Ausrüstungs-Upgrade für Astrofotografie

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BeniG

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Hallo zusammen,

vor einigen Jahren habe ich mit einer Astrotrac den Einstieg in die Astrofotografie gewagt. Das hat auch relativ gut geklappt, allerdings habe ich das Hobby aus verschiedenen Gründen "einschlafen" lassen. Vor wenigen Wochen habe ich die Astrotrac mal wieder ausgepackt und genutzt und habe nun definitiv Lust auf mehr! An der Astrotrac stören mich besonders die doch recht limitierten Belichtungszeiten bei höheren Brennweiten.

Hier ein paar Rahmendaten:

- ich wohne auf dem Land und habe vom Garten aus in Richtung Norden, Osten und Westen relativ freien Blick. Nach Sünden sieht es leider schlecht aus.
- in wenigen Minuten kann ich zu einem dunklen Beobachtungsplatz fahren.
- ich möchte ausschließlich Astrofotografie betreiben, visuelles Beobachten spielt keine Rolle. Das kommt daher, dass ich neben der Astrofotografie begeisterter Fotograf bin.
- ich möchte zunächst hauptsächlich DeepSky-Objekte fotografieren, Planeten reizen mich nicht so sehr. Den Mond werde ich aber sicherlich mal in's "Visier" nehmen :-)
- zunächst werde ich mit meiner EOS 70D fotografieren. Ich besitze das Canon 70-200mm f/4.0 L IS USM, mit dem ich meine ersten Gehversuche mit der Astrotrac unternommen habe.

Geplant hatte ich aufgrund obiger Gegebenheiten, mir eine HEQ5 und einen ED 80/ED 100 anzuschaffen. Ich habe mich relativ viel mit den Vor- und Nachteilen von Refraktoren und Reflektoren beschäftigt und tendiere momentan zu ersteren. Später käme dann noch ein Autoguider dazu, als Guidescope hätte ich noch ein "Lidl-Scope". Welchen Autoguider könnt Ihr empfehlen? Ich möchte den Aufwand für Aufbau etc. so gering wie möglich halten, daher könnte ich mir vorstellen, dass ein Standalone-Autoguider am besten wäre. Sehe ich es richtig, dass man für diese Art Autoguider keinen PC benötigt?

Was haltet Ihr von meinen Plänen? Klingt das sinnvoll oder gibt es Einwände oder Anmerkungen?

Vielen Dank!

Liebe Grüße

Beni
 
Hallo Beni,

deine Pläne finde ich sehr interessant, vor allem weil ich mich vor einem 3/4 Jahr auf den selben Weg gemacht habe. :smiley61:

Angefangen mit einer EOS 550D auf einfachem Fotostativ und nun bei einer HEQ5 und einem ED80 gelandet. Die HEQ5 deshalb, weil ich auch mobil sein wollte und mir eine schwerere Montierung dafür unpraktisch schien. Und den ED80 weil er gute Leistung bringt und gewichtsmäßig genug Reserve für weitere Ausrüstung lässt.

Zum Guiden nutze ich ein 80/400 Startravel den ich günstig geschossen habe und eine AlCCD5. Das klappt mit PHD2 wunderbar, man braucht allerdings ein Net- oder Notebook. Wenn du einen Autoguider nutzen willst, würde ich den MGEN empfehlen. Von dem habe ich bisher nur gutes gehört und gelesen und einen PC brauchst du dann nicht. Für mich war das nie ein Thema, da ich mein Netbook von Anfang an auch zur Steuerung der Monti und DSLR nutzen wollte. Bin damit auch sehr zufrieden.

Mit etwas mehr Brennweite (bei mir 480mm) hat man auf jeden Fall genug Objekte, sodass es nicht langweilig wird... Und in der Kombi läuft die Monti und das Guiding schön ruhig, Langzeitaufnahmen sind problemlos möglich.

Viel Spaß wünsche ich dir bei der Umsetzung, ich jedenfalls hatte und habe ihn! :smiley47:

CS,
Markus

 
Hallo Markus,

vielen Dank für Deine interessante Antwort! Deinen Erfahrungen nach scheint mein geplantes Vorgehen also nicht so falsch zu sein.
Ich überlege gerade, mir für den ED 80 / ED 100 lieber einen guten Sucher zu kaufen, durch den ich mit dem MGEN guiden kann. Dann kann ich mir das extra Leitrohr sparen.

Denkst Du, dass die HEQ5 auch einen ED 100 fotografisch tragen könnte?

Ich hätte noch eine etwas ungewöhnliche Bitte an Dich (oder gerne auch jemand anderes): der Foren-Benutzer BerndB verkauft hier im Forum seine HEQ5 inkl. Newton und Zubehör (siehe http://forum.astronomie.de/phpapps/...41/Words/BerndB/Search/true/Re:_HEQ5GOTO__+_8"Sky#Post1149630). Leider darf ich ihm über das Forum keine PN senden und eine E-Mail-Adresse hat er nicht angegeben. Vor einer Woche hatte ich beim Admin über das Kontaktformular darum gebeten, für PNs freigeschaltet zu werden, aber bisher nichts gehört. Könntest Du BerndB vielleicht eine PN mit Verweis auf diesen Thread senden? Er möge mich bitte unter beni.goll (ätt) gmail.com kontaktieren. Das wäre super! :-)

Viele Grüße

Beni
 
Hallo Beni,

ich habe deine Anfrage mal weitergeleitet.

Wenn du per Sucher / MGEN guiden willst, wird sicherlich auch ein 100er gehen. Ich wollte aber bewusst klein anfangen, um nicht zuviele Fehlerquellen "einzubauen". Mit Doppelbefestigung und Leitrohr kommt aber auch schon einiges an Gewicht dazu, was du einsparen kannst. War am Ende natürlich auch eine Preisfrage... ;-)

CS,
Markus
 
Hi Beni,

liest sich wie ein Plan!

Ein paar kleine Anmerkungen noch...

Zum einen würde ich an deiner Stelle den "Aufpreis" für nen 100er ED eher in den Umbau einer DSLR stecken. Gerade für die "kleinen Brennweiten" sind eher die h-alpha-Nebel interessant (weil es einfach so viele davon gibt und die nebenbei recht groß sind). Da du als begeisterter Fotograf vermutlich deine 70D nicht umbauen lassen willst, könntest du in der Bucht nach ner gebrauchten 600D ausschau halten und diese umbauen lassen (habe ich auch so gemacht, meine 7D war mir auch zu schade).

MGEN mit Sucher ist mit Sicherheit eine gute Wahl, dennoch bin auch ich, wie Markus, den Weg 80/400 + Alccd5.2 gegangen und habe einen Raspberry Pi im Powertank verbaut, der für mich das Guiding übernimmt. Kostenmäßig dürfte sich das nicht viel geben, dafür hast du mit dem recht schnellen Refraktor und der Alccd5.2 nie Probleme einen Leitstern zu finden. Entscheiden musst du das aber für dich selbst. Meinen Sucher nutze ich auch als solchen und da fand ich das 2. Rohr einfach "handlicher".

Vom Gewicht her dürfte die HEQ5 auch mit 2 80er Refraktoren keinen Probleme bekommen.
 
Hallo,

man kann bei einem Umbau ohne Probleme weiterhin normal Fotografieren, man muss halt manuellen WL Abgleich machen. Meine 70D ist aktuell beim Umbau :)
(Natürlich nur wenn man einen anderen Filter einbaut, sonst passt der Fokus nicht)


Für den Preis einer neuen HEQ5 bekommst du leicht eine gute EQ6 mit Upgrade, dann kannst du später mal ohne große Probleme ein größeres Teleskop drauf packen ohne an die Grenzen zu kommen :)

Grüße
Ramon
 
Hallo zusammen,

ui, noch ein Markus. Jetzt wird es kompliziert ;-)

@markus_kausb: danke für das Weiterleiten der Anfrage, BerndB hat sich bei mir gemeldet. Gut zu wissen, dass auch ein 100ED von der HEQ5 getragen werden kann. Wäre vielleicht eine Option für die Zukunft.

@Sodiac: danke für Deine Hinweise! Die Idee, lieber mit einem ED80 anzufangen und durch das gesparte Geld eine DSLR umbauen zu lassen, finde ich gut!

@Ramon90: guter Hinweis, dass man nach dem Umbau trotzdem normal fotografieren kann, danke! Ich fotografiere sowieso ausschließlich im RAW-Format und mache in Lightroom dann den Weißabgleich. Das stellt also keine allzu große Einschränkung dar. Bzgl. Montierung: ich möchte gebraucht kaufen und auch mobil bleiben. Eine EQ6 kommt daher erstmal nicht in Frage.

Viele Grüße

Beni
 
Hallo,

ein Nachtrag noch:

@Sodiac: das mit dem RaspberryPi klingt sehr interessant, ich bastele auch gerne damit herum. Hast Du weitere Infos für mich, wie Du den Pi für die Astrofotografie nutzt?

Grüße

Beni
 
Hallo zusammen,

Zitat von Ramon90:
man kann bei einem Umbau ohne Probleme weiterhin normal Fotografieren, man muss halt manuellen WL Abgleich machen. Meine 70D ist aktuell beim Umbau :)
(Natürlich nur wenn man einen anderen Filter einbaut, sonst passt der Fokus nicht)

man kann eine umgebaute DSLR nur dann weiter benutzen, wenn man den entfernten Filter durch einen Clipfilter ersetzt (das hat mit der Fokallage auch nix zu tun!). Wenn man diesen Filter nicht setzt bringt auch ein manueller Weißabgleich nichts und die Fotos haben immer einen leichten Rotstich, der sich auch im RAW nur schwierig entfernen lässt. Benutzt man einen solchen Filter, kann man an den APS-C-Modellen von Canon KEINE EF-S-Objektive mehr verwenden, was im WW/UWW äußerst ärgerlich wäre...


Zitat von BeniG:
@Sodiac: das mit dem RaspberryPi klingt sehr interessant, ich bastele auch gerne damit herum. Hast Du weitere Infos für mich, wie Du den Pi für die Astrofotografie nutzt?

Aktuell nutze ich den Pi in meinem Powertank als Autoguider (lin_guider) iVm. einer Alccd5.2 am Leitrohr. Da meine Montierung die Kamera (EOS 600D(a)) steuern kann, habe ich noch keine weiteren Experimente mit gphoto2 gemacht, mit dessen Hilfe man auch DSLRs ohne Probleme per Pi bedienen kann.
Per VNC lässt sich das ganze dann auch ganz gut per Tablet überwachen.
 
Hallo zusammen,

die EQ6 hätte ich auch schon wegen Mobilität ausgeschlossen. Ich muss für guten Himmel die Kleinstadt verlassen und bin froh, dass die HEQ5 so ein "Leichtgewicht" ist... :smiley47:

Der Beginn mit einem ED80 ist schon voll ok. Für die Differenz kannste locker nen Umbau der Canon machen lassen und hast dafür nochmal einige Objekte mehr zum Aufnehmen.

Das mit dem Raspberry klingt auch spannend! Derzeit steuere ich Montierung, Canon und Guiding per Netbook. Das ist auch ne gute Lösung, aber natürlich etwas "unhandlicher".

Einen USB-Port habe ich aber noch frei, wo demnächst ein Motorfokus angesteuert werden soll. Dann könnte ich alles bequem aus dem Haus bedienen. Du siehst, auch wenn die Optik erstmal klein ist, findet man immer wieder was neues um sich zu verbessern. :smiley60:

Viel Spaß bei der Umsetzung!

CS,
Markus
 
Hallo zusammen,

@Sodiac: auf den lin_guider bin ich auch schon gestoßen. Kannst Du einen Vergleich mit dem MGEN ziehen, was die Präzision etc. angeht? Und denkst Du, dass man mit der Alccd5.2 (oder einer anderen Cam) und lin_guider auch über einen Sucher guiden könnte oder ist die Kamera dazu nicht empfindlich genug? Was für eine Montierung hast Du denn, dass die eine Kamera steuern kann? Wusste bisher gar nicht, dass es sowas gibt :-)

Grüße

Beni
 
Hi Beni,

den MGEN kenne ich nicht "persönlich", wenn du aber mal einen kleinen Blick in meine Astrobin-Galerie wirfst, wirst du feststellen, dass es mit dem lin_guider keine Probleme in Sachen Präzision gibt. Mit der Alccd5.2 am 80/400 sind 10min Subframes bei 2.000mm Brennweite kein Problem, beim kleinen 80er ED erst recht nicht.

Was die reine Empfindlichkeit betrifft, auch am Sucher solltest du mit der Alccd5.2 keine größeren Probleme bekommen. Ich pers. finde die "Leitkonstruktion" bestehend aus 80/400 in Leitrohrschellen auf 3" Reitern vertrauenserweckender in Sachen Stabilität als die meisten Sucherkonstrukte, die vielen vielen Fotos mit MGEN am Sucher belegen aber, dass ich mich da durchaus täuschen kann!

Bez. Kamerasteuerung per Montierung, die AZ-EQ6 hat z.B. einen eingbauten Fernauslöseranschluss für DSLR...
 
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