Ausführungsbeispiel zum stahlseil-antrieb

  • Ersteller des Themas Ersteller des Themas Lutz
  • Erstellungsdatum Erstellungsdatum
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Lutz

Aktives Mitglied
Eine mitteilung zum altbekannten stahlseil-antrieb (hier
in deklination), erstmals in Sky&Telescope gesehen, ein
Amerikanischer amateur hatte ihn in den achtzigern ein-
gesetzt und veröffentlicht.

Würde mich mal interessieren, ob der in kommerziellen
teleskopen verwendung findet.

Ich benutze ein edelstahl-feinseil "ausm ländle", sünd-
haft teuer, und mit den 60 m (um dem mindermengenzuschlag
zu entgehen) kann ich ungefähr 80 stück sechszöller
ausrüsten (was ich auch vorhabe!).

Wenn also jemand was ähnliches zu realisieren gedenkt,
gebe ich gern ein stück ab (60 m kosten eur 134,69, einschl.
eur 0,03 für legierungszuschlag:-), bestell-nr. U719.90.11).

Das angler-stahlvorfach des erstversuchs bringt es aber
auf dauer nicht, hier ist totale flexibilität angesagt,
sieben gruppen zu je 19 einzeladern, eingebettet in eine
nylon-umhüllung, aussendurchmesser 1,1 mm.
Das seil fühlt sich wirklich sehr weich und "labberich"
an, der fachausdruck heisst "biegeschlaff".

Die mindestbruchfestigkeit beträgt 613 N.

Dreimal um die antriebsrolle geschlungen und mit einem
exzenterhebel dauerhaft vorgespannt, erzeugt es eine
satte friktion und ist vom durchrutschen weit entfernt.

Die antriebsrolle hat einen durchmesser von 15 mm, das
ergibt eine untersetzung von 1 : 17,3 hinzu kommt der
schneckenradsatz mit 1 : 30. Da kommt schon etwas dreh-
moment zusammen, so dass ich mir erlauben kann, sehr
kurze gabelarme zu verwenden. Als folge ist der "hut"
am ende des 1000 mm langen karbonstab-gitterrohrs mit
sechs stäben zu 8 mm aussendurchmesser keineswegs aus-
balanciert.

Durch die permanente seil-vorspannung gibt es auch kein
umkehrspiel.

Scheint mir ne vorteilhafte antriebsart zu sein, die sehr einfach
ist und dennoch wenig beachtung unter selbstbauern erfährt.
V. g. LutzLiebers@gmx.de

Link zur Grafik: http://www.mirror-matic.de/Astronomie/May20005.JPG

Link zur Grafik: http://www.mirror-matic.de/Astronomie/May20003.JPG

Link zur Grafik: http://www.mirror-matic.de/Astronomie/May20007.JPG
 
Hallo Lutz! Absolut genial. Die Kombination guter Alu-Fräsarbeit und Matrixholz ist schwer beeindruckend. Bei Großteleskopen kenne ich allerdings nur Reibradantrieb. Oder den Kettenantrieb von Willi Wacker (http://home.foni.net/~herfurth/page5.html), der wohl auch prima funktioniert. Das Seil, anders als die Kette, könnte bei Positionierungen zu einem Nachfedern führen. Aber, besser als das viele Spiel der "traditionellen" Antriebe. Vom Verhalten in der Praxis solltest Du vielleicht auch später mal berichten.
Gruß
Rolf
 
Hallo Lutz,
das gefällt mi r ausserordentlich gut so was ähnliches schwebt mir auch mal vor. Warum verwendest Du diesen Antrieb nicht auch in RA?
Auf der letzten ATT in Essen waren ein paar Polen mit einer ähnlichen Konstruktion. Hufeisenmontierung mit Reibradantrieb.Sah sehr überzeugend aus. Hier den Seilantrieb dran das wärs doch.
Ich bin von den Socken wie schön Du das Phenolverstärkte Laminat gefräst hast. Womit hast Du denn die dünnen Nuten gefräst?
Da lacht das Herz das Teil anzuschauen ( viel Gehirnschmalz mit drin )
Gruß Andreas
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben