ATM und Umweltschutz

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JSchmoll

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Hallo allerseits,


als ich vor einigen Wochen hier in England einen Vortrag ueber Spiegelschleifen hielt, sprach mich danach ein gewisser Richard an, der sehr interessiert an Fernrohrselbstbau allgemein sei. Nach mehrmaligem Mailkontakt und einem Besuch lueftete er sein Inkognito - er sei Mitarbeiter einer weltweit fuehrenden Umweltschutzorganisation und als Amateurastronom nervt ihm ziemlich, wie manche Hobbygenossen mit den Resourcen umgehen.

Zunaechst dachte ich, na papperlapapp, aber er stiess mich mit der Nase auf die eigenen Verfehlungen.

- Zum Beispiel Montierungen: Ich schreibe regelmaessig, dass das Entfernen des Syntafetts mit Pinselreiniger und nachfolgendes Fetten mit Lithiumfett bei gewissen Importmontierungen Wunder wirkt. Keine Gedanken machte ich mir ueber den chinahonigverschmierten, terpentinersatzgetraenkten Lappen, den ich dem Muelleimer uebereignete.

- Beispiel Spiegelschliff: Das Thema Feinstaub macht ja gerade in Deutschland die Runde. Einerseits ist es aeusserst unpopulaer, einen Lungenzug aus einem Dieselauspuff zu nehmen - doch andererseits panschen wir Spiegelschleifer mit allerlei feinsten Puelverchen herum.

Diese nur zwei Beispiele zeigen, dass Verbesserung Not tut. Vielleicht koennen wir diesen Thread dazu hernehmen, Ideen zu poolen.

Ein paar Ideen sind Richard und mir waehrend unserer naechtelangen Diskussionen am Kaminfeuer schon gekommen:

- Das Chinafett kann man mechanisch abkratzen, wenn man einen Uhrmacherschraubendreher so anfeilt, dass sein Profil dem des Schneckenradeingriffs gleicht. Ich habs ausprobiert, das Schmierfett erstmal gelagert und konnte auf den Pinselreiniger verzichten. Versehentlich hatte ich das Profil im Schraubendreher ein wenig zu stark gekruemmt - aber hierdurch wurden im Schneckenrad Grate entfernt, und meine EQ5 kam erstaunlicherweise erstmalig auf einen Schneckenfehler auf +/- 5" ! Das zeigt, dass neue Ideen interessante Spinoffs haben. Dafuer kratze ich gern 1/2 Stunde lang die Rillen aus. Als neues Gleitmittel verwende ich biologisch an- und abbaubares Bienenwachs.

- Zum Spiegelschleifen fand ich einen anderen interessanten Synergieeffekt. Ich beschloss, das staubige Feinschleifmittel zu binden. Auf die Frage "womit" fiel mir der Chinahonig ein - und welch eine Ueberraschung ! Das wirkt aehnlich wie eine Pechhaut, die Schleifkoerner werden in ihrer Rollbewegung eingeschraenkt und statt 90 min brauchte ich fuer eine Charge nur noch 48 min ! So kann das laestige Chinafett noch einer sinnvollen Verwendung zukommen.


Wir haben nun vor, im Rahmen seiner Umweltschutzorganisation ein komplettes Fernrohr zu entwickeln, das Oekoskop. An erster Stelle steht die Materialbeschaffung. Das Stativ wird aus Bruchholz gemacht, welches ohne Entbaumung aus dem Wald entnommen wird. Auch der Montierungsgrundkoerper wird aus sogenanntem Machholz hergestellt, das aus Spaenen gemacht wird aber durch ein umweltschonendes Spezialverfahren die Festigkeit von sibirischer Eiche sogar uebersteigt. Aus gleichem Material wird auch das Getriebe gepresst, dank Bienenwachs wird nicht nur geschmiert sondern das Holz auch versiegelt, sodass sich das Getriebe bei Feuchtigkeit nicht ausdehnt. Sollte wirklich einmal "Schummelfett" benoetigt werden, werden wir zu Bienenhonig greifen. Der Spiegel des Reflektors (wir planen in der Erstauflage den populaeren 114/900er, spaeter sind Groessen bis zu 500 mm angedacht - auf einem Fahrradanhaenger transportierbar wegen Auto und Umwelt und so) besteht aus getempertem Altglas, ebenso der Fangspiegel. Der Tubus ist stilgemaess aus Altpapier gewickelt. Das groesste Problem sind die Okulare, weil wir hier optische Glaeser brauchen. Hier sind die Haendler aus dem Bereich Film und Foto (aber auch Astro!) gefragt - wir planen ein Abgabesystem fuer Altoptik wie aus der Mode gekommene Feldstecher, Brillenglaeser, kaputte Kameraobjektive oder runtergeploesselte Okulare. Haendler, die dieses Abgabekonzept unterstuetzen, erhalten beim Oekoskop Sonderkonditionen.

Ich hoffe, dieser Thread gibt Anreiz unsere Ideen zu poolen und eine solide Marktposition fuer das Oekoskop aufzubauen.


 
Tach Beisammen,

welches Datum haben wir heute nochmal ? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" />

Grüße, Ossgut
 
mann ossgut!
und ich dachte schon , der juergen hätte vielleicht wirklich und so .... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smirk.gif" alt="" />
da könnte ich ja auch meine neuesten berichte über
-effektive fangspiegelbeleuchtung
-tubusbremse am tmb und
-vollblechblenden für absolute reflexfreiheit
hier einstellen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
schöne grüße!
wolf
 
Hallo Jürgen,

ich bin schlichtweg begeistert vom Oekoskop!!!

Übrigens kann ich auch noch einen Tipp beisteuern:
Honig dürfte sich als Schmiermaterial nicht gut eignen, da es bei starker Erwärmung einfach zu dünnflüssig wird.
Wesentlich besser geeignet und häufig total umsonst zu bekommen ist Ohrenschmalz!
Immer wieder sieht man gerade auch auf Astrotreffen viel Sternfreunde, die sich auf den staubigen Beobachtungsäckern den Ohrenschmalz mit sogenannten Q-Tipps aus den Ohren pulen.
Ich habe bei den letzten Astrotreffen erstaunliche Mengen an Ohrenschmalz zusammmenbekommen. Viele Sternfreunde geben bereitwillig für die gute Idee ihre gebrauchten Q-Tipps umsonst ab. So bekommt man recht schnell große Mengen an Ohrenschmalz zusammen.
Ich könnte Dir für Versuchszwecke noch einen Liter zusenden. Die Eigenschaften des oft verschmäten Ohrenschmalzes sind unübertroffen. Er behält seine optimale Viskosität sowohl bei Temperaturen von -30 Grad wie auch bei hohen Temperaturen von über 50 Grad.
Einziges Problem: Ich habe noch 4 Kubikmeter abgekratzte Q-Tipps über... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" />
Mit einem Teil habe ich meinen Parker neu gefüttert, aber für den Rest habe ich noch keine Verwendung.
Mein 8 Quadratmeter WG - Zimmer ist zur Hälfte damit angefüllt und meine Mitbewohner wollen sich an der ökologischen Aufbereitung nicht beteiligen... Armleuchter<img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smirk.gif" alt="" />!
Vieleicht habt Ihr ja noch Ideen.<img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/crazy.gif" alt="" />

Viele Grüße, Jürgen

 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Namensvetter,


die Idee mit dem Schmalz klingt gut, ich denke auch an Anwendungen fuer Gleitlager, Dobson-Hoehenraeder etc. - aber die eigene Herstellung ist doch etwas muehselig. Die grosstechnische Herstellung von Schmalz seitens der Medienindustrie ist meines Erachtens voellig ausreichend. Eine Volksmusikscheibe aus dem Wuehlkorb reicht mindestens fuer 3 Doebse, sofern man sie nicht direkt als selbstfettende Lagerschale einsetzt. Langjaehrige Experimente des WDR (unter dem Codenamen WDR vier) zeigen, dass sich Schmalz sogar aus dem Aether gewinnen laesst ... man koennte sogar kleine Radios in empfindliche Lagerbaugruppen einbauen, die auf Knopfdruck (bzw. getriggert durch einen Schmiermittelmangeldetektor) nachschmalzen.

 
Hi Wolf,


interessante Ideen. Ein Klassiker hingegen ist das wassergekuehlte Gegengewicht.

Nachdem ich gestern nen Bierkasten brauchte, um meinen Newton zu erklimmen, frage ich mich auch warum ich ihn nicht tieferlegen lasse. Mit Rayleighstreifen (die sind exakt parallel, zumindest bis auf 1/4 des Abstandes zwischen schwarz und weiss) sieht das Teil bestimmt todschick aus !
Dann noch ein Trinokularansatz (denn ein Bino hat ja schon jeder Schnoesel) und das Teil verkauft sich auf dem naechsten ATT wie ne warme Semmel ... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />


 
Ein Klassiker hingegen ist das wassergekuehlte Gegengewicht.

Hallo,
Wieso wassergekühlt? Da kannst du doch gleich mit der Bierkühlung loslegen- zumindest den Beobchter kannst du sehr effektvoll mit Bier kühlen. Dann wird auch die Kiste zum draufsteigen beim Beobachten leichter.
Nicht so gut finde ich die Tuning vorschläge für Kinderwagen die ich neulich gesehen haben. Besonders diese grünblaue Neonbeleuchtung und die vielen Lämpchen stören dann doch beim Beobachten.
Sinnvoll hingegen ein paar PS mehr für den Antrieb, daß die GOTO-Steuerung nicht so lahm läuft!
Grüße Martin
 
Hi Martin,


wassergekuehlt um die ueber dem Gegengewicht aufsteigende Luft zu minimieren --> Seeing ! Bier geht hierzu auch, nur koennte es in den ersten Minuten der Befuellung zur verstaerkten Schaumbildung kommen. Auch ist es gefaehrlich, wenn das Gegengewicht im Laufe der Nacht leichter und die Patzer des nachfuehrenden Astronomen dabei schwerer werden.

Was die Erforschung benzingetriebener Nachfuehrmotoren betrifft - gut, etwas laut (sind ja gewisse amerikanische Importgeraete auch, Stichwort Kuechenmixer) sind sie, aber man braucht keinen Strom. Und die Rauchfahne vom Anlassen ist auch bald verzogen. Wenn nur das leidige Vibrationsproblem nicht waere. Vielleicht eine Nachfuehrung a la 1850 fuer Teleskoptreffen ? Eine Dampfmaschine dreht eine 50 m lange Welle, von der sich diverse Sternfreunde per Transmissionsriemen ihre Nachfuehrung abklauben. Oder man kippt gleich die Plattform, auf der die ganze Starparty stattfindet, nach dem Poncetprinzip. Nur muss man einen gut haftenden Untergrund haben und nicht zu weit aus dem Meridian gehn, sonst kommt die Sache ins Rutschen.


 
Hallo

Ich hätte noch einen 1 a Wolkenschieber abzugeben (mechanisch).
Das Teil ist garantiert nutzlos und sollte daher nicht
unter 1000 € weggehen.
Bitte nur ernstgemeinte Zuschriften!
An Mod. > Bitte ausnahmsweise nicht ins Biete-Board verschieben.

CS, *entfernt*
 
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