Aufbau eines Guiding-Setups

profi17

Mitglied
Hi zusammen,

ich fotografiere gerne, bisher ohne Guiding und daher mit begrenzter Belichtungszeit. Für mich stellt sich jetzt die Frage, wie ich preiswert, aber effizient zu einem funktionierenden Autoguiding komme. Bei meiner Montierung habe ich gute Erfahrung mit preiswerten Opensource Projekten gemacht, ich habe eine Onstep, die gut funktioniert.

1. In diesem Geiste könnte ich z.B. das Guiding-Setup von Openastrotech kaufen, das sind nur ca. 100€ für Kamera + Guidescope in einem. Qualität natürlich fraglich, aber naja, der Preis ist halt schmackhaft, wenn das so funktioniert. Hat irgendjemand damit Erfahrung?

2. Dann gibt es z.B. von Omegon Sets mit einer kleinen Kamera und Guidescope für 320€ (Omegon Guidescope Microspeed Autoguiding-Set 50/200 + 462 M), auch noch recht preiswert.

3. Zuletzt natürlich die ZWO-Lösung mit einer 120 MM mini oder ähnlichem, plus ASI AIR Plus, was vermutlich bei 600€ rauskommt, immer noch ohne Guidescope (würde vermutlich nochmal 150-200€ zusätzlich kosten). Meine Kamera ist eine ZWO. Alles von ZWO ist ja so ein bisschen ein abgeschlossenes System, wenn man da einmal einsteigt, ist es wahrscheinlich unrealistisch, das nochmal zu verlassen und die Kompatibilität zu anderen Anbietern ist nicht gegeben. Denkt ihr das ist das Geld wert?

(4.?) Off-Axis-Guiding? Habe ich mich noch gar nicht mit beschäftigt :(

Ich will nicht knauserig sein, nur nicht mehr Geld ausgeben als nötig. Gibt es irgendwelche starken Meinungen zu einer der Optionen? Irgendwelche Erfahrungsberichte oder Abraten?

Freue mich über alle Rückmeldungen

VG
Marco
 
Zuletzt bearbeitet:
Servus Marco,

von was für einer Ausrüstung reden wir eigentlich? Eine StarAdventurer mit 200mm Objektiv an einer DSLR hat eine andere Anforderung ans Guiding, wie ein C14 auf einer EQ8 ;)

Aber ich probiers mal:
1. In diesem Geiste könnte ich z.B. das Guiding-Setup von Openastrotech kaufen, das sind nur ca. 100€ für Kamera + Guidescope in einem. Qualität natürlich fraglich, aber naja, der Preis ist halt schmackhaft, wenn das so funktioniert. Hat irgendjemand damit Erfahrung?
Kenn ich für meinen Teil nicht, aber der Sensor wäre OK, ebenso die Werte vom Scope

2. Dann gibt es z.B. von Omegon Sets mit einer kleinen Kamera und Guidescope für 320€ (Omegon Guidescope Microspeed Autoguiding-Set 50/200 + 462 M), auch noch recht preiswert.
Wär ein Komplettset und durchaus ok, könnte man sich aber durchaus günstiger zusammenstellen, wenn man will

3. Zuletzt natürlich die ZWO-Lösung mit einer 120 MM mini oder ähnlichem, plus ASI AIR Plus, was vermutlich bei 600€ rauskommt, immer noch ohne Guidescope (würde vermutlich nochmal 150-200€ zusätzlich kosten). Meine Kamera ist eine ZWO. Alles von ZWO ist ja so ein bisschen ein abgeschlossenes System, wenn man da einmal einsteigt, ist es wahrscheinlich unrealistisch, das nochmal zu verlassen und die Kompatibilität zu anderen Anbietern ist nicht gegeben. Denkt ihr das ist das Geld wert?
Wenn man alles von ZWO haben will und mit der ASI AIR einen fertigen Astro-PC haben will, ist das anscheinend sein Geld wert. Ich persönlich bin da lieber unabhängig unterwegs. Zur 120MMmini brauchst du übrigens nicht zwingend die ASI AIR. Ich geh mal davon aus, dass ein PC oder ähnliches vorhanden ist, da du ja mit einer ZWO aufnimmst.

(4.?) Off-Axis-Guiding? Habe ich mich noch gar nicht mit beschäftigt :(
Siehe meine Anmerkung am Anfang des Post bzgl. Ausrüstung

Ich selber hab zwei versch. Guidings im Einsatz. Einmal das TS Deluxe mit ZWO ASI 120MC-S am 150/750 Newton und EQ6-R, vorher EQ5 und ein Svbony mit ZWO ASI 290MMmini am 72/432 Apo und EQ5. Einmal betrieben mit Win11 Mini-PC, einmal am Raspberry. Beides mit PHD2.

Fazit: Das günstige Scope von Svbony taugt genauso, wie das teuere TS Deluxe und eine Monocam ist mMn beim Guiden vorteilhafter.

Grüße
Mathias
 
Hallo Marco,
für Brennweiten bis ca 500mm gibt es das Svbony Mini scope, das so um die 60€ kostet. Das ist solide und kompakt. Bei der openastro-Lösung bin ich etwas skeptisch, ob die Kamera was taugt. Die üblichen Guiding-Kameras sind so bei 200€.

Die Frage ist, ob Du schon irgend einen kleinen Rechner hast, denn den brauchst Du zum Guiding. Wenn Du sowieso einen hast, benutze erst mal den. PHD2 drauf und fertig,

Ob Du die ASIAir brauchst ist Geschmacksache, viele Benutzer sind sehr zufrieden damit. Du bist aber eben auf ASI limitiert. Es ist eine sehr schöne, komplette Suite für Astrofotografie.

Wenn Du komplett auf opensource setzen willst und Linux beherrscht, dann schau Dir mal KStars an. Da ist alles drin, was Du brauchst.

LG Wolfgang
 
Hallo Marco,

ich nutze einen 50mm Sucher mit Parafokaladapter um eine Kamera anzuschließen. Diese Sucher sind sehr leicht und bieten bei 50mm Öffnung genug Licht um in jeder Ecke des Himmels mehr als genug Leitsterne zu finden. Bis zu ihrem Ableben war das eine alte QHY5 die tadellos funktioniert hat, nun ist es eine Touptek G3M2210M die noch mal deutlich empfindlicher ist (bei 1,5s Belichtungszeit am 50mm Sucher sah ich bereits den Flammennebel). Damit guide ich Optiken bis 1000mm Brennweite mit phd2 was tadellos funktioniert. Wichtig ist, dass sich das Leitrohr gegenüber dem Haupttubus nicht bewegt. Dazu nutze ich justierbare Leitrohrschellen.

Das AsiAir hat sicher seinen Charme, allerdings sollte man, meiner Meinung nach, bedenken, dass sich nur ZWO (Astro-)Kameras anschließen lassen, was sich ZWO mit einem saftigen Aufpreis gegenüber den Kameras anderer Hersteller (Touptek, Svbony, etc.) bezahlen lässt. Ich nutze zur Steuerung des Equipments einen Lenovo T490, den ich als Leasingrückläufer günstig bekam. Das Ding ist außerordentlich robust und hat schon etliche kalte Winternächte überstanden und ist auch für Planeten-, Mond- und Sonnenvideos schnell genug. Man sollte es Nachts nur mit einem Baumwolltuch abdecken, damit Kondenswasser nicht ins Gehäuse läuft.

Als Software nutze ich phd2 in Kombination mit APT/Sharpcap und Cart du Ciel. Zur Steuerung der Sykwatcher Montierung nutze ich Green Swamp. Die Orchestrierung ist zu Beginn sicherlich nicht ganz einfach, aber auch keine Raketenwissenschaft. Wenn Du Dich mit Windows, COM Ports und Applikationen einigermaßen auskennst, wirst Du keine größeren Schwierigkeiten haben, danke ich. Sinnvoll ist es aber immer, sich Unterstützung zu holen, sei es bei Freunden, einem Verein oder Astrostammtisch. Man muss nicht jeden Fehler selbst machen ;)

Viele Grüße
Michael
 
Servus Marco,

von was für einer Ausrüstung reden wir eigentlich? Eine StarAdventurer mit 200mm Objektiv an einer DSLR hat eine andere Anforderung ans Guiding, wie ein C14 auf einer EQ8 ;)

Aber ich probiers mal:

Kenn ich für meinen Teil nicht, aber der Sensor wäre OK, ebenso die Werte vom Scope


Wär ein Komplettset und durchaus ok, könnte man sich aber durchaus günstiger zusammenstellen, wenn man will


Wenn man alles von ZWO haben will und mit der ASI AIR einen fertigen Astro-PC haben will, ist das anscheinend sein Geld wert. Ich persönlich bin da lieber unabhängig unterwegs. Zur 120MMmini brauchst du übrigens nicht zwingend die ASI AIR. Ich geh mal davon aus, dass ein PC oder ähnliches vorhanden ist, da du ja mit einer ZWO aufnimmst.


Siehe meine Anmerkung am Anfang des Post bzgl. Ausrüstung

Ich selber hab zwei versch. Guidings im Einsatz. Einmal das TS Deluxe mit ZWO ASI 120MC-S am 150/750 Newton und EQ6-R, vorher EQ5 und ein Svbony mit ZWO ASI 290MMmini am 72/432 Apo und EQ5. Einmal betrieben mit Win11 Mini-PC, einmal am Raspberry. Beides mit PHD2.

Fazit: Das günstige Scope von Svbony taugt genauso, wie das teuere TS Deluxe und eine Monocam ist mMn beim Guiden vorteilhafter.

Grüße
Mathias
Hallo Mathias,

vielen Dank für deine ausführliche Antwort.
Equipment habe ich tatsächlich unterschlagen, ein 150/750 Newton auf einer Exos2. Kamera ist eine ASI 533MC Pro.

Genau, ich brauche natürlich auch für die ZWO Produkte nicht unbedingt ASI Air, aber es ist wahrscheinlich in dem Fall dann schon sinnvoll - nur eben so teuer. Ich habe aber eigentlich kein Problem alles über meinen Laptop zu steuern, hat bisher auch funktioniert :/

Mono ist wahrscheinlich der bessere Weg, da man ja keine Farbe braucht und von der Empindlichkeit profitiert.

Das SV Bony sehe ich mir an!

Danke dir!

VG
Marco
 
Hallo Marco,
für Brennweiten bis ca 500mm gibt es das Svbony Mini scope, das so um die 60€ kostet. Das ist solide und kompakt. Bei der openastro-Lösung bin ich etwas skeptisch, ob die Kamera was taugt. Die üblichen Guiding-Kameras sind so bei 200€.

Die Frage ist, ob Du schon irgend einen kleinen Rechner hast, denn den brauchst Du zum Guiding. Wenn Du sowieso einen hast, benutze erst mal den. PHD2 drauf und fertig,

Ob Du die ASIAir brauchst ist Geschmacksache, viele Benutzer sind sehr zufrieden damit. Du bist aber eben auf ASI limitiert. Es ist eine sehr schöne, komplette Suite für Astrofotografie.

Wenn Du komplett auf opensource setzen willst und Linux beherrscht, dann schau Dir mal KStars an. Da ist alles drin, was Du brauchst.

LG Wolfgang
Hallo Wolfgang,

danke für deine Antwort.

Ich habe 750 mm Brennweite an meinem Haupt-Teleskop, denkst du da haut das SVBony mini noch hin?
Bisher habe ich alles mit meinem Laptop gemacht und hatte damit keine Probleme, Linux habe ich aber noch keine Berührungspunkte mit gehabt.

Ich habe manchmal das Gefühl, dass das ZWO-Zeug eine Art Grundsatzentscheidung ist, die mir aber im Moment ohnehin zu teuer ist.

Vielen Dank dir :)

VG
Marco
 
Hallo Marco,

ich nutze einen 50mm Sucher mit Parafokaladapter um eine Kamera anzuschließen. Diese Sucher sind sehr leicht und bieten bei 50mm Öffnung genug Licht um in jeder Ecke des Himmels mehr als genug Leitsterne zu finden. Bis zu ihrem Ableben war das eine alte QHY5 die tadellos funktioniert hat, nun ist es eine Touptek G3M2210M die noch mal deutlich empfindlicher ist (bei 1,5s Belichtungszeit am 50mm Sucher sah ich bereits den Flammennebel). Damit guide ich Optiken bis 1000mm Brennweite mit phd2 was tadellos funktioniert. Wichtig ist, dass sich das Leitrohr gegenüber dem Haupttubus nicht bewegt. Dazu nutze ich justierbare Leitrohrschellen.

Das AsiAir hat sicher seinen Charme, allerdings sollte man, meiner Meinung nach, bedenken, dass sich nur ZWO (Astro-)Kameras anschließen lassen, was sich ZWO mit einem saftigen Aufpreis gegenüber den Kameras anderer Hersteller (Touptek, Svbony, etc.) bezahlen lässt. Ich nutze zur Steuerung des Equipments einen Lenovo T490, den ich als Leasingrückläufer günstig bekam. Das Ding ist außerordentlich robust und hat schon etliche kalte Winternächte überstanden und ist auch für Planeten-, Mond- und Sonnenvideos schnell genug. Man sollte es Nachts nur mit einem Baumwolltuch abdecken, damit Kondenswasser nicht ins Gehäuse läuft.

Als Software nutze ich phd2 in Kombination mit APT/Sharpcap und Cart du Ciel. Zur Steuerung der Sykwatcher Montierung nutze ich Green Swamp. Die Orchestrierung ist zu Beginn sicherlich nicht ganz einfach, aber auch keine Raketenwissenschaft. Wenn Du Dich mit Windows, COM Ports und Applikationen einigermaßen auskennst, wirst Du keine größeren Schwierigkeiten haben, danke ich. Sinnvoll ist es aber immer, sich Unterstützung zu holen, sei es bei Freunden, einem Verein oder Astrostammtisch. Man muss nicht jeden Fehler selbst machen ;)

Viele Grüße
Michael
Hallo Michael,

das sind sehr gute Tipps, vielen Dank. Ich bin bisher auch mit meinem guten alten Laptop unterwegs, das dürfte auch erstmal so bleiben. PHD2 habe ich überall gelesen, scheint eine gute Lösung zu sein, werde ich mir ansehen. Im Moment spricht für mich nicht genug für die teurere aber bequeme Lösung mit Asiair.

VG
Marco
 
Hallo Marco,

jenseits vom Guiding würde ich heutzutage nicht mehr auf Platesolving & Co. verzichten wollen. Die Asiair ist eine gute Plug & Play Lösung - wenn du auf dem Gebrauchtmarkt schaust oder hier eine Anfrage startest, bekommst du die sicherlich auch für einen schmaleren Taler als beim Neukauf. Das Guidescope muss nicht von ZWO sein; die Guidekamera schon, aber da würde ich auch gebraucht schauen.

Alternativ N.I.N.A. als Open Source, aber da benötigst du zumindest auch einen Laptop; besser noch einen Mini-PC auf der Montierung. Dann gibt es noch die StellaVita von Touptek. Ähnlich der Asiair, aber offen für die Komponenten anderer Anbieter. Das Teil ist noch nicht ganz ausgereift; aber es wird fleißig weiter entwickelt.

Oder aber den von Olaf genannten MGEN. Als Neukauf zu teuer, aber gebraucht recht günstig zu bekommen. Für mich persönlich mittlerweile etwas aus der Zeit gefallen, weil dir Mini-Computer wie Asiair und StellaVita ein viel umfangreicheres Paket bieten. Trotzdem ist der MGEN ein gutes Gerät. Preislich nimmt nehmen sich alle diese Optionen aber letztlich nicht viel.

CS,
Ulrike
 
Hi Marco,
ich führe ein RC16 /f6.5 (Reducer) mit Guidescope BW 130mm und MGEN3 problemlos nach:

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CS
Wolfgang
 
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