Baader D-ERF läßt Wärme durch??

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Michael_Huebler

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Hallo liebe Astrogemeinde!!

Bin ein begeisterter Doppel-PST Beobachter.

Nun strebt man ja für mehr Auflösung und höherer Vergrößerung.
Ich hatte vor etwa 3 Wochen einen 135 mm D-ERF Filter von der Fa. Baader von einem bekannten deutschen Teleskophändler erhalten.

Diesen hatte ich zwischenzeitlich an meinem gekürztem 6 Zoll TS Refraktor mit der Filterfassung an der Taukappe meines Teleskopes adaptiert und zusammen mit der PST Einheit mit Siebert Element und Bino an der Sonne zur Beobachtung ausprobiert. Hat ja soweit auch alles funktioniert und die Beobachtung war einfach super.

Dann hatte ich die PST-Einheit abgebaut und ich hatte dann mal so aus Spaß meinen Handrücken in den Brennpunkt meines gekürztem Teleskopes (der D-ERF war noch an der Taukappe vormontiert) gehalten und dachte es duerfte ja nicht spürbar warm werden. Dies war aber nicht so.
Spätstens nach 30 Sekunden wurde es so warm das ich die Hand wegziehen musste.

Das hat mich doch jetzt sehr überrascht.

Ich hatte danach an meinem PST Adapter noch zur Sicherheit von der Fa. Schott einen Kg 3 Wärmefilter der für den fernen IR Bereich zuständig ist vorgeschraubt. Hier war dann nichts mehr an Wärme zu spüren.

Nun meine Frage: Habe ich irgend etwas falsch verstanden was die Funktion des D-ERF angeht.
Ich hatte gelesen das es zu einer Wärmereduzierung kommt? Ist ja auch ein weiter Begriff.
Ein Astrokollege hatte gesagt das darf überhaupt nicht warm oder heiss werden.
Viele Astrokollegen empfehlen ja anstandslos hier wenn man ein PST an einem größeren Teleskop adaptiert muss unbedingt vorn ein D-ERF angebaut werden. Nur wenn man hier liest wie viel hier herum gebastelt wird und auch das die PST wird hier auseinander gebaut....

Laut Transmissionskurve sieht man ja das der D-ERF im hinteren IR Bereich ab 1400 nm wieder durchlässig wird.

Wenn dies der Grund ist und man so die Auswirkungen per Wärme spürt dann muss hier unbedingt noch aufgeklärt werden bevor es noch böse Überraschungen für das Auge gibt.

Die PST Einheit hat ja das Etalon und in der Zwischenhülse vor dem Blockfilter noch zwei weitere Filter. (scheint auch noch ein PST ERF zu sein)
Diese beiden Filter in der Zwischenhülse sollen wohl auch für den gefährlichen UV Bereich und den fernen IR Bereich sein und die Strahlung herausfiltern.

Ich könnte mir vorstellen das es den einen oder anderen hier gibt der sein PST auseinander nimmt und die beiden Filter aus der Zwischenhülse wegläßt und nur den Blockfilter anbaut das es hier zu Schäden an den Auge kommen kann.

Bitte um Aufklärung weil ich jetzt doch sehr verunsichert bin mit dieser Kombination weiter zu beobachten.

Meine weitere Frage ist. Bevor ich den Filter zurück geben werde.

Gibt es eine Möglichkeit diesen von irgend jemanden durchmessen zu lassen.
Mich interessiert wieviel da an UV und IR Strahlung noch herauskommt.
Evtl. auch in Verbindung mit dem ganzen System womit ich beobachte würde mich interessieren was am Ende des Okulares für Reststrahlung im UV und IR Bereich herauskommt. Gibt es hier Möglichkeiten das zu messen und zu kontrollieren.
Mein System besteht aus dem neuen Filter D-ERF von Fa. Baader mit Filterfassung für die Taukappe – gekürzter TS 6 Zoll Refraktor 150/1200 mm - PST Adapter mit vorn angeschraubtem Kg3 Wärmeschutzfilter-
kompl. PST Einheit (Kasten) mit Etalon und Zwischenhülse mit internen ERF und 5 mm Blockfilter – Siebert Barlowelement und Bino mit Okularen.

Wer kann helfen??


Viele Grüße

Michael
 
Hallo Michael,
ich wage mal zu behaupten, dass es nicht normal ist.
Ich hatte den gleichen Aufbau, allerdings an einem 102/1000mm Refraktor und einem 110er D-ERF. Heute habe ich einen Umbau vorgenommen und den schwarzen PST Kasten durch einen 15mm Blockfilter ersetzt. Ich machte auch diesen Test und muss sagen es war lauwarm aber keinesfalls so heiß, dass man sich die Hand verbrennt, auch nicht im Fokus.
Eventuell spielt es eine Rolle wie du den ERF anbaust, da gibt es unterschiedliche Meinungen, bei mir jedenfalls war eine Anleitung dabei wieherum der ERF anzubringen ist.

Das Filter vor dem Blockfilter ist ein Interfernzfilter, diese waren früher rötlich und transparent die neueren sind beschichtet und spiegeln. Ich weiß es deshalb weil mein Filter getauscht wurde und im 15mm Blockfilter ist auch dieser spiegelnde Filter.

Gruß
Ralf
 
Hallo Ralf,

die Filter Richtung habe ich auch gewechselt um sicher zu gehen ob hier die richtige oder falsche Seite zur Sonne zeigt.
Am Rand ist ein Pfeil aufgemalt dieser soll in Richtung
Sonne zeigen. Aber auch in beide Richtungen das gleiche Ergebniss.
Die Hand wollte ich nicht länger in Brennpunktnähe halten.
Habe aber gemerkt das es schon sehr unangenehm auf der Hautoberfläche wurde. Kann aber nicht sagen ob es zur Verbrennung gereicht hätte. Aber ich finde es schon bemerkenswert das es hier sehr warm wird.


Der PST-Filter in der Zwischenhülse vor dem Blockfilter wird so ein Interfernzfilter bei mir auch sein.

Viele Grüße

Michael
 
Hallo Michael,
setz´ Dich umgehend mit der Firma Baader in Verbindung.
Heiß werden darf es auf keinen Fall, warm werden wird es, da die Filter im fernen Infrarot durchlässig sind. Ein zusätzlich UV/IR-Sperrfilter von Baader reduziert die Wärme auch nochmal deutlich ohne soviel Licht wegzunehmen wie der Kg3.
So mache ich es immer, obwohl ich noch den alten C-ERF vorne draufhabe und hinten ein 20/20 Lille-System. Den Kg 3 nehme ich immer als Kontrastfilter vor dem Okular bei der Oberflächenbeobachtung.
Filterkurven findest Du auf der Seite www.sonnen-filter.de , wobei ich nicht weiß, ob da ein D-ERF schon dargestellt ist.

Viele Grüße Michael
 
so, nochmal bei Baader geguckt:
die D-ERFs sind für h-alpha-Systeme mit IR-Blockbeschichtung, d.h. da muss wohl noch ein IR-Block in den Strahlengang zusätzlich eingebracht werden, vor allem, wenn man mit größerer Öffnung beobachtet. Ich würde mir an deiner Stelle bei Baader Rat holen.
Gruß Michael
 
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Hallo Michael,
ich würde dir auch empfehlen dich mit Baader in Verbindung zu setzen und vor allen Dingen nachfragen ob noch zusätzliche IR/UV Filter in den Strahlengang gebracht weden müssen oder ob der D-ERF ausreicht. Wenn du Antwort bekommen hast lasse es mich bitte wissen, das interessiert mich auch!

Gruß
Ralf

Wenn morgen die Sonne wieder scheinen sollte werde ich nochmal testen.
 
Hallo Michael (Mikoka),
hmm, das kann man sehen wie man will im Text kommt dann dieser Satz "Die Blockung von IR (Wärmestrahlung) hält den D-ERF Filter auch bei längerer Beobachtungszeit planparallel."
Ich bin mal gespannt was der Michael von Baader zur Antwort bekommt. Vielleicht liest auch jemand von Baader mit....

Gruß
Ralf
 
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Hallo Michael,

die Fa. Baader habe ich schon angeschrieben und eine Mail von Ihnen bekommen. Die ich aber momentan noch nicht
veröffentlichen kann. Muss erst die Zusage der Fa. Baader abwarten.
Die Fa. Baader sagt aber in der Mail das hier zusätzliche Wärmeblockfilter eingebaut werden müssen.

Diese befinden sich ja in dem PST.
Nun weiss ich halt nicht ob die PST Komponenten das im Stande sind auszuhalten. Diese sind ja für 40 mm Öffnung ausgelegt und nicht für 150 mm bzw. 127 mm.
Und bei 127 mm freier D-ERF Öffnung kommt ja auch eine
Menge Energie dort an.


Hier sind meine Kentnisse nicht vorhanden.
Halt nur das was hier im Forum empfohlen worden ist.
Die Fa. Baader wird hier auch keine Tipps geben weil das PST ja kein Produkt der Fa. Baader ist.

Deswegen auch meine Frage was das Durchmessen nach der Strahlung der Komponenten angeht.

Viele Grüße

Michael
 
Hallo Michael,
das ist ja klar, dass zusätzliche Filter eingebaut werden müssen, diese befinden sich, wie du ja schon gesagt hast, im PST Kasten, sprich Etalon, Interferenzfilter und dann der Blockfilter. Oder wie bei mir in der Coronado 15mm Blockfiltereinheit im Zenitspiegelgehäuse. Ich sage mal so, ein zusätzlicher IR/UV Cut vor dem Etalon kann auf jeden Fall nicht schaden ;-)

Gruß
Ralf
 
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Hallo Ralf und Michael

ich habe ja schon den Kg 3 Wärmefilter von Schott vor dem Etalon.
Evtl. dann noch vor jedem Okular im Bino noch ein UV/IR Filter.
Aber trotz dieser Erfahrung mit dem D-ERF muesste mal
jemand diesen durchmessen. Sicher ist Sicher.
Nur wer kann das?

Gruß
Michael
 
Zitat von Michael_Huebler:
... und ich hatte dann mal so aus Spaß meinen Handrücken in den Brennpunkt meines gekürztem Teleskopes (der D-ERF war noch an der Taukappe vormontiert) gehalten und dachte es duerfte ja nicht spürbar warm werden. Dies war aber nicht so. Spätstens nach 30 Sekunden wurde es so warm das ich die Hand wegziehen musste. Das hat mich doch jetzt sehr überrascht.
Hallo Michael,

das war natürlich beunruhigend, wenn Du Dir jetzt vorstellst, dass Dein Auge anstelle der Hand das abbekommt ...

Leider fehlt ja noch die wichtige Information zur Transmission vom ERF-Filter oberhalb von 1500 nm. Ich versuche trotzdem mal eine konservative Sicherheitsanalyse, indem ich davon ausgehe, dass der ERF dort überhaupt nicht mehr blockiert.

Bei einer möglichen Schädigung des Auges durch Infrarot muss man zwischen sehr unterschiedlichen Konzentrationen der Strahlung im Eingangsbereich an der Iris und auf der Netzhaut dahinter differenzieren. Bei der teleskopischen Betrachtung der Sonne befindet sich das Auge ja gewöhnlich nicht im Objektivfokus, sondern hinter dem Okular, wobei die Sonnenscheibe auf der Retina des Auges dann über einen wesentlich vergrößerten Winkelbereich betrachtet wird.

Mit einer Objektivöffnung von 150 mm erhöht sich die Lichtsammlung gegenüber dem bloßen Auge um den Faktor (150mm/2mm)² = 5625. Andererseits verteilt sich diese höhere Energie über eine größere Fläche auf der Netzhaut. Bei einer Vergrößerung von 75x wächst diese Fläche ebenfalls um den Faktor 75² = 5625. Die Leistungsdichte auf der Netzhaut bleibt in diesem Fall also dieselbe wie beim unbewaffneten Auge.

Gleichwohl sollte man diese Kalkulation mit erheblicher Vorsicht betrachten, weil Schädgungen des Auges durch Infrarotstrahlung nicht nur auf der Netzhaut, sondern auch an der Augenlinse und in dem Bereich zwischen Hornhaut und Iris auftreten können, also dort, wo die Leistungsdichte wesentlich höher ist. Dabei kann es zu Linsentrübung (Katarakt) und Glaucoma kommen.

Über die medizinische Empfindlichkeit des menschlichen Sehapparats und mögliche Schädigungen durch Infrarot ist einiges aus der Laser Sicherheit bekannt. Maximum Permissable Exposure (MPE) bezeichnet einen Strahlungsdosiswert in W/cm², welcher noch als sicher betrachtet wird. Dieser Wert beträgt üblicherweise 10% der Dosis, bei der in 50% der Fälle ein Schaden beobachtet wird. Klingt jetzt etwas formalistisch und das ist es auch, aber so etwas braucht man nun mal zur Festlegung von Sicherheitsregeln. Aus der angehängten Laser Safety Grafik würde man für Dauerbelastung zwischen 1500 und 2500 nm auf einen MPE-Wert von 0.01-0.1 W/cm² kommen. Bei einer Pupillenweite von 2 mm bei Sonnenbeobachtung ergibt das eine maximal zulässige IR-Leistung pro Auge von nur 0.3-3.0 mW pro Auge!

Und wie viel Sonnenenergie kommt im Infraroten oberhalb von 800 nm am Boden der Atmosphäre überhaupt an? Wie man aus der unten angehängten spektralen Verteilung ersehen kann, gibt es da zwei atmosphärische Fenster: das erste reicht von 1500-1750 nm mit einer mittleren spektralen Energieflussdichte von etwa 0.2 W/m²/nm, und das zweite Fenster reicht von 2000-2500 nm bei einer mittleren Energieflussdichte von etwa 0.05 W/m²/nm. Das unbewaffnete Auge registriert dann oberhalb von 800 nm eine Infrarotleistung von 75 W/m² oder etwa 0.22 mW bei einer Pupillenöffnung von 2 mm. Zum Vergleich, im sichtbaren Spektralbereich zwischen 400 und 700 nm registriert das unbewafnnete Auge im Mittel etwa 1.22 mW. Mit der Lichtsammlung der 150 mm Optik erhöht sich diese Leistung dann um einen Fakor (150mm/2mm)² = 5625 auf 1.24 W im Infraroten.

Wie viel Infrarot oberhalb von 1500 nm vom D-ERF Filter durchgelassen wird, ist ja leider noch unbekannt. Ohne irgendwelche konkreten Daten müsste man für eine Sicherheitsanalyse vom schlimmsten anzunehmenden Fall ausgehen, dass nämlich IR oberhalb von 1500 nm überhaupt nicht mehr reduziert wird.

Dann hätten wir also oberhalb von 1500 nm schlimmstenfalls die volle Infrarotleistung von 1.24 W im Auge und das ist etwa ein Faktor von 1000x höher als der MPE-Wert! Dabei ist die Netzhaut wegen des vergrößerten Sonnenbildes weniger betroffen als der Eingangsbereich des Auges, wo die volle Leistung innerhalb der AP der Optik wirksam ist.

Also eine wirksame Blockierung der langwelligen IR-Komponente bei λ > 1500 nm ist unbedingt erforderlich.

Mit freundlichen Grüßen,
Peter
 

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Hallo miteinander,
danke für die Graphiken. Da sieht man schön die Einstrahlungsfenster im langen Infrarot. Man wundert sich ja manchmal schon, dass auch die IR/UV-Cutfilter im langen Infrarot noch ziemlich durchlässig sind, wie auf den Seiten von Peter Höbel klar zu sehen ist. Also ein Kg3 vor dem Etalon ist sicher die richtige Wahl, aber wie gesagt, der nimmt ca. 20 % des h-alpha-Lichtes. Das macht aber bei der Helligkeit des Bildes bei der PST-Anordnung recht wenig aus.
Wenn jemand von der Firma Baader mitliest, wäre es schön, wenn man einmal ein offizielle Stellungnahme bekäme. Das Problem muss man allerdings auch sehen: Baader sagt ausdrücklich, dass seine Filter für die von ihm vertrieben h-alpha Geräte gemacht sind. Wenn wir andere Anordnungen verwenden, ist das wohl eher unser Problem.
Gruß Michael
 
Hallo Peter,
da hats du dir ja richtig viel Mühe gegeben, danke für die Ausführliche.
Ich habe mal auf www.Sonnen-Filter.de Seite gestöbert und da habe ich gesehen, dass das Okularseitige Filter einer 15mm Blockfiltereinheit gemessen wurde. Dieses Filter lässt überhaupt keine IR Strahlung durch, weder die Kurz noch die Langwellige. Dieses Filter sitzt auch vor dem 5mm Blockfilter des PST. Somit wäre doch alles im grünen Bereich, oder sehe ich da etwas ganz falsch?

Gruß
Ralf
 
Hallo Ralf,
das zeigt aber nur der objektivseitige Teil, der okularseitige zeigt ca.60% Transmission im langen Infrarot. Auch hier muss man also aufpassen, welche Seite benutzt wird und ob so ein Filter im PST verbaut ist.
Gruß Michael
 
Hallo Michael,
ich bin davon ausgegangen, dass man die Blockfiltereinheit komplett benutzt, nur den Blockfilter sollte man natürlich nicht benutzen.
Dieses ITF Filter ist wohl auch in den neuen PST's verbaut, in den älteren war ein rötliches Filter verbaut welches bei mir "Korrodiert" war. Meade hat es kostenlos getauscht und siehe da, das getauschte Filter war ein völlig anders aussehendes und zwar so eines wie in den 10 und 15mm Blockfiltereinheiten im Zenitprisma verbaut ist.

Gruß
Ralf
 
was die Blockfilter anbelangt bitte unterscheiden zwischen den in Zenitgehäusen eingebauten und geradesichtigen.
Die in Zenitgehäuse eingebauten blocken alles IR/UV durch einen extra Filter, die im geradesichtigen Gehäuse dagegen nicht.

War dieses letzte Wochenende bei Lunt in Arizona und habe dies wegen dieser Diskussions explizit mit Andy durchgekauft, der beide Firmen mit Blockfilter kennt.

Kommt durch einen ERF mehr als nur lauwarme Handwärme durch, ist laut Andy die ERF Beschichtung für eure Nutzung ungeeignet , in Verbindung mit vom Hersteller angebotenen Kombinationen dagegen voll geeignet.

Also bitte Vorsicht bei vom Hersteller nicht empfohlenen Selbstbaukombinationen walten lassen, könnte gefährlich sein.
 
Hallo Markus und Michael,

Danke fuer die aufklaerenden Worte!!!
Aber deswegen muss es doch moeglich sein einen Tipp zu bekommen
welcher ERF was fuer die PST-Kombination taugt oder nicht.
Dem Baader Filter den ich bekommen habe wohl nicht.
Schade das es auch nicht jemanden gibt der das Gesamtkonzept mal durchmessen kann. So das man weiss was am Ende fuer Strahlung in welchem nm Bereich noch da herauskommt.
Denn der Einfall das PST mit einem anderen Teleskopsystem zu kombinieren
ist auch gar nicht mal so schlecht.
Nur sicher muss es sein. Und das geht nur wenn jemand so etwas messen kann. Teleskopspiegel werden ja auch am laufenden Band vermessen.
Warum kann man solche DERF nicht auch mal irgendwie durchmessen.
Wie muesste so etwas technisch vorgehen.
Ich kann mir nicht vorstellen das es hier in Deutschland niemanden gibt
der so eine technische Einrichtung besitzt.
Zu welcher Branche wuerde so etwas zaehlen.


Viele Gruesse

Michael
 
Hallo Michael, hallo Leute,

jetzt gebe ich auf Michaels Wunsch auch meinen Senf hinzu.

Ich habe mir auf Basis des PST und eines 6" f8 Chinaböllers mit einem Baader D-ERF 135mm ein H-Alpha Rohr gebaut.

Michael sagte mir sein D-ERF reflektiert grünlich....
Mein D-ERF und alle "originalen D-ERFs" die ich bisher auf H-Alpha-Treffen gesehen habe, reflektieren rötlich mit blauviolett.

D-ERF 135mm 6" Refri, Hand im Brennpunkt der Sonne, keine Hitze oder gar Wärme.
Michael hat diesen Test im Winter gemacht, ich im Mai.....
Den Rest könnt Ihr Euch jetzt wohl denken, mehr darf ich hier an dieser Stelle nicht sagen.

Viele Grüße
Achim
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Zitat von Michael_Huebler:
Warum kann man solche DERF nicht auch mal irgendwie durchmessen. Wie muesste so etwas technisch vorgehen. Ich kann mir nicht vorstellen das es hier in Deutschland niemanden gibt der so eine technische Einrichtung besitzt.
Zur Messung der spektralen Transmissionskurven braucht man einen Monochromator, der bis weit ins Infrarote reicht. Sowas kommt u.a. bei physikalisch/chemischen Untersuchungen zum Einsatz. Gewöhnlich muss das zu untersuchende Sample aber eine geeignete Größe haben, damit es in die Messkammer hineinpasst. Ich glaube kaum, dass ein großer Filter mit 135 mm Durchmeser dafür geignet wäre. Für derartige Messungen müsste man also erst mal ein hinreichend kleines "Witness" Sample besorgen.

Du kannst ja mal den Peter Höbel fragen, das ist der Autor der bekannten Webseite

www.sonnen-filter.de

Dort sind auch die Transmissionsdaten von verschiedenen anderen ERF-Filtern dargestellt, allerdings bislang nichts über die hier diskutierten Baader D-ERFs

Baader C-ERF

Baader C-ERF (alt)

Solarscope

ERF Sonderglas

Wie man sieht, gibt es da enorme Unterschiede, auch schon bei den älteren Baader Modellen. Wie ich weiter oben abgeschätzt hatte, wäre oberhalb von 1500 nm ein mittlerer Rejektionsfaktor von etwa 0,001 (also ND3) erforderlich, um die Infrarotbelastung bei 6" Optiken auf den zulässigen MPE-Wert zu reduzieren. Das leistet aber keiner der untersuchten ERF-Filter alleine!

Zitat von Mikoka:
In der Tat - da sollte man also sehr vorsichtig sein!

Mit freundlichen Grüßen,
Peter

 
Hallo Achim,
sollte es da zwei unterschiedliche Varianten des D-ERF geben? Das kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen. Vielleicht hat der Michael einen falsch oder fehlerhaft beschichteten erwischt, oder einen bei dem ein Arbeitschritt einfach vergessen wurde.
Mein 110er D-ERF sieht, wenn man von vorne direkt draufschaut, leicht grünlich mit Wechsel ins rötliche aus. Reflektieren tut er definitiv rot/rötlich.

Gruß
Ralf
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Peter,

wuerde denn deiner Meinung nach theoretisch ein Kg 3 Filter vor dem Etalon angeschraubt ausreichen das Ausmas der Strahlung vor dem Pstetalon zu reduzieren, um dann damit beobachten zu koennen?
Dem Peter Hoebel habe ich mal angefragt. Danke fuer die Info.

Ralf mein DERF von Baader sieht wohl genauso aus wie deiner.
Gruenlicher Schimmer mit rot. Wenn man durchschaut dann natuerlich rot.
Ich wollte mal ein Bild von dem Teil reinsetzen geht aber nicht.
Waere sonst im Testforum zu sehen.

Viele Gruesse

Michael
 
Zitat von Michael_Huebler:
Hallo Peter, wuerde denn deiner Meinung nach theoretisch ein Kg 3 Filter vor dem Etalon angeschraubt ausreichen das Ausmas der Strahlung vor dem Pstetalon zu reduzieren, um dann damit beobachten zu koennen?
Hallo Michael,

in der Tat, ein Schott KG3 hat nahezu eine optische Dichte von 3 und reduziert die Intensität im IR auf etwa 1/1000. Wenn Du also zusätzlich zum D-ERF noch ein KG3 vor dem Okular einsetzt, dann bist Du auf der sicheren Seite. Hier sind die KG3 Transmissiondaten von Peter Höbel:

Schott KG3 (lineare Darstellung))

Schott KG3 (logarithmische Darstellung)

Den Intensitätsverlust von 25% bei H-α solltest Du zum Schutz Deiner Augen akzeptieren. Damit reduziert sich die effektive Öffnung Deiner Optik gerade mal von 150 auf 130 mm. Das ist immer noch sehr viel Öffnung!

Mit freundlichen Grüßen,
Peter

 
Hallo Peter,

vielen Dank fuer die wertvollen Infos.

dann bin ich ja mit dem Kg 3 Filter von der Fa. Schott schon in der richtigen Richtung. Den hatte ich im spaeteren Verlauf schon vor dem Pstetalon geschraubt. Nun sind ja im PST ja auch noch ein paar Filterchen die ja dann noch weiter die IR und UV Strahlung reduzieren koennen.

Meine Beobachtungen sind so das ich mit der Sieberteinheit (ist nur eine einzelne Huelse hier steht 0 x drauf) und dem Bino und 32 mm Ploessl
Okulare die Sonne noch fast komplett im Gesichtsfeld habe.
Das Bild ist sehr kontrastreich und angenehm hell. Wie du schon sagtest
das Bild wird dunkler mit dem Kg 3, es ist aber angenehm dunkel mit der 32 mm Brennweite.
Leider ist mein Tubus des Geraete um 2 cm noch zu lang.
Komme mit der PST Einheit und dem Bino nicht in den Fokus.
Deshalb die Einzeleinheit der Barlowlinse. Aber es funktioniert.
Jetzt waere als naechster Schritt interresant wie das ohne Pst Kasten
funktionieren wuerde. Weil ich dann ohne dem Siebertbarlowelement
auskomme, und somit noch niedriger Vergroessern kann. Damit wuerde das Bild ja noch heller werden. Habe mein PST soweit, dass ich das Etalon und die beiden Huelsen mit ITV Filter und Blockfilter abschrauben kann.
Die Adapterhuelsen fuer das PST Etalon auf 2 Zoll gibt es ja schon fuer beide Seiten. Danach muesste ja der Zenitspiegel mit ITV und Blockfilter kommen. Muss hier der Abstand Etalon und bis Okular exakt 20 cm betragen? Hatte ich irgendwo mal hier gelesen.

Viele Gruesse

Michael
 
Zitat von Michael_Huebler:
Muss hier der Abstand Etalon und bis Okular exakt 20 cm betragen? Hatte ich irgendwo mal hier gelesen.
Hallo Michael,

Keine Ahnung, dazu sollten sich vielleicht mal die Leute melden, die mit dem PST-Etalon schon gebastelt haben.

Grundsätzlich gilt für alle Fabry-Perot Etalons, dass sie nur über einen sehr eingeschränkten Winkelbereich funktionieren. Das könnte sich dann in einer solchen geometrischen Fixierung spiegeln.

Aber wie gesagt, darüber wissen andere sicher besser bescheid ...

Gruß, Peter

 
Hallo Michael,

ja die optischen Weglängen des PST sollten eingehalten werden.

Frage Oliver S. er ist der Fachmann.

Viele Grüße
Achim
 
Hallo liebe Astrogemeinde,

um den Fall für das Erste abzuschließen.
Inzwischen habe ich jemanden gefunden der meinen Filter durchgemessen hat.
Die Daten sind öffentlich unter folgenden Internetlink zu finden.

http://www.sonnen-filter.de/
http://www.sonnen-filter.de/Filter-1/Baader-D-ERF.jpg

Der Filter hat eine sehr hoher Transparenz bei Ha und guter Blockung von 700 - 1400nm.
Scheint also alles in der Norm zu liegen.
Trotzdem werde ich den Kg 3 Filter noch vor dem PST Kasten setzen.

Denn dieses ich nenne es mal Handrückenwärme-Phänomen bei meinem Filterexemplar bleibt bestehen.
Bei anderen Kollegen soll die Hand kalt bleiben.
Es kann dann eigentlich nur an der Strahlungswärme über 1400 nm liegen und eben der großen 6 Zoll Linse.
Die doch gegenüber einer 90 oder 100 mm Linse sehr viel mehr Energie in Brennpunktnähe bereitstellt.
Auch die hohe Transparenz (98%) zwischen 600nm und 700 nm kann wohl dazu beitragen.
Die Gelegenheit bei anderen Teleskoptreffen werde ich nutzen um dies dann mal zu demonstrieren.
Ich werde noch einmal mit diesem Filter einen Handrückentestversuch mit einer kleineren Optik (4 Zoll) starten.
Wenn dieser Versuch positiv verlaufen sollte werde ich mich noch einmal melden.


Viele Grüße

Michael
 
Hallo Michael,
na das ist doch mal eine Aussage. Danke! Wenn ich mir die Filterkurve des D-ERF so anschaue ist, bei Benutzung des PST Kastens, ein zusätzliches KG-3 Filter ein unbedingtes muss. Beutzt man lediglich das PST Etalon in Verbindung mit einer Coronado 10 oder 15mm Blockfiltereinheit ist dieses KG-3 Filter nicht erforderlich, es beruhigt aber wenn man es trotzdem einsetzt.


Gruß
Ralf
 
Hallo Leute,

Ich muß mein voriges Statement revidieren, denn ich bin einem Irrtum erlegen. Meine ERF-Schutzfilter sind keine D-ERFs sondern die älteren rotbläulichen C-ERFs.
Auf dem ITV-Gedern konnte ich mein ganzes H-Alpha Equipment, dank eines Freundes, der nämlich zwei neue D-ERFs hat, ausgiebig testen.
Die D-ERFs schimmern leicht grünlich mit etwas rot.
Meine, man sagte mir das es C-ERFs sind, ein dritter ist von W.Lille, schimmern alle dunkelrot/tiefblau.
Ich beobachte schon seid zwei Jahren mit einem PST-Zenitspiegel-Umbau am 6"f8 Fraunhofer.
Neuerdings mit 160er C-ERF, 7"Meade-ED 1600mm mit Lille-50/30 Ansatz oder PST-Umbau.
Funktioniert alles einwandfrei.
Test auf dem ITV:
7" TBM 1400mm, 180er D-ERF mit meinem PST-Umbau.
Sonnenscheibe viel zu hell, unsere Augen wurden stark geblendet.
Gleiche Konfiguration mit dem älteren W.Lille-50/30 Ansatz.
Unmöglich, gleißend hellgrüne Sonne, sofort weggeschwenkt das Rohr.
7" TMB 1400mm, 90er D-ERF mit PST-Umbau, damit hatte man eine normale H-Alpha-Sonne, unser Eindruck.

Diese, Meine Schilderungen sind rein visueller Art, keine Messungen.

PS: Die Fa.Baader sagt ausdrücklich:D-ERF Vorfilter zur Wärmereduzierung für die H-alpha Beobachtung mit SolarSpectrum Oberflächenfiltern und Protuberanzenansätzen mit IR Blockbeschichtung.

Viele sonnige Grüße
Achim
 
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