Azimutlagerung Rocker

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Rainer_Schmegel

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Hallo Alle !
Ich bin gerade dabei meiner Rockerbox für den 12,5er Manieren beizubringen.Also erst einmal Ebony-Star auf dem ATT in Essen gekauft.Höhenräder sind schon fertig, nun aber zur Azimutlagerung.Frage: Meine Rockerbox hat das Maß 50cm x50cm .In welchem Abstand zur Achse sollten die Teflonpads laufen ? Möglichst weit außen ? Oder lieber in der Mitte ?Ich benutze runde Teflonscheiben, welchen Durchmesser sollte man wählen ?
Vielen Dank schonmal...
Rainer
 
Hallo!
Richtwert: pro Kilogramm Fernrohrgewicht ein Quadratzentimeter Teflon.
Hast du 15Kg Teleskop, dann nimmst du 3x5cm2 Teile, 120Grad versetzt.
Am besten genau über den "Füßen" der am Boden stehenden Scheibe, d.h. optimale Kraftverteilung da die Gewichtskraft direkt abgeleitet wird...
Hört sich ein bischen wischiwaschi an, hoffe aber du weißt was ich meine...;-)

albireotische Grüße
Winni von der WWS
 
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Hallo Winfried
Du hast mir sehr geholfen.Zwei Fragen hätte ich da aber noch:Wenn die Teflonpads größer werden, wird dann auch die Reibung größer und es dreht schwerer ?Und wie sollte der Abstand vom Drehpunkt sein ?Wenn es zu dicht an der Achse ist, wird es außen "kippelig" und wenn die Lagerpunkte zu weit außen sind, vermute ich wieder Probleme mit der Leichtgängigkeit wegen ungleicher Gewichtsverteilung.
Gruß
Rainer
 
Hallo Rainer,

solange die Kontaktflächen der Teflonscheiben zur Ebonyauflage eben sind, also vollflächiger Kontakt gewährleistet wird, erhöht sich die Reibung mit wachsender Fläche NICHT, denn der größeren Fläche, die erhöhte Reibung vermuten ließe, steht umgekehrt proportional geringerer Druck gegenüber (Druck = Kraft : Fläche), was den Effekt vollständig kompensiert. Die Reibung ändert sich also nicht.

Wenn der Radius (= Abstand der Teflonscheiben zur Drehachse) größer wird, wirkt die Reibung an einem größeren Hebel. Die Drehbewegung des Teleskops um die vertikale Achse erfordert daher entsprechend mehr Kraft (genauer: ein größeres Drehmoment). Aber das ist eher ein Vorteil, weil dadurch ein versehentliches Verdrehen beim Hantieren (z.B. beim Fokussieren oder Abnehmen und Einsetzen der Okulare) verhindert wird. Worauf es beim Teflon-Ebony-Gleitlager entscheidend ankommt, ist nicht Minimierung der Reibung, sondern daß der Unterschied zwischen Haft- und Gleitreibung minimiert wird, und dies ist im Prinzip von der Auflagefläche unabhängig, solang sie groß genug ist, um Verformung zu verhindern (also Vertiefungen durch zu großen Anpreßdruck). Im Gegenteil trägt eine größere Fläche sogar wegen der Druckverminderung dazu bei, solche Vertiefungen (Druckstellen) zu verhindern.

Je weiter außen die Teflonscheiben liegen, um so stabiler steht das Teleskop; vergleiche das mit den Füßen eines Dreibeinstativs, das auch stabiler steht, wenn die Beine weit genug gespreizt sind, und das zu kippen droht, wenn man sie zu wenig spreizt und deshalb die Dreiecks-Grundfläche zu klein ist.

Ungleiche Gewichtsverteilung sollte es nicht geben, wenn das Teleskop korrekt ausbalanciert ist. Wenn die drei Auflagepunkte symmetrisch in 120°-Winkeln mit gleichem Radius positioniert werden, ruht dann auf jeder Teflonscheibe exakt das gleiche Gewicht.

Wie schon Winni gesagt hat, sollten die Standfüße der Grundplatte genau unter den Teflonscheiben liegen. Das gewährleistet, daß die Gewichtsbelastung nicht die Grundplatte verbiegt, was zu einer Schiefstellung und zu elastischen Schwingungen führen könnte. Die richtige Vorgehensweise ist also, erst die Positionierung der drei symmetrisch in 120°-Winkeln mit gleichem, möglichst großem Radius anzuordnenden Teflonscheiben festzulegen und dann genau darunter die Füße der Grundplatte anzubringen. Fängt man mit den Füßen an, ohne die 120° und den identischen Abstand zur Drehachse zu beachten, kann man später die Teflonscheiben nicht optimal plazieren.

MfG Walter E. Schön
 
Hallo Rainer,
den wesentlichen Tipp hat Dir Winfried ja schon gegeben (Füße unter den Pads). Zur Schwergängigkeit im Azimut: Je weiter außen, d.h. je weiter der Abstand Mitte <--> Pads ist, um so schwergängiger wird Dein Dob. Die Standfestigkeit dagegen wird besser und es schwingt schneller aus. Ein guter Kompromiß ist die Kunst!. Mein 45kg Discovery-Dob ist vom Hersteller für Standfestigkeit ausgelegt. Die negative Folge ist die Neigung zum "Ruckeln" beim Anfahren, weil die Pads einen größeren Hebelarm haben und somit der Drehung einen größeren Haftreibungs-Widerstand entgegensetzen. Abhilfe schafft das Einreiben des Formica mit trockener Seife, so wie man es gegen klemmende Schubladen macht.

Gruß Ralf
 
Grüzi Rainer!

Im Prinzip könnte man meinen hast du recht, die Reibfläche wird ja größer, ABER die Gewichtskraft des Fernrohrs bleibt ja gleich.
Sie verteilt sich ja nur auf einem größeren Teflon-Pad.
Bei der genannten Größenordnung ist die Reibung des bischen Teflons mehr irrelevant.
Das mit der Faustformel ist meines Wissens ein Erfahrungswert der sich bis zu einer gewissen Teleskopgröße als Optimum herauskristallisiert hat.
Überleg mal umgekehrt: Man könnte das Teflon ja auch verschwindend klein machen, so ca. 1mm2... das Zeugs würd sich bald abreiben...;-))
Wenn du dir deine Fernrohrbasis im Querschnitt vorstellst:
Rockerbox -Mittelachse (Schraube)-Grundbrett
Um ein Beispiel zu nennen: 20cm von deiner Schraube weg nach außen befindet sich einer der drei Bodenfüße.
Nun müßtest du das Teflon im Optimalfall GENAU über diesen Fuß anbringen, weil sich das ganze Gewicht des Dobson eben über diese drei Füße verteilt.
Irgendwo anders ist wieder schlechter.
Zu weit innen ist im worst case "kippelig", hast du völlig recht.
Weiter draußen "biegt" sich im miesesten Falle die ganze "Gaudi" durch.

cs
Winni

Ähhhhh... der Walter hat die Problematik wesentlich besser ausgedrückt wie ich gerade noch lese...;-)))
 
Hallo Alle !
Vielen Dank für die super ausführlichen Antworten !
Da kann ich jetzt am Wochenende richtig loslegen.. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
Rainer
 
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