Shockwave123
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Hallo Leute,
ich gehörte zu den Opfern eines 60/900er Kaufhausrefraktors. Das Ding sah vor Jahren, als es gekauft wurde (und ich von praktischer Astronomie ungefähr so viel wusste wie mein Hase), absolut herrlich, auch die Maximalvergrößerung war die Wucht. Ach, was war man blöd ;-) Lange hielt die Motivation das "Ding" zu benutzen nicht an. Das Abgrasen der Messierobjekte brachte natürlich trotzdem Spaß, und fast alle konnte ich damit auch erkennen. Der Mond war ebenfalls herrlich, aber irgendwie ziehts mich eher in die Tiefen des Alls. Da ich außerdem ein Freund einfach zu bedienender Geräte bin, erwieß sich ein 10x50er Fernglas als das optimale Beobachtungsgerät, bis endlich ein "echtes" Teleskop meinen Besitz ziehrt. Tja, und was passiert dann mit dem armen, kleinen Mond- und Planetenkiller? Neues Leben muss eingehaucht wereden!
Meine Mutter, ungeschickt wie sie manchmal ist (liegt wohl ind er Familie) hat mein damaliges Referenzfernglas, das 10x50er ALDI-Glas von Optus, im Sommerurlaub fallen gelassen. Das Ding konnte man danach auf gut Deutsch "vergessen", jegliche Justage brachte nur marginale Verbesserungen. Es war schon eine harte Zeit, so ganz ohne Fernglas bzw. ein Bino einäugig zu benutzen, erst seit kurzem habe ich das "neue" LIDL-Fernglas 10x50 von Bresser (TOP!) und kann wieder glücklich spechteln.
Was hat das Fernglas nun mit dem kleinen Refraktor zu tun? Beide sind in ihrer aktuellen Form für mich von wenig Nutzen, in meinem Drang da was dran zu ändern kam mir die Idee: Wieso nicht aus dem 60/900er f/15 (!) ein Weitfeld-Teleskop bauen?
Meine Idee ist folgende: Zwar ist die Linse des Refraktors auf 900 mm Brennweite geschliffen, wenn ich aber ein Fernglasobjektiv an der richtigen Stelle anbringe, wird aus der Kombination ein 60 mm Achromat mit schnellem Öffnungsverhältnis. Also mal zur Tat...
Das Zersägen des Tubus war schwieriger als erwartet. Neben Gewissensbissen war das Material recht widerspenstig und die Schnittkante musste ordetnlich nachgefeilt werden. Ich peilte grob ein Drittel an, einfach nach Augenmaß, da ich f/5 anstrebte. Das Fernglas wurde zerlegt und sein Objektiv so lange abgefeilt und zurechtgeschnitten, bis es mit etwas Mühe in den Tubus passte und ich die korrkete Position per Rumprobieren fand. Erstaunlicherweise ergab sich ein knackscharfes Bild! Nachdem diese zweite "Linse" nun fixiert wurde, kam noch der Okularauszug (leider nur 0,965") ran.
Fertig: Rechnerisch etwa ein 60/270er (mit ein wenig Messtoleranz..)
Link zur Grafik: http://linuxfanmarcel.li.ohost.de/atm.jpg
Firstlight gabs heute ebenfalls schon am Mond, das Bild ist wirklich ein Genuss, ich bin mehr als aus dem Häuschen! M42 habe ich auch angepeilt und mit meinem Fernglas verglichen, eindeutig besser zu sehen. Die 60 mm machen also schon was aus, der Farbfehler ist bei geringen Vergrößerungen vernachlässigbar, die Sternendarstellung linentypisch "perfekt", wirklich erstaunlich, was aus billigstem Material gemacht werden kann...
Mit einem 40 mm Okular (und damit einer Monster-AP von 1 cm!) passen Castor und Pollux in ein Gesichtsfeld und es ist sogar noch reichlich Platz zum Rand. Ich denke, der Umbau hat sich gelohnt. Zum "Stargazen" ein wunderbares Teil. Morgen kommt noch eine Gewinde fürs Stativ dazu, dann ist das Teil komplett.
Das einzige, was ich noch befürchte ist, dass der kleine Okularauszug ein wenig vom wahren Gesichtsfeld klaut. Fällt euch eine Möglichkeit ein, das herauszubekommen? Ich habe es bereits mal mit einer hellen Lampe probiert, die durchs Objektiv scheint, um den Weg des Lichts zu beobachten, aber irgendwie ergab das wenig. Gibts rechnerische Methoden?
Gruß und CS,
Marcel
ich gehörte zu den Opfern eines 60/900er Kaufhausrefraktors. Das Ding sah vor Jahren, als es gekauft wurde (und ich von praktischer Astronomie ungefähr so viel wusste wie mein Hase), absolut herrlich, auch die Maximalvergrößerung war die Wucht. Ach, was war man blöd ;-) Lange hielt die Motivation das "Ding" zu benutzen nicht an. Das Abgrasen der Messierobjekte brachte natürlich trotzdem Spaß, und fast alle konnte ich damit auch erkennen. Der Mond war ebenfalls herrlich, aber irgendwie ziehts mich eher in die Tiefen des Alls. Da ich außerdem ein Freund einfach zu bedienender Geräte bin, erwieß sich ein 10x50er Fernglas als das optimale Beobachtungsgerät, bis endlich ein "echtes" Teleskop meinen Besitz ziehrt. Tja, und was passiert dann mit dem armen, kleinen Mond- und Planetenkiller? Neues Leben muss eingehaucht wereden!
Meine Mutter, ungeschickt wie sie manchmal ist (liegt wohl ind er Familie) hat mein damaliges Referenzfernglas, das 10x50er ALDI-Glas von Optus, im Sommerurlaub fallen gelassen. Das Ding konnte man danach auf gut Deutsch "vergessen", jegliche Justage brachte nur marginale Verbesserungen. Es war schon eine harte Zeit, so ganz ohne Fernglas bzw. ein Bino einäugig zu benutzen, erst seit kurzem habe ich das "neue" LIDL-Fernglas 10x50 von Bresser (TOP!) und kann wieder glücklich spechteln.
Was hat das Fernglas nun mit dem kleinen Refraktor zu tun? Beide sind in ihrer aktuellen Form für mich von wenig Nutzen, in meinem Drang da was dran zu ändern kam mir die Idee: Wieso nicht aus dem 60/900er f/15 (!) ein Weitfeld-Teleskop bauen?
Meine Idee ist folgende: Zwar ist die Linse des Refraktors auf 900 mm Brennweite geschliffen, wenn ich aber ein Fernglasobjektiv an der richtigen Stelle anbringe, wird aus der Kombination ein 60 mm Achromat mit schnellem Öffnungsverhältnis. Also mal zur Tat...
Das Zersägen des Tubus war schwieriger als erwartet. Neben Gewissensbissen war das Material recht widerspenstig und die Schnittkante musste ordetnlich nachgefeilt werden. Ich peilte grob ein Drittel an, einfach nach Augenmaß, da ich f/5 anstrebte. Das Fernglas wurde zerlegt und sein Objektiv so lange abgefeilt und zurechtgeschnitten, bis es mit etwas Mühe in den Tubus passte und ich die korrkete Position per Rumprobieren fand. Erstaunlicherweise ergab sich ein knackscharfes Bild! Nachdem diese zweite "Linse" nun fixiert wurde, kam noch der Okularauszug (leider nur 0,965") ran.
Fertig: Rechnerisch etwa ein 60/270er (mit ein wenig Messtoleranz..)
Link zur Grafik: http://linuxfanmarcel.li.ohost.de/atm.jpg
Firstlight gabs heute ebenfalls schon am Mond, das Bild ist wirklich ein Genuss, ich bin mehr als aus dem Häuschen! M42 habe ich auch angepeilt und mit meinem Fernglas verglichen, eindeutig besser zu sehen. Die 60 mm machen also schon was aus, der Farbfehler ist bei geringen Vergrößerungen vernachlässigbar, die Sternendarstellung linentypisch "perfekt", wirklich erstaunlich, was aus billigstem Material gemacht werden kann...
Mit einem 40 mm Okular (und damit einer Monster-AP von 1 cm!) passen Castor und Pollux in ein Gesichtsfeld und es ist sogar noch reichlich Platz zum Rand. Ich denke, der Umbau hat sich gelohnt. Zum "Stargazen" ein wunderbares Teil. Morgen kommt noch eine Gewinde fürs Stativ dazu, dann ist das Teil komplett.
Das einzige, was ich noch befürchte ist, dass der kleine Okularauszug ein wenig vom wahren Gesichtsfeld klaut. Fällt euch eine Möglichkeit ein, das herauszubekommen? Ich habe es bereits mal mit einer hellen Lampe probiert, die durchs Objektiv scheint, um den Weg des Lichts zu beobachten, aber irgendwie ergab das wenig. Gibts rechnerische Methoden?
Gruß und CS,
Marcel
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