astrobart
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Aufhören, wenn es am schönsten ist...?
Liebe Sternenfreunde,
Wer kennt diesen Spruch nicht: „Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist.“? Dieser Gedanke kam mir natürlich am Ende der spontanen Beobachtung, nur in etwas abgewandelter Form… Aber spulen wir mal die Zeit etwas zurück. Die Bedingungen für die Nacht vom 23. zum 24. waren recht passabel. Außerdem hab ich mich bewusst entschieden, alleine zu beobachten und dabei die Ruhe zu genießen. So entschied ich gestern noch vor dem Sonnenuntergang raus zu fahren. Zur Planungsvorbereitung hab ich lediglich nur eine grobe Aufsuchkarte vom Kometen "Panstarrs" C/2012 K1 ausgedruckt. Jedoch weigerte der Drucker weitere Druckformate in A4 Größe vom Deep Sky Hunter Atlas. xD Dann kommt eben der gute Stropek mit.
Auf dem Beobachtungsplatz angekommen, stellte ich meinen 270mm f/5.33 Dobson samt Stangen und Hutkonstrukt auf. Ein prüfender Blick im Concenter Okular zeigt deutlich eine Dejustage. Der Fangspiegel war wohl nicht richtig auf dem Hauptspiegel ausgerichtet und konnte mit einigen Schraubendrehungen an der Fangspiegelhalterung gelöst werden. Das sieht schon besser aus. Die Dämmerung war nun mittlerweile weit fortgeschritten. Die erste Zielregion ist die nordöstliche Region im Bärenhüter. Ausgehend vom Stern Lambda Bootis geht es weiter westlich in die sternenarme Region. Bei 48x Vergrößerung reichte ein Schwenk in dieser Umgebung, bis ich den Kometen Panstarrs reingerahmt in den Dreiergespann, bestehend aus HD126453, HD126894 und HD127263. Im Sternenatlas Stropek bestätigte sich meine Vermutung, dass hier keine Galaxie zu finden sei. Den besten Anblick gab es im 16mm Nagler Okular. Die gesamte Größe des Kometen schätzte ich auf 10‘. Die Koma war äußerlich diffus, deren westliche Seite etwas größer erschien, als die östliche. Den Kondensationsgrad der Koma tippe ich auf DC = 4. Ich fand den Kometen vom Gesamteindruck her nicht so hell, eher schwächer als 9 mag.
Link zur Grafik: http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/ubbthreads.php/ubb/download/Number/35270/filename/PanstarrsC2012K1Sketchkl.jpg
Jetzt wird es sportlich. Als nächstes hielt ich mich ein wenig im Sternbild Krebs auf. Der offene Sternhaufen M44 ist im Übersichtsokular eine Perle von vielen hellen Sternen. Weiter südlich über Delta Cancri ging es zum Abell 30. In Kombination mit einem O-III Filter und 2“ 30mm Okular suchte ich nach den planetarischen Nebel. An der gesuchten Stelle war ich mir nicht sicher, ob ich da was gesehen hatte. Dies klassifiziere ich als erfolglose Sichtung. Egal, was einfache muss jetzt zur Entspannung her. Die Region Coma Berenices verspricht einige interessante Objekte, die den Beobachtungsabend versüßen kann. ^^ Der Kugelsternhaufen M53 bot in der Übersichtsvergrößerung einen schönen Anblick. Wirkte mehr nach einem Bällchen mit hellerer Konzentration im Zentrum. Aufgelöst war nicht, denn mit 90x hab ich da nicht nachgeschaut. Zu sehr war ich mit der Suche nach dem benachbarten Haufen NGC 5053… Den fand ich irgendwie nicht. Auf dem Fangspiegel war auch klar zu sehen, warum die Suche erfolglos blieb. Komplett beschlagen. Meine Hand umrahmte den Fangspiegelrand und Schwupps verschwand der Beschlag. Meine Gedanken schwirrten schon bei den Galaxien. Da ist M64 die nächste Station. Wow! Eine schöne kompakte und längliche Galaxie, deren heller Kern heraus stach. Im indirekten Sehen konnte ich bei 90x Vergrößerung die dunkle Staubwolke sehen. Als Bonus gibt es hier eine Zeichnung.
Link zur Grafik: http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/ubbthreads.php/ubb/download/Number/35269/filename/GxM64Sketchkl.jpg
Weiter ging es vom schönen Haufen Mel 111 zu der Edge on Galaxie NGC 4565, das Staubband auf der Kantenlage war sehr auffällig im indirekten Sehen. Immer wieder musste der Fangspiegel vom Tau befreit werde. Manchmal fragte ich mich, ob meine Brille ebenfalls beschlagen sei… Mitnichten. Dann ging es weiter und tauchte im Virgohaufen genau in der Mitte zwischen Beta Leo und Eps Vir ab. Als erstes fielen mir die Galaxien M84 und M86 wegen der unterschiedlichen kompakten Form auf. Ich weilte hier nicht lange und schubste nur so in der Gegend rum. In jeder neuen Position gab es Galaxien in unterschiedlichen Formen und Größen. Das alles aufzuschreiben ist mir jetzt zu viel. Sorry.
In der Zwischenzeit war meine Strichspuraufnahme vom Westen fertig:
Link zur Grafik: http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/gallery/58/full/35264.jpg
Aufgenommen mit Canon EOS 600D, 60x30s bei ISO 1600, 16mm Zenitar Fisheye @ f/4
Zum Abschluss wollte ich noch die Gx NGC 4631 besuchen, auch bekannt als Heringsgalaxie. Der Stropek war als Wegweiser für meinen STarhopping hilfreich. Ausgehend von Gam Com ging es nördlich zur nächsten Station zum Stern HD109317 im Sternbild Jagdhunde. Etwas weiterwestlich fand ich die beeindruckende Galaxie. Hier offenbarte sie die Form, wie man sie auf dem Foto kennte. Zur weiteren Beobachtung und Suche nach NGC 4656 kam es leider nicht, da nun wieder das Okular beschlug. Jegliche Rettungsversuche misslangen, um einen klaren Blick zu erhaschen. Das gleiche Schicksal erhielten alle anderen Okular. Sobald ich beobachten wollte, beschlugen sie ebenfalls. Nun merkte ich, dass hier auf dem Platz bereits ein dichter Nebel herrschte. Wie war das nochmal? Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist? Just in dem Moment, wo mich auch der Nebel zur Heimkehr zwang. So wollte ich das nicht haben. Während des Abbaus wurde der Nebel bereits dichter, dass die schwächeren Sterne schon im Nebel ertranken.
Link zur Grafik: http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/gallery/58/full/35266.jpg
astrobart auf der Flucht vor dem unheimlichen Nebel. ^^

Link zur Grafik: http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/gallery/58/full/35265.jpg
Denn das Brockengespenst wartet schon auf mich. ^^
Sternenfreundliche Grüße
Christian
Liebe Sternenfreunde,
Wer kennt diesen Spruch nicht: „Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist.“? Dieser Gedanke kam mir natürlich am Ende der spontanen Beobachtung, nur in etwas abgewandelter Form… Aber spulen wir mal die Zeit etwas zurück. Die Bedingungen für die Nacht vom 23. zum 24. waren recht passabel. Außerdem hab ich mich bewusst entschieden, alleine zu beobachten und dabei die Ruhe zu genießen. So entschied ich gestern noch vor dem Sonnenuntergang raus zu fahren. Zur Planungsvorbereitung hab ich lediglich nur eine grobe Aufsuchkarte vom Kometen "Panstarrs" C/2012 K1 ausgedruckt. Jedoch weigerte der Drucker weitere Druckformate in A4 Größe vom Deep Sky Hunter Atlas. xD Dann kommt eben der gute Stropek mit.
Auf dem Beobachtungsplatz angekommen, stellte ich meinen 270mm f/5.33 Dobson samt Stangen und Hutkonstrukt auf. Ein prüfender Blick im Concenter Okular zeigt deutlich eine Dejustage. Der Fangspiegel war wohl nicht richtig auf dem Hauptspiegel ausgerichtet und konnte mit einigen Schraubendrehungen an der Fangspiegelhalterung gelöst werden. Das sieht schon besser aus. Die Dämmerung war nun mittlerweile weit fortgeschritten. Die erste Zielregion ist die nordöstliche Region im Bärenhüter. Ausgehend vom Stern Lambda Bootis geht es weiter westlich in die sternenarme Region. Bei 48x Vergrößerung reichte ein Schwenk in dieser Umgebung, bis ich den Kometen Panstarrs reingerahmt in den Dreiergespann, bestehend aus HD126453, HD126894 und HD127263. Im Sternenatlas Stropek bestätigte sich meine Vermutung, dass hier keine Galaxie zu finden sei. Den besten Anblick gab es im 16mm Nagler Okular. Die gesamte Größe des Kometen schätzte ich auf 10‘. Die Koma war äußerlich diffus, deren westliche Seite etwas größer erschien, als die östliche. Den Kondensationsgrad der Koma tippe ich auf DC = 4. Ich fand den Kometen vom Gesamteindruck her nicht so hell, eher schwächer als 9 mag.
Link zur Grafik: http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/ubbthreads.php/ubb/download/Number/35270/filename/PanstarrsC2012K1Sketchkl.jpg
Jetzt wird es sportlich. Als nächstes hielt ich mich ein wenig im Sternbild Krebs auf. Der offene Sternhaufen M44 ist im Übersichtsokular eine Perle von vielen hellen Sternen. Weiter südlich über Delta Cancri ging es zum Abell 30. In Kombination mit einem O-III Filter und 2“ 30mm Okular suchte ich nach den planetarischen Nebel. An der gesuchten Stelle war ich mir nicht sicher, ob ich da was gesehen hatte. Dies klassifiziere ich als erfolglose Sichtung. Egal, was einfache muss jetzt zur Entspannung her. Die Region Coma Berenices verspricht einige interessante Objekte, die den Beobachtungsabend versüßen kann. ^^ Der Kugelsternhaufen M53 bot in der Übersichtsvergrößerung einen schönen Anblick. Wirkte mehr nach einem Bällchen mit hellerer Konzentration im Zentrum. Aufgelöst war nicht, denn mit 90x hab ich da nicht nachgeschaut. Zu sehr war ich mit der Suche nach dem benachbarten Haufen NGC 5053… Den fand ich irgendwie nicht. Auf dem Fangspiegel war auch klar zu sehen, warum die Suche erfolglos blieb. Komplett beschlagen. Meine Hand umrahmte den Fangspiegelrand und Schwupps verschwand der Beschlag. Meine Gedanken schwirrten schon bei den Galaxien. Da ist M64 die nächste Station. Wow! Eine schöne kompakte und längliche Galaxie, deren heller Kern heraus stach. Im indirekten Sehen konnte ich bei 90x Vergrößerung die dunkle Staubwolke sehen. Als Bonus gibt es hier eine Zeichnung.
Link zur Grafik: http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/ubbthreads.php/ubb/download/Number/35269/filename/GxM64Sketchkl.jpg
Weiter ging es vom schönen Haufen Mel 111 zu der Edge on Galaxie NGC 4565, das Staubband auf der Kantenlage war sehr auffällig im indirekten Sehen. Immer wieder musste der Fangspiegel vom Tau befreit werde. Manchmal fragte ich mich, ob meine Brille ebenfalls beschlagen sei… Mitnichten. Dann ging es weiter und tauchte im Virgohaufen genau in der Mitte zwischen Beta Leo und Eps Vir ab. Als erstes fielen mir die Galaxien M84 und M86 wegen der unterschiedlichen kompakten Form auf. Ich weilte hier nicht lange und schubste nur so in der Gegend rum. In jeder neuen Position gab es Galaxien in unterschiedlichen Formen und Größen. Das alles aufzuschreiben ist mir jetzt zu viel. Sorry.
In der Zwischenzeit war meine Strichspuraufnahme vom Westen fertig:
Link zur Grafik: http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/gallery/58/full/35264.jpg
Aufgenommen mit Canon EOS 600D, 60x30s bei ISO 1600, 16mm Zenitar Fisheye @ f/4
Zum Abschluss wollte ich noch die Gx NGC 4631 besuchen, auch bekannt als Heringsgalaxie. Der Stropek war als Wegweiser für meinen STarhopping hilfreich. Ausgehend von Gam Com ging es nördlich zur nächsten Station zum Stern HD109317 im Sternbild Jagdhunde. Etwas weiterwestlich fand ich die beeindruckende Galaxie. Hier offenbarte sie die Form, wie man sie auf dem Foto kennte. Zur weiteren Beobachtung und Suche nach NGC 4656 kam es leider nicht, da nun wieder das Okular beschlug. Jegliche Rettungsversuche misslangen, um einen klaren Blick zu erhaschen. Das gleiche Schicksal erhielten alle anderen Okular. Sobald ich beobachten wollte, beschlugen sie ebenfalls. Nun merkte ich, dass hier auf dem Platz bereits ein dichter Nebel herrschte. Wie war das nochmal? Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist? Just in dem Moment, wo mich auch der Nebel zur Heimkehr zwang. So wollte ich das nicht haben. Während des Abbaus wurde der Nebel bereits dichter, dass die schwächeren Sterne schon im Nebel ertranken.
Link zur Grafik: http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/gallery/58/full/35266.jpg
astrobart auf der Flucht vor dem unheimlichen Nebel. ^^
Link zur Grafik: http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/gallery/58/full/35265.jpg
Denn das Brockengespenst wartet schon auf mich. ^^
Sternenfreundliche Grüße
Christian
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