Aufrüstung für Planetenfotografie?

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astrolino

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Hallo zusammen

Möchte mein Equipment, ein 150/750 Newton auf einer EQ-3-2 (gemäss Beschreibung) für die Planetenfotografie aufrüsten.

Nun gibt es ja mehrere Nachführmotoren, nur für RA oder RA + DEC.Dies von diversen Herstellern, anscheinend passen nur 2 zu meiner Monti.
Meine erste Frage, reicht für die Planetenaufnahme, sprich 3min Videos die Nachführung der RA Achse?
Würde auch gerne mal eine D7000 mit diversen Objektiven direkt auf die Monti packen um mit "kurzen" (1-3min) Belichtungszeiten zu fotografieren.

Habe aus anderen Foren entnommen, dass man sich den DEC Motor sparen kann, da dieser bzw. das Getriebe Probleme macht.
Hat oder hatte jemand diese oder ähnliche Kombi im Gebrauch und kann mir seine Erfahrung mitteilen?
Als Aufnahmegerät für Planeten, möchte ich mir die ALccd5L-IIc zulegen. Diese könnte ich später auch als Guider benutzen, sollte ich mal in die DS Fotografie einsteigen wollen. Auch finde ich Preis/Leistung angemessen. Möchte vorerst ohne Filter fotografieren.

Würde mich auf Feedbacks zu meinem Vorhaben freuen.

 
Hi,

hast du den mit diesem Equipment schonmal Planeten beobachtet?

Ich kenne diese EQ3 nicht, kann mir aber gut vorstellen das die "wackelt wie n Kuhschwanz".

Ein RA Motor würde theoretisch reichen,solange du die Montierung einordnest, du könntest aber auch einfach mit einer einfachen Welle nachführen zumindest für Planeten.

Die Kamera ist eine gute Wahl, wobei ich persönlich eine monochrome Version vorziehen würde.

Für die Planeten würde ich dann auch noch eine 2-3 fach Barlow empfehlen, da Planeten mit 750mm Brennweite doch sehr klein sind.

Grüße
Ramon
 
Hi Astrolino,

ein 150/750 Newton auf einer EQ-3-2 ist eine sehr wackelige Angelegenheit. Damit bist Du fotografisch am oder über dem Limit. Saturn ist bei 750 mm Brennweite nur stecknadelkopfgroß. Das ist unbefriedigend. Du brauchst unbedingt eine 2,5 oder 3-fach Barlow. Dann kannst bei ruhigem Seeing und gut justiertem Newton die Cassiniteilung an den Saturnringen im Livebild sehen.

Damit Dir der Planet aber nicht aus dem winzigen Gesichtsfeld der Kamera rausläuft, muß die Montierung sehr genau eingenordet sein. "Pi mal Daumen" reicht net. Und Du brauchst zur Korrektur Motoren in beiden Achsen.

Ohne ist es ein fürchterliches Gefrickel. Da hast Frust ohne Ende.

Die ALccd5L-IIc hab ich erst seit ein paar Tagen, konnte aber Wetterbedingt noch nix mit ihr am Teleskop machen. Ich hab sie aus den selben Gründen wie Du gekauft. Was ich bis jetzt im Wohnzimmer ausprobieren konnte, gefällt mir schon recht gut, die Kamera dürfte nach diesen Erfahrungen für Planeten geeignet sein. :)

Damit Du ein Gefühl für die Kamera und ihr Gesichtsfeld bekommst, probier sie doch erstmal am Mond oder der Sonne (mit Baaderfolienfilter vor der Newtonöffnung) aus. Sonne/Mond sind groß, gut zu finden und auch schön hell. ;)

Simuliere ihr Gesichtsfeld in Stellarium am Mond, dann merkst am besten, wie winzig das Gesichtsfeld ist und wie genau Du einen Planeten in die Mitte vom Okular stellen mußt, damit die Kamera ihn nach dem Wechsel auch sehen tut...

Ach ja, der Fokus vom Okular liegt wo anderst als mit der ALccd, das mußt auch noch berücksichtigen. Dafür ist der Stoppring, der bei der Kamera dabei ist.
 
Hallo Ramon

Das Wackeln hält sich in grenzen. Würde ihr auch die motorisierte Nachführung zutrauen, weiss halt nur nicht wie gut oder eben schlecht diese Motoren sind.

Es geht mir nur um diese 3min Aufnahmen oder Belichtungszeiten mit der DSRL.
Möchte nicht unbedingt eine neue Monti anschaffen, das Geld leg ich für spätere Projekte lieber zur Seite. Deshalb auch keine monochrome, weil die Filter samt Rad nochmals so teuer wären. Mir ist schon klar das die mono um einiges empfindlicher ist aber ich möchte vorerst einfach mal klein anfangen und dann weiterschauen.

Habe nun schon oft Planeten und Mond beobachtet, wie bei den meisten kommt der Wunsch auf, das Ganze auf Bild festzuhalten, auch weil es eine neue Herausforderung ist. Die braucht der Mensch nunmal.

Ich fange bewusst erst mit der Planetenfotografie an, da DS schon einiges mehr an Erfahrung, Wissen und vor allem nicht ganz günstiges Equipment erfordert. Soll also gut durchdacht sein.

Spricht grundsätzlich etwas gegen mein Vorhaben oder soll ich es einfach mal versuchen? Oder gibt es bessere Optionen im selben Preisrahmen?

Gruss

Enrico



 
Hi Enrico,

wenn Du meine Tipps von oben beachtest (exaktes Einnorden, Gesichtsfeld), dann geht Sonne, Mond und Planeten. :)

Mit nem 50 mm Normalobjektiv oder einem leichten Tele (80 - 135 mm) an einer DSLR ohne das schwere 150/750 gehen dann auch Aufnahmen mit etwa 1-2 Minuten.

Was Du da an Rohdaten einfährst, reicht aus, um die astronomische Bildbearbeitung (Planeten und DS) zu lernen... :D

mach mal...

 
Hi Fee

Den Mond wollte ich mal mit der DSRL in Angriff nehmen, leider
passte das Wetter nicht. Den passenden T2 und einen Fernauslöser habe ich bereits.

Das Problem ist, Mond und Sonne werden mir bestimmt schnell langweilig. Habe leider nur die mitgelieferte 2x Barlow, tuts zur Not jedoch auch.

Das genaue einordnen sollte kein grosses Problem sein.
Deiner Meinung nach gehts nicht nur die RA nachzuführen?

Weil dann lass ich es lieber sein. Möchte mir auch nicht unbedingt für die Planetenfotografie so ne "mittelstarke" Monti a la NEQ-5 zulegen um sie dann später mit Verlust loszuwerden um eine EQ-6 oder GPD2 zu kaufen.

Es müssen ja nicht die besten Fotos werden, es geht hauptsächlich darum mal ein wenig Erfahrungen zu sammeln.

Gruss

Enrico

 
Hi Enrico,

ich kenne Deine Monti net. Da gibt es sehr viele mit identischer Bezeichnung, die aber durchaus unterschiedlich verarbeitet sind.

Wenn Du etwas "Frusttoleranz" mitbringst, kannst auch mit nur 1 Motor in RA etwas machen. Du mußt dann halt die Drift wegen ungenauer Einnordung, Gewicht vom zu schweren Tubus und Periodischem Schneckenfehler von Hand ausgleichen.

Wozu brauchst Du ne EQ6? Für Planeten mit dem 6"er und Deepsky mit Fotoobjektiven oder kurzen Refraktoren reicht ne EQ5 allemal.

Für Astrofotografie brauchst Du vor allem Geduld. Und dann eine Montierung, die das Teleskop gut trägt. Und für Deepsky dann eine Steuerung, die Autoguiding erlaubt.

Ohne Autoguiding hast nur sehr wenig Ziele im DS Bereich.

Für Planeten brauchst die aber net.

Sonne/Mond ist mir nach rund 15 Jahren auch noch nicht langweilig. Es gibt immer neue Sonnenflecken, und bis Du jeden einzelnen Krater/Berg/Gebirge/Tiefebene bei verschiedenen Sonnenständen fotografiert hast, eventuell auch noch alle Rinnen und Vulkankuppen, da vergeht ein ganzes Leben!

Das schöne an der Fotografie ist, daß Du selbst bestimmen kannst, wie tief Du gehen möchtest. Und wie viel Geld Du dafür ausgeben kannst.

Auch mit bescheidenem Budget kann man prima Bilder machen. Ein Leben lang!

 
Hi Enrico,

also die Sonne verändert sich ja immer also wirst du immer was anderes sehen können.

Mit hoher Brennweite hast du halt das Problem mit dem kleinen Gesichtsfeld, ich habe schon ein Dobson mit 2400mm Brennweite per Hand nachgeführt, das ist echt nicht so toll... :D

Ob man unbedingt ein DEC Motor braucht kann ich dir jetzt nicht sagen, hatte bisher nicht die Möglichkeit mit einer gescheiten Montierung Planeten zu filmen...

Wie bereits vorgeschlagen kannst du es ja mal mit 2 einfachen Wellen versuchen, kosten nicht viel und zum ausprobieren reicht es allemal.

Grüße
Ramon
 
Hallo

@Fee ich dachte nur sollte ich doch in die DS Fotografie einsteigen wollen, müsste ich die Monti wieder wechseln.
Die Optik so oder so, also lieber noch abwarten und mit so wenig Ausgaben wie möglich mich an das ganze antasten.

Sollte ich mich in die Planetenfotografie vertiefen wollen, würde es schon Sinn machen. Aber erstmal abwarten was sich ergibt.

Ich werde mir den Motor und die Cam bestellen, evtl. noch eine vernünftige 3x Barlow und Sonnenfilter.

Mit welcher Optik und Monti hast du vor die ALccd5L-IIc zu verwenden?

Danke euch schonmal für eure Ratschläge, werde natürlich berichten ob und wie gut es funktioniert.

Gruss

Enrico
 
Hi Enrico,

Ich habe gerade eben die Kamera an meine 8" f=5 Newton auf meiner Sphinx (vergleichbar mit einer gut justierten NEQ-5 mit Goto und Autoguidingeingang) getestet. Die Brennweite blase ich per Okularprojektion auf rund 4 Meter auf, damit ich auch Details erkennen kann. Die Aufnahme habe ich mit Firecapture bei ruhigem Seeing gemacht. Es hat gut funktioniert, auch wenn ich das Aufnahmeprogramm noch nie vorher verwendet habe. :)

Bearbeitet habe ich das Video (2 Minuten) dann mit Giotto (45 % der Bilder verwendet, geschärft, Kontrast und Farbe angepaßt) und das kam dabei raus:

 

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Hallo Enrico,

die EQ 3, und ich nehme mal an, du hast die Skywatcher-Ausführung, das EQ 3-2 deutet darauf hin, benutze ich seit Jahren recht erfolgreich. In ihren natürlichen Grenzen ist das eine sehr schöne Montierung, die auch flugreisetauglich ist. Kurz und gut ein Teil, das man lange gern behält.

Ich bin mit ihr durch verschiedene Ausbaustufen gegangen und habe sie zur Deepsky-Fotografie eingesetzt. Wenn du da unter ~500mm Brennweite bleibst, wirst du schöne Bilder damit machen können. Der Polsucher ist das erste wichtige Zubehör.

Für Planeten-Fotografie würde ich sie ausgerechnet nicht bevorzugen. Als leichte und relativ kleine Montierung hält sie die langen Brennweiten, die für Planeten nötig sind, nicht stabil genug.
Ob dein Teleskop da die geeignete Ausgangsoptik ist zweifele ich auch an.
Um halbwegs vernünftig Planeten abzulichten braucht es Brennweiten von jenseits 3000mm.
Die aus einem 750 mm -Spiegel herauszuholen, setzt einen hervorragenden Spiegel vorraus, eine Koma-korrigierende Verlängerungsoptik (Barlow oder Projektiv) und eine sehr feste Struktur des Teleskops (Tubus und Okularauszug).

Und dann wirst du fesstellen, daß die Montierung zu schwach ist.

Wie erwähnt bin ich durch verschiedene Ausbaustufen der EQ 3 gegangen.

Eingestiegen bin ich mit den einfachen Motoren an beiden Achsen. So ein Motorenset kostet mit Steuerung knapp über 100€. Mit nur einem Motor sollte man gar nicht erst einsteigen, dann bezahlt man den Rec-Motor glatt zweimal.

Für Deepsky mit Ausschuß war das ein Einstieg.

Bald habe ich die Steuerung autoguider-fähig gemacht (es gibt Umbauanleitungen). Das reduzierte den Ausschuß, war aber mit einer Webcam als Guiderkamera extrem mühsam.

Erst als ich nochmal erhebliches Geld in die Hand nahm, ist eine wirklich angenehme Sache daraus geworden.

Die einfachen Motoren haben viel toten Gang in ihren Getrieben und werden recht grob angesteuert. Ich hatte das Gefühl, daß durch die Schritt-Ansteuerung Vibrationen auf die Montierung übertragen werden. (Bei der Planetenfotografie will man sowas ja auch nicht so gern.)

Kurz und gut, es ist eine doch recht teure Montierung geworden, denn sie besteht jezt, neben dem noch recht günstigen Achsenkreuz, aus der SynScan-Steuerung, deren Motore sehr zufriedenstellend arbeiten und einer Lodestar-Kamera am 9x50-Sucher.

Auch der Stativ-Unterbau aus diesen Aluprofilen mit Plastik-Beschlägen mußte weichen. Ein wirklich mieses Stativ.
Abhilfe sind Berlebach Stativbeine aus der Report-Serie.
Ein Unterschied wie Tag und Nacht!

So läßt sich angenehm damit fotografieren!

Wenn du befürchtest Wiederverkaufsverluste einzufahren, versuche doch gleich eine gebrauchte Montierung zu kaufen.
Sowas wird doch manchmal schon schön ausgebaut angeboten.

Wenn es dann doch auf Planeten gehen soll, weil vielleicht dein Himmel nicht so deepskytauglich ist, solltest du aber über eine andere Optik und dann auch über eine andere Montierung nachdenken.

Grüße

*entfernt*
Grüße

*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
@Fee schönes Bild, gefällt mir sehr gut, darf ich fragen wie bzw. welches Zubehör du für die Okularprojektion benutzt?
Mit welcher Auflösung und Bitrate hast du aufgenommen?

@Dietrich Welche Optik und Kamera benutzt du um DS Fotos mit deiner Monti zu machen?
Hättest du für das Geld welches in den gesamten Umbau floss nicht gleich eine NEQ-5 oder sogar ne EQ-6 kaufen können?
Bist du mit beiden Motoren zufrieden?
Möchte nicht viel Geld in diese Monti investieren, da wie du schon richtig erkennt hast, sie mit dieser Optik stark am Limit ist.

Gruss

Enrico
 
Hi Enrico,

ich habe ein aspach-uralt 12,5 mm Okular von Celestron. Ganz schlankes Design. Das steckt in einem Projektionsadapter von Baader mit 2" Schraubhülse im 2" OAZ, dann kommen etwa 35 mm T2 Verlängerung, dann eine 1 1/4" Okularklemme mit Messingring. Die Alccd5L-IIc steckt in der Okularklemme.

Zu den Kameraeinstellungen:

Gain 830
Belichtungszeit 65 ms
Gamma 1

Ausleseroi: 400x400 Pixel
 
Hallo Enrico,

angefangen habe ich mit einem Canon EF 300mm IS. Das war nicht so doll, aber für den Anfang ok.
Dann kam ein IN ED mit Flattener und das Quadruplet. Das war dann besser. Kameras sind EOS DSLRs.

Für das investierte Geld hätte ich klar auch eine EQ 5 bekommen können.
Die hätte ich aber nicht so lässig auf meine Flugreisen mitnehmen können. Ganz zu schweigen von der Energieversorgung.
Die EQ 3 kommt noch mit recht leichten Lithium-Akkus aus.

Meine bisher besten Aufnahmen wären nicht entstanden mit einer EQ 5, die zuhause geblieben wäre.

Eine EQ 6 ist toll - aber ein reichlicher Klotz, der ein massives Stativ braucht.

In der Astrofotografie ist die Montierung das wichtigste Aufnahmegerät. Die Optik ist das Zubehör. Und da habe ich auf eine sehr transportabele Lösung gesetzt.

Die Synscan-Motore sind einwandfrei, die Nachführung ist per Autoguider tadellos.

Wenn du aber ausdrücklich auf Planeten aus bist, würde ich doch in eine EQ 5 investieren. Die EQ 3 ist für die nötigen langen Brennweiten nicht kräftig genug, da würde ich zu diesem Zweck kein Geld hinein zu stecken.
Eher die EQ 3, vielleicht sogar das ganze Teleskop, verkaufen und das erlöste Geld in eine Neuanschaffung stecken.

Zwischen Rat von außen und eigenem Anstreben ist aber immer ein Unterschied. Astrofotografie ist teuer und erzeugt Leiden. Und manchmal gelingen tolle Bilder ohne großen Aufwand. Es ist da alles drin.

Grüße

*entfernt*
 
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