blue_scape
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... und gleich 3 bzw. 4 neue Objekte.
Hallo,
Was für ein Tag, der diesjähige 20. Februar doch war. Eigentlich begann meine Saison 2004 schon um 5:00 in der Früh. Ich zählte die Schläge der Kirchturmuhr und hatte noch immer kein Auge zu getan. Also stand ich nochmal auf und da viel mein Blick auch schon aus dem Velux-Fenster (mit Nordwest-Aussicht). Wo kamen nur so plötzlich die Sterne her? Wahnsinn. So ein Anblick hatte ich schon seit Wochen, wenn nicht sogar seit Monaten, nicht mehr gesehen. Hoch im Westen stand der Löwe mit Jupiter. Danach bin ich natürlich in die Küche und ins Wohnzimmer. Überall einwandfreie Sicht. Tief im Süden war auch schon wieder der Skorpion aufgetaucht und etwas höher war auch der Schlangenträger und die Nördliche Krone zu erkennen.
Schließlich rappelte 10:30 der Wecker und was war zu sehen. Ein strahlend blauer Himmel. Nachdem ich doch noch ein paar Stunden geschlafen hatte, musste ich gegen Mittag nach Bonn und vor mir fuhr doch tatsächlich jemand mit einem Clear-Skies-Nummernschild. Ich meine natürlich BN-CS, oder war es SU-CS? Egal. Das kann doch kein Zufall sein. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> Es sei noch erwähnt, dass BN neuerdings natürlich für 'Bonneville' steht. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/crazy.gif" alt="" /> Gegen 15:00 war ich kaum wieder zur Tür rein, baute ich auch schon mein Lidlscope auf der Terrasse auf. Danach noch den verstaubten Sonnenfilter draufgesetzt, den Tubus auf die Sonne gerichtet und da waren sie auch schon: 0561 etwas oberhalb der Scheibenmitte und am östlichen Sonnenrand konnte man einen neuen Sonnenfleck ausmachen.
Den ganzen Tag über konnte man den blauen Himmel bewundern und in der Dämmerungszeit schaute ich nochmal aus dem Wohnzimmerfenster. Ich bin immer wieder überrascht wie hell doch uns die Venus erscheint. Man guckt nichtsahnend Richtung Westen und da wird man auch schon vom Glanz der Venus geblendet. Kurz vor 21:00 konnte endlich die Saison 2004 beginnen. Gleich in der ersten Nacht wollte ich endlich mal was neues beobachten. Nicht immer diese "Standard-Objekte", die natürlich auch ihre Reize haben <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> Eigentlich hatte ich mir nur M81 und M82 vorgenommen, die ich zum ersten Mal zugesicht bekommen wollte.
M81 und M82 - Mit bloßem Auge zeigte sich schon 24 Ursae Majoris und kurz nach 21:00 hatte ich dieses ungefähr 10 Millionen Lichtjahre entfernte Galaxien-Paar im Okular. Bei 35-facher Vergrößerung waren beide in einem Gesichtfeld, das diesem Foto (oben ist im Teleskop unten) sehr ähnelt, zu bewundern. Eine gute halbe Stunde lang habe ich dann ein paar markante Sterne zwischen den Galaxien skizziert, um mir später ein Bild der scheinbaren Größe, mit den zahlreichen Aufnahmen im Internet, machen zu können. Ich versuchte die Zeichnung so genau wie möglich zu gestalten, sofern es die Temperaturen zuließen. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> Am Rand vom nebulösen M82 erkannte man ebenfalls einen helleren Stern. Ich sah nahe dem Zentrum von M81, bei 70-facher Vergrößerung, 3 weitere Sterne, die ich ebenfalls auf dem Foto lokalisieren konnte. Insgesamt war ich schlichtweg begeistert, diese 2 fernen Galaxien zu beobachten, die 150.000 Lichtjahre voneinander getrennt sind. Ich sah zwar nur nur ein etwas ovales und verschwommenes Scheibchen bei M81, bei M82 ein längliches Nebelchen (vielleicht ein etwas hellerer Kern), doch sie waren wunderbar zu betrachten. Schließlich waren sie einfach auszumachen und dank der Aufnahme, kann ich mir auch die Ausdehnung der Spiralen bei M81 vorstellen.
NGC2244 - Der Sternhaufen im Rosetten-Nebel war beim ersten Anlauf im Okular. Natürlich suchte ich ausgehend von epsilon Monocerotis und da war auch schon das längliche Rechteck aus 6 markanten Sternen. Bei genauerer Betrachtung erkennt man natürlich noch mehr Sonnen. Ich hätte auch bei diesem Objekt nicht gedacht, dass es bei nur 35-facher Vergrößerung so groß erscheint. Der komplette Nebel müsste dann in diesem Gesichtsfeld komplett zu sehen gewesen sein. Ich nahm wieder den Stift und begann diesen offenen Sternhaufen für eine gute halbe Stunde zu skizzieren. Mittlerweile war es 23:30, doch ich trotzte den kalten Fingern und hielt sie auf Trab. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> Ich sah zwar nicht den prächtigen Wasserstoff-Ring, aber ich konnte es mir wahrhaft vorstellen. Auf den ebenso zahlreichen Bildern vom Rosetten-Nebel, sieht man ja auch, wie sich der schöne Sternhaufen in den Nebel einbettet. Einfach fantastisch.
M67 - Dieser offene Sternhaufen sollte sich als letztes Objekt auf meiner heutigen Abschussliste bewähren. Auch er war ohne weitere Probleme aufzufinden und konnte näher betrachtet werden. Zur Orientierung habe ich alpha Cancri benutzt und da zeigte sich auch schon ein kleiner und milchiger Fleck. Doch so milchig war er gar nicht, denn bei genauerer Betrachtung und indirektem Sehen stachen feine Punkte aus dem nebulösen Gebilde hervor, die eindeutig als Sterne identifiziert waren. Sie waren wirklich so fein, das ich der Ansicht war feine Nadelspitzen zu beobachten. Mal war es wieder verschwommen, mal blitzten die Sterne wieder. Wirklich wunderschön anzusehen.
Zum Schluss sei noch erwähnt, dass ich natürlich nicht um M42, M44 (auch wunderschön) und Jupiter herumkam. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> Ich versuchte mich sogar an NGC2392 (Eskimo-Nebel), bei dem ich mir aber nicht so sicher war, ihn erwischt zu haben und an M51, bei dem der Wind schon ein bißchen zugenommen hatte und meine Finger taten auch nicht mehr so recht, was sie sollten. Aber egal, das war ja nur die Beginn der neuen Saison. Als ich alles abbaute kam schließlich Spika im Südosten zum Vorschein, händezitternd suchte ich das Schloß von der Haustür und somit war ich kurz vor 0:30 wieder im Warmen. So, liebe Leute. Das war mein Astronomie-Auftakt 2004 und mit gleich 4 neuen Objekten bin ich schlichtweg begeistert. Was für ein Tag, der 20. Februar doch war. Es war auch ein Neumond-Tag. Ich kann mich nämlich nicht entsinnen, das ich schon mal den Faktor 'Neumond' zu meinen Beobachtungs-Bedingungen zählen durfte. Zufall? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/crazy.gif" alt="" />
Bis dann und BN-CS <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> (oder war es doch SU-CS)
Gruß - Nico
P.S. Keine Sorge, meine Finger haben alle die kalte Nacht heil überstanden.
Hallo,
Was für ein Tag, der diesjähige 20. Februar doch war. Eigentlich begann meine Saison 2004 schon um 5:00 in der Früh. Ich zählte die Schläge der Kirchturmuhr und hatte noch immer kein Auge zu getan. Also stand ich nochmal auf und da viel mein Blick auch schon aus dem Velux-Fenster (mit Nordwest-Aussicht). Wo kamen nur so plötzlich die Sterne her? Wahnsinn. So ein Anblick hatte ich schon seit Wochen, wenn nicht sogar seit Monaten, nicht mehr gesehen. Hoch im Westen stand der Löwe mit Jupiter. Danach bin ich natürlich in die Küche und ins Wohnzimmer. Überall einwandfreie Sicht. Tief im Süden war auch schon wieder der Skorpion aufgetaucht und etwas höher war auch der Schlangenträger und die Nördliche Krone zu erkennen.
Schließlich rappelte 10:30 der Wecker und was war zu sehen. Ein strahlend blauer Himmel. Nachdem ich doch noch ein paar Stunden geschlafen hatte, musste ich gegen Mittag nach Bonn und vor mir fuhr doch tatsächlich jemand mit einem Clear-Skies-Nummernschild. Ich meine natürlich BN-CS, oder war es SU-CS? Egal. Das kann doch kein Zufall sein. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> Es sei noch erwähnt, dass BN neuerdings natürlich für 'Bonneville' steht. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/crazy.gif" alt="" /> Gegen 15:00 war ich kaum wieder zur Tür rein, baute ich auch schon mein Lidlscope auf der Terrasse auf. Danach noch den verstaubten Sonnenfilter draufgesetzt, den Tubus auf die Sonne gerichtet und da waren sie auch schon: 0561 etwas oberhalb der Scheibenmitte und am östlichen Sonnenrand konnte man einen neuen Sonnenfleck ausmachen.
Den ganzen Tag über konnte man den blauen Himmel bewundern und in der Dämmerungszeit schaute ich nochmal aus dem Wohnzimmerfenster. Ich bin immer wieder überrascht wie hell doch uns die Venus erscheint. Man guckt nichtsahnend Richtung Westen und da wird man auch schon vom Glanz der Venus geblendet. Kurz vor 21:00 konnte endlich die Saison 2004 beginnen. Gleich in der ersten Nacht wollte ich endlich mal was neues beobachten. Nicht immer diese "Standard-Objekte", die natürlich auch ihre Reize haben <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> Eigentlich hatte ich mir nur M81 und M82 vorgenommen, die ich zum ersten Mal zugesicht bekommen wollte.
M81 und M82 - Mit bloßem Auge zeigte sich schon 24 Ursae Majoris und kurz nach 21:00 hatte ich dieses ungefähr 10 Millionen Lichtjahre entfernte Galaxien-Paar im Okular. Bei 35-facher Vergrößerung waren beide in einem Gesichtfeld, das diesem Foto (oben ist im Teleskop unten) sehr ähnelt, zu bewundern. Eine gute halbe Stunde lang habe ich dann ein paar markante Sterne zwischen den Galaxien skizziert, um mir später ein Bild der scheinbaren Größe, mit den zahlreichen Aufnahmen im Internet, machen zu können. Ich versuchte die Zeichnung so genau wie möglich zu gestalten, sofern es die Temperaturen zuließen. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> Am Rand vom nebulösen M82 erkannte man ebenfalls einen helleren Stern. Ich sah nahe dem Zentrum von M81, bei 70-facher Vergrößerung, 3 weitere Sterne, die ich ebenfalls auf dem Foto lokalisieren konnte. Insgesamt war ich schlichtweg begeistert, diese 2 fernen Galaxien zu beobachten, die 150.000 Lichtjahre voneinander getrennt sind. Ich sah zwar nur nur ein etwas ovales und verschwommenes Scheibchen bei M81, bei M82 ein längliches Nebelchen (vielleicht ein etwas hellerer Kern), doch sie waren wunderbar zu betrachten. Schließlich waren sie einfach auszumachen und dank der Aufnahme, kann ich mir auch die Ausdehnung der Spiralen bei M81 vorstellen.
NGC2244 - Der Sternhaufen im Rosetten-Nebel war beim ersten Anlauf im Okular. Natürlich suchte ich ausgehend von epsilon Monocerotis und da war auch schon das längliche Rechteck aus 6 markanten Sternen. Bei genauerer Betrachtung erkennt man natürlich noch mehr Sonnen. Ich hätte auch bei diesem Objekt nicht gedacht, dass es bei nur 35-facher Vergrößerung so groß erscheint. Der komplette Nebel müsste dann in diesem Gesichtsfeld komplett zu sehen gewesen sein. Ich nahm wieder den Stift und begann diesen offenen Sternhaufen für eine gute halbe Stunde zu skizzieren. Mittlerweile war es 23:30, doch ich trotzte den kalten Fingern und hielt sie auf Trab. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> Ich sah zwar nicht den prächtigen Wasserstoff-Ring, aber ich konnte es mir wahrhaft vorstellen. Auf den ebenso zahlreichen Bildern vom Rosetten-Nebel, sieht man ja auch, wie sich der schöne Sternhaufen in den Nebel einbettet. Einfach fantastisch.
M67 - Dieser offene Sternhaufen sollte sich als letztes Objekt auf meiner heutigen Abschussliste bewähren. Auch er war ohne weitere Probleme aufzufinden und konnte näher betrachtet werden. Zur Orientierung habe ich alpha Cancri benutzt und da zeigte sich auch schon ein kleiner und milchiger Fleck. Doch so milchig war er gar nicht, denn bei genauerer Betrachtung und indirektem Sehen stachen feine Punkte aus dem nebulösen Gebilde hervor, die eindeutig als Sterne identifiziert waren. Sie waren wirklich so fein, das ich der Ansicht war feine Nadelspitzen zu beobachten. Mal war es wieder verschwommen, mal blitzten die Sterne wieder. Wirklich wunderschön anzusehen.
Zum Schluss sei noch erwähnt, dass ich natürlich nicht um M42, M44 (auch wunderschön) und Jupiter herumkam. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> Ich versuchte mich sogar an NGC2392 (Eskimo-Nebel), bei dem ich mir aber nicht so sicher war, ihn erwischt zu haben und an M51, bei dem der Wind schon ein bißchen zugenommen hatte und meine Finger taten auch nicht mehr so recht, was sie sollten. Aber egal, das war ja nur die Beginn der neuen Saison. Als ich alles abbaute kam schließlich Spika im Südosten zum Vorschein, händezitternd suchte ich das Schloß von der Haustür und somit war ich kurz vor 0:30 wieder im Warmen. So, liebe Leute. Das war mein Astronomie-Auftakt 2004 und mit gleich 4 neuen Objekten bin ich schlichtweg begeistert. Was für ein Tag, der 20. Februar doch war. Es war auch ein Neumond-Tag. Ich kann mich nämlich nicht entsinnen, das ich schon mal den Faktor 'Neumond' zu meinen Beobachtungs-Bedingungen zählen durfte. Zufall? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/crazy.gif" alt="" />
Bis dann und BN-CS <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> (oder war es doch SU-CS)
Gruß - Nico
P.S. Keine Sorge, meine Finger haben alle die kalte Nacht heil überstanden.