Aufbau auf Flachdach

Marty_McFly

Aktives Mitglied
Hallo Zusammen,

derzeit mache ich mir wieder Gedanken über das nächste Projekt :)

Ich habe mal vor einigen Jahren eine Betonsäule mit Maschinenfüßen, da sie nicht fixiert werden durfte (Mietswohnung), gebaut, und diese auf die Terrasse gestellt. Das hat auch alles wunderbar geklappt. Sie musste jedoch dann entfernt werden (nicht nachfragen :D ). Den EQ5-Betonsäulenadapter von Lacerta habe ich aber behalten.

Aktuelle Idee ist es, das Teil wieder zu verwerten, und damit auf das Flachdach unseres Ferienhauses in der Mittelmeerregion eine Betonsäule zu bauen. Ich mache mir aber Gedanken, wie genau ich es aufbauen sollte.

Randbedingungen:

1. Das Dachgeschoss besteht aus Stahlbeton mit Bewehrung. Die zwei Geschosse darunter bestehen aus tragenden Wänden und Säulen, wie es für ein kleines Häuschen üblich sein dürfte. Vor Ort kenne ich einen sehr guten Bauingenieur und Generalunternehmer, der seit Jahrzehnten Immobilien baut. Also in der technischen Umsetzung sind keine Grenzen gesetzt. Meine Frage an dieser Stelle wäre aber, wie der Säulenadapter auf das Dach verbunden werden sollte, um möglichst Schwingungen aus dem Haus zu vermeiden? Damit kennt er sich natürlich nicht so aus. Macht es vielleicht keinen Unterschied? Letztlich bin ich ja auch frei, wie es baue, solange die oberste Platte des Adapters Richtung Norden zeigt. Meine derzeitige Vorstellung ist es aber, einfach wieder ein 1m langes 200mm-KG-Rohr zu verwenden. Oben den ganzen Adapter einlassen. Und unten in das Dach Löcher bohren, Armierungeisen einlassen und darauf das Rohr mit dem Beton verbinden. Ist das so gut genug? Dieser Kollege hat es ziemlich schön umgesetzt, wenn aber auch im Garten.

2. Derzeit kann ich mir nicht vorstellen, ein sehr großes Teleskop draufzustellen. Aktuell habe ich "nur" einen 3" APO und einen 6" RC, mit meinem UMi 17s, die ich erst mal eine Zeit lang verwenden würde, um die Umsetzbarkeit zu bewerten. Aber vielleicht komme ich irgendwann in die 20-30kg Klasse.

3. Mittelmeerregion: Es ist quasi ab Juni bis August, eigentlich sogar länger, pralle Sonne mit bis zu knapp 40°C, und damit aber auch fast nur klare Nächte. Leider Bortle 5-6 aber man kann nicht alles haben. Dafür 360° Rundumsicht (daher soll es auf das Dach). Im Moment denke ich aber, dass ich alles nur aufbaue, wenn jemand aus der Familie vor Ort ist, der sich mit allem auskennt. Während jemand da ist, würde ich das Teleskop tagsüber nicht abmontieren wollen. Es müsste aber vor der Sonne und dem Meeresklima (Salz!) geschützt werden. Steuerung komplett remote. Dann kommt noch das Thema Ungeziefer dazu. Habt ihr vielleicht gute Ideen, wie man alles vor der Natur schützt? Wenn niemand da ist, soll zumindest das Teleskop im Haus verstaut werden.

4. Eigentlich wäre, aufgrund des bekannten Bauingenieurs, eine Kuppel aus Holz oder Stahl vorstellbar, der motorisiert wird, um nach oben zu öffnen. Technische Umsetzung wäre kein Problem. Ich hätte nur wiederum Bange vor Ungeziefer und es kann ab Herbst bis Frühling auch gerne sehr stürmisch werden. Er würde das aber sicher stabil bauen können. Ich weiß aber derzeit nicht, ob ich mich traue, alles ohne jemanden vor Ort (wobei der Bekannte wäre zur Not da) aufgebaut über Winter stehen lassen würde. Aber erst mal Schritt für Schritt. Falls sowas aber ginge, müsste ich mir bisschen mehr Gedanken über den genauen Aufstellungsort machen, da sich auf dem Dach noch die PV-Anlage befindet.

Naja, erst mal genug. Vielleicht hat ja jemand gute Ideen und Vorschläge. Vielen Dank schon mal im Voraus!
Marty
 
Hallo Marty,

Flachdach, Solaranlage und 40 Grad: Ich denke Schwingungen des Hauses werden das kleinste Problem sein, die Luftunruhe aufgrund der erwärmten Mauern und des Dachs dann schon eher. Hast Du bereits mobil auf dem Dach in lauen Sommernächten beobachtet? Wenn ja müsstest Du die Einschränkungen im Seeing bemerkt haben.

Das Thema Statik wird Dein Bekannter wohl im Griff haben. Ein Aufbau mit Säule, Instrumenten, Mauern und Kuppel wiegt schnell mal mehrere Tonnen.

Die Dachentwässerung ist ein weiteres Thema. Flachdächer sind meist zur Entwässerung schräg ausgeführt, das müsste bei der Verbindung der Säule mit dem Dach berücksichtigt werden. Auch berücksichtigt werden muss die notwendige Durchstossung der Dachhaut und dass Du Dir da kein Wasserproblem ins Haus holst.

Zum Thema Salzgehalt in der Luft und Naturgewalten kannst Du wahrscheinlich wichtige Informationen bei einschlägigen Herstellern von Kuppeln einholen. Wenn Du die Kuppel vor Ort selbst bauen lässt muss sie absolut dicht schliessbar sein. Es gibt verschiedene Arten von Kuppeln und deren Schliessmechanismus. Ich würde das Niemanden machen lassen der das zum ersten Mal macht.

Für mich klingt Dein Projekt nach ziemlich viel Geldbedarf und einigen technischen Herausforderungen, die aber händelbar sind. Beim Nutzwert sehe ich die meisten Fragezeichen. Aber vielleicht täusche ich mich und die Bedingungen vor Ort sind anders als ich es mir, ohne Bilder, vorstellen kann. Bei Bortle 5-6 und eher sporadischer Nutzung in den Ferien würde ich jedenfalls keine „astronomische“ Investition auf einem Flachdach durchführen.

CS, Thomas
 
Hallo Marty,

Flachdach, Solaranlage und 40 Grad: Ich denke Schwingungen des Hauses werden das kleinste Problem sein, die Luftunruhe aufgrund der erwärmten Mauern und des Dachs dann schon eher. Hast Du bereits mobil auf dem Dach in lauen Sommernächten beobachtet? Wenn ja müsstest Du die Einschränkungen im Seeing bemerkt haben.

Nein, oben auf dem Dach habe ich noch nicht gewerkelt, einfach weil der derzeit schlecht zugänglich ist. Unten auf der Terrasse im Garten schon. Aber besten Dank für den Hinweis!

Das Thema Statik wird Dein Bekannter wohl im Griff haben. Ein Aufbau mit Säule, Instrumenten, Mauern und Kuppel wiegt schnell mal mehrere Tonnen.

Die Dachentwässerung ist ein weiteres Thema. Flachdächer sind meist zur Entwässerung schräg ausgeführt, das müsste bei der Verbindung der Säule mit dem Dach berücksichtigt werden. Auch berücksichtigt werden muss die notwendige Durchstossung der Dachhaut und dass Du Dir da kein Wasserproblem ins Haus holst.

Es geht in erster Linie nur um die Säule. Das Dachgeschoss, wobei eben das Dach flach ist, ist bereits für Entwässerung entsprechend ausgeführt, und ist ja bereits da. Es soll eben da darauf noch die Säule. Die PV-Anlage muss sogar derzeit zufällig erneuert werden. Nach erstem Austausch mit dem Bekannten kann er für die Säule Platz machen und die Anlage wandert auf die Seite. Achja, ebenfalls zufällig wurde eine Wendeltreppe nach oben vor einigen Wochen gebaut, also bevor das hier aufkam. Zugänglich ist das Dach nun also ebenfalls. Ein Geländer soll auch noch darauf, man will ja nicht runterfallen.

Wegen der punktuellen Last darauf mache ich aber schon Sorgen. Kommt man da höchstens auf 100kg (Säule plus Teleskop und dessen Instrumente, ohne Kuppel), oder?. Ich stelle mir ja nur erst mal ein kleines Setup vor, die ich dann vor der Sonne mit einer leichten Holzkonstruktion (oder erst mal nur eine Schutzabdeckung) schütze.

Zum Thema Salzgehalt in der Luft und Naturgewalten kannst Du wahrscheinlich wichtige Informationen bei einschlägigen Herstellern von Kuppeln einholen. Wenn Du die Kuppel vor Ort selbst bauen lässt muss sie absolut dicht schliessbar sein. Es gibt verschiedene Arten von Kuppeln und deren Schliessmechanismus. Ich würde das Niemanden machen lassen der das zum ersten Mal macht.

Ja, deswegen ist mir das auch zu heiß, eine Kuppel zu bauen. Erstens fehlt mir (und ihm) das Wissen, und zweitens zu teuer, und drittens ärgerlich sowas in einem Bortle 5-6 Gebiet zu bauen, und man bekommt dann keine entsprechend lohnende Ergebnisse. Wobei es geht, zeigt die Sternwarte Deutsches Museum :D

Für mich klingt Dein Projekt nach ziemlich viel Geldbedarf und einigen technischen Herausforderungen, die aber händelbar sind. Beim Nutzwert sehe ich die meisten Fragezeichen. Aber vielleicht täusche ich mich und die Bedingungen vor Ort sind anders als ich es mir, ohne Bilder, vorstellen kann. Bei Bortle 5-6 und eher sporadischer Nutzung in den Ferien würde ich jedenfalls keine „astronomische“ Investition auf einem Flachdach durchführen.

CS, Thomas

Richtig. Dieser Betonadapter ist ja da, und liegt zuhause rum. Erst mal die Säule, und dann sattele ich erst mal mein aktuelles Equipment darauf und schaue, ob es einen Nutzwert gibt. Bis hierhin sollte sich die Investition noch in Grenzen halten.

Besten Dank für Deine Antwort!
CS, Marty
 
Hallo Marty,

was soll die Säule bringen? Die Schwingungen und Erschütterungen sind ohne eigenes Fundament und Entkopplung vom Haus trotzdem da. Stell ein stabiles Stativ oder Stahlsäule hin und lass die Dachhaut in Ruhe.

Gruß und CS

Rainer
 
Kriegt man die Thematik „Schwingungen“ mit Maschinenfüßen in den Griff? Also dann ohne Einbetonieren in die Dachhaut. Mir geht es ja auch darum, dass ich meinen Betonsäulenadapter in Verwendung bringe. Diese Säule soll dann auch da oben dauerhaft unter einer Haube bleiben.
 
Hallo Marty!
Ich habe hier zwar kein Flachdach, aber einen Revisionsschacht für's Regenwasser. Da unser Garten recht klein ist hatte ich keine Lust eine Säule fest auf zu stellen und dann immer drumrum zu rennen. Da bot sich der Platz an. Im Notfall kann man das Ding mit einer Sackkarre beiseite schaffen, Gewicht ungefähr 140 Kg. Durch die Hecke steht das Ganze allerdings relativ windgeschützt, bei Sturm wird eben nix fotographiert...:D
Der Sockel ist ein einfacher Pflanzstein aus dem Baumarkt, ausbetoniert und obendrauf das 200er KG Rohr. Das hellgrau ist noch nicht der Weisheit letzter Schluss, aber die Farbe war halt erstmal da... Ist eine einfache Sockelfarbe aus dem gleichen Baumarkt. Hält auch am Rohr!
Mit der EQ6 und dem 200/1200 Newton funktioniert das Ganze sehr ordentlich, aber wie gesagt bei ruhigen Bedingungen.
Das Ding steht einfach nur auf dem Betondeckel des Regenwasserschachts.
Vielleicht so als Anregung...
Der Betonsäulenadapter ist übrigens ungefähr auf 140cm Höhe. Kürzer wäre bestimmt nochmal stabiler und weniger anfällig für Schwingungen oder Wind, ging aber nicht anders wegen der Hecke. Hecke kürzen ging auch nicht wegen der LED Laternen dahinter, auf deinem Dach könntest du vielleicht etwas niedriger bauen?
Also wie gesagt, es funktioniert, allen Skeptikern zum Trotz, es schwingt oder wackelt auch nix.
Und kostet recht wenig!
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Gruß Stefan
 
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