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Astro Steve

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Hallo miteinander,

seit längerem beschäftigt mich schon ein Thema, dass ich trotz einiger theoretischen Erklärungen immer noch nicht verstehe.
Nun sind endlich die Bilder fertig und ich kann zeigen was ich meine:

Als Beispiel habe ich NGC 4565 fotografiert und zwar einmal mit 560mm Brennweite und einmal mit 2.240mm.
Die höhere Brennweite selbstverständlich mit wesentlich mehr Gesamtbelichtungszeit.
Bei 560mm erscheint NGC 4565 natürlich recht klein auf dem Gesamtbild, bei 2240mm ist sie fast Formatfüllend.
Beide Bilder sind mit der EOS 600Da gemacht und mit dem selben Teleskop, dem C11.

Nun hatte ich ja erhofft, dass das Formatfüllende Bild mit 2240mm Brennweite wesentlich mehr Details zeigt, bzw. das Objekt in deutlich besserer
Auflösung dargestellt wird. Tatsächlich ist der Crop, also die Vergrößerung bei dem 560mm Bild (die klein erscheinende Galaxie wird einfach nur herangezoomt)
genauso gut in der Auflösung / Darstellung wie die Nahfeldaufnahme.

Nun ist für mich a) die Frage wie kann das überhaupt sein und b) die Frage wie kann ich das Objekt in einer Größe wie bei den 2240mm Brennweite extrem detailiert
in hoher Auflösung aufnehmen?

Ich habe nochmals jeweils die Einzelbilder sowie den Vergleich angefügt, wobei hier links der Vergrößerungsausschnitt und rechts die hohe Brennweite dargestellt ist.

Jetzt bin ich mal gespannt!

CS Steve

NGC4565 Widefield.jpg
NGC 4565.jpg

Vergleich Nadelgalaxie crop.PNG
 
Hallo Steve,

Frage: Wie bekommt man ein C11 auf 560mm Brennweite gestaucht? Das hat doch 2800mm von Natur aus.

Das Bild mit den 2240mm Brennweite ist schon ein wenig besser von der Auflösung her, wenn auch nur minimal. Die Antwort auf Deine Frage lautet Seeing - die Luftunruhe in der Atmosphäre läßt es leider sehr selten zu, die native Auflösung größerer Optiken im DS Imaging auszureizen. Das ist einer der Gründe für den Einsatz von Weltraumteleskopen.

Die einzige Möglichkeit, 'lucky imaging', funktioniert leider nur begrenzt bei Deep Sky - bei Mond/Planeten kann man kurz genug belichten, um dem Seeing erfolgreicher Paroli zu bieten.

Grüße, Gerd
 
Hallo Steve,

ich denke mal Du hast einen Hyperstar an Deinem C11 :) Feine Sache, sowas.

In der Tat ist das Seeing hier, meiner Meinung nach, der begrenzende Faktor. Abhängig von Standort und Wetter ist das ein ziemliches Glücksspiel. Ich hatte vor einigen Wochen ebenfalls die Nadel im Visier und anscheinend etwas mehr Glück mit dem Wetter, denn ich habe nur einen 8" Newton :


Die volle Auflösung findest Du hier.
Ich habe mit Belichtungen á 4 Minuten gearbeitet, also nicht auf 'lucky imaging' spekuliert.

Viele Grüße
Michael
 
Hallo euch!

Vielen Dank für die Erklärungen, ich denke ich habe es nun schon verstanden. Meine Erwartungen waren hier einfach zu hoch.
@Gerd, mit dem Hyperstar F1.9.
@Michael, ja mit dem Newton bekommt man hier doch ein leicht besseres Bild zustande. Er passt sich den Bedingungen durch das offene System wohl deutlich schneller an.
Danke nochmals, habs gecheckt ;-) Im Grunde werden Seeing usw. auch mit "vergrößert"

CS Steve
 
Hallo Steve

Dein Vergleich liess mich ebenfalls wieder stutzig werden. Durch stacken / EBV lassen sich Seeingeinflüsse nur bei Kurzzeitbelichtungsaufnahmen korrigieren.

Bei Langzeitbelichtungen (üblicherweise DSO) gibt das Seeing in unseren Breitengraden meist nich so viel her als dass Öffnungen ab 10cm detailreichere Bilder abliefern.

Bei Kurzzeitbelichtungen (Sonne, Mond, Planeten, Satelliten) liefern grössere Öffnungen detailreichere Bilder.

CS Martin
 
Hallo zusammen,

für große Öffnungen kann ich nicht sprechen, aber 125mm liefern auf jeden Fall einen Vorteil gegenüber 80mm und 60mm. Das habe ich ausprobiert. Ich denke bis 8" oder 10" wird ein Vorteil sichtbar sein.

Von der Brennweite hat man so lange Vorteile, wie das Sampling Vorteile bringt. Bei einer OSC würde ich aus Erfahrung sagen bis so ca. 1:3. Die Qualität des Guidings hat natürlich auch seinen Einfluss.

Und dann gibt es noch den Faktor EBV. Meine Aufnahme der Nadel unten wollte ich schon wegwerfen. Insgesamt habe ich 6h à 120s in 4 Nächsten aufgenommen mit einer OSC und einem 125 ED Apo bei f/7,8. Bei der besten Session habe ich aus versehen vergessen das Offset von meinen Kurzbelichtungen zurückzustellen. Dadurch konnte ich die Bilder nicht kalibrieren. Der Rest...naja...Fokus nicht gepasst, Guiding ist nicht richtig gelaufen, weil ich zu steife und schwere Kabel an der Kamera hatte, Seeing war schlechter, Autofokus hat versagt.

Gerettet habe ich die Aufnahme so: die Aufnahmen hatten FWHM Werte von 2"-5". Ich habe alles gestackt, was nicht komplett Schrott war (FWHM <4,5") und die Sterne rausgemacht. Dann habe ich die besten 3h separat gestackt, die Bilder hatten 3" Auflösung oder besser. Die Sterne habe ich aus den besten 3h genommen und auf das sternlose schlechte Bild geklatscht. Für die Staubbänder habe ich die besten 3h genommen (die ja auch schon im Komplettstack drin sind), starkt geschärft und den unscharfen Staubbändern überlagert.

CS
Joachim

Nadel_crop.jpg
 
Hi, wenn man reinzoomt sieht das bild mit grosser brennweite deutlich detaillierter und klarer aus finde ich. Kanns nur aufm handy grad ansehen, aber bereits hier ist der unterschied da. Vielleicht geht mit deconvolution noch mehr? Cs klaus
 
Hallo Steve,
zum Thema Auflösung kann man sich hier orientieren >> astronomy.tools
Leider spielt das Seeing die tatsächlich größte Rolle. Hierzulande beträgt es im Schnitt etwa 2"-4". Deshalb ist der
Unterschied gering und bei größerer Luftunruhe, gar nicht vorhanden. Deine 600D dürfte 4,3 Micron Pixel haben. Ich hatte einmal die gleiche, deshalb weiß ich das noch. In Wikipedia gibt es zum Seeing den Rest. >>>

Gruß Tommy
 
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