Auswahl Dobson oder "Farbwerfer"

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Alt+F4

Mitglied
Liebe Forenmitglieder, nun wende ich mich auch zwecks Kaufentscheidung an euch.

Standort 80% Stadtbalkon, ganz oben, freie Sicht West und größtenteils Ost.
20% mobil, oder Mitnahme im Urlaub geplant.

Bisher beobachtete ich mit einem 10x50 Fernglas, sowie Celestron 50/360 Refraktor.
Einfache gut sichtbare DSO, Mond, Saturn, jupiter.

Nach Deepsky Reiseführer sollten für viele Objekte Vergrößerungen bis ca. 80-100x ausreichend sein. Hoch vergrößern wird vermutlich erstmal keine Priorität haben.

In Betracht kommen für mich entweder z.b. Ein Dobson Newton wie der skywatcher heritage 130p, oder ein refraktor wie der skywatcher 102/500, wobei dieser wohl gen 80-100x ordentlich Farbe mit reinbringen soll, welche je nach Objekt stören könnte.
Daher tendiere ich eher zum Dobson, obwohl mir Refraktoren nach einem Praxistest im letzten Jahr sympathischer sind.

Meine konkrete Frage, 1.Was spricht gegen den Dobson?
2.Wäre als Einstieg auch der 102/500 Refraktor zu empfehlen?
Finde leider keine guten Vergleichsbilder wie sich der Farbfehler an verschiedenen Objekten bemerkbar macht. Abgesehen von binoviewer.

Grüße und Cs
 
Tja, "sympathische Refraktoren" ist so ein Bauchgefühl, das ich auch gut nachvollziehen kann.

NUR: ein Blick auf das Datenblatt macht die Entscheidung leicht: der Skywatcher 130p Dobson ist meines Erachtens das klar bessere Gerät.

P.S. "Spiegel oder Refraktor"-Threads starten ist nahezu tollkühn hier :D
 
Tja, "sympathische Refraktoren" ist so ein Bauchgefühl, das ich auch gut nachvollziehen kann.

NUR: ein Blick auf das Datenblatt macht die Entscheidung leicht: der Skywatcher 130p Dobson ist meines Erachtens das klar bessere Gerät.

P.S. "Spiegel oder Refraktor"-Threads starten ist nahezu tollkühn hier :D

Dessen bin ich mir bewusst.

Daher vor allem auch die Frage was der Dobson für Nachteile haben könnte.

Abgesehen davon dass ich Hocker oder Tisch nutzen muss und der Refraktor für Weitfeld besser nutzbar wäre , zumindest aufgrund meiner Recherche wohl keine.

Vielen Dank für eure Antworten.
Grüße Sven
 
Hallo "Alt+F4",

tja... Linse oder Spiegel... ...
Bei ED oder Apo, für mich nicht die Frage, bei Achromaten/FH's, da hat Sven recht, "ist so ein Bauchgefühl, das ich auch gut nachvollziehen kann."

Ich beobachte auch lieber durch einen Refraktor FH, obwohl Dobson und ein Newton parallaktisch bei mir steht.
Die Refraktoren machen mir einfach mehr Spaß und die Newtons, nicht rational begründbar, sagen mir nicht so zu.

Newtons müssen halt öfter justiert werden und haben eine Auskühlzeit, wobei die wohl nicht so arg größer ist als bei den FHs.
Wird wohl eine "Bauchentscheidung" bleiben, wenn man den Farbfehler tolerieren kann.

Ich weiß nicht ob Du an das VdS-Journal ran kommst, da sind interessante Artikel drin, unter dem Schwerpunktthema "Beobachten mit kleiner Öffnung".
 
Hallo Sven,

Nach Deepsky Reiseführer sollten für viele Objekte Vergrößerungen bis ca. 80-100x ausreichend sein. Hoch vergrößern wird vermutlich erstmal keine Priorität haben.

Die Vergrößerung allein ist nicht ausschlaggebend. Bei DSO entscheidet die Öffnung über Sehen oder Nicht-Sehen.

Finde leider keine guten Vergleichsbilder wie sich der Farbfehler an verschiedenen Objekten bemerkbar macht.

Die chromatische Aberration macht sich nicht nur als Farbfehler bemerkbar, sondern auch in einer schlechteren Abbildungsqualität. Den Farbfehler siehst Du eigentlich nur bei hellen Objekten wie Mond, Planeten oder bei Tagesbeobachtung.

Grundsätzlich bin ich kein Fan von Newton Teleskopen (Bauchgefühl), aber mit kleinem Budget und für den Einstieg ist der 130er Heritage - nach allem was ich im Forum gelesen habe - das Gerät mit dem Du die breitesten Einsatzmöglichkeiten hast.

Ansonsten würde ich Dir ein C8 empfehlen, das war das Gerät was mir den Kick schlechthin gegeben hat. Aber da reden wir dann mit vernüftiger (GoTo) Montierung über 2000 Eur plus nochmal mindestens 500 für Zubehör.

CS.Oli
 
Die Vergrößerung allein ist nicht ausschlaggebend. Bei DSO entscheidet die Öffnung über Sehen oder Nicht-Sehen.

Was ich orientierend an dem Reiseführer besonders gut finde, sind die Beobachtungszeichnungen und das vermerkt ist mit welcher Öffnung ,unter was für Himmel die Objekte gesehen wurden.
Als erster Anhalt erschien mir dies zur Orientierung sinnvoll.
Grüße Sven
 
Hallo Sven,

ich bin auch stolzer Besitzer des Reiseführers und weiß was Du meinst. Ich musste aber feststellen, dass vieles was da zu sehen ist unter idealen Bedingungen zustande gekommen sein muss, die ich offensichtlich nicht vorfinde.

Oder vielleicht gehört auch viel Erfahrung dazu, das wirklich zu sehen was im Atlas dargestellt wird.

Ausserdem sagt die Öffnung alleine nichts über die Qualität den genutzten Gerätes. Mit einem hochfeinen 80er Apo sieht man vermutlich mehr als mit einem Fraunhofer gleicher Öffnung.

Meine kurze Erfahrung ist, dass man sich mit etwas mehr Öffnung einfach leichter tut.

CS.Oli
 
Hi Oli,
Das ist gut zu hören und ist dann natürlich wieder ein Punkt mehr für den Heritage 130p.
Grüße Sven
 
Hallo Sven
hallo Oli,

Oder vielleicht gehört auch viel Erfahrung dazu, das wirklich zu sehen was im Atlas dargestellt wird.
das ist es.

Ich habe endlich mal wieder klaren Nachthimmel in den letzten Tagen gehabt und mich nur auf vier Objekte, M45, M34, C14 und M31 eingeschossen. Vielleicht schon wieder zu viele Objekte. Ich denke, dass zwei zum intensiven Beobachten reichen. Zum Abschluss des Abends, der Nacht, kann man ja ruhig noch über den Himmel wandern.
Das Ganze mit einem 120/1000 Refraktor FH mit verschiedenen Vergrößerungen, aber maximalst mit einem 13mm Hyperion.
Dabei habe ich festgestellt das bei jedem Beobachten ein kleines bisschen mehr zu sehen ist.

Es ist wohl wirklich das Sehen, das Beobachten lernen.
 
Hallo Sven,

gegen den Dobson generell spricht für Deepsky Visuell wenig. Manche Sternfreunde kommen mit dem Handling nicht klar, wollen den Komfort einer Motorisierung. Konkreter wird's, wenn man 130er Newtons betrachtet. Das Heritage scheint aus Versehen ganz gut gelungen oder man sieht auf Seiten der Konstrukteure die Stangen als ausreichenden Nachteil an. Bei vielen anderen Geräten der Größe findet man konstruktive Böcke, beispielsweise den 1,25" Vollplastik-Standard-Auszug, der am Messier in weiß ist und am Cat-Newton in schwarz. Der ist für f/5 zu eng, begrenzt durch seine Rohrlänge das voll ausgeleuchtete Feld auf quasi 0mm. Andere Geräte haben im visuellen Fokus schon den Okularauszug im Strahlengang und im fotografischen Fokus bis fast auf den Fangspiegel runtergedreht.
Ansonsten ist eben generell festzuhalten, dass f/5 eine Tüte Anforderungen ans Okular aufmacht. In 1,25" ein schönes Übersichtsokular kaufen - da sprengt ein 24mm Panoptic für viele Sternfreunde die Preisrelation zum Gerät. Ein 22mm LVW ist gebraucht eine Option, zumal unter Stadthimmel, aber da muss man erstmal ein Angebot finden. Wenn Du mein LVW 22 willst, musst Du es Dir aus meinen kalten, toten Fingern... Es gibt natürlich Optionen, die preislich besser ins Bild passen. 24mm 68° von Maxvision oder Explore Scientific zum Beispiel. Und auf der anderen Seite des Spektrums muss man sich ja an 3,5mm Brennweite herantasten. Wenig Auswahl.

Tja, das mal zum Dobson. Aber da der Farbfernseher auch f/5 hat, kann ich dem als Allrounder noch viel weniger abgewinnen. Für Deepsky relativiert sich das etwas, weil man den Farbfehler da oft nicht sieht. Aber das gilt nicht für alle Objekte. Nun, ich persönlich nutze mein Klorohr 130/650. In einem ordentlich umbauten 5" Spiegel steckt wirklich einiges an Leistung.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven,

den Weitfeldvorteil des FH sollte man nicht unterschätzen. Hier sind mehr als 5 Grad möglich, der Heritage ist auf weniger als die Hälfte beschränkt. Einige Nebel kommen da besser zur Geltung. Mit Nebelfilter kann da richtig Freude aufkommen, und dann stört der Farbfehler auch nicht.

Ein besserer Allrounder bleibt der Tischdobson allemal. Für den Neupreis von 200 Euro bekommt man allerdings auch schonmal einen gebrauchten 8 Zöller. Ist vielleicht auch eine Überlegung wert.

VG Klaus
 
Hallo zusammen,

wenn ich mir das anschaue läuft es bei den ausgewählten Kandidaten tatsächlich darauf hinaus, dass man sich zwischen Weitfeld (2" Option) + Farbfehler und größerer Öffnung ohne Farbfehler entscheiden muss.

Preislich liegt man für den 102/500er auf der günstigsten AZ Montierung die brauchbar ist schon so hoch über der 130/650er Heritage dass ein angemessenes Stativ drin ist, womit man dann keinen Tisch oder sonst was zum Draufstellen braucht.

Geht man beim 102/500er in Richtung besseres Handling und mehr Stabilität kommt man in Preisregionen, wo nicht nur ein eventuell brauchbarer 130er PDS mit 2" Option in Reichweite kommt, sondern sogar 150 mm Öffnung mit 2" Option drin sind.
Vorsicht ist bei diesen ganzen kleinen Fernostnewtons geboten, wer volle Öffnung nutzen will und noch 2", der hat wenig Auswahl. Viele die dieses super FH-Bild dem Newtonbild vorziehen kennen nur solche miesen Newtons, weil man damit z.B. einen Öffnungsvorteil kaum oder gar nicht erkennen kann.

Anders herum aufgezogen könnte man natürlich mehr Farbreinheit beim FH durch ein kleineres Öffnungsverhältnis anstreben, kommt aber dann schnell zu ganz anderen Anforderungen an Staiv und Montierung ohne Öffnungssteigerun und bei gleichzeitiger Aufgabe des Feldvorteils gegenüber dem Newton.
Eine Entlastung durch ED-Gläser macht den Hebel kürzer, das Gewicht meistens nicht leichter, belastet aber das Budget und man kommt dann auch in den Vergleich zu einer ganz anderen Newtonklasse.

Gesteht man sich eventuell für den Newton z.B. eine kleinere Budgeterhöung zu, könnte es auch ein 6" f/6 werden, wo dann die typischen "Angstgegner" von Koma und Okularasti bis Justage deutlich an Schrecken verlieren.

Ganz anders aufgezogen bekommt man, wenn man will, sowohl einen m.E. brauchbaren 130/650er Newton mit 2" Option als auch einen 102/500er Achro mit 2" Option auf einer (genauer auf der gleichen) GoTo Montierung mit dem gewaltigen Preisunterschied von 10 Euro.

Bleibt die Okularausstattung.
2" ist immer teurer als 1 1/4 Zoll, f/5 ist auch beim Refraktor keineswegs unproblematisch oder gar billig wenn man gewisse Ansprüche hat......oder man guckt weil man eben gucken will und nun auch endlich kann......und schaut dann später mal wohin die Reise mit der Ausstattung geht.

Gruß
*entfernt*
 
Hallo Klaus,

nun, 500mm Brennweite erlauben mehr Widefield als 650mm, das ist richtig. Mit Paracorr I drunter habe ich den 130/650 übrigens auch schon mit einem 40mm Okular bestückt, das klappt von der AP her noch, ohne dass man Einschränkungen bemerkt.
Aber hier im speziellen nutzt uns Widefield recht wenig, weil da der Balkon-Standort ist und daher große AP durch viel Störlicht zweifelhaft erscheinen lässt. Die wenigen extrem großen Nebel, die dann Widefield mit hartem filter erlauben würden, sind nun wieder so dermaßen kritisch, dass es mir hoffnungslos erscheint. California Nebel? Barnard's Loop?
Mit 1,25" und einem Okular für das volle Feld bestückt sind mit 650mm Brennweite 2,4° möglich. Da passt die Praesepe (M44) ins Feld, aber die beiden Eselchen nicht mehr. Plejaden ganz problemlos. Immerhin!
Umgerüstet auf 2" sind 4° zu knacken.

Ich bin daher wirklich eher von einem 24mm Weitwinkel in 1,25" ausgegangen, was mir maximal sinnvoll erscheint und auch in ausreichender Qualität bezahlbar ist.

Clear Skies
Sven
 
Hallo,

da will ich mal meinen Senf dazu geben, da bei mir in der Praxis dicht beieinander der Skywatcher 102/500 und ein alter Vixen Newton 150/750 auf Selbstbau Dobson Montierung stehen. Beide dienen dazu wenn die Zeit oder Lust nicht für die Sternwarte mit ihren Instrumenten reicht, wie dies z.B. in letzter Zeit oft der Fall war wenn es mal kurz aufklarte.

Beide Instrumente erfüllen die Anforderung für "grab and go". Den FH auf AZ3 schnappe ich mit einer Hand und einen Hocker mit der anderen. Der Dobson lässt sich samt Gerät mit beiden Händen vor die Türe tragen, der Hocker braucht dann noch einen Gang extra.

Was hat der Spaß gekostet? Den FH habe ich im Forum dereinst für 70 Euronen geschossen, diese AZ3 (ich habe noch 2 Stück in Betrieb) lief mir bei einem Astro Trödel für € 35 zu.
Die Dobson Montierung haben mir die anderen Sterngucker zu meinem 50ten gebaut. Zuerst (13 Jahre) betrieb ich darauf einen 150/1200 er Newton. Vor ca 2 Jahren wechselte ich zu einem Celestron 150/750. Grund war die Bequemlichkeit des alten Mannes. Mit dem kürzeren Rohr konnte ich auf dem Hocher sitzend beobachten egal wie hoch das Objekt stand; Zenit nah war beim F8 sehr unbequem - zum Sitzen zu hoch, zum Stehen zu niedrig. Nun lief mir in Hattingen der Vixen für € 30,- zu. Der ist solider konstruiert als der Celestron und der Okularauszug ragt nicht in den Strahlengang. Nach etwas Adaption passt er jetzt auf die Dobson Montierung.

Wie klappt das mit dem Gucken? Der FH ist stets sofort einsatzbereit. Für große Felder nutze ich meist ein 25mm Plössel (Silber Kante). Das gibt fast 3° am Himmel und ist für meine Ansprüche hinreichend scharf bis nahe am Rand. Es guckt sich einfach schön! Wenn ich die Vergrößerung variieren will kommt ein alter Okularrevolver von Wachter mit 4 Okularen zum Einsatz (Okularbrennweiten 40- 25- 12,5 und 6mm). Bis zu der 40 fachen Vergrößerung stört mich der Farbfehler überhaupt nicht. Will ich aus Faulheit ein anderes Gerät zu holen am Mond oder Planeten mal stärker vergrößern Blende ich das Objektiv ab und bei f10 ist die 80 fache Vergrößerung o.k.
Der Newton braucht jetzt im Winter schon mal 10-15 Minuten bis man durchschauen mag. Dann ist die wesentliche selbstgemachte Luftunruhe vorbei, das Bild wird aber weiterhin noch besser wenn mehr Zeit vergeht. Bei 30 facher Vergrößerung zeigt der F5 Newton am Rand des Gesichtsfeldes deutlich die Grenzen eines solchen Gerätes ohne Koma Korrektor. Dafür sammelt er mehr Licht als der FH. Wenn er ausgekühlt ist verträgt er natürlich stärkere Vergrößerungen als der FH.

Wie sagen die Schweitzer so schön: "Man kann nicht den 5er und das Weckli haben. Deswegen stehen die auch beide hier und ich weiß sie beide zu schätzen.

CS Gerhard (Sterngucker Frankenberg)
 
Hallo Sven W.,

ich glaube in letzter Zeit suchst du die Gegenargumte schonmal mit dem Mikroskop bei mir, kann das sein? Wer spricht denn von Bergsteiger und Astrosafari-Objekten wie Barnards Loop? Cirrus, Nordamerika, Pelikan, und wenn mich die Erinnerung nicht trügt auch Rosettennebel kann ich mit 80mm und Filter noch an einem schlechteren Platz mit 20,8mag/arsec² passabel erkennen. Mit 2 Grad sGf wirken die nicht in ihrer Gesamtheit (Rosettennebel vielleicht noch so gerade).

Balkonobjekte sind das für die Stadt sicher nicht mehr, da hast du wohl Recht. Aber vielleicht kommt man mit dem kleinen Refri ja auch öfter vor die Tür. Für den braucht's ja auch keinen weiteren Unterbau wie für einen Tischdobson.

Ich hatte noch keinen Heritage in der Hand. Wie sieht es eigentlich mit Justierbarkeit des Sekundärspiegels und Stabilität des Okularauszuges aus? Da liest man nicht nur Gutes.

VG Klaus
 
Hallo Klaus,

nun, ich lese einfach Deine Beiträge und wenn Du einsteigst
den Weitfeldvorteil des FH sollte man nicht unterschätzen. Hier sind mehr als 5 Grad möglich,
dann versuche ich mir das praktisch vorzustellen und stoße eben darauf, dass aufgrund des Standorts und der Objekte diese Option gar nicht die Freude machen wird, die es an einem wirklich dunklen Standort gibt. Dafür muss man nicht nach Atakama, sondern einfach nur etwas ländlich stehen. Nur halt "Stadtbalkon" steht da eben als Hauptsache und da meine ich eben, dass man dafür nicht ein recht speziell dafür geeignetes Teleskop vorziehen sollte, und dann bei Großteil der Beobachtung dessen Nachteile auch mit am Hals hat.
Ich glaube das hat nichts mit Dir zu tun.

Was das Heritage angeht: Das Stangendings ist halt etwas, womit man auskommen kann. Die anderen Gerätschaften haben ja oftmals eingebaute Konstruktionsfehler, die nach Total-OP schreien. Ich jedenfalls will nicht beim Beobachten die ganze Zeit das untere Ende vom Okularauszug vor dem Spiegel haben. Wünschen würde ich mir die Teile allesamt anders. Mein Klrorohr 130/650 habe ich ja oft genug erwähnt: So muss das! Was nicht ausschließt, dass Sternfreunde die Auslegung nach Gusto anpassen, zum Beispiel weniger Feld, flacher 1,25" Auszug und dafür Mini-Obstruktion. Ich denke das steht nicht zur Diskussion, den Selbstbau muss auch nicht jeder spannend finden. Und so gilt die Suche einem Paket, das nutzbar ist. Da bringt das Heritage eine gewisse Summe Praxispunkte zusammen. Ich hätte zwar auch Zweifel, ob aufgrund von einsackender Justage Höchstvergrößerung mit einem 3,7mm Ethos machbar ist, aber mit einem 3,8mm Eudia oder einem 4mm Planetary wird sich die Justage schon halten.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Klaus,

Wenn Du Dich am Ende entschieden haben wirst - egal für was - wirst Du mit dem Teleskop Deiner Wahl sicherlich Freude haben. letzten Endes kannst Du mit keinem der beiden Optiken wirklich daneben liegen, wenn man sich der Einschränkungen bewusst bleibt.
Witzigerweise werden ähnliche Diskussionen ja auch anderswo geführt. Lies mal spaßeshalber im DSLR-Forum oder bei den Audiophilen im Hifi-Forum nach.

Zurück zum Thema. Die Physik und das Thema Preis / Leistung sprechen ja eher für den Dobson.

Ich habe / hatte beide in Frage kommenden Optiken mit Goldkanten, Planetaries und den Refraktor zusätzlich mit einem 2" Übersichtsokular in Gebrauch, geblieben ist in meinem Fall der 102er/500. Trotz des Farbfehlers, trotz der kleineren Öffnung.

Vielleicht hatte ich mit dem Refraktor Glück und mit dem Newton nicht das richtige Geschick beim Justieren der Optik. Wenn ich mit dem kleinen Refraktor die blau-gelbe Wega sehe muss ich kurz in mich reingrinsen, und den leicht angematschten Jupiter lasse ich nach einer kurzen Stipvisite schnell hinter mir. Mir gefällt dafür die etwas nadelfeinere Abbildung der Sternchen z. B. beim Betrachten offener Sternhaufen einfach besser als im Newton. Und der OAZ ist solide genug um 2"- Mittelklasse Übersichtsokulare aufzunehmen - klar, die Schärfe am Bildrand ist ein Thema, für mich persönlich aber jetzt nicht spielentscheidend.
Ich finde auch das Handling mit dem Stativ angenehmer als die Kombi aus Unterbau und Dobson oben drauf, die ich nie richtig gemeistert habe. Und der Refraktor ist sofort einsatzbereit.

Zünglein an der Waage könnten neben dem Bauchgefühl auch praktischen Erwägungen sein.

Hast Du viel Zeit zum Beobachten oder konkurrieren Job und Familie um Deine Aufmerksamkeit?
Bist Du ein Spontanbeobachter der in dem Moment, in dem sich die Wolkenlücke auftut für zwanzig Minuten beobachten möchte, oder planst Du Deine Beobachtungen vorab mit Stellarium und Atlas während Dein Teleskop draußen auskühlt?
Falls Du im Urlaub beobachten möchtest:
Wieviel Platz darf das Gerät in Anspruch nehmen (Hier finde ich den Dobson praktischer vom Packmaß her)?
Siehst Du Dich auch mal in der Situation am Hang eines Berges auf einem Forstweg zu parken und dort Deine Optik aufstellen zu müssen?
Etc.

Schon mal viel Spaß mit Deinem künftigen Teleskop und schöne Grüße,

Rolf
 
Hallo Rolf,


hier mal eine Gegenüberstellung soweit ich sie machen kann.

Wer, wie du, prakitsche Erfahrungen mit den Geräten hat, kann die ja zum Beispiel in den Themen Klapprigkeit, Justageproblematik, Stativstabilität ergänzen.


1) Transportabel sind der Refri und der Heritage 130p beide
2) Der Refri erlaubt mehr Himmelsausschnitt
3) Der Refri muss nicht justiert werden
4) Der Refri zeigt keine Koma
5) Refri ab Werk weniger streulichtanfälliger
6) Der Refri hat ein Stativ
7) Der Heritage erlaubt höhere Vergrößerungen
8) Der Heritage zeigt keine Farbfehler
9) Der Refraktor hat normalerweise leider nur ein 1,25 Zoll Umlenkspiegel beiligen (also ab Werk nur ca 3 Grad Feld statt möglicher 5.3)

Mehr fällt mit gerade nicht ein.


VG Klaus
 
Hallo Klaus,
vielen Dank für die schön strukturierten Ergänzungen. Viel mehr kann ich auch im Nachgang nicht hinzufügen.
Schöne Grüße,

Rolf
 
Hallo Klaus,

ich hatte in Post #12 schon mal was versucht.
Warum nur gerade diese Beiden und wie vergleicht man?

Für den Mehrpreis des 102/500ers (nur mit 1 1/4 Zoll Zenitspiegel/Prisma versehen) auf der günstigsten AZ/Stativ-Kombi ist schon locker ein passendes Stativ für die 130er Heritage drin.

Schraubt man die Ausstattung für den 102/500er hoch ist ganz schnell ein anderer Newton drin, der auch 2" kann.

Das gipfelt darin, dass bei einem Preisrahmen um 450 Euro der Preisunterschied auf identischer GoTo Monti bei 10 euro mehr für den Newton mit 2" OAZ liegt. Der Refri hat dabei auch einen 2" OAZ, aber Zenitrisma/-spiegel ist schon 1 1/4 Zoll. Die Okulare sind dann wieder ähnlich.

Bleibt es grundsätzlich bei den beiden Varianten 102/500er Linse oder 130/650er Newton und man berücksichtigt nur 1 1/4 Zoll Ausstattung liegen wir grob bei 3,0 und 2,4 Grad Feld, mit 2" Ausstattung bei 4,8 und 3,7°. Dabei haben wir theoretisch sinnvolle Vergrößerungsspannen von 15 bis 150fach für den Refraktor, wobei ganz unabhängig von Qualität, rein nur der Farbfehler dem Einen bei 50fach, dem Anderen bei 80fach, dem Nächsten gar nie den Spass verdirbt.
Die Spanne für den 130/650er wäre dann zwischen 20fach und 185fach zu sehen. Ohne Farbfehler, wieder unabhängg von Qualität, aber mit dem Unsicherheitsfaktor Justage.
Wer Justage als Last und nicht als Möglichkeit sieht, eine gute Abbildungsleistung herzustellen, der ist bei einem Newton falsch.

Newtonkoma, Bildfeldwölbung und Okularasti sind bei allen günstigen Okularen in Richtung Feldrand als Gemisch zu sehen. Bei einem Nagler oder Ethos bleibt Newtonkoma fast allein übrig.
Dann erst stellt sich m.E. die Frage, tuts mir so weh, dass ich einen Komakorrektor braucht.

Es läuft bei den beiden konkret ausgewählten Kandidaten tatsächlich darauf hinaus, dass man sich zwischen Weitfeld (2" Option vorhanden) + Farbfehler und größerer Öffnung ohne Farbfehler entscheiden muss.

Gruß
*entfernt*
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Sven Alt f4,

Ich glaube du wirst mit deinem Instrument schöne Beobachtungen machen können, egal wie du dich jetzt entscheidest.

Als Hauptgerät wäre der Skywatcher meine erste Wahl. Der Wunsch nach mehr Feld kommt meistens irgendwann von alleine, aber man muss ja irgendwie anfangen.

VG Klaus
 
Moin,
ich danke euch allen für den Input, insbesondere auch für das gerade rücken von möglichen Vorstellung was ich mit dem jeweiligen Teleskop auch unter Stadthimmel sehen könnte.

Letztlich bin ich noch nicht ganz entschieden, tendiere aber doch eher zum Refraktor (steinigt mich nicht), auch wenn mich das gelegentliche justieren eines Newton nicht abschrecken würde. Die Preis/Leistung-Mehrkosten des Refraktors sind mir bewusst.

Was mir jedoch bzgl. des Dobson nicht klar ist, wie würde ich z.b. den Heritage 130 auf ein Stativ bringen? Ist das ganze mit Rockerbox nicht zu schwer um es an ein eher günstiges Fotostativ zu adaptieren?


Sollte es der 102/500 Refraktor werden, folgt vermutlich bei anhaltender Begeisterung für das Hobby dann irgendwann ohnehin ein Newton mit größerem Öffnungsverhältnis oder damit es kompakt und mobiler bleibt ein Mak oder SC.

Ich glaube die Lust an der Astronomie würde ich auch nicht verlieren,
- wenn der Farbfehler für mich schon bei eher niedrigerer Vergrößerung störend sein könnte,
- generell Objekte zu flau,matschig,neblig aufgelöst sein könnten,
- oder gar doch nicht gefunden werden.

Momentan foltere ich mich ja auch mit dem sehr kleinen Celestron 50/360 auf Fotostativ und es tut meiner Freude keinen Abbruch. Greife jedoch nach wie vor häufiger zum 10x50 Fernglas.

Im schlimmsten Falle müßte der mögliche Refraktor dann wieder einen anderen Besitzer finden.

Grüße
Sven Alt+F4
 
Hallo Sven,

für ein Fotostativ ist der Heritage definitiv zu schwer und das würde auch eine ziemliche Wackelei.

Schau Dir, wenn möglich, neben dem 102/500 auch noch mal den 120/600 an, wenn es denn ein Refraktor werden soll. Der 120er ist immer noch sehr kompakt und hat deutlich mehr Öffnung für DS.

Ich hätte ihn Dir gern gezeigt, aber sollte nicht klappen.

CS.Oli
 
Hallo Sven,

auf einigen Fotos kann man sehen, dass am Heritage eine "Vixen-Level Pismenschiene" (so nennt man das aktuell, früher "GP-Schiene") dran ist. Diese Klemmung hat sich ungeheuer verbreitet und ist sogar an aktuellen Exemplaren ganz kleiner Montierungen zu finden. Auf Fotostativen natürlich eher nicht, aber das gilt eigentlich für den 100/500 auch: Ein Fotostativ ist dafür zu schwach. Wenn Du an so eine Lösung denkst, dann ist auf einem stabilen Stativ ("Video-Stativ" oder wie auch immer betitelt) etwas nach Art einer Giro Mini denkbar. Das funktioniert somit für Deine beiden Optionen.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven,

sollte das

.....Was mir jedoch bzgl. des Dobson nicht klar ist, wie würde ich z.b. den Heritage 130 auf ein Stativ bringen? Ist das ganze mit Rockerbox nicht zu schwer um es an ein eher günstiges Fotostativ zu adaptieren?.....

ein echter Knackpunkt sein, lohnt eine nähere Betrachtung.

Beide Teleskope sind auf einem günstigen Fotostativ eher schlecht aufgehoben, denn sie schenken sich da nichts.
Die 130er Heritage mit der RB, also der Montierung sieht schwerer aus, das ist aber nur auf den ersten Blick so.

Sie wiegt komplett 7 KG und die Rockerbox ist leichter als viele andere Montierungsvarianten, von den Brauchbaren m.E. sogar die leichteste,........vom Preis gar nicht zu reden.

Die 102/500er, soweit man angaben findet, liegen komplett zwischen 10 KG und 15 KG und das schon mit den schwächsten Montierungen, z.B. AZ 3 oder EQ 1, ich würde da eher zu stabileren Varianten raten.
Das Stativ ist bei solchen Kombinationen meistens das leichteste Bauteil und darf durchaus auch eine Nummer stabiler gewählt werden, wenn man auf Standfestigkeit steht.

Bei der 130er Heritage hast Du also nochmal 3-8 KG für das Stativ übrig und dieses Stativ muss im Mittel nicht so hoch ausgefahren werden wie bei einem Refraktor, egal ob man sitzt oder steht.
Der Einblick ist oben und weniger Auszug am Stativ bringt dem Stativ höhere Stabilität. auperdem steht die Box mittig und immer in der Senkrechten über dem Stativ und bringt keine zusätzlichen Hebelkräfte ein.
Bewährt haben sich für solche Aktionen z.B. günstige Vermessungsstative, aber man findet auch brauchbare Astrostative.

Der Nachteil ist, dass Du das Triopd der Heritage selbst an die Grundplatte des Stativs schrauben musst. Für die Adaption musst Du selbst sorgen. Mag sein, dass Du dazu ein bis drei Löcher bohren und Schrauben besorgen musst.

Gruß
*entfernt*
 
Hallo,

ich wäre hier eher bei Sven und würde, sofern ein Stativ notwendig oder gewünscht ist, beide Geräte über eine/die Prismenschiene an das Stativ bringen. Prismenklemmen für das Vixen-Format gibt es auch mit Fotogewinden. Die Gewichte der OTAs sind ja quasi identisch und die insgesamt vielleicht 4 - 5 kg schaffen bei den eher moderaten Hebeln auch stabilere Fotostative. Im Kurbelstativthema gibt es dazu einige Erfahrungswerte. Ich habe gerade mein 4,5 kg Vixen BT80 samt 2,3 kg Fluidneiger völlig wackelfrei auf einem 2,3kg leichten Karbonstativ.

Hier treibt sich derzeit auch eine Giro Mini und eine TS AZT6 herum und ich würde beiden Montierungen Deine Kandidaten gerade noch zutrauen. Aber etwas Überdimensionierung schadet bei der Montierung nie. Ggf. tut es auch ein vielleicht vorhandener Fluidkopf oder notfalls sogar mal ein dicker Kugelkopf, wenn er seitlich in die 90° Kerbe gelegt wird (die dann als Gleitlager dient).

Viele Grüße
Sebastian
 
Hallo Sven Kölsch+F4,

ich würde sagen der Refraktor macht eher weiterhin Sinn, auch wenn du ein größeres Gerät hast, als der Heritage. Der klassische 8 Zoll f/6 Dobson zeigt zB kaum weniger Feld bei wesentlich mehr Auflösung und Grenzgröße. Der Heritage ergänzt den 8-Zöller also, was das Gesichtsfeld betrifft, nicht so gut wie ein richtiger Richfielder.

VG Klaus
 
Hallo zusammen,

die Heritage mit Box auf ein Stativ zu bringen funktioniert einwandfei und passt den Preis ein wenig an die günstigste Montagevariante des 102/650ers auf AZ 3 mit Stativ an.
Wenn es das gleiche Stativ ist entsteht kein Stabilitäts- oder Handlingnachteil für den Newton, zumal die AZ3 bei normaler Aufstellung ein Durchschwenken des Refraktors in den Zenith nicht gestattet.
Dahin gehend muss man alle AZ-Lösungen mit allen Teleskopen immer ansehen.

Der Ansatz von Sven funktioniert sehr gut und führt beide Teleskope in andere Preisregionen.
Man kann das Eine oder das Andere vorziehen, eine Konkurrenz gibt es da nicht.

Dass ein 102/500er im Zusammenspiel mit einem 8 Zoll f/6 Dobson Spass macht, kann ich aus langjähriger Erfahrung bestätigen(y)

Link zur Grafik: https://*entfernt*/images/atb08_dobtuningtotal.jpg

Ob es in diese, oder eine ähnliche, oder eine ganz andere Richtung geht, wer weiß?

Gruß
*entfernt*
 
Moin allerseits,
Ein kurze Rückmeldung:
Ich habe mich nun doch für den Skywatcher Heritage 130P entschieden, bestellt und bleibe gespannt.

Die Beratung hier in Kombination mit der Beratung durch den Fachhändler haben sehr geholfen.
Alle Pro und Contra wurden abgewogen und der Dobson scheint mir für mich das sinnvollere Einstiegsgerät.

Grüße und vielen Dank
Sven
 
Moin, ein erstes Mini Firstlight.

Der, das Skywatcher ist Mittwoch angekommen, leider gab es die Tage dann nur Wolken über Hamburg.

An einem 1,5 km entfernten Hochhaus testete ich es tagsüber mit den beigelegten Plösslokularen 25 und 10mm und war begeistert. Ein doch erheblicher Unterschied zum 50mm Celestron Refraktor.
Okularbedingt ein deutlich angenehmerer Einblick und es traten trotz ähnlicher Vergrößerung für mich wahrnehmbar deutlich mehr Details hervor. Einfach ein knackscharfes Bild. Leider hatte ich den Leuchtpunktsucher noch nicht justiert.

Mit der Rockerbox komme ich super klar, sie lässt leicht nachführen und bietet genug Widerstand, dass sie bei leichter Berührung noch nicht verrutscht.
Auch dem genutzten schmalen Klapptisch stand es rutschfest.
Der Okularauszug ist für mich annehmbar, ich bin ja noch kein High-End gewohnt und das gelegentliche wackeln beim fokussieren verschwand nach loslassen grob nach 1 Sekunde.

Gestern sollte es voraussichtlich relativ früh aufklaren, nach Wolkenradar dann jedoch erst in der Nacht.
Auf dem Sofa sitzend im Deepskyatlas vertieft, Orion und Umgebung studierend, wartete ich auf das aufreißen der Wolkendecke und schlief leider irgendwas kurz vor 0 Uhr ein...

Vermutlich weil mir das Licht des quasi Vollmond ins Gesicht peitschte, wachte ich gegen 3 Uhr wieder auf mit ordentlicher Nackenverspannung. Den Moment erkannt, Nacken kurz gedehnt und ausgeschüttelt schnappte ich mir dann den Skywatcher und raus auf den Balkon.

Leider stand Orion schon viel zu tief, hieran wollte ich mich ursprünglich probieren, auch wenn der Mond vermutlich einiges vereitelt hätte.

Beim Griff zu den Okularen fiel mir leider auf, das ich das gesamte Paket im Kinderzimmer vergessen hatte, und meinen Sohn wollte ich dann Nachts, aufgrund der eingebauten bodengebundenen Legosteinschmerz-Alarmanlage nicht mehr wecken. So griff ich mir die einfachen Okulare vom Celestron, welche noch im Wohnzimmer lagen.

Flugs den Mond eingestellt und ich war begeistert, mit dem 8mm Okular kam ich auf ca. 81x Vergrößerung und so detailliert habe ich den Mond noch nie gesehen. Ich freue mich jedoch schon auf den abnehmenden Mond wenn noch mehr Kontraste zu sehen sein werden.
Leider hatte ich auch den Mondfilter im Kinderzimmer gelassen. Nach 1 Minute hatte ich schon genug, da mir das BIld unerträglich wurde.
Glücklicherweise habe auch ich zwei Augen. So wechselte ich dieses und fuhr mehrfach den Rand den Mondes rundum ab. Sterne konnte ich am Westhimmel aufgrund Vollmond so gut wie keine ausmachen.

So wechselte ich quer durch die Wohnung Richtung Osten.

Hier kann ich jedoch nur durch die Küchenfensterfront beobachten, immerhin jedoch aufgrund Schiebevorhänge mir einen Spalt einstellen, so dass ich relativ gut gegen Streulicht geschützt bin.

Leider stellte sich nun heraus, dass meine Beobachtungsposition nicht reicht um weit genug Richtung Zenit zu schwenken. Gerade mal Vega konnte ich noch gegen 3:30 Uhr erreichen. Vermutete Position M13 und M92 schon nicht mehr, Wenn man Sie überhaupt gesehen hätte. Bis auf helle Sterne wie Vega zeigten sich die übrigen nur sehr flau und schwach. Vermutlich war es insgesamt einfach zu hell.

Aufgrund des noch nicht eingesetzten Leuchtpunktsuchers brach ich das suchen nach weiteren Objekten ab.
Nun im Bett schlafend, träumte ich von den nächsten sternenklaren Nächten ohne Mond.

Ich denke es war die für mich richtige Wahl, insb. auch da es noch erheblich Reserven in der Vergrößerung/Helligkeitsreserven hat für Mond, Planeten etc. und natürlich die farbreine Abbildung. Den Gewinn an Auflösung gegenüber dem kleinen Refraktor empfand ich als enorm. Gefühlt wie der Wechsel vom normalen Fernseher zu Full HD. Entschuldigt den vielleicht unpassenden Vergleich.

Für den Blick nach Osten muss ich mir defintiv aber noch einen geeigneten Beobachtungsplatz suchen. Ich freue mich auch schon auf die ersten Beobachtungen außerhalb Hamburgs und unter deutlich dunklerem Himmel.

CS Sven Alt+F4
 
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