Autoguiding und Off-Axis GUider

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Unimatrix1140

Neues Mitglied
Hallo,

ich brauche bitte Eure Hilfe/Meinung betreffend einer Entscheidungsfindung:

Ich besitze ein MEADE 12" LX200GPS und möchte nun ein Autoguiding implementieren. Die Idee eines Off-Axis Guider (der von Celestron?) würde mir sehr gut gefallen, da ich kein zusätzliches Gewicht (Leitrohr, Schellen, Gegengewichte, usw.) am Tubus anbringen müßte, auch wäre die Kosten geringer. Wi

e ist Eure Meinung dazu und wäre die Lösung mit einem OAG OK bzw. brauchbar? Ist dann das Autoguiding mit einer Webcam am OAG + PHD Guiding eine gute und auch einfach zu handhabende Lösung?

Vorab vielen Dank!

lg, Andreas
 
Hallo Andreas,

man müsste wohl mal etwas weiter ausholen!
Ich bin zwar kein Fotoprofi, aber mir stellt sich erst mal die Frage, wie Du Deine Gabel montiert hast. Sitzt sie auf einer Polhöhenwiege? Wenn nicht bräuchtest Du wohl so einen "field de-rotator". Die nächste Frage ist, ob bei dem Öffnungsverhältnis bzw. der langen Brennweite nicht ein Reducer sinnvoll wäre. Das würde dann wohl am ehesten auf den Lumicon Giant-Off-Axis-Guider rauslaufen. Dieser ist allerdings nach meinem Kenntnisstand nur noch gebraucht zu bekommen.
Ich selbst besitze ein altes 10"SC von Meade und habe den Tubus wg. Nachführungenauigkeit aus der Gabel genommen und auf eine EQ-6 gesetzt. Besitze außerdem besagten OAG von Lumicon und eine Watec-120N (diese ist ja deutlich lichtempfindlicher als eine Webcam). Trotzdem bin ich mit der OAG-Lösung immer wieder am kämpfen überhaupt einen Leitstern zu finden. Mit der bisher verwendeten Autoguiding-Software hatte ich zudem, bei lichtschwachen Leitsternen (die ein Aufsummieren von Einzelframes erfordern), immer das Problem, dass die Software den Stern während der Kalibrierung verloren hat. Denke das ist bei langer Brennweite noch problematischer.
Wollte jetzt auch zu PHD übergehen. Damit habe ich aber noch keine Erfahrungs.

Für eine OAG-Lösung spricht sicherlich die geringere Belastung Deiner Montierung und evtl. auch eine höhere Genauigkeit, da ja mit der Aufnahmeoptik geguidet wird.

Für ein separates Leitrohr spricht meiner Meinung nach eindeutig das einfachere Auffinden eines (ausreichend hellen) Leitsterns mit all den resultierenden Vorteilen beim Umgang mit der Guidingsoftware.

Nach meiner bisherigen - sicher nicht besonders fundierten Erfahrung - würde ich mich für ein fest montiertes Leitrohr mit einem Nachführexzenter entscheiden! Welche Brennweite diese Optik haben sollte müssten Dir aber erfahrenere Astrofotografen sagen! Du könntest damit wohl auch Deine Webcam ganz gut einsetzen.

Es wäre wohl generell gut, wenn sich hier noch ein paar Profis zu Wort melden würden.

Gruß,
Kurt
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo,

finde Off axis guiding zu fummelig. Würde auch zum Leitrohr raten. Wenndu nur ne Webcam nimmst unbedingt ein 2" Auszug Leitrohr, je lichtstärker umso besser, und den Neumann Exzenter.

Wenndu keine Webcam sondern ne vernünftige Guiding Cam nimmst(damit meine ich alle empfindlichen SW-CCD cams), gibts diverse, ich verwende die Atik 16IC, braucht man den Exzenter/2" Auszug nicht wirklich, da sich im gebotenen Feld immer ein paar Leitsterne befinden. Habe ich selbst schon in sternarmen Galaxiengegenden festgestellt.

Mein Setup Skywatcher 80/400 refraktor (umgebaut auf 2", 2kg gewicht) mit der Atik und PHD-Guiding läuft ziemlich gut.

Wegen der Leitrohrbrennweite brauchst du dir nicht soviele Gedanken machen, da die Software eh Subpixelgenau guidet. Wenndu zb auf 0,2 Pixel guidest hat ein 400mm Leitrohr effektiv 2000mm Brennweite. Das reicht für das Seeing locker aus, besser wirds eh nicht.

Grüße

Daniel
 
Hallo Andreas,

prinzipiell halte ich den OAG bei der Brennweite für die sinnvollste Lösung, ansonsten treiben dich Leitrohrshiftung und Spiegelshifting des SC zur Verzweiflung. Die Leisternsuche ist dann natürlich nicht so einfach, eine normale Webcam kannst du vergessen (habe ich selber mal versucht). Aber es gibt ja auch sehr empfindliche Guider-Kameras (z.B. Lodestar).

Achja, welche Montierung hast du eigentlich? Mit der originalen Gabelmontierung kommt man fotografisch wohl eh nicht weit.

mfg
Torsten
 
Zitat von Daniel_Guetl:
Und Leitrohrshifting gibts keins wennman ne stabile Doppelfestigung nimmt.
Hallo Daniel,

Schön wärs. Meine Erfahrungen sind andere.

Es gibt leider neben den Leitrohrschellen noch zahlreiche andere Dinge die sich da bewegen können (z.B Spiegel, OAZ, Kamerabefestigung über 2" Klemmung usw.). Bei kurzen Brennweiten und einer DSLR bleibt vieles noch unterhalb der Wahrnehmbarkeit, aber schon beim Umstieg auf eine kleinpixelige CCD hat sich mancher gewundert, warum es plötzlich nicht mehr ging. Und hier sollen es immerhin 3 Meter Brennweite sein, das möchte ich mal mit Leitrohr sehen.

Was das Spiegelshifting angeht, da hilft eigentlich nur ein arretierbarer Haupspiegel. Neuere Geräte von Meade haben das wohl, ältere SCs aber nicht.

mfg
Torsten
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Ich benutze auch ein Leitrohr (ED 70) huckepack auf dem SC 8. Aber das Gebilde (mit Kamera) braucht dann an der CGEM schon 18 kg an Gegengewichten. Für meinen Celestron-OAG komme ich mit der Alccd5 und dem 1,25-Zoll-Adapter nicht in den Fokus. Da brauche ich wohl einen anderen Adapter - hoffentlich keinen anderen OAG. :erschreck:
Der Vorteil eines extra Leitrohres ist halt, dass man auch Sterne außerhalb der Sichtbereiches des Hauptrohrs wählen kann. Aber ein Exzenter muss bei mir noch her. An M 3 hatte ich immer das Problem, keinen Leitstern zu finden. Diese Mikrometer-Einstellung für Leitrohre sieht mir ziemlich genial aus, ist dann aber doch ganz schön happig im Preis. Außerdem verlängert sich ja noch mal der Hebel. Eine 3-Zoll-Doppelschiene muss also her... Mal gucken. Die Exzenterlösung ist auch nicht schlecht.
 
Hallo Torsten

das mit 3 Meter Brennweite Halte ich für unrealistisch, das bringt doch sowieso keinen Auflösungsgewinn mehr bei unsren Luftverhältnissen. Der angesprochene Reducer sollte schon eingesetzt werden. Bleiben uns also noch 2 Meter brennweite, was noch beachtlich ist.

Wir wissen ja noch garnicht ob er mit CCD oder DSLR fotografiert, das solltma also mal außen vor lassen. Klar ists mit DSLR ein wenig unkritischer da man so alle Bilder leicht im Kasten hat.

Man muss halt entsprechende aufwand leisten, und garnicht so wenig Geld investieren, ne super Montierung muss da auch her. Ich bin trotzdem der Meinung dasman das meistern kann mit einer Stabilen Doppelbefestigung und Leitrohr.

Mit off axis guider würde es wahrscheinlich einfacher gehen, da sollte man dann halt wirklich darauf achten ne sehr gute Guiding-CCD zu kaufen, die da auch wirklich lichtempfindlich ist. Auch mussman schaun wie sich das mit den Abständen Reducer -> OAG -> CCD Chip gut ausgeht. Ne Alan Gee als reducer ist da sicher praktisch, weilman sie versenken kann. Wär vielleicht ne option.

Grüße

Daniel
 
und das ganze sollte man auch noch praktich bedinen können !
die Höhe bis zum Dach nicht aus den augen verlieren nicht das da was dagegen fährt! man spricht aus erfahrung)

 
Hallo an Euch alle,

und vielen Dank für die sehr interessanten Antworten und Meinungen.

Zu den Fragen: ich habe mein 12" LX200GPS in der Originalgabel und überlege mir nun, eine Polhöhenwiege selbst zu bauen (Holz oder Alu), denn eine original kaufen ist mir zu teuer und ich habe mein Teleskop in meiner Rolldachhüttenwarte fix auf einer Betonsäule montiert. Ein Problem mit einem Leitrohr wäre bei mir auch die Höhe, kann dann das Dach nicht mehr aufschieben. Also wird mir dann nur die Lösung mit einem OAG bleiben, denke ich und da weiß ich nicht, welcher der beste wäre? Der von Celestron wird ja überall sehr gelobt.

Als Webcam habe ich derzeit die Philips 9000 und die ist ja recht lichtstarkt im Vergleich zu anderen Webcams.

Vorab lg,
Andreas
 
Zitat von Unimatrix1140:
Als Webcam habe ich derzeit die Philips 9000 und die ist ja recht lichtstarkt im Vergleich zu anderen Webcams.

Hallo Andreas,

meine eigenen Versuche hatte ich seinerzeit mit dem Lumicon OAG und einer Philipps TouCam gemacht. Das ist der Vorgänger von deiner Webcam, die Empfindlichkeit dürfte die selbe sein. Einen Leitstern zu finden war an meinem 10" SC nahezu unmöglich. Aber da du die Kamera schon hast, kannst du es ja mal ausprobieren.

Naja, und was das Thema Astrofotografie mit Gabel auf Polhöhenwiege angeht: Eigentlich finden sich genug Infos im Netz, um zu erkennen, daß es keinen Sinn macht. Aber trotzdem glaubt man es erst, wenn man es selber versucht hat. :/

mfg
Torsten
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben