AxelW
Aktives Mitglied
Hallo zusammen,
als ich gestern Abend nach der Arbeit zuhause aus dem Auto stieg, bot sich mir der schönste Sternenhimmel seit Monaten - sogar die Milchstraße war (für Frankfurter Verhältnisse halt) andeutungsweise zu sehen.
Deswegen hab ich mich ziemlich beeilt, mein Equipment auf die Terasse zu schuften, um vor dem zu Bett gehen noch ein bisschen zu spechteln.
Hier also der Bericht:
Datum: 18.10.2004 ~ 23:00 - 23:45 CEST
Ort: Nidderau-Heldenbergen (bei Frankfurt)
Ausrüstung: 8'' Orion Leichtbau-Newton auf GP-DX, 8x30 Feldstecher (russisches Militärfabrikat)
Eigentlich wollte ich im Garten aufbauen, dies hab ich dann aber angesichts massiver Feuchtigkeit gelassen, so dass ich mein Teleskop nur auf der Terasse aufgestellt habe. Das hat leider den Nachteil, dass es dadurch ein ganze Ecke höher steht als im Garten - im Zenit zu beobachten ist so leider sehr schwierig... Wenn man die Beine des Stativs in der Wiese versenken kann, ist das wesentlich angenehmer (man glaubt gar nicht, was 10 cm so ausmachen).
Aber zu den Beobachtungen: zuerst habe ich mich mit dem Feldstecher ein bisschen umgesehen. Die Plejaden standen schon schön hoch und waren im Feldstecher wunderbar zu sehen - viele kleine Sterne, der Character als offener Sternhaufen war wirklich gut zu sehen. Probeweise hab ich mit 48x das Teleskop draufgehalten - leider ist in meinem 25mm Okular der Auschnitt zu klein, um den Gesamteindruck zu bekommen (ich muß dringend die Hülse meines selbstgebauten 55mm Okulars etwas abschleifen, am Optus hat die immer noch grad so gepasst, aber am Orion ist sie einfach zu dick - dafür hätte ich das Oku gut brauchen können).
Weiter mit dem Feldstecher: Andromeda stand schon fast im Zenit, M31 war im Feldstecher ausgezeichnet zu sehen (nicht nur die Bulge, wie letzte Woche, man konnte sogar die Randbezirke erahnen), aber o.g. Umstände hielten mich davon ab, das Teleskop darauf auszurichten - ich hatte keine Lust, jetzt noch eine Leiter aus dem Keller zu holen.
Dann erfolgte ein Ausflug mit dem Feldstecher über Perseus, und ein kurzer Blick auf h & chi Persei - im Feldstecher als Sternhaufen erkennbar, allerdings längst nicht so spektakulär wie im Teleskop.
Da ich beim letzten Mal bzgl. des GoTo ziemlich auf die Nase gefallen bin (und seitdem auch noch keine Zeit hatte, mich damit auseinanderzusetzen) hab ich dann den Karkoschka ausgepackt, und hab angefangen mich mit der Auriga zu befassen. Mutig hab ich mich dann im Sucher auf den Weg gemacht - leider war das Ergebnis nicht so klasse. Auch wenn das auf der Aufsuchkarte alles ganz einfach aussieht, und die Auriga wirklich schön in angenehmer Höhe Stand, konnte ich keines der beschriebenen Objekte im Sucher meines Teleskopes finden. Also wieder Feldstecher - oder vielleicht auch nicht: Ich hatte den Feldstecher auf dem Terassentisch abgelegt, und er war in der kurzen Zeit vollständig beschlagen - wie überhaupt alles anfing, ziemlich rapide zu betauen. Gut, dann nicht.
Ich habe daraufhin die Arretierung von RA und Dek gelöst, und begann mit meine 25mm Oku einfach ein wenig in der Auriga rumzusuchen. Nach einiger Zeit kam doch tatsächlich ein Sternhaufen in Sicht - schwach zwar, aber eindeutig ein OS. Also, Arretierungen wieder schliessen, Nachführung einschalten (was ein Versuch war, ich habe das Teleskop nämlich nur dem Gefühl nach aurgerichtet...) und zurück zum Karkoschka. Tatsächlich, nach eingem Studieren, konnte ich die Sterne im Sucher mit denen der Detailkarte (N6) in Deckung bringen - ich war beim zufälligen Umherstreifen über M38 gestolpert (freu!). Mit 120x war der OS wirklich schön zu sehen, die Sterne waren alle ziemlich gleichmäßig in der Helligkeit.
Nachdem ich ja nun wusste, wo ich mich befand (und die Nachführung dafür, dass ich fast überhaupt nicht ausgerichtet hatte erstaunlich gut funktionierte) hab ich mich dann anhand der Karte vor zu M36 getastet. Funktionierte sogar auf Anhieb. Bei 120x sah der Sternhaufen M38 recht ähnlich, allerdings sind mehr 'Sternketten' zu sehen, die Sterne sind teilweise aufgereiht wie an einer Perlenschnur (jeweils 3-5 Stück). Mutig geworden, versuchte ich mich an dem zwischen M38 und M36 liegendem 1931 (lt. Karkoschka ein kleiner Gasnebel), diesen habe ich jedoch nicht gefunden.
Der darauf folgende Versuch, einen direkten Schwenk auf M37 zu unternehmen, schlug fehl, und ich fand mich irgendwo wieder. Daraufhin versuchte ich mittels des Suchers, M37 zu finden, und nach einiger Sucherei hat das tatsächlich geklappt. Mit 120x war der OS schön aufgelöst, allerdings hatte ich nach dem Bild im Karkoschka deulich mehr Sterne erwartet. Ich habe dann noch einige Zeit am Sucher verbracht, um sicherzustellen, dass ich nicht wieder bei M38 gelandet war, und konnte diesen danach noch einmal einstellen - also kann ich mit Fug und Recht behaupten, in dieser Nach drei neue Messier-Objekte gefunden zu haben <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" />
Ein Blick (ohne jegliche Optik) nach oben zeigt mir, dass es sich mehr und mehr zuschleierte, so dass ich gegen 23:45 Uhr dann meine Anlage abbrach um ins Bett zu gehen - mein Kleiner (16 Monate) quiekt eh' spätestens gegen 06:30 Uhr - auch wenn ich Spätschicht habe - da wollte ich doch lieber noch eine Runde schlafen.
Fazit: Wirklich eine schöne Beobachtungstour, wenn auch recht kurz. Der Karkoschka ist eine gute Hilfe, um sich am Himmel zu orientieren, allerdings habe ich so meine Schwierigkeiten, die Bilder mit den am Himmel befindlichen Objekten übereinanderzubringen - Offene Sternhaufen sehen sich ziemlich ähnlich....
Gruß & CS, Axel
als ich gestern Abend nach der Arbeit zuhause aus dem Auto stieg, bot sich mir der schönste Sternenhimmel seit Monaten - sogar die Milchstraße war (für Frankfurter Verhältnisse halt) andeutungsweise zu sehen.
Deswegen hab ich mich ziemlich beeilt, mein Equipment auf die Terasse zu schuften, um vor dem zu Bett gehen noch ein bisschen zu spechteln.
Hier also der Bericht:
Datum: 18.10.2004 ~ 23:00 - 23:45 CEST
Ort: Nidderau-Heldenbergen (bei Frankfurt)
Ausrüstung: 8'' Orion Leichtbau-Newton auf GP-DX, 8x30 Feldstecher (russisches Militärfabrikat)
Eigentlich wollte ich im Garten aufbauen, dies hab ich dann aber angesichts massiver Feuchtigkeit gelassen, so dass ich mein Teleskop nur auf der Terasse aufgestellt habe. Das hat leider den Nachteil, dass es dadurch ein ganze Ecke höher steht als im Garten - im Zenit zu beobachten ist so leider sehr schwierig... Wenn man die Beine des Stativs in der Wiese versenken kann, ist das wesentlich angenehmer (man glaubt gar nicht, was 10 cm so ausmachen).
Aber zu den Beobachtungen: zuerst habe ich mich mit dem Feldstecher ein bisschen umgesehen. Die Plejaden standen schon schön hoch und waren im Feldstecher wunderbar zu sehen - viele kleine Sterne, der Character als offener Sternhaufen war wirklich gut zu sehen. Probeweise hab ich mit 48x das Teleskop draufgehalten - leider ist in meinem 25mm Okular der Auschnitt zu klein, um den Gesamteindruck zu bekommen (ich muß dringend die Hülse meines selbstgebauten 55mm Okulars etwas abschleifen, am Optus hat die immer noch grad so gepasst, aber am Orion ist sie einfach zu dick - dafür hätte ich das Oku gut brauchen können).
Weiter mit dem Feldstecher: Andromeda stand schon fast im Zenit, M31 war im Feldstecher ausgezeichnet zu sehen (nicht nur die Bulge, wie letzte Woche, man konnte sogar die Randbezirke erahnen), aber o.g. Umstände hielten mich davon ab, das Teleskop darauf auszurichten - ich hatte keine Lust, jetzt noch eine Leiter aus dem Keller zu holen.
Dann erfolgte ein Ausflug mit dem Feldstecher über Perseus, und ein kurzer Blick auf h & chi Persei - im Feldstecher als Sternhaufen erkennbar, allerdings längst nicht so spektakulär wie im Teleskop.
Da ich beim letzten Mal bzgl. des GoTo ziemlich auf die Nase gefallen bin (und seitdem auch noch keine Zeit hatte, mich damit auseinanderzusetzen) hab ich dann den Karkoschka ausgepackt, und hab angefangen mich mit der Auriga zu befassen. Mutig hab ich mich dann im Sucher auf den Weg gemacht - leider war das Ergebnis nicht so klasse. Auch wenn das auf der Aufsuchkarte alles ganz einfach aussieht, und die Auriga wirklich schön in angenehmer Höhe Stand, konnte ich keines der beschriebenen Objekte im Sucher meines Teleskopes finden. Also wieder Feldstecher - oder vielleicht auch nicht: Ich hatte den Feldstecher auf dem Terassentisch abgelegt, und er war in der kurzen Zeit vollständig beschlagen - wie überhaupt alles anfing, ziemlich rapide zu betauen. Gut, dann nicht.
Ich habe daraufhin die Arretierung von RA und Dek gelöst, und begann mit meine 25mm Oku einfach ein wenig in der Auriga rumzusuchen. Nach einiger Zeit kam doch tatsächlich ein Sternhaufen in Sicht - schwach zwar, aber eindeutig ein OS. Also, Arretierungen wieder schliessen, Nachführung einschalten (was ein Versuch war, ich habe das Teleskop nämlich nur dem Gefühl nach aurgerichtet...) und zurück zum Karkoschka. Tatsächlich, nach eingem Studieren, konnte ich die Sterne im Sucher mit denen der Detailkarte (N6) in Deckung bringen - ich war beim zufälligen Umherstreifen über M38 gestolpert (freu!). Mit 120x war der OS wirklich schön zu sehen, die Sterne waren alle ziemlich gleichmäßig in der Helligkeit.
Nachdem ich ja nun wusste, wo ich mich befand (und die Nachführung dafür, dass ich fast überhaupt nicht ausgerichtet hatte erstaunlich gut funktionierte) hab ich mich dann anhand der Karte vor zu M36 getastet. Funktionierte sogar auf Anhieb. Bei 120x sah der Sternhaufen M38 recht ähnlich, allerdings sind mehr 'Sternketten' zu sehen, die Sterne sind teilweise aufgereiht wie an einer Perlenschnur (jeweils 3-5 Stück). Mutig geworden, versuchte ich mich an dem zwischen M38 und M36 liegendem 1931 (lt. Karkoschka ein kleiner Gasnebel), diesen habe ich jedoch nicht gefunden.
Der darauf folgende Versuch, einen direkten Schwenk auf M37 zu unternehmen, schlug fehl, und ich fand mich irgendwo wieder. Daraufhin versuchte ich mittels des Suchers, M37 zu finden, und nach einiger Sucherei hat das tatsächlich geklappt. Mit 120x war der OS schön aufgelöst, allerdings hatte ich nach dem Bild im Karkoschka deulich mehr Sterne erwartet. Ich habe dann noch einige Zeit am Sucher verbracht, um sicherzustellen, dass ich nicht wieder bei M38 gelandet war, und konnte diesen danach noch einmal einstellen - also kann ich mit Fug und Recht behaupten, in dieser Nach drei neue Messier-Objekte gefunden zu haben <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" />
Ein Blick (ohne jegliche Optik) nach oben zeigt mir, dass es sich mehr und mehr zuschleierte, so dass ich gegen 23:45 Uhr dann meine Anlage abbrach um ins Bett zu gehen - mein Kleiner (16 Monate) quiekt eh' spätestens gegen 06:30 Uhr - auch wenn ich Spätschicht habe - da wollte ich doch lieber noch eine Runde schlafen.
Fazit: Wirklich eine schöne Beobachtungstour, wenn auch recht kurz. Der Karkoschka ist eine gute Hilfe, um sich am Himmel zu orientieren, allerdings habe ich so meine Schwierigkeiten, die Bilder mit den am Himmel befindlichen Objekten übereinanderzubringen - Offene Sternhaufen sehen sich ziemlich ähnlich....
Gruß & CS, Axel