stefand
Aktives Mitglied
Hallo zusammen,
gestern hatten wir ein paar Kilometer nördlich von Heilbronn (welches wiederum 50km nördl. von Stuttgart liegt) einen ziemlich guten Himmel. Jedenfalls für eine Vorstadt.
Anfangs war der Himmel noch aufgehellt, aber es sah wirklich klar aus.
Also plant der geneigte Hobbyastronom einen gemütlichen Abend unter dem Himmel. So 2 Stunden mit Auf- und Abbau sollte ich vom abend dafür abzweigen können.
Nun beneide ich ein wenig die Besitzer des Dobsons, denn außer Rockerbox raustragen und aufstellen, sowie Tubus draufsetzen passiert nicht viel. Das Ding steht und es kann losgehen.
Aber der Besitzer einer parallaktischen Montierung sammelt erstmal alles zusammen, bringt es nach draußen und beginnt mit dem Aufbau. Wenn dann der Tubus draufsitzt kann es losgehen. Dauert länger, als mit der Rockerbox ...
Mein 114er war also wiedermal draußen. Auf einer EQ5 mit Stahlstativ. Das ist stabil ... aber dazu komme ich noch.
Den 8*50 Sucher im Schuh eingeklemmt und los geht's (der passt auch ohne Justage ganz gut, da ich den Sucher immer in der Halterung lasse).
Nun ist unser Garten eigentlich schlecht geeignet für das Spechteln, da es ringsherum Lichtquellen gibt, auch temporär, wenn Nachbars im Bad sind, und außerdem Häuser drumherum stehen.
Aber das muss gehen.
Dabei fällt mir immer wieder auf, wie unpraktisch der weiße Tubus ist. Der reflektiert das Licht, so dass die Adaption sich gar nicht voll entwickeln kann. Zum Teil habe ich ja schon Velour dran (außen), aber seit ich den 80/400 in Karbonfolie gewickelt habe, denke ich an ein ähnliches Vorgehen für meinen 114er. Der sieht dann bestimmt ziemlich klasse aus ... cool würde mein Kleinster sagen.
Jetzt habe ich mir ein 32mm Plössl, ein 19mm PanO, ein 12mm Radian und ein 8mm Planetary in die Okularablage gelegt. Die ist übrigens aus Metall und daher kalt und hart - die hat jetzt Velour drauf, damit die Okulare sanfter hineingleiten können. Vielleicht ist's auch kuscheliger ...
Doch kommen wir zum visuellen Erlebnis, deshalb schreib' ich's ja hier.
Es begann mit dem M1, welcher auch am Abend schon über den Dunst hinwegguckt. Mit den 32mm (28x, AP4) erkenne ich das Wölkchen vor dem recht hellen Himmel - stimmt, in diese Richtung liegt der Sportplatz. Das beste Ergebnis erzielte ich erstmal mit dem 12mm (75x, AP1.5). Die Wolke ist größer und ungleichmäßig hell. Später habe ich mit einer 15mm Blaukante und einem UHC-Filter einen noch besseren Kontrast gehabt.
Dann geht es wieder hoch in den Fuhrmann, wo der M37 wartet. Den erkenne ich bereits im 50mm Sucher und kann gleich mit dem 19mm einsteigen. Gut zu erkennen die leicht dreieckige Form mit dem schwarzen Balken. Wieviele Sterne ich erkennen kann, weiß ich nicht, die Gesamtform fand ich interessanter. Im 12mm war der Eindruck mit am Schönsten, da noch Feld drumherum ist. Ein Blick durch das 8mm Planetary zeigt übrigens einen Reflex am linken Rand, welcher verschwindet, wenn ich die Hand rechts neben das Oku halte. Ein böser Blick zur neuen Straßenlaterne, aber das PanO und das Radian haben diesen Reflex nicht. Doch das Bild im Planetary ist scharf und die Transmission sehr gut.
Neben dem nahegelegenen M38 ist der NGC1907, welcher mal näher betrachtet werden sollte.
Mit dem 19mm ist er noch eher ein nebliger Haufen, aber gut abgesetzt vom Himmel, welcher jetzt dunkler wurde.
Im 12mm kommen die ersten Sterne durch und erst im 8mm (112x, AP 1) sind bei indirektem Sehen gut 6-7-8 Sterne zu erkennen. Klein aber fein dieser Haufen. Bei selber Vergrößerung in den M38 geschwenkt ist nicht mehr so berauschend. Klar, die Sternenreihen sind gut zu sehen, aber der Haufen füllt das Gesichtsfeld aus und beginnt sich zu "verlieren".
Den NGC2158 neben dem M35 wollte ich, gewissermaßen als Pendant, auch gleich aufsuchen, doch der hob sich noch nicht genügend vom 'Sportplatz' ab. Auch im 8mm blieb er neblig in seiner Konsistenz, vielleicht mit Anflügen von Sternen.
Während ich so mit den Okularen jongliere, die Rotlichtlampe um den Hals und den Karkoschka in einer Hand die EQ5 an der Stundenachse nachdrehe, die Umgebungsbeleuchtung durch das Eintauchen in die hochgeschobenen Okularhülsen (Radian, HR) ausblende komme ich immerwieder an die Montierung. Manchmal klappert auch die Rotlichtlampe dagegen.
Doch als Empfehlung, wenn das Schleppen nichts ausmacht: Eine EQ5 mit Stahlstativ trägt den 114/900 so bombig, dass auch beim Scharfstellen unter 112x nicht das geringste Zittern zu sehen ist, sollte man sich dabei ans Okular lehnen oder die Rotlichtlampe dengelt irgendwo gegen.
So gings dann noch ein wenig weiter und nach 2,5 Stunden war ich wieder drin. Ein Stern mit 12,4mag gegen Ende der Session (22:30 Uhr) war das beste, nachgeprüfte Ergebnis im NGC1907 durch das 8mm HR.
Der Abbau einer EQ-Montierung dauert übrigens auch etwas länger ...
CS,
Stefan
gestern hatten wir ein paar Kilometer nördlich von Heilbronn (welches wiederum 50km nördl. von Stuttgart liegt) einen ziemlich guten Himmel. Jedenfalls für eine Vorstadt.
Anfangs war der Himmel noch aufgehellt, aber es sah wirklich klar aus.
Also plant der geneigte Hobbyastronom einen gemütlichen Abend unter dem Himmel. So 2 Stunden mit Auf- und Abbau sollte ich vom abend dafür abzweigen können.
Nun beneide ich ein wenig die Besitzer des Dobsons, denn außer Rockerbox raustragen und aufstellen, sowie Tubus draufsetzen passiert nicht viel. Das Ding steht und es kann losgehen.
Aber der Besitzer einer parallaktischen Montierung sammelt erstmal alles zusammen, bringt es nach draußen und beginnt mit dem Aufbau. Wenn dann der Tubus draufsitzt kann es losgehen. Dauert länger, als mit der Rockerbox ...
Mein 114er war also wiedermal draußen. Auf einer EQ5 mit Stahlstativ. Das ist stabil ... aber dazu komme ich noch.
Den 8*50 Sucher im Schuh eingeklemmt und los geht's (der passt auch ohne Justage ganz gut, da ich den Sucher immer in der Halterung lasse).
Nun ist unser Garten eigentlich schlecht geeignet für das Spechteln, da es ringsherum Lichtquellen gibt, auch temporär, wenn Nachbars im Bad sind, und außerdem Häuser drumherum stehen.
Aber das muss gehen.
Dabei fällt mir immer wieder auf, wie unpraktisch der weiße Tubus ist. Der reflektiert das Licht, so dass die Adaption sich gar nicht voll entwickeln kann. Zum Teil habe ich ja schon Velour dran (außen), aber seit ich den 80/400 in Karbonfolie gewickelt habe, denke ich an ein ähnliches Vorgehen für meinen 114er. Der sieht dann bestimmt ziemlich klasse aus ... cool würde mein Kleinster sagen.
Jetzt habe ich mir ein 32mm Plössl, ein 19mm PanO, ein 12mm Radian und ein 8mm Planetary in die Okularablage gelegt. Die ist übrigens aus Metall und daher kalt und hart - die hat jetzt Velour drauf, damit die Okulare sanfter hineingleiten können. Vielleicht ist's auch kuscheliger ...
Doch kommen wir zum visuellen Erlebnis, deshalb schreib' ich's ja hier.
Es begann mit dem M1, welcher auch am Abend schon über den Dunst hinwegguckt. Mit den 32mm (28x, AP4) erkenne ich das Wölkchen vor dem recht hellen Himmel - stimmt, in diese Richtung liegt der Sportplatz. Das beste Ergebnis erzielte ich erstmal mit dem 12mm (75x, AP1.5). Die Wolke ist größer und ungleichmäßig hell. Später habe ich mit einer 15mm Blaukante und einem UHC-Filter einen noch besseren Kontrast gehabt.
Dann geht es wieder hoch in den Fuhrmann, wo der M37 wartet. Den erkenne ich bereits im 50mm Sucher und kann gleich mit dem 19mm einsteigen. Gut zu erkennen die leicht dreieckige Form mit dem schwarzen Balken. Wieviele Sterne ich erkennen kann, weiß ich nicht, die Gesamtform fand ich interessanter. Im 12mm war der Eindruck mit am Schönsten, da noch Feld drumherum ist. Ein Blick durch das 8mm Planetary zeigt übrigens einen Reflex am linken Rand, welcher verschwindet, wenn ich die Hand rechts neben das Oku halte. Ein böser Blick zur neuen Straßenlaterne, aber das PanO und das Radian haben diesen Reflex nicht. Doch das Bild im Planetary ist scharf und die Transmission sehr gut.
Neben dem nahegelegenen M38 ist der NGC1907, welcher mal näher betrachtet werden sollte.
Mit dem 19mm ist er noch eher ein nebliger Haufen, aber gut abgesetzt vom Himmel, welcher jetzt dunkler wurde.
Im 12mm kommen die ersten Sterne durch und erst im 8mm (112x, AP 1) sind bei indirektem Sehen gut 6-7-8 Sterne zu erkennen. Klein aber fein dieser Haufen. Bei selber Vergrößerung in den M38 geschwenkt ist nicht mehr so berauschend. Klar, die Sternenreihen sind gut zu sehen, aber der Haufen füllt das Gesichtsfeld aus und beginnt sich zu "verlieren".
Den NGC2158 neben dem M35 wollte ich, gewissermaßen als Pendant, auch gleich aufsuchen, doch der hob sich noch nicht genügend vom 'Sportplatz' ab. Auch im 8mm blieb er neblig in seiner Konsistenz, vielleicht mit Anflügen von Sternen.
Während ich so mit den Okularen jongliere, die Rotlichtlampe um den Hals und den Karkoschka in einer Hand die EQ5 an der Stundenachse nachdrehe, die Umgebungsbeleuchtung durch das Eintauchen in die hochgeschobenen Okularhülsen (Radian, HR) ausblende komme ich immerwieder an die Montierung. Manchmal klappert auch die Rotlichtlampe dagegen.
Doch als Empfehlung, wenn das Schleppen nichts ausmacht: Eine EQ5 mit Stahlstativ trägt den 114/900 so bombig, dass auch beim Scharfstellen unter 112x nicht das geringste Zittern zu sehen ist, sollte man sich dabei ans Okular lehnen oder die Rotlichtlampe dengelt irgendwo gegen.
So gings dann noch ein wenig weiter und nach 2,5 Stunden war ich wieder drin. Ein Stern mit 12,4mag gegen Ende der Session (22:30 Uhr) war das beste, nachgeprüfte Ergebnis im NGC1907 durch das 8mm HR.
Der Abbau einer EQ-Montierung dauert übrigens auch etwas länger ...
CS,
Stefan
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: