission. Einen Kugelsterhaufen werd ich ja wohl in 60°sGF auch noch irgendwie reinquetschen, ausserdem hab ich ja Nachführung.

 
Ich hab hier eine Idee beschrieben, ein 82° Speers Waler 4,9mm Okular mit Hülsen von Günther zu verzoomen. Du hättest damit 82° Feld und einen Brennweitenbereich von 4,9-3,8 mm. Vielleicht fragst Du Günther mal danach. War halt nur so eine Idee von mir, weil ich ähnliche Wünsche hatte. Werde nun jedoch wahrscheinlich nach Weihnachten mein Speers Waler Zoom 5-8mm verhülsen.
Das von mir vorgeschlagene Ding würde wohl 170 Euro kosten. Dafür aber mit 82° ;)

EDIT: Oh ich war wohl etwas vorschnell. Es geht ja glaub ich garnicht um den Höchstvergrößerungsbereich, oder doch?
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Markus,

für eine Gold-/Blaukante brauchst Du das Zoomset II und das passt auch für die Planetarys.
Von daher brauchst Du nur ein Zoomset und ein Okular von jeder Serie um zu sehen, was Dir zusagt und nicht die ganze Batterie.
Wenn Dir später einfällt, z.B. auf ein Speers oder ein UWAN (kommt demnächst) zu wechseln, brauchst Du je nach dem nur eine zum Okular passende Zoomeinsatzhülse oder kannst im Falle der Speers-Festbrennweiten nur die vorhandene 2" Steckhülse mit Barlowaufnahme verwenden.
Gefällt es Dir nicht, kannst Du zurückbauen und was Anderes überlegen.

Wenn es jetzt genau um diese beiden Serien (Goldkante/Planetary) geht, dann bevorzuge ich die aktuellen Planetarys.
Ein Beobachtungskumpel hat seine Glodkante (Reese) im Zoomset und sagt, er braucht nichts Anderes.

Wie es immer so ist: Der Eine sagt so, der Andere so. ;)

Gruß und CS
*entfernt*
 
Ok dann is es ja relativ einfach zum testen, super danke!

@Bernd: Die Idee ist nicht schlecht, wenns denn funktioniert!
 
Hallo Günther,
auch wenn ich noch nichts bei dir bestellt habe, so möchte ich dich trotzdem schon beglückwünschen zu den einfachen, aber sehr innovativen Konzepten, sowohl, was das Zoomset als auch die Rockerbox angeht.
Man merkt, dass ein langjähriger Praktiker am Werk ist!

Vielleicht baust du das Ganze noch etwas aus und optimierst z.B. solche Sachen wie die sog. Pipemounts aus Sanitärrohren (Adaption an Stativ und Teleskop) bzw. Stativverlängerungen für Ferngläser (damit man bei Verwendung eines Fotostativs auch im Zenit unter das FG kommt).

Leider bin ich handwerklich nicht besonders begabt und habe auch zu wenig Zeit, aber ich denke, dass man in unserem Bereich noch einiges entwickeln kann, was nicht teuer ist und trotzdem gut funktioniert.

In diesem Sinne: Weiter so!!!
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Leute,

die Sache mit dem 4,9er Speers funktioniert schon, aber das ist an vielen Teleskopen halt sehr nahe am Limit (Seeing, Auflösung pp), also schon ziemlich speziell in der Anwendung und meistens auf Mond/Planeten und PNs beschränkt.

Ansonsten, bis hier hin schon mal Danke für die guten Wünsche, die Anregungen und den Ansporn, weiter zu machen. Ja, ich gebs zu, ich habe noch so einige Ideen in der Birne, keine Sorge. :biggrin:
Jetzt muss aber erst Mal die RB ins Laufen kommen, da war zunächst Mal das Interesse im Vorfeld wesentlich größer als die tatsächliche Nachfrage derzeit ist :/ und nur was anläuft kann man auch weiter entwickeln und ausbauen.
Es braucht halt alles seine Zeit und es werden noch einige brauchbare Sachen nachtröpfeln.

Gruß und CS
*entfernt*
 
Moin, Leute,

ich krame die thread hier mal wieder aus, habe einige Fragen, die von euch hoffentlich beantwortet werden können:

1. Man nehme also ein 7mm Planetary, welches 60° SGF hat, nun zoome ich auf 3,5mm oder so. Was passiert mit dem SGF? Im allgemeinen vergrößert sich das Gesichtsfeld bei Zooms ja mit der niedrigeren Brennweite. Bekomme ich hier also sogar noch mehr als 60°?

2. Man hört eigentlich immer nur vom 7mm, geht das auch mit 20mm oder so? Man könnte dann ja zwei Zooms bauen, eins von 3,5 bis 7 und meinetwegen eines von 10 bis 20 oder ähnlich. Geht das auch?

3. Eher eine Idee: So stark ich die Idee finde - wäre es nicht auch was, wenn man den Zoom durch drehen einstellen könnte? Wie z.B. beim Baader Hyperion, das stelle ich mir angenehmer vor, als rein- und rausschieben, vorallem mit eingefrorenen Fingern. Außerdem müsste man dann auch nicht mehr fixieren. Wenn das so wäre, hätte ich jetzt bereits 2 von den Dingern bestellt, aber irgendwie scheint mir das noch nicht komfortabel genug oder irre ich mich hier?

Auf jeden Fall super, das hat was. Vorallem weil die am Markt befindlichen Zooms oft nur zwischen ~7 und ~24mm abdecken oder zwischen ~3 und ~6 irgendwo und dann immer gleich für > 200€ und oft noch mit Mini-SGF wie beim Pentax XF.

Grüße,
Pascal
 
Hallo Pascal,

zu 1. Das SGF des benutzten Okulars ändert sich nicht!

zu 2. Das ist mit jedem 1 1/4" Okular und mit jeder 1 1/4" Barlow deren Hülse incl. Barlowelement sich vom Okularhalter trennen lässt möglich, oder wie z.B. beim 7 mm Planetary trennt man die Steckhülse mit Barlowelement vom Okularkörper und verändert so den Abstand Okular zum Barlowelement! Ich benutze z.B. eine 2,8 fach Klee-Barlow mit einem 20 mm Widescan Typ III ( 84° SGF )und habe damit ein WW Zomm von etwa 7 bis 4 mm bei 84° SGF und 20 mm Augenabstand, also auch Brillenträgerfreundlich! Ist für mich die beste Kombination im Weitwinkelbereich an einem Newton überhaupt, vom Zentrum bis zum Rand eine absolut punktförmige Sternabbildung, hoher Kontrast und keine Reflexe an hellen Objekten wie Mond und Planeten.

zu 3. könnte man sicherlich, würde aber bestimmt um Einiges mehr kosten, aber auch so lässt sich die Schiebehülse leichtgängig verstellen und mit der Rändelschraube einfach fixieren, auch wenn es kalt draußen ist! Ich war auch erst skeptisch, bin aber mittlerweile so begeistert, das ich mir aus einem 13 mm Widescan und Innenhülse noch ein 4,5 bis 2,5 mm Zomm zusammenstellen möchte!

Gruß und cs Uwe
 
Hi, Uwe,

danke für die Ausführungen - es juckt mich gewaltig ;-)
Ich könnte hier soeinige Okulare veräußern, zumindest ein Hyperion 3,5mm und ein Ultima LX 5mm. Für den Erlös dürfte ein 7mm Planetary und das Zoomset II locker drin sein.
Mal sehen, wie lange ich noch an mich halten kann.

Aber zu 3. stehe ich, das sollte man nochmal machen, theoretisch könnte man es sogar selbst versuchen, indem man die innere Hülse Gewindeartig einfräst und in die äußere Hülse eine entsprechende Madenschraube dreht... mal sehen.

Grüße,
Pascal
 
Hallo Pascal,

noch ein paar Ergänzungen von mir:

zu 1. Das Eigengesichtsfeld ändert sich im Fall von *entfernt* Zoomsets nicht.
Wir haben den eigentlichen Okularlinsensatz und den Linsensatz des Barlowelements und Beide bleiben unverändert. Lediglich der Abstand zwischen diesen beiden Elementen wird verändert.

zu 2. Es eignen sich prinzipiel alle 1 1/4" Okulare die man mit einer zusätzlichen, externen Barlow kombinieren kann.
Weiter eignen sich Okulare, bei denen sich in der Steckhülse eingebaute Barlowlinsen mit der Steckhülse vom restlichen Okular trennen lassen, ohne dass man Linsensalat produziert, weil entsprechende Sicherungen fehlen (z.B. bei Televue verzichtet man weitegehend auf solche Sicherungen!)
Häufig sind hier spezielle Adapteranfertigungen erforderlich. Nicht bei jedem Okular und bei jeder Brennweite stellt sich ein praxistauglicher Nutzen ein.

zu 3. Hier kann man immer neue und auch Lösungen mit dem gewissen Dreh finden.
Der einfache Schiebemechanismus hat sich aber produktionstechnisch und parktisch als sehr gute Lösung herausgestellt. Das ist leichter praxistauglich herzustellen und man muss auch an die Kosten denken, wenn man hier produziert und China am Horizont sieht, bzw im Zoomset fernöstliche Okulare verwendet.
Außerdem lässt sich die Einsatzhülse bei vielen Okularen wahlweise mit ind die Zoomeinsatzhülse eingeschobenem oder aufgesetztem Okular verwenden, womit sich die Anwendungsbreite erheblich erhöht. Dazu muss man die Einsatzhülse umdrehen.
All das ist nicht trivial bei Zooms mit Drehmechanismus, da darf Nichts haken, klemmen, schwergängig sein. Schmierfette sollten tabu sein, Materialmix aus Metall/Plasti/Teflon ist kosten- und arbeitsintensiv. Kostendämpfend kann sich Grossserienprodunktion mit Stückzahlen auswirken, die dann allerdings weit über dem Bedarf liegen.
Für versierte Tüftler und Bastler ist ein Drehmechanismus sicher eine feine Aufgabe, in Serie hier aber kaum zum marktfähigen Preis herzustellen. Zumindest nicht mit meinen bisherigen gedanklichen und praktischen Ansätzen dazu, aber man soll ja niemals nie sagen.

Gruß und CS
*entfernt*
 
Zitat von *entfernt*GMS:
Hallo Pascal,
Das ist leichter praxistauglich herzustellen und man muss auch an die Kosten denken, wenn man hier produziert und China am Horizont sieht, bzw im Zoomset fernöstliche Okulare verwendet.

Absolut nachvollziehbar, Günther, aber schön wäre es trotzdem ;-) Ich kann mir schon vorstellen, dass Verzicht auf Schmierung (ich hätte auch ungern Fett auf meinem Zenitspiegel) hier konstruktiv einige Fragen aufwirft. Ich würde es am liebsten fast mal in Eigenregie darauf ankommen lassen, eine Idee hätte ich - sogar so, dass die Originalfunktion erhalten bleibt (aber natürlich nicht gleichzeitig). Falls es dann möglicherweise Murks sein sollte, könnte ich wieder auf die ursprüngliche Lösung zurückgreifen. Allerdings trennen die Gedanken im Kopf und das Resultat in diesem Falle grobschlächtiges Werkzeug wie Oberfräsen und Schlagbohrer und mittelmäßige Arbeitsqualität (meine eigene). In meinem Bekanntenkreis könnte ich ggf. einen Feinmechaniker auftreiben, der das mal ausprobieren könnte.

Ich glaub, ich bestell nachher einfach mal soein Teil und probier das aus, Weihnachten ist schon wieder so lange her... ;-)

Grüße,
Pascal
 
Sodele, alle Teile sind nun da. Hier mein erster Eindruck:

Die mechanische Verarbeitung des Zoomsets ist tadellos. Ich war direkt nach dem Auspacken etwas skeptisch, da bei gelöster Rändelschraube die innere Hülse widerstandslos in die Versenkung knallt, aber sobald man das Okular zerlegt und eingesetzt hat, sorgt der Luftwiderstand für ein angenehmes Verhalten beim Ein- und Ausziehen. Die Hülsen gleiten spielfrei ineinander, allerdings würde ich nach wie vor eine "drehende" Zoomverstellung bevorzugen, da man durch die Handgriffe die Optik schon etwas zum Schwingen bringt. Das Herantasten wird hierdurch etwas in die Länge gezogen, wenn man an einer schwachen Montierung beobachtet (wie bei mir die zierliche NexStar SLT), da man nach dem Verstellen immer ein, zwei Sekunden auf das Ausschwingen warten muss. Dies sollte man angesichts des funktionellen Zugewinns allerdings nicht zu kritisch bewerten, zumal hier sowieso eher bei der Montierung die Schuld zu suchen ist.

Link zur Grafik: http://www.oblonczek.net/astro/azoom/1.jpg Link zur Grafik: http://www.oblonczek.net/astro/azoom/2.jpg

Ich habe mich für ein 8mm HR Planetary entschieden, mit dem ich nach ersten Tests auf ca. 7,5 - 4mm komme. Im Vergleich zum Hyperion 3,5mm Festbrennweite ist die Vergrößerung doch noch eine gute Ecke geringer. Man kann die Maximalvergrößerung noch etwas höher treiben, indem man das Barlowelement nach "unter" herausstehen lässt, allerdings könnte es dann für manche 2"-Filter eng werden, da das Barlowelement schon gefährlich nahe rankäme. Bei mir wäre noch etwas Luft bis zum Filtergewinde, aber weniger als 4mm kann ich eh nicht gewinnbringend verwerten, da ich beim C8 da schon in der Übervergrößerung bin und der kleine Refraktor schon sehr dunkel wird. Dafür ist der Abstand zur Nennbrennweite geringer.

Link zur Grafik: http://www.oblonczek.net/astro/azoom/a1.jpg

Erste Tests an irdischen Beobachtungszielen machen Lust auf klaren Himmel. Ich kann keine Veränderungen an den visuellen Eigenschaften mit wechselnden Vergrößerungen erkennen, es macht einfach Spaß, sich an die Maximalvergrößerung heranzutasten und das noch in einem solch "großen" Brennweitenbereich. Sollten sich optische Leistung und Handhabung am nächtlichen Himmel bestätigen stehen zwei Festbrennweiten von mir zum Verkauf.

Soweit so gut und mal schauen, wann ich wieder raus kann.

Grüße und CS,
Pascal
 
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