Hallo Rainer,
solange die Kontaktflächen der Teflonscheiben zur Ebonyauflage eben sind, also vollflächiger Kontakt gewährleistet wird, erhöht sich die Reibung mit wachsender Fläche NICHT, denn der größeren Fläche, die erhöhte Reibung vermuten ließe, steht umgekehrt proportional geringerer Druck gegenüber (Druck = Kraft : Fläche), was den Effekt vollständig kompensiert. Die Reibung ändert sich also nicht.
Wenn der Radius (= Abstand der Teflonscheiben zur Drehachse) größer wird, wirkt die Reibung an einem größeren Hebel. Die Drehbewegung des Teleskops um die vertikale Achse erfordert daher entsprechend mehr Kraft (genauer: ein größeres Drehmoment). Aber das ist eher ein Vorteil, weil dadurch ein versehentliches Verdrehen beim Hantieren (z.B. beim Fokussieren oder Abnehmen und Einsetzen der Okulare) verhindert wird. Worauf es beim Teflon-Ebony-Gleitlager entscheidend ankommt, ist nicht Minimierung der Reibung, sondern daß der Unterschied zwischen Haft- und Gleitreibung minimiert wird, und dies ist im Prinzip von der Auflagefläche unabhängig, solang sie groß genug ist, um Verformung zu verhindern (also Vertiefungen durch zu großen Anpreßdruck). Im Gegenteil trägt eine größere Fläche sogar wegen der Druckverminderung dazu bei, solche Vertiefungen (Druckstellen) zu verhindern.
Je weiter außen die Teflonscheiben liegen, um so stabiler steht das Teleskop; vergleiche das mit den Füßen eines Dreibeinstativs, das auch stabiler steht, wenn die Beine weit genug gespreizt sind, und das zu kippen droht, wenn man sie zu wenig spreizt und deshalb die Dreiecks-Grundfläche zu klein ist.
Ungleiche Gewichtsverteilung sollte es nicht geben, wenn das Teleskop korrekt ausbalanciert ist. Wenn die drei Auflagepunkte symmetrisch in 120°-Winkeln mit gleichem Radius positioniert werden, ruht dann auf jeder Teflonscheibe exakt das gleiche Gewicht.
Wie schon Winni gesagt hat, sollten die Standfüße der Grundplatte genau unter den Teflonscheiben liegen. Das gewährleistet, daß die Gewichtsbelastung nicht die Grundplatte verbiegt, was zu einer Schiefstellung und zu elastischen Schwingungen führen könnte. Die richtige Vorgehensweise ist also, erst die Positionierung der drei symmetrisch in 120°-Winkeln mit gleichem, möglichst großem Radius anzuordnenden Teflonscheiben festzulegen und dann genau darunter die Füße der Grundplatte anzubringen. Fängt man mit den Füßen an, ohne die 120° und den identischen Abstand zur Drehachse zu beachten, kann man später die Teflonscheiben nicht optimal plazieren.
MfG Walter E. Schön