AZ-EQ6 Industrielager

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MeisterDee

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Hallo Leute,

nachdem ich unsere schon recht betagte EQ6 (schwarz)
auf Vordermann gebrachte habe, mit SKF-Lagern,
neuer Polachse in Gleitlagern, VA-Gegenlager,
Gewindeinserts und sehr vielem mehr, läuft diese nun
derart gut, daß mir im direkten Vergleich die erst 2 1/2 Jahre alte
AZ-EQ6 regelrecht „rauh“ vorkommt. (...... ein bisschen.......)

Während die EQ6, voll beladen (aber gut ausbalanciert),
von einem Kind mit dem kleinen Finger bewegt werden kann,
braucht die AZ-EQ schon einen kräftigeren Schubs,
was mich schon beim Ausbalancieren etwas stört.

Nicht, daß ich unzufrieden wäre, die AZ ist unser Arbeitspferd,
doch über kurz oder lang wird der Wunsch nach Verbesserung
der Lagerung aufkommen. Soweit kenne ich mich......

Bisher konnte ich noch nichts über Industrielager für die AZ-EQ6 lesen.
Gibt es überhaupt Lager von SKF , FAG usw., die direkt passen?
Hat jemand von Euch schon mal Lager getauscht?
Natürlich werde ich zunächst einmal die Lager reinigen und fetten,
trotzdem würde ich mich über Informationen freuen.

Grüße aus der Wetterau und CS

Dietmar



 
Hallo Dietmar,
Lager sind genormte Industrieprodukte, da solltest Du auch passende Lager für Deine Monti (die ich nicht kenne, ich baue mir meine Montierungen immer selbst, deshalb habe ich keine Ahnung, von den industriell gefertigten Geräten) finden. Falls Du metrische Rillenkugellager brauchst, ist die Lagerbeschaffung kein Problem. Hier unter 11.4 Bezeichnungsschema findest Du Informationen über die Lagerbezeichnungen: https://de.wikipedia.org/wiki/Wälzlager
Kugellagerkataloge mit den Maßen findet man im Netz, z.B. hier: https://www.kugellagershopberlin.de/index.php?cPath=2&osCsid=r82m1m6ai0d4rivm6fdgga6gb4
Wichtig ist bei Lagern für Montis, dass die Maße stimmen, die anderen Werte, wie Abdichtung, Schmierung usw. sind da nebensächlich.
Günstige Lager gibt es bei eBay. Wenn man da sucht, bekommt man auch sonst teure Speziallager aus Über- und Restbeständen für ein paar Euro.
Ich würde an Deiner stelle mal nachschauen, ob ich bei den verbauten Lagern die Kennzeichnung finde (ist für gewöhnlich im äusseren Lagerring graviert), und dann sehen, ob ich billig ein Lager mit gleicher Basiskennzeichnung bei eBay finde.

C.S. Frank
 
Hi,

naja die Abdichtung würde ich nicht als nebensächlich abtun. Je nach Abdichtung ändert sich auch der Losbrechmoment, welcher sicherlich auch entscheidend für ein sauberes Guiding ist.

Gruß Markus
 
Hallo Makus,
das ist interessant. Ein merkliches Drehmoment zum Losbrechen habe ich bei Kugellagern noch nicht festgestellt. Ich spreche hier auch von gewöhnlichen Lagern, nicht von extra abgedichteten Speziallagern. Losbrechmomente dürften eher bei Gleitlagern ein Problem sein. Ich bin aber kein Maschinenbauer und bin auch nicht so tief eingestiegen.
Bei welchen Abdichtungen treten denn aus Deiner Sicht kritische Momente auf?

C.S. Frank
 
Hallo Frank,

das kann ich Dir so im Detail auch nicht sagen - ich bin auch kein Maschinenbauer. Aber ich hatte schon bei einem Versuchsaufbau (nicht Astro) Probleme damit. Erst nachdem das Lager von den Gummilippen befreit wurde, war es besser. Nachdem das Fett draußen war, war es gut. Da ging es aber um ganz kleine Drehmomente.

Gruß Markus
 
Hallo Markus, hallo Frank,
das Losbrechmoment ist genau das, was mir bei meiner AZ
auffällt. Es benötigt erheblich mehr Kraft, eine Bewegung zu starten,
als diese zu unterhalten. Und das hat bestimmt nichts mit Massenträgheit zu tun,
sondern vielmehr mit Haftreibung.
Ich denke zwar, daß wegen der extremen Untersetzung , weder
motorisches Schwenken noch Guidung in irgendeiner Art beeinträchtigt
wird, aber vom geschmeidigen Lauf der EQ6 bin ich jetzt etwas verwöhnt.

In den Montierungen, die ich kenne, sind stets offene Lager verbaut.
Daher scheiden Lagerdichtungen meines Erachtens aus.
Ich habe eher die Kunststoffscheiben im Verdacht, mit welchen die
Lager abgedeckt sind.
Bei sehr niedrigviskosem Fett, kann das schon etwas bremsen.

Mal sehen, ob sich etwas ändert, wenn die Lager gereinigt und neu
gefettet sind.
Grüße

Dietmar
 
Hallo Dietmar

Kugellager der Bauart 2RS mit Berührungsdichtung aus Acrylnitril-Butadien-Kautschuk haben praktisch kein Losbrechmoment. Das ist dermaßen gering..., es ist absolut bedeutungslos. Kugellager sind vom Hersteller mit einem sehr weichen Kugellagerfett befüllt und benötigen auf Jahre hinaus keine Fetterneuerung. Wenn Du an Deiner Montierung ein Losbrech-Problem hast dann liegt das mit Sicherheit nicht an den Kugellagern. Meist liegt eine Schwergängigkeit an irgendwelchen Distanzscheiben aus Kunststoff die irgend wo reiben wo sie nicht reiben sollten.
Offene Kugellager sind extrem anfällig für Verunreinigungen. Fremdkörper im Lager führen zu Hemmungen , Blockaden und ruckartigen Lauf. Daher rate ich immer zu abgedichteten Lagern der Bauart 2RS.

Vielfach finden sich in der billigen Montierungen Gleitlagerstellen wo teilweise noch Alu auf Alu läuft ( EQ5 und deren Klone ). Auch das ist sehr anfällig für Losbrechmomente.

Gruß Peter

 
Hallo Peter,
Danke für den Hinweis. Die Bauart 2RS ist, was Verschmutzung,
Fettaustritt und Wartungsnfälligkeit angeht, bestimmt die Komfortabelste.

Ich hatte bisher unsere AZ-EQ6 noch nicht auseinander,
doch gehe ich davon aus, daß die Lagerung der der EQ6
zumindest ähnlich sein wird, mit wenigstens einem Kegelrollenlager.

Riillenkugellager, die es auch in Bauart 2RS gibt, können meines
Erachtens die axialen Kräfte, die beim Einstellen des Spiels wirken,
nicht gut aufnehmen, ich rechne daher wie gesagt mit Kegelrollenlager,
oder irgendeiner Kombination mit Axiallager.
Solche habe ich bisher in dichter Bauart nicht gefunden.

Irgendwann werde ich die Montierung mal zerlegen.
Dann werde ich es (hoffentlich) wissen.
Aber das wird noch eine Weile dauern, denn das Losbrechmoment
ist eigentlich bisher kein echtes Problem.

Ich möchte aber letztlich, wenn ich ,bei einigermaßen gut austarierten
Massen, 10 Kilo Gewichte einen Zentimeter verschiebe, irgendeine
Reaktion sehen. Und das ist im Augenblick nicht so.

Wenn es soweit ist, werde ich berichten.
Grüße

Dietmar



 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Dietmar,

schau mal ob Du Schrägkugellager ("Schulterlager") in dichter Form findest, das wäre von der Ringform her möglich. Müssen aber paarweise gegeneinander gestellt werden!

Jörg
 
Hallo,
über Lager wurde hier (und im Nachbarforum) schon viel diskutiert. Ich habe früher bei meinen Montierungen immer ein Kegelrollenlager gegen ein Pendelrollenlager mit Tellerfedern verspannt. Die Lagergehäuse habe ich mit Teflonringen abgedichtet (da ich eine Abdichtung auch für notwendig erachte).
Inzwischen verwende ich nur noch abgedichtete Rillenkugellager für meine Monties.
Rillenkugellager nehmen die axialen Kräfte dicke auf (die Lager sind für wesentlich schwerere Lasten ausgelegt). Fraglich könnte nur die zu geringe Steifheit sein. Im Handbuch für Sternfreunde (ich habe die 4. Auflage) gibt es ein sehr guten Abschnitt zur Lagersteifigkeit. Danach sind Rillenkugellager völlig ausreichend. Nach meiner Erfahrung (inzwischen habe ich etwas über ein Dutzend Monties gebaut - und teilweise auch wieder auseinandergebaut - ich bastle halt gerne) wird die Steifigkeit von Montierungen nicht von den Lagern herabgesetzt, da gibt es andere Stellen, die die Ursache für Schwingungen sind.

C.S. Frank

 
Hallo zusammen,

ich hab hier ein Video auf youtube gefunden in dem sich einer mit dem zerlegen einer AZEQ6 beschäftigt.

Ist aber leider aus Italien und ohne Sprache aber man sieht was da so für Teile verbaut sind in der Monti.

Vielleicht bringt es ja jemanden weiter. :)

Youtube AZ-EQ 6 GT

VG und cs
Alex
 
Hallo Alex,
vielen Dank für den Link.
Schönes Video, mit bestimmt schönem Ergebnis.
Das Video beschreibt grundsätzlich mein Vorhaben,
doch fürchte ich, daß hier erhebliche Änderungen am
Montierungsgehäuse nötig waren, die eine entsprechende
Drehbank und Kenntnisse im Umgang mit derselben voraussetzen.
Da schrecke ich doch ein wenig zurück.
Zumindest gibt das Video etwas Aufschluss über den Aufbau der
Montierung. Z.B. bei 6:55 ist offensichtlich ein Axiallager zu sehen.
So weiß ich nun etwas mehr darüber, was mich erwartet.
Da unsere AZ schließlich nicht krank ist,
werde ich das irgendwann mal entspannt angehen.....
Grüße

Dietmar
 
Hallo,
das ist natürlich eine ganz andere Geschichte. Wie im Video zu sehen, sind Nadellager in der Montierung verbaut (ich halte das gegenüber verspannten Lagern für keine gute Lösung, die Chinesen werden sich aber was dabei gedacht haben - es führen halt viele Wege nach Rom). Umbauen würde ich da gar nichts, das wäre dann praktisch fast ein Neubau. Wenn die Montierung nicht sauber läuft, ist da sicher ein Fremdkörper zwischen die Lager geraden. Auch haben die Chinesen teilweise Fette, bei denen man sich fragt, ob die den Unterschied zwischen Fett und Kleber nicht kennen (ich hatte mir mal gebraucht eine chinesische Drehbank gekauft, bei der waren alle Wellen und Spindeln so fest, das musste ich mit Lösungsmittel und Gewalt lösen).
Ich würde das Ding reinigen, und mit einem Fett mit Trockenschmierstoff (Teflonfett, oder Fett mit MoS2) neu fetten.

C.S. Frank
 
Zitat von FrankZ:
..... Umbauen würde ich da gar nichts, das wäre dann praktisch fast ein Neubau.....

Hallo Frank,

das sehe ich ganz genau so.
Ein aufwändiger Umbau kommt bei mir überhaupt nicht in Frage.
Dafür gibt es auch gar keinen Grund.
Ich jammere ja hier auf höchstem Niveau.

Die Chance , daß sich die „Bremswirkung“ mit Reinigen und Fetten
beseitigen läßt, schätze ich recht gut ein.
Stellt sich dabei heraus, daß die Lager nix taugen,
oder Lager von SKF & Co. (aus welchen Gründen auch immer )
deutlich besser sind , dann gibt es ein „Lager raus - Lager rein - Fertig“.

Drehen und Fräsen am Gehäuse wird es nicht geben.

Welches Fett ich nehmen werde, steht allerdings noch nicht fest.
Da muß ich erst noch ein wenig lesen.
Verschiedene Fette für Schnecken und Lager,
oder ein Fett für beide Schmierorte? Muss noch geklärt werden.

Grüße aus der Wetterau und CS

Dietmar



 
Hallo,
ich habe gute Erfahrungen mit diesem Fett gemacht: https://www.amazon.de/Atlantic-Brillantfett/dp/B000NTFTE0/ref=cts_sp_2_vtp
Damit schmiere ich inzwischen alles, vom Fahrrad (wofür es eigentlich entwickelt wurde) bis zu feinmechanischen Sachen. Allerdings habe ich noch keine Erfahrungen bei extremer Kälte gemacht. Wenn es kälter als etwa -10°C sind, beobachte ich nicht, bin doch kein Eskimo - bis zu diesen Temperaturen (wobei die Monti dann nach einiger Zeit wesentlich kälter ist) hatte ich noch keine Probleme.

C.S. Frank
 
Hallo Frank,
das Brillantfett scheint dem Fett zu ähneln, mit dem ich die
EQ6 abgeschmiert habe.
Das Fett war eine Empfehlung von Lunt.
Der Drehkolben des Pressuretuners erschien mir etwas schwergängig,
und da ich keinesfalls etwas falsch machen wollte, habe ich
beim Hersteller / Importeur nachgefragt, welches Fett bei
Wartung des Pressuretuners verwendet wird.
Antwort: Lagermeister WHS 2002
Ein Lithium-verseiftes Fett, auch mit PTFE.
Mit entscheidend hier ist der Temperaturbereich von -20 bis +120 Grad,
kurzzeitig sogar + 140 Grad.
Es dürfen nämlich, wenn das Teleskop in der prallen Sonne steht,
(und das ist schließlich normal), keine Bestandteile verdampfen,
weil diese dann im Inneren des Teleskopes kondensieren können,
und dann natürlich die Optik beschädigen, zumindest verunreinigen.

Die EQ6 lief damit im letzten Winter bei -15 Grad (gefühlt -50) tadellos.
Also ist das Lagermeister zurzeit mein Favorit.

Ich frage mich nur, warum für die Montierungen regelmäßig
zwei Fettsorten angeboten werden. Immer ein Schwarzes und ein Helles.
In Gebinden, die mich eher an Homöopathie erinnern, und zu Preisen
die erst Recht zu Apotheken passen würden.......

Grüße

Dietmar

 
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