Auch in Niederbayern wurde gefroren,aber klar wars

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Rudi

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Hallöchen alle zusammen,

Beobachtungsbericht vom 8. Januar 03
Gespechtelt wurde im südl. Niederbayern (nähe Pfarrkirchen) mit einem 6 Zoll f8 Newton TAL2M

Es war ein toller Wintertag, Sonne pur und alles frisch gestrichen in Weiß. Und die Nacht sollte noch besser werden. Klarer Himmel, frische -13 Grad, nur den Wind, der dann etwas später immer wieder mal heftig durchzog, trübte die gute Stimmung etwas. Das TAL durfte wieder mal auf Reisen gehen, aber der Reihe nach.

Erstes Objekt mußte der KuFu-Komet sein, sobald's finster ist, steht er ja schon sehr tief im Westen, das wurde knapp. Ich hatte mich wieder mit Günther verabredet etwa 10 Min. Fahrt von hier. Auto wurde also schon tagsüber beladen >früher von der Arbeit weg >Waschstraße >jede Menge Sachen anziehen >Fahrt >aufbauen >so, mal sehen, einfach die lange Achse im Schwan von Deneb runter über Albireo zum Horizont >Aaaaah, da isser ja. Um halb Sieben Uhr nur noch so 7 Grad über'n Horizont, aber ganz deutlich sichtbar im Teleskop. Was bisher über ihn geschrieben wurde, kann ich nur bestätigen, ganz deutliche Kondensation, 5' groß kommt hin, Schweif Fehlanzeige.

Auch beim nächsten Highlight konnten wir uns nicht viel Zeit lassen. Das TAL wurde umgesetzt zu Günther's Sternwarte, da von dort KuFu nicht zu sehen gewesen wäre. Eine willkommene Aufwärmrunde zur kühlen Luft. Jupiter war gerade aufgegangen und stand um halb Sieben 5 Grad hoch. 15 Minuten später sollten sich zwei Jupitermonde gegenseitig bedecken, Io und Ganymed. Das war aber vorerst noch nichts, Monde und Jupiter zeigen sich in allen möglichen Formen und Farben. Die Luftunruhe war krass. Die Monde waren deutlich zu sehen, die beiden aber nicht mehr getrennt. Die Bedeckung sollte 17 Minuten lang dauern, nach weiteren 20 Minuten waren die beiden Monde dann deutlich länglich und bald getrennt zu sehen. Wieder ein neues Ereignis für mich, solche Konstellationen gibt's aber noch die ganze Jupitersaison lang, dann 6 Jahr lang nicht mehr.

Nachdem der erste Streß vorbei war, mußten ein paar Fotos her. Kamera auf's Stativ und im Mondenschein die Gegend, sowie dunkle Gestalten an seltsamen Rohren fotografiert. Zeig' ich vielleicht mal, wenn ich sie fertig hab'.

Allgemein war das Seeing äußerst schlecht, schlecht wie selten, wenn man nicht gerade in Zenitnähe beobachtete. Sehr deutlich zeigte sich das auch am Mond. Gern hätte ich da ein paar Aufnahmen gemacht von Theophilus und Umgebung, das Seeing ließ es aber nicht zu. Ab 22-23 Uhr wurde es aber dann deutlich besser, nur kam dann ein richtig häßlicher Wind, der wegen des Tubuswackeln das Beobachten mit höheren Vergrößerungen fast unmöglich machte.

Die nächste Beobachtung wurde eine echte Überraschung. Da is' ja noch'n Komet, NEAT V1, Aufsuchkarte hatte ich mir noch ausgedruckt. Glaubte nicht so recht an eine Sichtung, nicht weit entfernt stand der Mond, vis. Grenzhelligkeit hier etwa 4 mag. Linker unterer Pegasusstern im Sucher eingestellt, dann kommt eine Sterngruppe in Form eines Papierdrachens, nach links unten etwas verlängert, und da war er. Bei 80 fach ganz deutlich und einfach zu sehen, etwa doppelt so groß wie KuFu, beinah richtig auffallend im 15mm Okular, nur ganz leicht in der Mitte heller, beinah kreisrund. Etwa gleiche Flächenhelligkeit wie bei M1, bei dem ich gerade vorher mal kurz war.

Allmählich verzog sich dann der Mond und in wilder Absicht wurden Deep-Sky Objekte gejagt wie die Gx-Gruppe um M81/82, M101 (ganz übersehen, daß sich in der Nähe noch'n Komet tummelt) in nördlicher Richtung. Südlich waren so Sachen dran wie der PN NGC 1535, der GN M78, noch ein Reflexionsnebel und für mich neu NGC 1999, knapp unterhalb M42. Deutlich als kleiner Nebel um einen 10mag Stern sichtbar, der aber wegen der prominenten Nähe zum Orionnebel halt sehr alt aussieht. Ja, der Orionnebel, immer wieder gern gesehen und jedesmal toll, als wär's das erste Mal.

Nicht zu vergessen, der eigentliche Star des Abends: Saturn. Schon deutlich von M1 abgerückt (etwa 1/4 Grad), 4 Monde deutlich, Japetus steht weit abseits vom Planeten, den hatte ich übersehen, wär aber auch möglich gewesen. Ja und Cassini, und Wolkenband und Polkappe und, Ihr wißt schon: Schön. Nicht so schön der Wind hier, vorgesehene Saturnaufnahmen wurden gestrichen, es reichte, aus.

Nach 6 Stunden bauten wir dann etwas nach Mitternacht die Zelte ab. Es hat gut getan, normalerweise war mit Günther ein monatliches Spechteln angesagt. Das hat auch immer recht gut geklappt, bis August letztes Jahres. Das war das letzte Mal einer längeren Beobachtungsnacht. Am Ende merkte ich dann doch die Kälte, zwischendurch gab's mal ein Problem an der Stromversorgung des TAL, ein Stecker machte Kontaktwackeln und versagte dann ganz. Glücklicherweise hatte Günther im Haus einen passenden Ersatz parat und es konnte weitergehen.

Das wird's wohl wieder für einige Zeit gewesen sein, heute hat's den ganzen Tag geschneit. Durch Winnie bin auf zwei weitere Kometen aufmerksam geworden, mal sehen, die hätt' ich auch noch gern.

Clear Sky's und Grüße
Rudi
 
Hallo Rudi,

ja derzeit hamma mim Wetter net grad bsonders viel Glück <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/mad.gif" alt="" />
Bei uns im Gäuboden bei Regensburg ists ebenfalls net so besonders toll.
Umso schöner sind dann die wenigen Stunden, wo man sich mal in die Kälte
rauswagen kann.

Viele Grüße & besseres Wetter

Markus

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Quidquid agis, agas prudenter et respice finem!
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Markus A. R. Langlotz
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