Auswahlhilfe erste Ausstattung

JohndeFries

Mitglied
Hallo Astronomie-Gemeinde,

das ist mein erster Beitrag hier im Forum. Darum bitte Nachsicht, wenn es alles schon mal irgendwo hier gab. Es würden auch Hinweise auf bestehende Beiträge reichen.
Es geht mir erstmal um ein paar Hinweise für meine erste Ausstattung. Ich würde mir gerne zu erst einen Refraktor zulegen wollen. Hatte schon den ersten Reinfall damit mit einem Bresser AC 152/1200 auf einer Montierung Exos 2 Goto. Das ganze hat schon beim ersten "Angucken" des Okularauszuges gewackelt. Habe darum gleich die Rückgabe abgeklärt.
Seit dem bin ich auf neuer Suche. Der Refraktor an sich war eigentlich als Einstieg soweit o.k. Habe aber natürlich noch keinen Vergleich zu einem APO. Bei AstroShop.de sagten Sie mir, das das Bundle von Bresser als zu schmalbrüstig bekannt ist. Es gibt aber von Bresser keine stabilere Montierung dazu. Ich sollte besser einzeln was zusammenstellen. Darum möchte ich erstmal hier bei Euch nachfragen, weil bei Euch ja keine Kaufinteressen dahinterstehen.
Folgende Fragen:
Lohnt sich ein AC-Refraktor mit obiger Optik oder ist es rausgeschmissenes Geld und ich sollte lieber auf einen APO sparen?.
Würde eine Montierung wie die Skymaster EQ-6 für so einen Refraktor ausreichen, wenn ich auch damit fotografieren will? Ich liebäugele da evtl. mit der EQ-6R Pro.
Oder würdet Ihr mir da zu einer anderen Montierung raten ?
Als Kamera möchte ich meinen EOS-7D-Body ( APS-C) verwenden.
Ist bei einer EQ-6 auch noch etwas Luft nach oben, wenn ich später mal noch einen ( ?...10" ? ) -Newton draufpacken möchte.
Mein Anliegen mit dem Refraktor ist erstmal hauptsächlich Planeten- und Mondfotografie, evtl. auch schon mal "Anfänger"-DeepSky-Objekte, für die ein F/8 noch ausreicht.
Refraktor erstmal deswegen, weil ich gerade im Planen und den Anfängen bin mit einem Newton-Spiegel in Selbstschliff und damit dann später hauptsächlich DeepSky beobachten/fotografieren möchte.

Danke für Eure Nachsicht und hoffentlich auch ein paar Hinweise,

viele Grüße, Jürgen
 

mbba18

Mitglied
Hallo Jürgen,

ich kann Deine Erfahrung mit der EXOS-2 nicht ganz nachvollziehen.
Ich habe sie auch, zwar ohne GoTo, aber rein von den technischen Angaben, kann die Montierung 13 Kg tragen und der Refraktor 152/1200 hat laut Angeben 11Kg.
Ich hab einen nicht ganz so schweren Refraktor drauf . Einen 127/1200, der 9Kg mit bringt.
OK, wenn der nicht ordentlich ausbalanciert ist, zittert der schon a bisserl nach. Bei der Baulänge haben diese Refraktoren schon einen ziemlichen Hebel. Dennoch funktioniert es bei mir bestens.

Klar ist eine größere Montierung immer besser, zumal in Hinsicht auf Astrofotografie und wenn man nicht auf Mobilität angewiesen ist.

Durch einen Apo hab ich auch noch nicht geschaut. Bei einem Achromaten wird halt der Farbfehler zum Gegenstand. Der ist, meines Wissens, bei einem Achromaten nur durch hohe Brennweiten zu verstecken.
Da spielt natürlich der Apo seine Vorteile aus, die aber auch auf den Preis niederschlagen.

Zum schleifen eines Spiegels kan ich nichts sagen.
 

b_schaefer

Mitglied
Die erste Frage ist natürlich: Wofür willst Du die Ausrüstung verwenden? OK, Photo habe ich verstanden, da können andere besser Auskunft geben. Aber spannend ist trotzdem, welche Motive geplant sind.

„Alles“ ist hier keine gültige Antwort! Die Pixelgrösse der Kamera muss mit der Brennweite harmonieren und Planeten oder Mond stellen deutlich andere Anforderungen als Deep Sky Objekte.

Solltest Du noch visuell beobachten wollen, sollten Dir die Kompromisse des Gerätes klar sein. Weitfeld ist durch die lange Brennweite eingeschränkt, Hochvergrösserung durch den zunehmenden Farbfehler. Dazwischen lässt sich aber das ein oder andere spannende Objekt finden.

Viele Grüße,
Sebastian
 

Feldstecher

Mitglied
Hallo Jürgen,

Du möchtest erstmal Planeten fotografieren? Hab ich das richtig verstanden? Eine Spiegelreflexkamera ist da aber nicht so toll. Besser sind Planetenkameras, denn Planeten werden gefilmt, d.h. möglichst viele Frames in kurzer Zeit und daraus werden die besten extrahiert und gestackt (mit Software). Zweitens finde ich einen Achromaten für die fotografische (und auch die visuelle) Planetenbeobachtung für keine gute Wahl. Die Geräte haben einen Farbfehler, der gerade bei der Planetenbeobachtung störend ist. Deswegen sind farbfehlerfreie Geräte hier die erste Wahl (Mak, Newton, APO). Für Planeten zählt außerdem Brennweite. Da Newton und APO auf Grund des Hebels dann schon schwieriger zu montieren sind, greifen viele gerne zu Maks. Wenn Du Deep Sky machen willst, dann ist eine DSLR sicher ein guter Anfang, aber hier würde ich eher zu weniger Brennweite greifen und auch nicht zu einem Achromaten (es sei denn Du willst Schmalband machen). Wichtig ist, was Du fotografieren möchtest und danach kaufst Du das entsprechende Equipment. Eine EQ6 ist zukunftssicher was die Optik betrifft. Aber, das Teil ist schon ein ziemlicher Brummer. Willst Du mobil sein, oder kannst Du die Montierung stationär aufstellen?

viele Grüße
Matthias
 

G2_Astro

Mitglied
Hallo Jürgen,

bei solchen Anfragen, denke ich immer, was soll ein 150/1200mm FH besser zeigen als ein Newton gleicher oder sogar größerer Öffnung?

Ich hatte von 1978 - 2018 mit einen 125/1300mm AK Refraktor Lichtenknecker beobachtet, der mir lange gut gedient hat, besonders wegen der voller System 64 Zubehöhr Ausstattung, mit der alles nur denkliche Zubehör anschließbar war, was ich an anderen Teleskopen außer meinem C8 sehr vermisse!

Aber ich vermisse Ihn, der besseren Abbildung und größeren Öffnung wegen, beim meinem 8" Newton + später 12" Dobson nicht, weder am Planeten noch an den DeepSky Objekten, konnte Er noch mithalten!

Wenn Du die geschilderte Beobachtungen und Foto Ambitionen ausreizen möchtest, ist ein GSO - 200/1000 oder max. ein 254/1016mm Newton auf einer EQ6 R Pro ( darunter würde ich bei deinem Ziel nicht gehen ) visuell das richtige Teleskop, das auch schon Astro - Fotografie ermöglicht!
Aber hier kommt man damit schon oft, an die Grenze des machbaren, da mir Viele von Ihrem nerven aufreibenden Kampf, mit so einer Ausstattung berichteten um endlich brauchbare Fotos zu bekommen!

Ist aber später sehr gute ambitionierte Detail und wide field Astrofotografie dein Ziel, wäre ein max. Farbreiner kurzer 4" APO mit Flattner mein Favorit, der dann mit der EQ6, und Guider - Einrichtung, ein noch sicher zu händelndes Gespann ist.
Das zeigen die Vielzahl der besten Astro - Aufnahmen mit dieser Gerätegröße!

Das bedeutet gut und detailreiche visuelle Beobachtungen mit dem Newton und erste Erfahrungen beim Fotografieren und Nachführen, an Mond, Planeten und ersten DeeSky Fotos mit Objektiven sammeln, um dann später schon recht Fit, mit dem APO voll in DeepSky fortzufahren!

Man könnte auch mit eine Dobson beginnen, habe es bewust nicht Favorisiert, da Du ja schon stark auf Fotografieren aus bist!

Den Dobson kann man sich ja dann mit solchen Höhenrädern als Spechtel - Newton um mal mit Freunden unter dunklem Himmel auf Galaxiejnagt zu gehen.
> Pog250_Hohenrad-Dobson-Pogatscherl-fur-250mm-Dobson < der Nachrüstsatz kommt komplett mit allen Schrauben + Friktionsbremse!

Dazu Rockerbox gebracht gekauft ( manchmal haben die Händler welche im Lager, ( hab einmal 30,- und einmal 75,- Euro dafür bezahlt ) oder selber leicht nachbauen!

Hab ich schon 2 mal so für Astro - Freunde gemacht, einmal für 200/1000mm und einmal für 254/1000mm GSO - Newton.


Gruß Günter
 

mbba18

Mitglied
Hallo,

also, vorweg, ich bin auch noch Anfänger.

Ich habe, wie mein Vorschreiber @Günter, bei solchen Fragen auch meine Probleme, allerdings in eine andere Richtung.

Als ich anfing, hatte ich auch vor, gleichzeitig mit der Astrofotografie zu beginnen. Bin aber recht zügig wieder davon abgekommen.
Alles was mit dem rein visuellen Beobachten zu tun hat will erst mal verstanden und dann praktisch umgesetzt werden. Sprich, was macht die verschiedenen Bauformen, Newton, Achromat/FH, Apo, Maksutov, (Schmidt-)Cassegrain etc. usw aus. Was kann ich mit was, zumindest rein theoretisch, beobachten? Wie funktioniert welches Okular, ob nun 1,25" oder 2", an den verschiedenen Teleskopen? Wie finde ich mich zurecht am nächtlichen Himmel? Wie steuere ich die Montierung, ob nun manuell oder mit GoTo? Welcher Sucher passt zu mir? Filter, Adapter usw. ... ... ...

Dazu dann noch das ganze Fotografische, zumal ich bis jetzt noch nichts mit Fotografie am Hut hatte, bis auf gelegentliches knipsen mit dem Smartphone.

Das fand ich, zumindest für mich, als ein bisschen heftig.

Erstmal das vorhandene Equipment beherrschen. Das Objekt der "Begierde" am Himmel finden.
Da ist noch, für mich, viel zu tun, zu lernen und zu erfahren und zu begreifen.

Ich denke die Gefahr des "verzetteln" ist groß, wenn man den "Unterbau" nicht begriffen hat.

Ich will gewiss niemandem das Astrofotografieren madig machen.
 

klawipo

Mitglied
Hallo Jürgen,

ich denke mit Fraunhofer Achros kommt bei der Fotografie nicht die meiste Freude auf. Gehen tut das aber, ich hab das auch schon gemacht, habe aber auch nicht den Top-Anspruch an meine Fotos.

Wenn ein relativ großer Newton/Dobson schon im Bau und Geld genug vorhanden ist würde ich einen Richfieldfähigen Apo, sowas Richtung 100/600 oder 100/700 nehmen. Das ergänzt sich dann einfach schön, visuell ebenso wie hinsichtlich Foto.

Wenn du deinen Selbstschliff parallaktisch montieren willst brauchst du eh ne ziemlich fette Montierung, die trägt den Apo dann ja erst recht sicher. Fürs Schnellspechteln würde ich dann eine günstigere azimutale Monti für den Apo und/oder eine Verdobsoniserung des Newton ergänzen, wie es ja auch Günter schon angemerkt hat. Damit wärst du dann Gerätemäßig schon top ausgestattet.

Einem absoluten Newbie würde ich aber raten erstmal klein anzufangen und zu schauen ob einem das Hobby überhaupt liegt. Vielleicht sogar erstmal einfach irgendwo mitspechteln.

Das sonst verballerte Geld ist bei diversen Hilfsorganisationen oder wahlweise auch gerne bei mir besser angelegt :)

VG
Klaus
 

Sodiac

Mitglied
Hallo Jürgen,

zuerst einmal willkommen an Board!

Ich kenne deine astronomische Vorgeschichte ebenso wenig wie dein handwerkliches Geschick, allerdings haben sich meine Nackenhaare beim Lesen deines ersten Beitrags aufgestellt. Deine Fragestellung suggeriert mir irgendwie, dass du ein neues (das schänste Hobby der Welt) für dich entdeckt hast und direkt mal richtig einsteigen willst. Aus der Erfahrung heraus kann ich dir aber nur raten nicht so viele Großbaustellen auf einmal aufzumachen!

Baustelle 1 Spiegelschliff und Newton-Selbstbau:
Obwohl ich es selsbt noch nicht probiert habe, kann ich mir vorstellen, dass das allein schon die Kapazitäten eines Hobbyisten an seine Grenzen führen kann. Dabei kommt es ja zum einen auf den Schliff selbst an und zum anderen muss das ganze Instrument ja später am Stern auch was zeigen. Vielen Einsteigern fällt das erste Kollimieren eines Newtons von der Stange schon schwer genug und dabei treten vermutlich weniger Fehlerursachen auf, als bei einem Selbstbau.
Darüber hinaus willst du diesen Selbstbau auch fotografisch nutzen! Newtons die vorwiegend für die Fotografie verwendet werden sind meist schnelle Newtons mit f/4 und größer, was nicht nur deutlich größere Anforderungen an den Spiegelschliff stellt, sondern nebenbei auch an die Justage. Von Dingen wie Fangspiegelgröße usw. die je nach Ausrichtung auch nicht unwichtig sind ganz zu schweigen.

Baustelle 2 Equipment von der Stange kaufen:
Auch das kann schnell mal mit einem Griff ins WC enden, wie du auch selbst schon festgestellt hast. Fotografisches Equipment unterscheidet sich meist deutlich von visuell genutzten Teleskopen. Bei der Astrofotografie kann eine Montierung nie zu stabil sein, sie kann nur dir pers. zu schwer zum schleppen oder zu teuer sein. Zu schwer zum schleppen ist dabei ein nicht zu verachtender Faktor, denn das beste Equipment ist das, was auch genutzt wird und nicht aufgrund des inneren Schweinehundes in der Ecke Staub ansetzt.

Baustelle 3 Planeten fotografieren:
Es wurde hier auch schon geschrieben, mit einer DSLR wirst du bei einem Refraktor mit Brennweiten <1.000mm wenig Freude haben, denn z.B. der Jupiter ist je nach Sensor dann 10x10 Pixel groß, der Rest drumherum ist verschenkter Raum! Planeten, Mondkrater und auch Sonnenflecken werden idR. mit schnellen Planetencams "videografiert", d.h. es werden kleine Filmsequenzen mit sehr hoher Framerate (Bilder/Sekunde) erzeugt und dann die Einzelbilder nachträglich miteinander verrechnet um das Seeing auszutricksen. Üblicherweise nimmt man auch dazu Spielgeteleskope die dann auf Brennweiten jenseits der 2.000mm gebracht werden (nativ oder halt per Barlow) um dann die kleinen Sensoren der Planetencams möglichst flächig mit dem Planetenscheibchen zu versorgen. Ein Beispiel findest du hier: Jupiter Den Jupiter habe ich mit einem 8" ACF und Barlow vor der Kamera aufgenommen, so dass sich eine effektive Brennweite von über 4.500mm ergab! Also mit einem kleinen Refraktor wirst du da nicht viel erreichen...

Baustelle 4 Deepsky-Fotografieren:
Ich habe hier (Einsteiger-Guide) mal was zusammengeschrieben, wie man sich dem Thema Astrofotgrafie (Langzeitbelichtungen) nähern könnte.

Lange Rede kurzer Sinn, die Baustellen 1, 3 und 4 sind für sich betrachtet schon komplex genug. Ich pers. kenne niemanden, der sich seine Fotooptiken komplett selbst baut und dann auch noch Planetenvideografie und DSO-Fotografie betreibt. Die meisten Hobby-Astronomen die ich kenne befassen sich "nur" mit jeweils EINER der oben genannten Baustellen, also entweder sie bauen ihr Equipment selbst und beobachten visuell. Gerade bei den visuellen Beobachtern, wo es nicht selten auf die Größe ankommt, sind Selbstbauten (Riesendobsons) nicht selten die einzige Möglichkeit ein enstprechend großes Instrument überhaupt zu erwerben.
Die beiden Foto-Disziplinen sind ebenfalls für die meisten so grundverschieden, dass es heisst "entweder oder". Natürlich kann man mal ein Planetenbildchen machen, oder auch einen Sonnfleck und das auch mit Instrumenten, die eigentlich eher in den Breich Langzeitbelichtung und DSO gehören, aber die Bilder werden dann eben entsprechend "schlechter".

Folgendes würde ich dir ans Herz legen:
1. Schau mal bei einer Volkssternwarte, Astroverein oder Stammtisch vorbei. In den meisten Fällen kannst du dir nicht nur ein Bild der verschiedenen Teleskope machen, sondern bekommst auch unabhägig von Geld und Marge eine Beratung warum der entsprechende Mensch eben jenes Teleskop einsetzt und kein anderes.
2. Such dir EINE Baustelle, die du erst mal zuende bringen willst. Also Einstieg in den Selbstbau, DSO-Fotografie oder Planeten/Mond. Die anderen Sachen kannst du dir später immer noch antun.
3. Wie Klaus schon schrieb, kauf erst mal nichts, sondern werde dir klar, wo du anfangen willst. Und wenn du partout Tip 1 nicht umsetzten willst, dann solltest du dir zumindest klar werden, womit du anfangen willst. Kleine Ergänzung, die Planeten stehen in den kommenden Jahren so tief, dass es sich kaum lohnen wird, diese zu knipsen.

Gruß und CS

Markus
 

JohndeFries

Mitglied
Hallo an alle,

erstmal Danke für Eure so schnellen Antworten. Die haben mir gezeigt, dass ich vorerst mit mir selber ins Reine kommen muss, was ich am Anfang will. ( vor allem auch an Sodiac- sorry hab ich eben erst gelesen, als ich meine Antwort schon fast fertig hatte) Und Danke, dass Ihr mir dass so schonend beigebracht habt. Ist in manchen Foren ja nicht immer so üblich.
Doch gleich noch mal was zu dem Bresser 152-1200 auf der Exos-2. Ich hab natürlich den Refraktor auf der Montierung solange ausbalanciert, bis beide Achsen ohne Klemmung still standen. Untergrund war auch solider Beton. Ich nehme auch an, das der einfach zu lang ist für die Montierung und der Hebelarm dann bei jeder Berührung zum schwingen neigt und ewig braucht bis zum Stillstand. Wenn's dann einmal ruhig war lief alles recht gut mit eingeschalteter Nachführung, aber sobald ich dann wieder mit höherer Geschwindigkeit woanders hin wollte, fing alles wieder von vorne an. Na Ja ist eh Geschichte. Hab das Teil schon reklamiert.
Das ganze ist jetzt auch erstmal recht blauäugig nur aus einer spontanen Laune zu Weihnachten entstanden, und zwar angetrieben von meiner Frau ( bin ich nicht glücklich :) ). Ich hatte vor ein paar Wochen meinen kleinen Refraktor vor gekramt, den ich vor langer Zeit schon mal aus dem Zeiss-Astro-Bastelsatz 50/540 zusammengeschraubt hatte und Ihr auf einem wackeligen Fotostativ den Mond und die Jupitermonde gezeigt. Sie war so begeistert, dass sie gleich vorgeschlagen hat, was größeres zu besorgen.
Sie will natürlich alles viel größer sehen, daher erstmal die ursprüngliche Wahl zu einer etwas längeren Brennweite.
Ich muss auch noch dazu sagen, ganz so ein Neuling bin ich eigentlich nicht, wenn auch die letzten Aktivitäten ca. 40 Jahre im Studium zurück liegen. Vorher hatte ich an unserer kleinen Volkssternwarte ( so hieß das früher im Osten) schon mitgemacht und da haben wir unter Hilfe eines KFZ-Mechanikers und seiner Werkstatt selber die Spiegel geschliffen und die Teleskope gebaut. Wie gesagt alles recht volkstümlich, aber immerhin war ein 12"/ f6,6 dabei, der auch besuchertauglich war. Aber eben 40 Jahre her und Eure Antworten besonders zu der Planetenfotografie zeigen mir diese Lücke deutlich.
Auf jeden Fall werde ich Eure Ratschläge befolgen und genauer recherchieren, was will ich erstmal und was kann ich mir dann auch solides leisten ( da kommt natürlich wieder meine Frau ins Spiel;) ).
Wenn ich dann genauer unterwegs bin, komme ich sicher mit konkreteren Fragen zu Euch zurück !

noch mal vielen Dank für Eure freundliche Aufklärung. Es hat mir vor allem viel geholfen, in welche Richtungen ich schon mal mit welchen Konsequenzen überlegen kann.

viele Grüße
Jürgen
 

klawipo

Mitglied
Ja Jürgen,

dann schleif doch erstmal zu Ende, macht sicher schon genug Spaß fürs Erste. Wenn Spaß am Basteln aufkommt geht's ja vielleicht in ne ganz andere Richtung abseits neu gekaufter Fertigware.

VG
Klaus
 

Robert_Ruck

Mitglied
Moin!

Erstmal Respekt für den Selbstschliff vor 40 Jahren. Donnerwetter!
Ich orakele aus deinen Zeilen, dass Du wieder Lust und Zeit auf das Schleifen hast.

Folgende Überlegungen von mir an Dich:

Planeten stehen weiterhin fotographisch bescheiden am Firmament. Tief, sehr tief. Bei mir hat das Sering nicht eine Nacht wirklich getaugt. Die Frage ist also lohnt sich das alles darauf aus zu richten.

Fotographie:
Auch hier gilt jede Brennweite hat seine Objekte. Und willst Du die Bilder für dich machen oder Preise gewinnen?

Das und O ist der Standort und der Unterbau.
An deiner Stelle würde ich bei der Monti nur vom Feinsten nehmen und eher mehr Tragfähigkeit als weniger.

Wenn der Geldbeutel es erlaubt nimm einen kleinen APO zum Fotographieren der dicken Dinger. Brennweite 300 bis 400. Damit bist Du dann schon mal beschäftigt. Für Mond und Planeten ev. einen Klassiker wie LX 200, C8. Die sind schön kurz und haben sich bewährt. Aus Spass schleifste Dir einen 200er Fotomaschiene.
Ich habe mir sowas geschliffen. Da bin ich total stoz drauf.

Bei dem Paket ist glaube ich für alle Fälle gesorgt. Deine Frau kann die Sachen größer sehen. Ein Komet passt schön in den APO. Zum Angeben und für Fun der Selbstschliff. Ev. eine feste Aufstellung.

Fehlt nur noch ein wolkenfreier Himmel.

LG

Robert
 

JohndeFries

Mitglied
Hallo Robert und auch die anderen,

Eure Antworten, die verlinkten Beiträge von Marcus und einen Tag drüber nachdenken hat schon mal einiges zurecht gerückt bei mir. Die ersten Recherchen heute gingen darum nun wirklich erstmal in Richtung eines Richfield-Apos. Aber damit will ich Euch nicht noch hier in diesem Thread nerven. Vielleicht mal in einem neuen.
Ja Du hast Recht. Ich habs eigentlich schon lange wieder vor, mein altes Hobby wieder zu beleben. Bis jetzt hat mich meine Arbeit davon abgehalten ( ...keine Zeit...Stress-Stress...ooohhh!). Das geht jetzt aber langsam dem Ende zu, und um nicht in das berühmte kein-Stress-mehr-Syndrom zu fallen, wäre das die beste Möglichkeit.
Auf jeden Fall habe ich ne Menge nach zu holen. Die Arbeiten, die wir damals an unser Sternwarte gemacht hatten, kann man mit dem heuten Niveau bei den Amateuren nicht mehr vergleichen. Die Spiegel, die wir geschliffen hatten waren alle samt noch rein sphärisch, also wenn überhaupt dann nur über f/6 zu gebrauchen. Ich überlege auch jetzt wieder mit dem Öffnungsverhältnis für mein Projekt, weil ich noch keine Erfahrung mit dem Parabolisieren hab. Wenn, dann wird das ein echtes Abenteuer denn mein Rohling ist ein 315er Zerodur-Rundling Den hab ich mal auf einer meiner Dienstreisen von REOSC geschenkt bekommen. Sowas könnte ich mir heute nicht mehr leisten. (s.Anhang o_O ) Hoffe Max von Rohr oder das Forum wird mir schon helfen, vielleicht finde ich ja auch eine "Schleifergemeinde" in meiner Nähe.
Auf jeden Fall wird das ganze eine Menge Zeit brauchen. Für die Zeit bis dahin brauche ich jetzt aber schon mal was fertiges, um der nun losgetretenen Sucht im Kopf etwas an zu bieten.

Also noch mal vielen Dank an alle,
Grüße, Jürgen
 

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