Austrittspupille vs. Pupillendurchmesser

  • Ersteller des Themas Ersteller des Themas Jens
  • Erstellungsdatum Erstellungsdatum
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Jens

Aktives Mitglied
Hallo,

ich bin mittlerweile mehr in der Jägerei als in der Astronomie unterwegs, aber da stellen sich manchmal die gleichen Fragen.

Bei einem Fernglas 8x56 habe ich eine Austrittspupille von 7mm. Jetzt bin ich schon Ende Fünfzig und mein Pupillendurchmesser dürfte selbst bei völliger Dunkeladaption drunter liegen. Wenn ich ein Fernglas mit 8x50 nehmen würde, liege ich bei einer Austrittspupille von 6,25mm, was schon an der Obergrenze meiner Altersgruppe liegt.
Siehe hier:

Bringt mir dann ein 8x56 irgendwelche anderen Vorteile, oder wäre das für mich völlig belanglos, d.h. ein 8x50 würde völlig reichen?

Wäre dann einzig die Transmission der Gläser entscheidend, also 8x50 mit 95% Transmission bringt mir mehr als 8x56 mit 90% Transmission, weil ich die 56mm eh nicht nutzen kann?

Viele Grüße,
Jens
 
Hi!

Wenn die Austrittspupille größer als die Augenpupille ist, kannst du stärker wackeln, bevor du das Bild aus den Augen verlierst. Für freihand ist das ein Vorteil.

Beste Grüße,
Alex
 
Das kann ich bestätigen.
Etwas größere Austrittspupille bringt etwas Komfort.

CS

Dietmar
 
Moin.

das ist auch der Grund warum Marinegläser meist überdimensionierte APs haben. Dadurch findet man auch auf wackeligem Boden immer noch einen bequemen Einblick. Für die Heiligkeit des Bildes bringt das aber tatsächlich nichts.

Bis dann:
Marcus
 
Hallo,

ich kann auch aus eigener Erfahrung bestätigen, dass man mit zunehmendem Alter einen gewissen Komfort zu schätzen lernt :) Ob man ein paar Millimeter Linsendurchmesser dadurch „vergeudet“ ist doch egal.

Grüße
Maximilian
 
Bei zwei Beobachtern mit recht ähnlichem Augenabstand muß man diesen wenn die AP größer ist als die EP weniger genau einstellen das heißt man kann das Glas hin- und herreichen, nur nachfokussieren und dann paßt das.


Viele Grüße Felix
 
Hallo Jens
Ich würde unterscheiden zwischen Jagd und Astronomie
Bei der Jagd hast Du mit sehr viel weniger Licht zu tun als in der Astronomie.
So ein dunkler Waldrand bei bedecktem Himmel ist fast schwarz und das Reh zeigt mit viel Glück gerade mal den "Spiegel" - (weisse Schwanzspitze).
Dafür braucht man soviel Licht wie möglich.
Eine Austrittspupille, die genau so groß wie die Iris ist, führt leicht zu Abschattungseffekten schon bei kleinster Bewegung.
Es gibt auch so Effekte
wie Pupillenaberration (Kidney Beaning) die immer dann am stärksten zuschlagen, wenn die Iris eben genau auf die Austrittspupille draufpassen soll.
Bildschärfe ist in dieser Situation nachrangig, da die Netzhaut mit stark verringerter Auflösung arbeitet.
.Das 8 x 56 ist deshalb das klassische Jagdglas.
Am Himmel sind die Verhältnisse anders : Der Himmel ist sehr viel heller auch in den dunkelsten Gegenden.
Ausserdem hat man es mit kritischen Objekten zu tun die keine Fehler verzeihen - den Sternen.
Dazu kommt, daß die Sterne mit größerer Austrittspupille nicht heller werden da Punkte, der Hintergrund aber schon.
Für 8 x 56 braucht man schon einen sehr dunklen Himmel, damit die Sterne nicht im Hintergrund absaufen.
Ausserdem hängt viel von der Sehschärfe ab - ich zB kann bei über 5 mm Austrittspupille auch mit Brille keine wirklich scharfen Sterne mehr erkennen.
Das bessert sich sehr schnell bei kleineren AP . Für mich ist 4 mm AP optimal. - Also 8 x 32 , 10 x 40 oder 12 x 50 .
Das kann aber für dich anders sein. Es gibt auch noch andere Gründe für kleinere APs : richtige Weitwinkel beissen sich mit großen APs weil die Okulare und Prismen sehr groß sein müssten.
Ich hoffe ich konnte helfen
 
Hallo,

ich bin mittlerweile mehr in der Jägerei als in der Astronomie unterwegs, aber da stellen sich manchmal die gleichen Fragen.

Bei einem Fernglas 8x56 habe ich eine Austrittspupille von 7mm. Jetzt bin ich schon Ende Fünfzig und mein Pupillendurchmesser dürfte selbst bei völliger Dunkeladaption drunter liegen. Wenn ich ein Fernglas mit 8x50 nehmen würde, liege ich bei einer Austrittspupille von 6,25mm, was schon an der Obergrenze meiner Altersgruppe liegt.
Siehe hier:

Bringt mir dann ein 8x56 irgendwelche anderen Vorteile, oder wäre das für mich völlig belanglos, d.h. ein 8x50 würde völlig reichen?

Wäre dann einzig die Transmission der Gläser entscheidend, also 8x50 mit 95% Transmission bringt mir mehr als 8x56 mit 90% Transmission, weil ich die 56mm eh nicht nutzen kann?

Viele Grüße,
Jens
Hallo Jens,
Ich würde zunächst einmal deine AP bestimmen, das geht einfach. Alles was du brauchst ist ein fein abgestuftes Bohrerset.
Du setzt dich nächtens bequem hin visierst mit bloßem Auge eine Stern an( Seeing sollte gut sein), das andere Auge schließt du.
Nun hältst du einen passenden Bohrer quer zur Seerichtung vor das Auge( kann ruhig 20cm weg sein vom Auge) und bestimmst mit welchem Bohrerdurchmesser du den Stern gerade nicht mehr sehen kannst. Das geht simpel.
CS Mike
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben