Baader 60° Bino - Warum vom Markt verschwunden???

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sindbad

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Hallo, ich bin seit Kurzem Besitzer eines Celestron / Baader 60° Binokularansatz. Parallel dazu habe ich einen Denkmeier Bino und bin somit einigermaßen verwöhnt.

Nachdem ich einige Tage mit dem Celestron / Baader 60° Binokularansatz beobachte habe, frage ich mich, warum der eigentlich vom Markt verschwunden ist. Das Ding ist doch sehr gut und weniger fummelig als der geradsichtige Bino auf einem Zenitprisma. Auf meiner Webseite habe ich mich dazu mal ausgelassen.

Artikel über Baader 60° Bino


Wahrscheinlich werde ich mehr mit dem 60° Bino beobachten als mit dem Denkmeier, weil das einfach bequemer ist.

Link zur Grafik: http://www.oxly.de/oxly4/wp-content/uploads/2011/07/Binokular-20110711-54a.jpg

Was meint ihr dazu?


Tom
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Also ich meine, es ist durchaus praktisch, da es recht wenig Lichtweg benötigt.

BTW. Wird sowas nicht gebraucht seit Wochen im SBT angeboten, ups ist gestern an den Mann gebracht worden, find ich auch praktisch ;-)

Lg
 
Laut meinen Recherchen scheint die Variante von Celestron teleskopseitig 'nur' einen 2" Anschluss zu haben, also keinen T2 Anschluss. Damit wäre es an einige Teleskope schwer adaptierbar. Eigentlich müsste es auch eine 1 1/4 Zoll (teleskopseitig) Version geben?


Tom
 
Hallo Tom,

Irtum, im 2" Steckanschluß befindet sich ein T2 Innengewinde. Hier paßt der Baader Adapter T2 auf 1 1/4".

Ich beobachte seit mehr als 10 Jahre mit dem Bino. Durch den kurzen Lichtweg (Wegfall des Zenitspiegels) paßt es an viele Refraktoren ohne GWK bzw. den Tubus kürzen zu müssen.

Gruß Reinhard
 
Hallo Reinhard, danke für die Info.

Vor einigen Wochen habe ich einen William 102/700mm Refrakor verkauft, u.a. weil ich die Binofrage nicht ohne GWK oder Kürzen des Tubus lösen konnte. Das war mir irgenwie zu fummelig. Könnte sein, dass ich das Fernrohr noch hätte, wenn ich den Baader 60° Bino früher bekommen hätte.


Tom

 
Hallo Sindbad, weiß ich auch nicht, warum es den nicht mehr gibt. Habe ihn seit Jahren im Einsatz und bin hoch zufrieden damit. Sonne, Mond vor allem !! und Planeten lassen sich meiner Meinung nach viel besser beobachten. Ein Vereinskollege hat sich, nachdem er das Bino bei mir ausprobiert hat auch gekauft. Die gleiche Meinung. Viele Grüße Olaf.
 
Hallo Sinbad,

das erste Modell des 60 Grad Binos hatte Baader bereits 1987 auf den Markt gebracht, später hatte er es auch an Celestron geliefert.

Irgendwann waren alle Einzelteile des Gehäuses als auch die Optik aufgebraucht ( Ende 2004 ).

Da Baader aber schon lange das Großfeld Bino im Vertrieb hatte und inzwischen die Binos aus Fernost den Markt überschwemmen, hätte sich eine Neuauflage sicher nicht mehr gelohnt und wäre entsprechend teurer geworden.

Ein würdiger Nachfolger ist das Baader Maxbright Binokular, das verschiedene Vorteile hat.

Ich selber hatte dieses 60 Grad Bino seit 1988 an der Sternwarte und dann auch privat im Einsatz.

Ein Vorteil war eben das eingebaute Penta-Prisma, das ein astronomisch richtig orientiertes Bild liefert, das Bild steht also auf dem Kopf, wie im Teleskop bei Geradeinblick.

Und damit ist dieses Bino bis heute kunkurrenzlos, das kann bis heute kein anderes Bino.

Aber es hatte auch einen gravierenden Nachteil.

Durch die optische Konstruktion war bei hellen Objekten immer ein Geisterbild zu sehen.

Wenn z.B. Jupiter in der Gesichtsfeldmitte eingestellt ist, dann sieht man bei etwa 1,30 Uhr auf halber Strecke zum Gesichtsfeldrand einen zweiten schwächeren Jupiter.

Diesen Reflex hatte grundsätzlich jedes dieser Binos.

Bei manchen dieser Binos war zusätzlich ganz dicht am Objekt - ca. 10" rechts ( ist nur an hellen Sternen zu sehen )ein schwächerer "Doppelstern", der ebenfalls einen Reflex darstellt, dieser Reflex ist jedoch nur in einem Einblick zu sehen - ich glaube es war so: Links normal, rechts mit Doppelstern.

Das Bino wurde übrigens ursprünglich aus dem Mikroskop Bereich der Firma Wild übernommen, Baader hatte es teleskop-tauglich gemacht. Fast alle Mikroskop Binos sind nicht auf Unendlich parallel justiert und liefern Doppelbilder.

Hier ein Bild von Wild:
Link zur Grafik: http://www.fernrohrland.de/img/Bino.jpg

Die Transmission ist im Vergleich zu den heutigen Teleskop Binos nicht gerade berauschend, den Wert weiß ich jetzt nicht, aber ich glaube, es sind nicht mal 80 % - und noch etwas: Die Bilder vom linken und rechten Durchblick sind unterschiedlich hell und von unterschiedlicher Tönung, das eine ist gelblicher, das andere bläulicher.

Übrigens ist das Baader Maxbright Bino auch das Beste unter den vielen Klonen, die äußerlich ähnlich aussehen, die es inzwischen gibt.

Schöne Grüße

Rudi

Rudolf Idler
Fernrohrland
Stuttgart/Fellbach







 
Hallo,
ich hatte auch mal so eines. WEar aber, wie gerade geschrieben, optisch nie der Hit. Zurecht gibt es dieses nicht mehr.
 
Ich finde das Teil gut und benutze es häufiger als das Denkmeier Bino. Demnächst wird das 60° Bino beim Beobachten der Zugvögel an den Sammelplätzen eingesetzt. Ein kleines Mak mit dem guten Baader Amici an einer Vixen Porta macht sich dort ganz gut. Die Leica und Swarovski Besitzer gucken immer neidisch, wenn andere beidäugig beobachten.


Tom
 
Diesen Thread muss ich nochmal aufwärmen. Heute abend beobachtete ich mit dem 60° Bino und zwei 7,5mm Eudiaskopen durch einen Skywatcher ED 120/900mm den Mond. Die Vergrößerung lag damit bei ca. 120x.
Dabei habe ich auf folgendes geachtet:

Rudi: "... Durch die optische Konstruktion war bei hellen Objekten immer ein Geisterbild zu sehen. ..."

In der oben genannten Kombination war nichts dergleichen zu sehen. Aufgrund der beiden kritischen Kommentare habe ich mal 'kritisch' mit dem Bino den Mond beobachtet, um die Nachteile zu 'sehen'. Klar ist das Bild durch die Teilung des Lichts dunkler als beim Einzelbild, aber doppeläugig wirkt alles größer und klarer.

Wenn von meinem Balkon zu einer erträglichen Zeit der Jupiter zu sehen sein wird, werde ich das Experiment mit längeren Brennweiten wiederholen. Dann müßte irgendwo im Feld ein Geisterplanet sein. Bisher ist mir der nicht aufgefallen, aber da hatte ich auch nicht extra darauf geachtet.

Tom
 
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