Azimut-Lager Dobson

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philipp

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hi!

Ich habe gerade das erste Mal durch meinen halbfertigen 6" Dob gekuckt.

Wie es scheint ist die Lösung des Azimutallagers mittels dreier Mini-Möbelrollen nicht gerade stabil.

Optimal soll ja die Kombination aus Küchenarbeitsplatten-Oberfläche (idealerweise Ebony-Star Formica) und Teflon sein.

Ein Stück Teflon (1x3x30 cm) habe ich hier vor mir liegen, in welcher Form bringe ich aber das Formica an? Muß ich eine beschichtete Platte kaufen? Für die Höhenräder habe ich so ein Kantenabschlußband zum Aufbügeln verwendet - gibt es so was auch in größeren Flächen?

Kurzum: wie sollte der Boden der Dobson-Rockerbox beschaffen sein?

vielen Dank im Voraus
 
Gaaaanz einfach:


Schaue mal bei dem Tischler um die Ecke vorbei und frage nach einem
Rest möglichst groben Schichtstoffes.

Den bekommst Du vielleicht sogar umsonst :-)

(Bin ja selber Tischlermeister, und solche "Kleinigkeiten"
berechne ich meist nicht)

Du beschichtest den Drehteller beidseitig damit ( dann verzieht er
sich nicht).
Nimm Pattex dafür oder frage den Tischler, ob er die Platte nicht in der Furnierpresse
mit wasserfestem Leim pressen kann.

Dann lässt Du die Platte gleich rund fräsen oder schneidest sie
mit der Stichsäge aus.
(Kanten gut schleifen und ölen oder lackieren!)

Mit Teflon ist dann alles wunderbar.
(1 cm² pro kg Gewicht)


Beste Grüße
(Bei weiteren Fragen helfe ich gerne :-)

http://www.fh-jena.de/contrib/fb/et/stud/sebastiansauer/meister.htm

Dirk
mohlitz@t-online.de
 
Hallo Dirk,

Schichtstoff heißt also das Zeug...

daß es möglichst grob sein soll ist mir bekannt. Na dann werde ich mal die Tischler hier belästigen...

Wie würdest Du den Führunsstift machen? Im Moment ist es bei mir einfach eine Stück Gewinde, daß nach oben in ein Loch in der Rockerbox ragt - genügt das?

vielen Dank

Philipp

ps: gratuliere zum Nachwuchs, habe selber zwei Kids - Und: Kopf hoch! als Astronom ist man es ja gewohnt sich die Nächte um die Ohren zu schlagen...
 
Und nochmal Werbung für Tischler allgemein:

Im Baumarkt bekommt man zwar viele Dinge.
Aus handwerklicher Sicht ist fast alles Schrott.
Beim Tischler bekommt ihr sehr gute Ware für gutes Geld,
aber auch "Kleinigkeiten", wie Reststücke etc. umsonst
und eine gute Beratung obendrein.

Geht einfach mal hin.
Erzählt von eurem Hobby.
Jeder Tischler ist auch technikbegeistert und wird euch
gerne weiterhelfen.
Selbst wenn er kein Hobbyastronom ist.

Einen netten Fall kann ich schildern:

In der Werkstatt, in der ich mein Meisterstück bauen durfte,
kam eines Tages ein junger Mann vorbei, der einen aus Australien
mitgebrachten Eukalyptusast mittig aufgetrennt haben wollte.
Um ein "Didgeridoo" zu bauen (Instrument der Ureinwohner).
Sofort kam der Chef persönlich und trennte es fachgerecht
an der Bandsäge auf und gab ihm wertvolle Tipps zur Verleimung der beiden Hälften nach dem Aushöhlen.
Außerdem bekam er noch den Leim dazu, Holzkitt, Schleifpapier und Öl für die Oberfläche.

Alles gratis.

Dann holte der junge Mann sein zuletzt fertiggestelltes Instrument aus dem
Kofferraum und gab mitten in der Werkstatt ein kleines Konzert.

Kurz bevor mein Meisterstück fertig wurde, erschien er noch einmal und
präsentierte voller Stolz sein neues Instrument.

(Nicht nur optisch, auch akkustisch ;-)


Also, beim Tischler einfach nachfragen.
Der hilft bestimmt.

Viele Grüße

Dirk Mohlitz (Tischlermeister)

mohlitz@t-online.de
 
Schichtstoff oder HPL oder Resopal...

nur grob muss er sein.

Zur Führung:

Ich habe eine "Rampa-Muffe" (kennt jeder Tischler) genommen
und sie von unten in die Rockerbox gedreht.
Dann einfach eine Gewindestange eingeklebt und den Teller
mit einer selbstsichernden Mutter befestigt.

Klappt prima.

Zeichnung an Dich ist unterwegs, sobald ich die E-mail-Adresse habe ;-)

Beste Grüße

Dirk
 
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Wir überschneiden uns gerade mit den Antworten ;-)


Ja, die Box steht mit Teflonfüßen auf der beschichteten Platte.

Die Platte hat unten drei "Klötzchen" zum Boden hin.

So kippelt nichts.

By the way: Schick´ mir doch mal Fotos davon ;-)

Beste Grüße
Dirk
 
Hallo Dirk,

Resopal - ja damit kann ich was anfangen (mein Vater ist Tischlermeister i.R.).

Das mit der "Rampa-Muffe" hat mich jetzt ein bißchen verwirrt (ist allerdings auch schon spät...). Meine e-mail Adresse lautet übrigens: philip at salzgeber punkt at (das erste at für @, das zweite für Ösiland).

Foto ist unterwegs...

jetzt aber wirklich gute Nacht!!
 
Hallo,
Die Reihenfolge muß stimmen. Von unten nach oben:
1.) Drei Füße für die Grundplatte, die kann man aus Resten aus möglichst dickem Multiplex machen, oder einfach Holzklötzchen.
2.) Grundplatte, 9 mm ! Sie muß nicht dicker sein, da sie nur die Aufgabe hat die Füße, Teflonstücke und den zentralen Bolzen an der Stelle zu halten wo sie hingehören.
3.) Genau über den Füßen werden die Teflonstücke geklebt oder geschraubt. Doppelseitiges Teppichklebeband reicht, oder man schraubt sie fest. Die Teflonstücke sollen nicht zu groß sein, etwa 4 x 4 cm reichen.
4.) In die Grundplatte kommt zentral eine 12 mm Bohrung. Von unten wird eine Schraube M 12 Sechskantmutter durchgesteck. Von oben kommt eine Einschlagmutter drauf, die Schraube wird von unten festgezogen.
5.) Die Küchenarbeitsplatte aus Resopal wird rund gefräst, daß sie nicht über die Grundplatte raussteht. In der Mitte wird sie mit dem notwendigen 12 mm Loch versehen.
Dann wird sie einfach lose auf die Zentralschraube gesteckt und liegt dann auf den drei Teflonpäds auf. Die Küchenplatte soll nicht unten liegen, weil sich dann aller Sand und Dreck darauf sammeln und die Oberfläche abschleifen.
Ist die Platte oben, dann fällt der Sand nach unten und liegt zwischen den Teflonpäds unschädlich rum.
Die Platte braucht nicht angeklebt werden, die kann sich frei drehen und sucht sich dann ihren Platz.
6.) Auf die geschilderte Konstruktion wird jetzt nur noch die Rockerbox gestellt, mit einer selbstkonternden Mutter gesichert, daß sie frei drehen kann.
7.) Wenn man Encoder einbauen will, dann bohrt man von oben das notwendige (6mm?) Loch in die 12mm Schraube, von der Seite ein 3 oder 4 mm Loch mit Gewinde für eine Madenschraube. Den Encoder steckt man einfach mit der Welle von oben in das Loch und sichert die Welle von der Seite mit der Madenschraube.

Das ist ausprobiert und funktioniert.
Grüße Martin

 
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Hallo Martin,

au backe, ich bin einfach zu doof, ich check´s nicht...

bis zu dem Punkt wo die Küchenarbeitsplatte auf die Schraube gesteckt wird komme ich noch mit.

aber dann: wird die Grundplatte der Rockerbox nicht mit der Küchenarbeitsplatte verbunden? d.h. die dreht sich frei zwischen Teflonblöcken und Grundplatte der Rockerbox?

das Konzept der selbstkonternden Mutter ist mir noch nicht ganz klar (obwohl mir meine Mutter auch öfters Konter gegeben hat...). D.h. ich dreh das Ding fest drauf, die Mutter zieht sich fest, aber die Küchenarbeitsplatte ist nicht geklemmt?

vielen Dank und schönen Feiertag

(hier in Ö wird gehackelt (= arbeiten))


 
Hallo,
aber dann: wird die Grundplatte der Rockerbox nicht mit der Küchenarbeitsplatte verbunden?

Nein, nicht nötig. Wenn die vorher rund gemacht wird kann die sich frei drehen und hakt nirgendwo. Es macht auch nichts wenn sich ab und zu mal die Rockerbox auf der Rückseite der Küchenplatte dreht.
Man bekommt auch die beiden Platten nicht perfekt verleimt, es sei denn man hat so eine große Presse wie die in manchen Fabriken steht.

Selbstkonternde Muttern bekommst Du in jedem Baumarkt. die haben so einen Kunststoffring mit dem die Mutter sich auf der Schraube feststetzt und sich nicht mitdreht. Man kann auch zwei Muttern nehmen und die dann gegeneinander drehen, das nennt man kontern. Sie sitzen dann auf der Mutter fest.
Leg noch eine Unterlegscheibe zwischen Rockerbox und Mutter. Die kann man auch versenken und festkleben, die dient dann als Lager.
Man kann auch zwischen die Grundplatte und die Küchenoberfläche so viele Unterlegscheiben auf die Schraube stecken, daß die Rockerbox gerade ein bischen unterstützt wird. Dann geht das Azimutlager leichter.
Ich hab mal einen Lageplan gemacht.
Link zur Grafik: http://marty.t.bei.t-online.de/Azimutlager.jpg
Grüße Martin
 
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Danke!

aber ich habe schon wieder/noch immer eine Frage: Wie stark wird die Kontermutter angezogen? Ich dachte immer, daß da eine lose Verbindung zwischen Rockerbox und Grundplatte herrscht.
 
Hallo,
Ich ziehe sie fest und dreh sie dann 1/2 Umdrehung lose. Dann kann sich die Rockerbox frei drehen wackelt aber nicht. Am besten du probierst ein bisschen.
Martin
 
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