Auswahl von Objektiven für binokulare Teleskope

SpacePatrol

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Hallo zusammen,

im Zusammenhang mit einem geplanten Projekt, möchte ich mich mit einem Problem an euch wenden, bei deren Lösung ich eure Hilfe gebrauchen könnte.
Eine Problembeschreibung soll euch die Ausgangssituation meiner Gedanken schildern:
Ich bin seit langer Zeit großer Fan des binokularen Beobachtens, sowohl mit binokularen Ansätzen an monokularen Teleskopen als auch mit Ferngläsern und binokularen Teleskopen. Leider gibt es die Firma Binoptic bekanntlich nicht mehr, die zuvor nach meiner Meinung exzellente Geräte hervorgebracht hat. Auf der Suche nach einer adäquaten Alternative kam mir der Einsatz von Matsumoto EMS an zwei parallel montierten monokularen Telekopen in den Sinn. Nachdem ich anfänglich gedacht habe, dass ich einfach nur ein zweites Exemplar eines bereits vorhandenen Teleskops und ein Set Matsumoto EMS sowie ein paar mechanische Teile zum parallelen Montieren benötige, wurde mir klar, dass ein Aspekt in meiner Betrachtung bisher unberücksichtigt blieb: die genauen Brennweiten der Objektive. Die Bezeichnung von Objektiven ist herstellerübergreifend häufig in Objektivdesign, Öffnung und Brennweite strukturiert (z.B. APQ100/1000). Wenn man die jeweiligen Objektive aber mal genau betrachtet, stellt man fest, dass kein Objektiv tatsächlich exakt 1000mm Brennweite hat. Die tatsächliche Brennweite kann darüber oder darunter liegen, was zu einer erheblichen Differenz zwischen den Brennweiten von zwei Objektiven kommen kann, die man in einem binokularen Teleskop benötigt.
Kann mir jemand sagen, wie groß die Differenz maximal sein darf, um die aus den Brennweitedifferenzen resultierende Vergrößerungsdifferenzen nicht als störend wahrzunehmen? Der abzudeckende Vergrößerungsbereich soll von Widefield (im Bereich der technisch sinnvollen Minimalvergrößerung) bis Höchstvergrößerung (im Bereich der technisch sinnvollen Maximalvergrößerungen) an hochwertigen beugungsbegrenzten Objektiven liegen.
Ein professioneller Hersteller binokularer Geräte wird vermutlich einfach eine Vielzahl von Objektiven hinsichtlich der Brennweite vermessen und passende Objektive zu Sets für ein Gerät kombinieren. Die Möglichkeit habe ich natürlich nicht, weshalb ich gerne vorab abschätzen möchte, wie wahrscheinlich es ist, ein passendes zweites Teleskop zu finden, das am Ende zu einem vorhanden Teleskop passt.
Wie würdet ihr die Brennweite eines Objektivs oder die Brennweitedifferenz zweier Objektive selbst messen?

Vermutlich bin ich nicht der Erste, der sich mit dieser Problematik beschäftigt, weshalb ich mich freuen würde, wenn ich von euren Problemlösungen partizipieren kann. Besten Dank für eure Hilfe.

Allzeit klaren Himmel!

Schöne Grüße
Felix
 
Hallo,
auf die Frage, wie würdet ihr die Brennweite eines Objektives selbst messen: da fällt mir aus der Anfangszeit der Sternguckerei folgender Versuch ein: man nahm eine Lupe und betrachtete den Strahlengang (Sonne). Wenn er punktförmig endete, fing der Punkt an zu glimmen (gleich Sonne). Dann wußte man die Brennweite. Ist so eine Spielerei heute bei den Objektiven noch machbar (klärt mich mal auf, "gg")

Gruß Günther
 
Hallo Günther,

ich befürchte, dass es nur für eine grobe Messung reichen wird. Für die Auswahl der Objekte dürfte es wohl nicht genau genug sein. Mit der Sonne wäre es mir im wahrsten Sinne des Wortes auch etwas zu heiß :cool:
Ich würde vermutlich auf eine schwächere Lichtquelle zurückgreifen.

Als Experiment ist es aber sehr interessant die Sonnenenergie von der gesamten Spiegelfläche auf einen „Punkt“ zu konzentrieren.

Schöne Grüße
Felix
 
Hi!

Kamera anschließen, Sternenhimmel fotografieren, per Platesolving das Bildfeld auslesen. APT z. B. spuckt glaube das Bildfeld aus.

Oder je ein Bild mit jedem Teleskop machen und übereinander legen.

Beste Grüße,
Alex
 
Hallo Felix,

ich habe bei meinen Recherchen damals 3 % Brennweitendifferenz irgendwo gelesen, kann Dir aber die Quelle nicht mehr nennen. Ich denke, solange Du Objektive verwendest, die in größerer Stückzahl, quasi industriell, gefertigt werden, sollten die Unterschiede zwischen den einzelnen Exemplaren klein genug sein, so dass man keine Probleme bekommt. Wichtig ist, dass sie vom gleichen Hersteller und vom gleichen Typ sind. Dann kann man wohl davon ausgehen, dass die Produktionsschwankungen (die es immer gibt) klein genug sind.

Ich habe bei meinem 10" Doppel-Newton einfach zwei GSO-Newtons von der Stange genommen und kann keine Unterschiede feststellen.

Viele Grüße
Andreas
 
Hallo Alex,

das ist in der Tat eine gute Idee. Diese Variante mit einer Kamera hatte ich noch gar nicht in betracht gezogen. Dann muss ich mal schauen, ob ich entsprechende Software habe. Die einzige Schwierigkeit dürfte darin bestehen, diese Überprüfung vor dem Kauf eines Gerätes zu machen. Auf jeden Fall aber schon mal vielen Dank für deine Hilfe.


Schöne Grüße
Felix
 
Hallo Andreas,

wenn die Toleranz tatsächlich bei 3% läge, wären es natürlich bei weitem nicht so schwer zwei kompatible Geräte zu finden. Leider konnte ich selbst aber auch keine belastbaren Werte finden. Sofern du doch noch über die Quelle deines Wertes stolpern solltest, wäre ich über einen Hinweis sehr dankbar.

Grundsätzlich gehe ich auch davon aus, dass es bei Objektiven in Serienfertigung keine große Schwankungen bei der Brennweite gibt. Aber wenn man nicht weiß, wie groß die Toleranz sein darf, weiß man auch nicht, ob die Differenz innerhalb der Toleranz liegt.

Wie groß ist die Brennweite deiner 10“-Newtons?

Schöne Grüße
Felix
 
Hallo Felix,

online dürfte es unter Astrometry.net gehen, einfach ein JPG hochzuladen. Ich habe das da aber noch nicht ausprobiert.

Beste Grüße,
Alex
 
In deinem Falle würde die Toleranz dann bei über 38mm liegen, wenn man die genannten 3% zu Grunde legt. Das wäre nach meinem Empfinden schon eine große Toleranz.

Vielleicht war meine Sorge hinsichtlich der Brennweitedifferenzen auch gar nicht begründet :unsure:
 
Ich glaube nicht, dass die beiden Spiegel so weit auseinander liegen. Als Produkte, die wohl in Großserie hergestellt werden, würde ich eher eine Varianz von vielleicht 5 mm annehmen, eher weniger. Wenn man 38 mm Unterschied hätte, würde das natürlich auch Konsequenzen für den mechanischen Aufbau des Binos haben, denn die Bildebenen müssen ungefähr auf einer Ebene liegen, damit die Okulare einen bequemen Einblick bieten können, ohne dass man den Kopf schief halten muss.

Überhaupt: auch bei (Zoom-) Okularen wird es herstellungsbedingt Schwankungen in der effektiven Brennweite geben. Die Gesamtvarianz der Vergrößerung erhöht sich hierdurch natürlich.

VG
Andreas
 
Hallo Jochen,
zu deinem Beitrag von gestern 16.29 Uhr: (lache nicht), habe beste Erfahrungen mit einem Zoom von Seben gemacht, 8-24mm , sowohl beim 12,5" Dobson als auch bei einem C 8. Das viele Wechseln von Einzelokus war mir zu lästig, deshalb die Anschaffung, über die man hier streiten könnte....

Gruß Günther
 
Hallo Felix,

die Lösung ist nicht so schwer wie man denkt. Auf dem diesjährigen ITV beispielsweise war ein sehr schönes (und leichtes) 6“ Bino mit 2 hochwertigen Objektiven zu bewundern. Wende dich an Matthias Wirth (findest du im Netz). Er hat jede Menge Erfahrung mit dem Bau erstklassiger Geräte, auch großer Binos.

Viele Grüße
Werner
 
Hallo Jochen, Hallo Andreas,

Zoomokulare sind für mich zumeist eher Kompromislösungen. Ich habe zwar auch ein paar Zoomokulare unter den Okularen und was Schärfe und Kontrast angeht, müssen diese sich auch nicht vor guten Festbrennweiten Verstecken, aber deren sGF ist mit ca. 50° dann doch eher bescheiden. Gerade bei einem großen binokularen Teleskop ist mir ein großes tatsächliches GF am Himmel aber wichtig. Daher tendiere ich auch zu den ganz großen EMS, die auch viele 2“-Okulare noch ausleuchten können. Mein Augenabstand ist groß genug (und die Nase klein genug) um mit vielen schlanken 2“-Okulare binokular beobachten zu können. Die TV NT5 20mm oder die TV NT4 17mm sind binokular schon beeindruckend.

Was die von Andreas angesprochen Differenzen der Brennweite von Zoomokularen betrifft, habe ich noch keine Problem festgestellt. Meine Erfahrungen beschränken sich weitgehend auf die TeleVue Nagler Zoom 3-6mm und die Zeiss Vario 10-25mm. Ich habe zwar auch noch ein paar Zoomokulare (Pentax, Baader, etc.), diese aber nur einmal. Das Pentax XL 8-24mm Zoom ist leider so voluminös, dass ich befürchte, dass ich die Nase nicht mehr dazwischen bekäme.

Schöne Grüße
Felix
 
Falls es um Achromate geht, würde ich die (puren) Objektive quasi vom Hersteller vermessen lassen - mit der Angabe des Projektes und der Kaufabsicht bei zwei nahezu identischen Objektiven z.B. bei edmund optics . Wenn die geeignete Optiken haben, vermessen die vllt. auch gg. Aufpreis, einfach mal anfragen, und man hätte auch protokollierte Abweichungen in %. Man weiß ja, welchen Betrag/Lichtweg die Fokussierer ausgleichen können.

csm
 
Hallo Werner,

die Geräte von Matthias Wirth sind mir gut bekannt und ich schätze seine Arbeit auch. Daher erwäge ich auch sein Dienste in Anspruch zu nehmen, wenn ich ein weiteres Exemplar eines vorhanden Refraktors gefunden habe. Er könnte dann sicher eine solide und optisch ansprechende Mechanik als Verbindung der beiden Tubusrohre herstellen, ebenso wie die Anpassungen der EMS-Einheiten.
Auch bei der Anpassung an eine Montierung kann er sicher behilflich sein. Doch vorher muss ich ein passendes Gerät finden.:rolleyes:

Ich habe auch schon mit einem fertigen Bino von APM geliebäugelt, jedoch kann ich mir nicht vorstellen, dass es mit einem binokularen Refraktoren mit hochwertigen apochromatischen Objektiven mithalten kann. Ich habe zwar schon viel Gutes über die APM-Binos gelesen und auch schon mal durch ein ED120 geschaut, aber so richtig überzeugen konnte mich das ED120 nicht. Bei niedrigen Vergrößerungen war es ein schönes Widefieldgerät, aber am Planeten konnte es es mit einem vergleichbaren Binoptic nicht mithalten.
Mich würde mal ein direkter Vergleich zwischen dem 150mm APM-Bino und einem 150mm Bino auf zwei hochwertigen Apos interessieren.

Schöne Grüße

Felix
 
Hallo Manne,

es sollen in jedem Fall apochromatische Objektive sein, um auch hochvergrößernde Planeten- und Mondbeobachtungen zu ermöglichen.

Schöne Grüße
Felix
 
Hallo Felix,

bei einem solchen Projekt wäre mein Ansatz wohl der Versjch, zwei Geräte aus derselben Charge zu erwerben. Also optimalerweise mit aufeinander folgenden Seriennummern.
Und das sowohl für die Teleskope als auch die Okulare.
Diese Geräte ähneln sich mit sehr großer Wahrscheinlichkeit.
CS Thomas
 
Hallo Thomas,

da stimme ich dir grundsätzlich zu. Die Problematik ist jedoch, dass es allgemein schon schwierig ist überhaupt jemanden zu finden, der ein passendes Gerät verkaufen möchte. Dann auch noch ein Objektiv aus der gleichen Charge zu finden erschwert die Sache dann nochmal sehr.

Was bei den Objektiv anhand von Seriennummer noch möglich erscheint, ist bei der Okularen fast unmöglich. Es gibt leider nur wenige Hersteller, die ihre Okulare mit Seriennummern versehen. Bei Okularen sind mir bisher aber auch noch fast keine Abweichungen hinsichtlich der Brennweiten aufgefallen.

Schöne Grüße
Felix
 
Hallo,
was mich an der ganzen Sache reizen würde: die 150er Bino mit Wechselokularen mit Zoom-Okularen zu bestücken und durchzutesten. Firma Wellenform hätte dazu bestimmt noch etwas zu sagen....., bin gespannt.

Gruß
Günther
 
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