Hallo Demokrates,
welche Kamera hast Du?

Das ist ja nicht ganz unerheblich.
Malte hat ja alles wesentlich gesagt, hier aber mal etwas zu der Montierung...
Zu der LCM und Alternativen:
die Celestron LCM wird mit einer Traglast von 2,25kg angegeben. Die Nexstar SLT hingegen mit 3,5kg, scheint ähnlich der Skywatcher Az Synscan (bei der der Hersteller sogar 5kg angibt)
Da die Nexstar SLT zum Teil NEU für ca. 198-206€ verkauft wird wäre dies der bessere Weg... Aber immer noch fragwürdig.
Alle drei Montierungen haben (neben der Alt-Az Nachführung die die Bildfelddrehung nicht ausgleicht) ein Problem:
Das Spiel im Getriebe und die Nachführungsgenauigkeit & Backslash.
Man muss die Objekte immer in eine Richtung anfahren, sonst darüber hinaus fahren, zurück, und nochmal von vorn.
Je nach Nachführungsgenauigkeit, Brennweite, und Tolleranz sowie Höhe des Objekts kann man dann ca. 30 Sekunden belichten- Je nachdem ob erst Bildfeldrotation oder Nachführung das Problem wird ;-)
Mit Stacken kann man da schon einiges erreichen, oder eben mit Videoastronomie-Kameras (40-100€, aber eher fürs Live-Schauen als zum Bilder machen). Doch das Geld ist sicher in andere Lösungen besser investiert: Montierung oder Kamera!
Andere Lösungen:
Für 200€ (Korrektur, bei TS gerade 175€!) gibt es ebenfalls die NEQ-3, Motornachführung kann man sich für 80-120€ kaufen, gebraucht manchmal günstiger. Oder wenn man basteln kann und will auch für 10-20€ etwas zusammenbauen oder für 30-40€ eine Billignachführung adaptieren (
http://www.astrotreff-deep-sky.de/ATDS_postst3408_SebenNachfuhrung-an-einer-NEQ3.aspx).
Goto ist leider etwas teurer. Dafür ist eben die Bildfeldrotation weniger problematisch, aber irgendwann kommt eben Guiding hinzu.
Fotografisch dürfte der 90/900 auch hier problematisch sein Deepsky-Brothers.de gibt der Kombi EQ3-2 & 80/900 visuell eine "2", der 90/900 für die Fotografie dürfte schon doll wackeln (viele Bilder sind dann Ausschuss).
Auch kann man einfach bei 200mm, 300mm Brennweite noch mit einer Barndoor arbeiten, und damit eine Menge erreichen:
http://www.j-baechli.ch/astrofotografie/Controller?action=GALLERY
Eine Barndoor besteht aus zwei, drei Brettern, einer Gewindestange, zwei Muttern und Scharnieren.
http://www.astropix.com/BGDA/SAMPLE2/SAMPLE2.HTM -besser
http://education.jlab.org/tracker/ und mit Motor (Eieruhr, modifiziertem Servo, Schrittmotorsteuerung)
Generell ist es einfacher mit weniger Brennweite einzusteigen. Das macht vieles einfacher...
Übrigens: Mit DSLR (mit APS-C Sensor) und 900mm Brennweite bekommst Du Andromeda garnicht ganz aufs Bild.
Und mit den meisten Kompaktkameras ohne Möglichkeit das Objektiv abzunehmen, bleibt nur Okularprojektion mit meist nur ein paar Sekunden Belichtungszeit- Klar, geht, doch der kleine Sensor und die meist nicht sehr lichtstarken und Farbreine/Verzerrungsfreie Zoomobjektive bringen weitere Probleme ins Spiel.
(Für ca. 150€ gebraucht bzw. 250€ neu wäre dann DSLR und Barndoor ein wesentlich sinnvoller Einstieg- wie gesagt, wenn Du noch keine DSLR hast)
Zum Refraktor:
Wie viel wiegt der?
Generell ist zu sagen dass ein 90/900 Refraktor für die AltAz Montierungen schon am Limit ist - auch wegen des langen Hebels! Ich nutze einen 130/650 @ 3kg, und mit Kamera wiegt das ganze ja dann noch mehr.
Celestron verkauft ja hauptsächlich die kürzeren Teleskope auf SLT, (3"/5" Mak, 130/650 Newton, 102/600 Refraktor) .
Lediglich Sky-Watcher packt da einen kleineren 70mm Refraktor drauf, für den gibt es sogar eine abgespeckte Montierungsversion. Steht leider fast nirgends, hätte ich mir beinahe gekauft.
Polhöhenwiege auf LCM/SLT?
Wäre mal spannend.
In einem engl. Forum gab es mal Experimente mit Montierung schief aufstellen, aber Bildmaterial kam da im Thread nie ;-)
Der Aufwand rechtfertigt die Ersparnis aber wohl eher nicht.
PS: Schau auch mal in die Schnäppchenliste von Celestron.