Robert Zebahl
Aktives Mitglied
Hallo zusammen,
seit September 2011 bin ich stolzer Besitzer eines 8 Zoll Dobson (neben meinem kleinen 4.5 Zoll f/7.9 Newton) und beschäftige mich seitdem recht intensiv mit der visuellen Beobachtung. Aufgrund der Vielzahl von beobachtbaren Objekten ist es natürlich sinnvoll, einen Bericht über das, was beobachtet wurde, zu verfassen. Die Frage ist nun: Wie soll so ein Bericht aussehen? Da ich selbst mehr oder weniger viel mit Latex als Textsatzsystem (ähnlich wie MS Word oder OpenOffice, nur deutlich bessere Ausgabe) arbeite, war für mich die Entscheidung klar: Der Bericht soll in Latex verfasst werden um daraus ein PDF inkl. Inhaltsverzeichnis (mit internen Links zur besseren Navigation) zu generieren.
Welche grundsätzlichen Informationen sollten in diesem Bericht enthalten sein? Hierfür hat mich die DeepSky-Liste (http://deepsky.fg-vds.de/deepskyliste) aufgrund ihrer kompakten Form (insbesondere die Skalen für die Sichtbarkeit von Objekten) inspiriert, sodass ich deren Legende fast vollständig übernommen habe. Neben diesen recht knappen Informationen gebe ich zusätzlich noch die konkret verwendeten Primäroptiken (z.B. Teleskope) und Okulare an. Zusätzlich können noch textuelle Beschreibungen hinzugefügt werden. Zeichnungen sind in diesem Bericht vorerst nicht vorgesehen, könnten aber prinzipiell ergänzt werden. Hier mal mein derzeitiger Bericht: Bericht.pdf
Natürlich fehlen noch ein paar erklärende Worte, aber sowas kann schnell ergänzt werden.
Was macht diesen Bericht nun eigentlich (aus meiner Sicht) so besonders? Das Textdokument wird (zum Glück) nicht mehr von Hand geschrieben, sondern vollautomatisch generiert. Grundlage hierfür bieten komplexe Datenstrukturen, welche in Perl (Skript-/Programmiersprache) umgesetzt sind. Auf aufwendige grafische Eingabemöglichkeiten der Daten habe ich (aus Zeitgründen) verzichtet. Stattdessen werden die Daten direkt in Perl über geeignete Funktionen eingegeben. Um die Art der Daten möglichst flexibel zu gestalten, habe ich mich vollständig auf die Verwendung von Hash-Tabellen zurückgezogen. So können z.B. Eigenschaften zu einem Objekt oder ergänzende Informationen zu Beobachtungen schnell hinzugefügt werden. Auf Basis dieser Datenstruktur bin ich nun in der Lage, verschiedenste Funktionen auf diesen Daten umzusetzen, welche mir nach Belieben die Informationen extrahieren, welche mich interessieren und diese in einem geeigneten Format ausgeben. In diesem konkreten Fall lasse ich mir nahezu alle Tabellen, die in dem PDF zu sehen sind, automatisch generieren. So werden z.B. auch die Werte in der Tabelle für Okular-Teleskop-Kombinationen (analog zum Okularrechner) berechnet. Um dieses Vorgehen etwas besser zu motivieren, hier mal ein paar meiner Gedanken dazu:
Ein klassischer Bericht könnte ein Dokument sein, welches neben Datum, Ort und Bedingungen (Fst, Seeing, ...) auch die einzelnen Objekte enthält. Natürlich werden einige Objekte immer wieder beobachtet und auch die verwendeten Instrumente sind nicht immer gleich.
Folgende Fragen haben mich dann interessiert:
* Welche Galaxien, Nebel, ... habe ich denn überhaupt schon gesehen/nicht gesehen
* Welche Beobachtungen wurden für ein konkretes Objekt gemacht?
* Welche Objekte konnte ich in einem Sternbild gut beobachten? (Weil z.B. das Sternbild gerade besonders günstig steht)
* ...
Man könnte sich hier die verschiedensten Fragen überlegen (bis hin zu Statistiken), um einen geeigneten Überblick zu bekommen. Da bei ausreichender Anzahl von Berichten sowas keinen Spaß mehr macht, habe ich mich für die Trennung der Daten und deren Darstellung entschieden. Die Daten werden in Perl abgelegt und mittels Funktionen (ebenfalls in Perl) in ein geeignetes Datenformat transformiert. So könnten z.B. auch automatisch HTML-Seiten generiert werden. In meinem Fall generiere ich Latex-Dateien (im Grunde auch nur reine Textdateien), welche dann mit einem Latex-Compiler übersetzt werden, um dieses PDF zu erhalten.
Sicher gibt es auch mehr oder weniger brauchbare Software, aber: Hier hat der Anwender (sofern er über Programmierkenntisse verfügt oder diese erlernen möchte) die volle Kontrolle über die Datenhaltung und deren Darstellung (theoretisch können auch grafische Oberflächen zur Eingabe/Visualisierung der Daten erstellt werden) und es kostet zumindest kein Geld.
Falls sich jemand einen besseren (tieferen) Einblick verschaffen möchte:
Komplettes Projekt.rar
Hinweis: Ich habe mich nicht um Effizienz des Codes oder Ähnliches gekümmert. Es soll einfach funktioneren
Ebenso die Darstellung der Daten kann sicher optimiert werden, wobei ich für meinen Teil zufrieden damit bin.
Jetzt mach ich aber erstmal Schluss und bin gespannt auf Kommentare und Fragen.
Viele Grüße und vor allem CS, Robert
seit September 2011 bin ich stolzer Besitzer eines 8 Zoll Dobson (neben meinem kleinen 4.5 Zoll f/7.9 Newton) und beschäftige mich seitdem recht intensiv mit der visuellen Beobachtung. Aufgrund der Vielzahl von beobachtbaren Objekten ist es natürlich sinnvoll, einen Bericht über das, was beobachtet wurde, zu verfassen. Die Frage ist nun: Wie soll so ein Bericht aussehen? Da ich selbst mehr oder weniger viel mit Latex als Textsatzsystem (ähnlich wie MS Word oder OpenOffice, nur deutlich bessere Ausgabe) arbeite, war für mich die Entscheidung klar: Der Bericht soll in Latex verfasst werden um daraus ein PDF inkl. Inhaltsverzeichnis (mit internen Links zur besseren Navigation) zu generieren.
Welche grundsätzlichen Informationen sollten in diesem Bericht enthalten sein? Hierfür hat mich die DeepSky-Liste (http://deepsky.fg-vds.de/deepskyliste) aufgrund ihrer kompakten Form (insbesondere die Skalen für die Sichtbarkeit von Objekten) inspiriert, sodass ich deren Legende fast vollständig übernommen habe. Neben diesen recht knappen Informationen gebe ich zusätzlich noch die konkret verwendeten Primäroptiken (z.B. Teleskope) und Okulare an. Zusätzlich können noch textuelle Beschreibungen hinzugefügt werden. Zeichnungen sind in diesem Bericht vorerst nicht vorgesehen, könnten aber prinzipiell ergänzt werden. Hier mal mein derzeitiger Bericht: Bericht.pdf
Natürlich fehlen noch ein paar erklärende Worte, aber sowas kann schnell ergänzt werden.
Was macht diesen Bericht nun eigentlich (aus meiner Sicht) so besonders? Das Textdokument wird (zum Glück) nicht mehr von Hand geschrieben, sondern vollautomatisch generiert. Grundlage hierfür bieten komplexe Datenstrukturen, welche in Perl (Skript-/Programmiersprache) umgesetzt sind. Auf aufwendige grafische Eingabemöglichkeiten der Daten habe ich (aus Zeitgründen) verzichtet. Stattdessen werden die Daten direkt in Perl über geeignete Funktionen eingegeben. Um die Art der Daten möglichst flexibel zu gestalten, habe ich mich vollständig auf die Verwendung von Hash-Tabellen zurückgezogen. So können z.B. Eigenschaften zu einem Objekt oder ergänzende Informationen zu Beobachtungen schnell hinzugefügt werden. Auf Basis dieser Datenstruktur bin ich nun in der Lage, verschiedenste Funktionen auf diesen Daten umzusetzen, welche mir nach Belieben die Informationen extrahieren, welche mich interessieren und diese in einem geeigneten Format ausgeben. In diesem konkreten Fall lasse ich mir nahezu alle Tabellen, die in dem PDF zu sehen sind, automatisch generieren. So werden z.B. auch die Werte in der Tabelle für Okular-Teleskop-Kombinationen (analog zum Okularrechner) berechnet. Um dieses Vorgehen etwas besser zu motivieren, hier mal ein paar meiner Gedanken dazu:
Ein klassischer Bericht könnte ein Dokument sein, welches neben Datum, Ort und Bedingungen (Fst, Seeing, ...) auch die einzelnen Objekte enthält. Natürlich werden einige Objekte immer wieder beobachtet und auch die verwendeten Instrumente sind nicht immer gleich.
Folgende Fragen haben mich dann interessiert:
* Welche Galaxien, Nebel, ... habe ich denn überhaupt schon gesehen/nicht gesehen
* Welche Beobachtungen wurden für ein konkretes Objekt gemacht?
* Welche Objekte konnte ich in einem Sternbild gut beobachten? (Weil z.B. das Sternbild gerade besonders günstig steht)
* ...
Man könnte sich hier die verschiedensten Fragen überlegen (bis hin zu Statistiken), um einen geeigneten Überblick zu bekommen. Da bei ausreichender Anzahl von Berichten sowas keinen Spaß mehr macht, habe ich mich für die Trennung der Daten und deren Darstellung entschieden. Die Daten werden in Perl abgelegt und mittels Funktionen (ebenfalls in Perl) in ein geeignetes Datenformat transformiert. So könnten z.B. auch automatisch HTML-Seiten generiert werden. In meinem Fall generiere ich Latex-Dateien (im Grunde auch nur reine Textdateien), welche dann mit einem Latex-Compiler übersetzt werden, um dieses PDF zu erhalten.
Sicher gibt es auch mehr oder weniger brauchbare Software, aber: Hier hat der Anwender (sofern er über Programmierkenntisse verfügt oder diese erlernen möchte) die volle Kontrolle über die Datenhaltung und deren Darstellung (theoretisch können auch grafische Oberflächen zur Eingabe/Visualisierung der Daten erstellt werden) und es kostet zumindest kein Geld.
Falls sich jemand einen besseren (tieferen) Einblick verschaffen möchte:
Komplettes Projekt.rar
Hinweis: Ich habe mich nicht um Effizienz des Codes oder Ähnliches gekümmert. Es soll einfach funktioneren
Jetzt mach ich aber erstmal Schluss und bin gespannt auf Kommentare und Fragen.
Viele Grüße und vor allem CS, Robert