Azimutale Montierung mit Polhöhenwiege

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Demokrates

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Hallo erstmal,
ich bin am überlegen, ob ich mir die Celestron lcm Montierung kaufen sollte... Meine Überlegungen: + hat go-to
+ transportabel?
- azimutale Montierung, ABER
...+ Polhöhenwiege
Zur Info: Ich habe einen Tasco Refraktor(90mm Öffnung,910 Brennweite), mit dem ich ganz zu frieden bin.
Glaubt ihr man kann mit der Kombi (Refraktor, lcm Montierung, Polhöhenwiege) im Bereich deep sky was anfangen?
Zum Thema deep sky, es sollen keine Profi-Fotos werden, es soll einfach nur für die helleren Objekte, wie Andromeda Galaxie reichen.
Ich hoffe ihr könnt mir helfen, vielleicht auch mit Fotos...
DANKE
 
Hi....

Ohne zu wissen ob es für die LCM überhaupt eine Polhöhenwiege gibt bin ich der Ansicht das Du Dir das Geld sparen kannst.
Allein der Hebel Deines Teleskops (also die Länge) , wird die Montierung an ihre Grenzen bzw. schon darüber bringen.

Das wird wackeln als gäbe es kein Morgen.

Wenn Du wirklich fotografieren willst, dann mach es Dir nicht unnötig schwer. Besorg Dir eine kurzbrennweitige Optik (bspw auch ein Teleobjektiv für eine DSLR), eine parallaktischen Montierung mit Autoguiderport und bring viel Zeit und Ausdauer mit.

Solche Bastellösungen sind eher unbefriedigend und führen vermutlich selbst an den hellsten Objekte. Nicht zu. Erfolg. ;)

VG Malte
 
Hallo Demokrates,
welche Kamera hast Du? :-) Das ist ja nicht ganz unerheblich.

Malte hat ja alles wesentlich gesagt, hier aber mal etwas zu der Montierung...

Zu der LCM und Alternativen:
die Celestron LCM wird mit einer Traglast von 2,25kg angegeben. Die Nexstar SLT hingegen mit 3,5kg, scheint ähnlich der Skywatcher Az Synscan (bei der der Hersteller sogar 5kg angibt)
Da die Nexstar SLT zum Teil NEU für ca. 198-206€ verkauft wird wäre dies der bessere Weg... Aber immer noch fragwürdig.

Alle drei Montierungen haben (neben der Alt-Az Nachführung die die Bildfelddrehung nicht ausgleicht) ein Problem:
Das Spiel im Getriebe und die Nachführungsgenauigkeit & Backslash.
Man muss die Objekte immer in eine Richtung anfahren, sonst darüber hinaus fahren, zurück, und nochmal von vorn.

Je nach Nachführungsgenauigkeit, Brennweite, und Tolleranz sowie Höhe des Objekts kann man dann ca. 30 Sekunden belichten- Je nachdem ob erst Bildfeldrotation oder Nachführung das Problem wird ;-)
Mit Stacken kann man da schon einiges erreichen, oder eben mit Videoastronomie-Kameras (40-100€, aber eher fürs Live-Schauen als zum Bilder machen). Doch das Geld ist sicher in andere Lösungen besser investiert: Montierung oder Kamera!

Andere Lösungen:
Für 200€ (Korrektur, bei TS gerade 175€!) gibt es ebenfalls die NEQ-3, Motornachführung kann man sich für 80-120€ kaufen, gebraucht manchmal günstiger. Oder wenn man basteln kann und will auch für 10-20€ etwas zusammenbauen oder für 30-40€ eine Billignachführung adaptieren (http://www.astrotreff-deep-sky.de/ATDS_postst3408_SebenNachfuhrung-an-einer-NEQ3.aspx).
Goto ist leider etwas teurer. Dafür ist eben die Bildfeldrotation weniger problematisch, aber irgendwann kommt eben Guiding hinzu.
Fotografisch dürfte der 90/900 auch hier problematisch sein Deepsky-Brothers.de gibt der Kombi EQ3-2 & 80/900 visuell eine "2", der 90/900 für die Fotografie dürfte schon doll wackeln (viele Bilder sind dann Ausschuss).

Auch kann man einfach bei 200mm, 300mm Brennweite noch mit einer Barndoor arbeiten, und damit eine Menge erreichen:
http://www.j-baechli.ch/astrofotografie/Controller?action=GALLERY
Eine Barndoor besteht aus zwei, drei Brettern, einer Gewindestange, zwei Muttern und Scharnieren. http://www.astropix.com/BGDA/SAMPLE2/SAMPLE2.HTM -besser http://education.jlab.org/tracker/ und mit Motor (Eieruhr, modifiziertem Servo, Schrittmotorsteuerung)

Generell ist es einfacher mit weniger Brennweite einzusteigen. Das macht vieles einfacher...
Übrigens: Mit DSLR (mit APS-C Sensor) und 900mm Brennweite bekommst Du Andromeda garnicht ganz aufs Bild.
Und mit den meisten Kompaktkameras ohne Möglichkeit das Objektiv abzunehmen, bleibt nur Okularprojektion mit meist nur ein paar Sekunden Belichtungszeit- Klar, geht, doch der kleine Sensor und die meist nicht sehr lichtstarken und Farbreine/Verzerrungsfreie Zoomobjektive bringen weitere Probleme ins Spiel.
(Für ca. 150€ gebraucht bzw. 250€ neu wäre dann DSLR und Barndoor ein wesentlich sinnvoller Einstieg- wie gesagt, wenn Du noch keine DSLR hast)

Zum Refraktor:
Wie viel wiegt der?
Generell ist zu sagen dass ein 90/900 Refraktor für die AltAz Montierungen schon am Limit ist - auch wegen des langen Hebels! Ich nutze einen 130/650 @ 3kg, und mit Kamera wiegt das ganze ja dann noch mehr.
Celestron verkauft ja hauptsächlich die kürzeren Teleskope auf SLT, (3"/5" Mak, 130/650 Newton, 102/600 Refraktor) .
Lediglich Sky-Watcher packt da einen kleineren 70mm Refraktor drauf, für den gibt es sogar eine abgespeckte Montierungsversion. Steht leider fast nirgends, hätte ich mir beinahe gekauft.


Polhöhenwiege auf LCM/SLT?
Wäre mal spannend.
In einem engl. Forum gab es mal Experimente mit Montierung schief aufstellen, aber Bildmaterial kam da im Thread nie ;-)
Der Aufwand rechtfertigt die Ersparnis aber wohl eher nicht.

PS: Schau auch mal in die Schnäppchenliste von Celestron.


 
Nachtrag:
Es gibt doch einige Infos mehr im Netz als ich damals zumindest fand.

http://www.astro-imaging.co.za/index.php/articles/equatorial-conversion-slt-mount

http://www.astronomyforum.net/celes...e-forum/145688-making-wedge-127slt-scope.html

http://www.cloudynights.com/ubbarch...page/0/view/collapsed/sb/5/o/all/fpart/2/vc/1

http://www.celestron.com/c3/support...ase&_a=viewarticle&kbarticleid=2465&nav=0,227

http://ukastroimaging.co.uk/forums/index.php?topic=21645.0;


Zum Teil mit 60-150s Belichtung, gar nicht so schlecht. Aber eher, wenn man das Gerät sowieso im Haus hat.
Ich würde auch annehmen, dass bei einem schwereren Gerät als nur die Kamera+Objktiv eventuell die Mechanik leidet... Und ohne die Optimierungstipps aus dem Netz wird es sowieso schwierig.

Autoguiding
http://www.youtube.com/watch?v=mg8ssdzu0C8
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Danke für die Hilfreichen Antworten!!!!
Also lerne ich: niedrigere Brennweite für deep sky
-mein teleskop wiegt so 2.5 kg, aber das Problem liegt wahrscheinlich eher in der Länge
Barndoor, kannt ich vorher noch nicht, find es aber ziemlich interessant, die Bilder auf dem Link sollen so entstanden sein?? :o
Und ja, ich habe eine Spiegelreflex.
Und zu den Motoren an eq, es sieht so aus als müsste ich mich von dem Gedanken von günstigen go to trennen :(
Ich habe ja eine eq 2, hatte auch schon den von dir (Marcus)empfohlenen Motor, absoluter Schrott, kann ich alle nur vor Warnen!!! Hat jmd. vielleicht einen besseren Vorschlag in Sachen Montierung, oder einen Motor für meine eq 2 der genau genug ist???
Ich weiß viele Fragen, ich hoffe ihr könnt mir weiter helfen...

 
Hallo Demokrates,
das ist ja vergleichsweise leicht- viel Kunststoff?
Könnte visuell gehen, aber der lange Hebel ist eben das Problem.
Je nachdem wo Du her kommst, eventuell schauen ob es Sternwarten/Beobachtungsgruppen gibt wo sich das ausprobieren lässt?

Ja, eine Barndoor ermöglicht ein paar Minuten Nachführung ohne viel Kosten. Mit Doppelarm auch länger.
Da Du aber eine EQ2 hast, könnte man auch die Kamera darauf montieren.
Die verlinkten Bilder sind aber auch auf einer aufwändigeren Barndoor entstanden als die vorhin verlinkten:
http://www.j-baechli.ch/astrofotografie/Controller?action=MYBANDOOR
Trotzdem geht das im Kern natürlich auch mit einer einfachen aus Holz, Baumarktscharnier und Gewindestange.

Deepsky: Vieles geht eben mit weniger Brennweite. Aber nicht alles (kleine planetarische Nebel, manche Galaxien...). Die Barndoor hat sicher ihre Grenzen.
Es kommt eben darauf an was man ablichten will. Was 50-200mm aber leichter macht ist das auffinden, die Sterne werden nicht so schnell zu strichen (sei es wegen Nachfürung oder Stativstabilität)...




GoTo-EQ ist tatsächlich recht kostspielig. Aber GoTo ist ja nicht zwingend erforderlich ;-)

Den Motor habe ich ja nicht wirklich empfohlen, you get what you pay for. Das läuft meist auf Basteln hinaus :-/
Der Vollständigkeit halber wollte ich es aber erwähnen.

Wenn Du ja schon eine EQ-2 hast, kannst Du ja zur Stabilität was sagen. Wenn die Kamera dann allerdings noch drann hängt, dürfte der lange Hebel da probleme machen...
Die NexStar SLT ist meiner Erfahrung nach wesentlich stabiler als meine Astro3 (alte Skyluxmontirung), zumindest was den 130/650 betrifft.

Montierung wie gesagt: Min. Neq3 mit entsprechender Steuerung. ABER wenn Du eine EQ2 hast:
Schau ob Du sie entweder mit deinem jetzigen Motor doch irgendwie nachgeführt bekommst (genau genug ausgerichtet, liegt es nur an der Motorgschwindigkeit?).



 
Ich guck mir gerade deep sky bilder an und viele sind einfach nur mit 200,300mm gemacht,Nächste Frage ;) sind das wirklich nur die handvoll großen oder gibt es da viele die man so ablichten kann?
 
Hallo Demokrates,
viele lassen sich so ablichten.
Eigentlich jeder offene Sternhaufen, viele Nebel und einige Galaxien...

Hier z.B. mal Messierobjekte aufgelistet mit Helligkeit und Größe
http://astrofotografie.hohmann-edv.de/aufnahmen/kataloge.messier.php
oder
http://www.hyaden.de/inhalt/astrodaten/messierobjekte.htm
Auch kannst Du in Stellarium Kamera/Teleskop einrichten und mal schauen was davon reinpasst.

Oder dort
http://www.12dstring.me.uk/fov.htm
mal z.B. 200mm Brennweite und zB. Canon 450d (APS-C sensorgröße) eingeben.
Submit, Object Menu.

Die Zoom-Kitobjektive der DSLR sind natürlich nicht ideal, aber es geht. Lichtstärkere Objektive oder ein kleiner Richfield-Refraktor wäre auch eine Lösung.

Zum LXD-75 aus deinem anderen Thread kann ich nichts sagen, aber ohne Guiding wird die Belichtungszeit, insbes. bei höheren Brennweiten sicher auch problematisch.
Besser als eine LCM wird sie aber allemal sein ;-)
Die Barndoor hat eben den Vorteil dass man für ein paar Euro (2€ Kugelstativkopf ist mitunter das teuerste) mal reinschnuppern kann, und sich die Bilder durchaus sehen lassen.
 
Nachtrag:
"How big are Messier objects in pixels?" von Jonathan Gazeley
als Exel-Datei (buah)
http://www.jonathangazeley.com/2013/12/how-big-are-messier-objects-in-pixels/
z.B. mit 200mm Brennweite und 450d (APS-C Sensor, APS-C 22,2x14,8mm, 5,2 microns, 4272x2848, ohne Gewähr)

Nur M40 ist kleiner als 10x10 Pixel ;-)
Klar, dass heisst nicht dass man es ablichten kann und erkennt. Aber der Punkt ist:
Du sagst, es "sollen keine Profi-Fotos" werden... Mit 200 oder 300mm geht schon eine Menge, wenn dir eine Hand voll leichter Objekte reicht, dutzende offene Sternhaufen (Collinder-Objekte z.B.!), und eben ein paar kleine diffuse Objekte die mit solchem Equipment nicht Bildschirmfüllend abgelichtet werden.
 
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